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Anleitung: Brennwertheizung optimal einstellen

Vorraussetzungen und Herangehensweise an einen sparsamen Verbrauch eines Heizungskessels


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Themen auf dieser Seite:

  • Wozu einen neuen hydraulischen Abgleich?
  • Einstellen der Kesselsteuerung
  • Beispiel-Einstellung für ein 160 m2 Zweifamilienhaus ohne Mischer & Weiche
  • Tipps zum weiteren Einsparen von gut 1/3-tel des Energieverbrauchs nach Vervielfachung der Energiepreise (Siehe Ziff.4.0. sehr weit unten im Text unter der großen Tabelle)
  • Problembehandlung (FAQ)
Die perfekt eingerichtete Heizungsanlage wird mit so wenig Vorlauftemperatur als nötig betrieben. In einer über einen perfekten hydraulischen Abgleich vorgeingestellten Heizung können alle Thermostatventile auf Stellung '5' vollständig geöffnet sein - und doch herrscht in jedem Raum die für diesen angedachte Zimmertemperatur. Man verwendet jedoch Thermostaten, um bei Fremdwärmeeinflüssen durch Sonne, Kaminofen, Herd oder Dusche die Heizkörper-Leistung zu drosseln.


1. Der hydraulische Abgleich


1.1 Wozu einen neuen hydraulischen Abgleich? Meine Anlage hat doch bei der Erstellung einen bekommen.

Um den Kessel stets mit der niedrigstmöglichen = sparsamsten Kesseltemperatur laufen lassen zu können und dabei alle Räume auf deren Zieltemperatur zu bekommen, muss ein hydraulischer Abgleich der Heizungsrohre und Heizkörper berechnet und umgesetzt werden. Auch heute noch wird der Aufwand von Fachbetrieben gescheut,

  • weil es das Angebot verteuert und die Konkurrenz das ebenfalls nicht einrechnet
  • weil man das dem Kunden schlecht verkaufen kann, da es ein beratungsintensiver Punkt ist
  • weil man schon immer gut damit gefahren ist, alle Rücklaufventile der Heizkörper auf einen Mittelwert einzustellen und ersatzweise die Heizkurve = Kesseltemperatur anzuheben. Das erhöht zwar den Verbrauch, erspart aber Diskussionen darüber, wieso eine vom Kunden als selbstverständlich inklusive angesehene Leistung extra bezahlt werden soll.

Wenn Sie also auf eine genaue computergestützte Berechnung bestehen, wird man Ihnen sagen, dass man natürlich ohnehin einen Abgleich mache, sonst wäre ja der letzte Heizkörper in einer Reihe eiskalt, während der erste kocht. Aus diesem Grunde ist in fast keinem Haus ein korrekter hydraulischer Abgleich die Grundlage der an den Heizkörpern eingestellten Rücklaufmengen. Um die Ungenauigkeiten der pi mal Daumen eingestellten Rücklaufmengen auszugleichen und dennoch jeden Raum auf seine Zieltemperatur zu bringen, wird eben die Kesseltemperatur erhöht. Und das kostet jeden Tag Ihr Geld. Möchten Sie Ihre Anlage sparsamer als bisher betreiben, ist dies also ein unverzichtbarer Aufgabenpunkt.

Bestehen Sie auf eine softwaregestützte Berechnung mit Ausdruck des Ergebnisses für Ihre Unterlagen. Es ist ohnehin kaum vorstellbar, dass ein Fachbetrieb diesen großen Aufwand fehlerfrei per Hand und Taschenrechner ausführt. Denn es müssen auch die verschiedenen Rohrdurchmesser und -längen sowie die Wattzahlen der einzelnen Heizkörper und auch die Dämmsituation der Räume in die Berechnung einbezogen werden. Wenn der kleine Heizungsbauer dies selbst nicht liefern kann, was oft der Fall ist, muss er ein externes Planungsbüro damit beauftragen. Oder eben kein Angebot abgeben.


1.2 Alte Heizkörper für den hydraulischen Abgleich vorbereiten

Das Umsetzen der Vorgaben der Berechnung - das Einstellen selbst - ist bei einer neuen Heizungsanlage eine Sache von wenigen Minuten, überhaupt kein großes Ding. Aufwendig könnte bei älteren Heizungsanlagen der Austausch sämtlicher Rücklaufventile aller Heizkörper sein, weil die vorhandenen nach ein paar Jahren festgegammelt sind und alte Ventile oft keine Zahlenskala besitzen. Vorsicht bei Einstellversuchen - schnell ist hierbei der ganze Einsatz herausgedreht, wobei Wasser aus der Anlage entweicht. Und selbst wenn sich das alte Rücklaufventil noch einstellen lässt: Ohne lesbare Skala würde wieder pi mal Daumen eingestellt, was nicht zielführend ist. Heutzutage wird also die Rücklaufmenge über eine Zahlenskala - meist unter dem Thermostatventil befindlich - eingestellt. Das Thermostatventil erfüllt damit zwei völlig unterschiedliche Funktionen. Ein gegebenenfalls noch vorhandenes separates Rücklaufventil würde entfernt, wenn noch vorhanden, und durch einen freien Durchgang ersetzt.

Somit gehört es zu den Vorarbeiten einer verbrauchsarmen Heizungsanlage, ein Planungsbüro mit der Berechnung des hydraulischen Abgleichs zu beauftragen, die Rücklaufventile auszutauschen und die ermittelten Werte einzustellen. Sie müssen diesem Planer jedoch unbedingt für jeden Raum die von Ihnen gewünschten Raum-Solltemperaturen mitteilen, sonst denkt er sich nach Gusto welche aus. Wichtiger als die absolute Temperatur ist hierbei das Temperatur-Verhältnis zwischen den verschieden Zimmern. Die Berechnung versucht, bei in allen Räumen voll aufgedrehten Thermostatventilen und in einer Situation ohne Fremdwärmeeinfluss genau dieses Temperatur-Verhältnis zu erreichen.

Der Austausch der Rückläufe ist eine Aufgabe für den Heizungsbauer, denn es gibt viele unterschiedliche Ventileinsätze in Bezug auf Gewinde und Einsatztiefe. Auch muss überhaupt geklärt werden, wo am Heizkörper Ihre Rückläufe sitzen - für Laien ist dies nicht erkennbar. Darüber hinaus muss die Neubefüllung einer Heizungsanlage seit dem Jahr 2013 mit entkalktem Wasser erfolgen. Das ist auch sehr sinnvoll, weil es das Festgehen von Heizkreispumpen und Ventilen reduziert, wenn es dies auch nicht gänzlich verhindert. Wenn Ihre alte Heizungsanlage latent Druck verliert, könnte sich eine kleine stationäre Entkalkungsanlage rechnen. Für wenige Hundert Euro wären Sie unabhängig von der transportablen Enthärtungsanlage des Heizungsbauers. Vorsicht übrigens vor automatisch entlüftenden Entlüftungsventilen an den Heizkörpern: Bei mir wurden binnen weniger Jahre einige leicht undicht, wodurch die Anlage kontinuierlich Druck verlor.

Ist der hydraulische Abgleich vorgenommen worden, jeder Rücklauf auf den von der Software berechneten Wert (zwischen 1 und 7) eingestellt, dann geht es im nächsten Schritt an die elektronische Heizungssteuerung. Ein Tipp: Sollte die Zieltemperatur in einem Raum bei der Planung des Abgleichs zu gering angesetzt gewesen sein, können Sie jetzt noch den berechneten Abgleichswert für den Heizkörper in dem betreffenden Raum noch eine Zahl höher einstellen - wenn er nicht schon auf den höchsten Wert 7 eingestellt ist. Damit kommt Ihre gesamter Abgleich noch lange nicht durcheinander - aber der Raum wird stärker erwärmt. Ist der Abgleich schon auf 7 eingestellt, hilft ein Anheben der Parallelverschiebung in Ein-Grad-Schritten. Achtung: Ist die Anlage schon einige Monate in Betrieb, dreht man beim Verstellen leicht die gesamte Verschraubung heraus, weil die Verstellung schwergängig wird. Halten Sie also beim Verstellen unbedingt mit einem passenden Schraubenschlüssel oder Rohrzange gegen oder überlassen diese Arbeit dem Fachbetrieb.


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2. Einstellen der Kesselsteuerung


2.1 Vorbereitungen

Alle folgenden Ausführungen beziehen sich auf ein Brennwert-Wandgerät Viessmann Vitodenz 200-W mir der elektronischen Regelung (für Vitodens/Vitoladens/Vitopend) Vitotronic 200 Typ HO1B für witterungsgeführtem Betrieb ohne Raumtemperaturerfassung. Nutzt die Steuerung neben der Außentemperatur auch die Temperatur eines sogenannten Führungsraumes, muss diese Einflussgröße für die Dauer der Grundeinstellung abgeschaltet werden. Bei einer perfekt eingestellten witterungsgeführten Steuerung ist dieser Parameter überflüssig, könnte jedoch einzig bei Fremdwärme durch intensive Sonneneinstrahlung im Führungsraum zur Reduzierung der Kesselleistung nützlich sein - Nachteil: In sämtlichen anderen Zimmer des Hauses würde die Raumtemperatur ebenfalls abgesenkt. Zum Anheben der Raumtemperatur wäre er zudem nutzlos, weil diese bei einer perfekt eingestellten Steuerung stets die avisierte Zieltemperatur hält.

Die im folgenden beschriebenen Einstellungen der Heizungssteuerung sind übertragbar auf die elektronischen Regelungen aller Hersteller. Nur weichen dort naturgemäß die Bezeichnungen der Einstellpunkte ab und nicht jede Steuerung bietet alle genannten Einstellmöglichkeiten.

Das Justieren macht man stets im Winter bei Temperaturen unter 5°Celsius. Denn es ist ein Herantasten an die ideale Temperaturkurve erforderlich. Ist gerade Frühling, können Sie derzeit nur für den jetzigen Temperaturbereich behelfsweise eine Einstellung vornehmen. So ist dies keine Aufgabe, die man an einen Heizungsbauer delegieren kann - genau ausgeführt wäre sie unbezahlbar. Nur Sie selbst können den im folgenden beschriebenen Aufwand betreiben, täglich die Raumtemperaturen bei völlig geöffneten Thermostatventilen in eine Tabelle einzutragen. Ist ein Winter warm, können Sie die Einstellung der Heizungssteuerung erst abschließen, wenn Sie auch die Raumtemperaturen bei sehr tiefen Außentemperaturen gemessen haben. Solange wäre jede Einstellung vorläufig.

Ganz so aufwendig, wie es sich anhört, ist es dann aber doch nicht. Denn nach wenigen Wochen werden Sie in Ihrem Haus einen oder zwei Räume identifiziert haben, die - oft am Ende eines Leitungsstranges liegend - bei völlig geöffnetem Rücklaufventil (7) und völlig geöffneten Thermostatventil kühler als alle anderen Zimmer sind. Gemeint ist hier die Abweichung von der dem Planer mitgeteilten, angestrebten Ziel-Temperatur. Dieser Raum oder diese Räume dienen fortan als Ihre Referenzräume, in dem Sie das Thermostatventil bis zum Abschluß aller Messungen immer geöffnet lassen und sämtliche Einstellungen der Steuerungselektronik nur noch an Veränderungen der dortigen Raumtemperaturen messen. Es kann ein Dachzimmer mit Dämmproblematik sein oder ein Raum mit unterdimensioniertem Heizkörper oder ein Zimmer, das im Gegensatz zu den anderen nicht unterkellert, dafür aber mit unterlüftetem Dielenboden versehen ist. Nur nebenbei: Verschließen Sie niemals zu Letzterem gehörige Belüftungsöffnungen in der Außenwand Ihres Hauses - ständige Feuchtigkeit würde den Holzfußboden von unten vermodern und verschimmeln lassen.

Sie brauchen also zunächst in jedem Zimmer ein Raumthermometer, später nur in dem Referenzraum. Dort lesen Sie wenigstens zweimal täglich (bspw. morgens zur Frühstückszeit und Abends zur Abschaltzeit) die Raumtemperatur ab und tragen in eine Excel-Tabelle ein, ob diese bei der gegebenen Außentemperatur zu warm, gerade richtig oder zu kalt war. Das können Sie am besten mit einer Zellen-Farbe ausdrücken: Rot für zu warm, blau zu kalt und grün für passend.

Kurz eigefügt eine Anmerkung zur Zieltemperatur des Referenzraumes: Es ist unmöglich, eine Heizungsanlage mit Nachtabschaltung auf eine bei voll geöffnetem Thermostatventil von Morgens bis Abends gleichbleibende Zimmertemperatur einzustellen. Denn die Anlage muss genügend überschüssige Wärme liefern, um den Referenzraum morgens bis zum ersten Messzeitpunkt auf eine MINDEST erträgliche Temperatur aufzuheizen. Beispielsweise 20,5°C. Dann wird die Anlage den Raum bis zur Abschaltung weiter aufheizen. Der dortige Zielwert für vollständig geöffnete Thermostatventile ist beispielsweise 23,0°C. Mit einer weniger optimalen Dämmung des Hauses kann dies mit dieser kleinen Temperaturdifferenz gelingen. Je weniger Wärmeverluste es jedoch hat, desto höher ist die Innentemperatur zur Abschaltzeit am Abend - es geht weniger Wärme verloren. Das ist dann kein Fehler der Anlage, sondern ein Nebenprodukt aus nächtlicher Abschaltung und guter Dämmung. Haben Sie überall Fußbodenheizung, macht eine Nachtabschaltung wegen der besonders langen Aufheizzeiten ohnehin keinen Sinn. Dort kann man folglich mit einer geringeren Kesseltemperatur (Neigung ist gleich, aber Parallelverschiebung kleiner) auskommen, wenngleich auch hier ein Wärmeüberschuß entsprechend den Lüftungsgewohnheiten erforderlich ist. Bei langem und mehrmalig täglichen Lüften ein größerer Wärmeüberschuss, bei Stoßlüften kleiner Wärmeüberschuß.

Eine Tabelle muss jeweils für eine Heizkurveneinstellung gelten - beispielsweise für die Neigung 1,4 und das Raumtemperatur-Soll 20°C. Dann werden vertikal ein paar Parallelverschiebungen (Bezeichnung in der Steuerung: 'Niveau') der Temperatur vom Mittelwert eingetragen, um nicht bei jeder Verschiebung eine neue Tabelle anfangen zu müssen. So sehen Sie auf einem Blick, bei welcher Außentemperatur die Referenzräume zu kalt oder zu warm sind. Eine Ideallinie muss absolut horizontal verlaufen. Ist es bei allen Außentemperaturen gleichmäßig zu kalt oder zu warm, ändern Sie nur die Parallelverschiebung (Niveau).

Anzeige der aktuell eingestellten Kesseltemperaturen bei +20°C /+10°C /0°C /-10°C /-20°C (Viessmann Vitodenz 200-W mit der Steuerung Vitotronic 200/Typ HO1B).
Anzeige der aktuell eingestellten Kesseltemperaturen bei +20°C /+10°C /0°C /-10°C /-20°C. Unten rechts wird die eingestellte Parallelverschiebung (Niveau)) in Höhe von +6°C angezeigt.(Viessmann Vitodenz 200-W mit der Steuerung Vitotronic 200/Typ HO1B)
Link zu einer Excel-Datei, in deren Tabelle Sie Ihre eigenen Meßdaten eintragen können ( https://heizkurve.chinnow.net ).

Die Zahlen in den Tabellenfeldern sind die ungefähre Kesseltemperaturen - die können Sie auch weglassen, sind eigentlich überflüssig. Korrigieren sie zuerst die Einstellungen von Neigung, Niveau und Raumtemperatur-Soll an die aktuellen Werte Ihrer Heizung. In Spalte A steht der aktuelle Raumtemperatur-Sollwert - dieser ist zu Beginn der Messphase unverändert von Ihrer Anlage zu übertragen. Erst zuletzt, wenn die passende Neigung der Heizkurve feststeht, sollte an diesem Wert eine Feinjustierung der Kurve vorgenommen werden.

Etwa in der Mitte der Tabelle ist horizontal nebeneinander jeweils bei den Außentemperaturen +20°C /+10°C /0°C /-10°C /-20°C ein Temperaturwert fett geschrieben und gelb hinterlegt. Nur diese fünf kursiven unterstrichenen Gradzahlen ersetzen Sie durch jene in Ihrer Heizungssteuerung angezeigten (siehe im Bild oben die Gradzahlen in weißen Feldern) und passen gegebenenfalls die Niveau-Zählung in Spalte C der Tabelle an. Sämtliche anderen Gradangaben werden automatisch über Formeln in den Zellen aktualisiert.

In der Tabelle zeigt die Zeile 20 beispielhaft, wie man ein aktuelles Niveau optisch hervorheben könnte. Wenn Sie bei der derzeitigen Heizkurve mit Ihren Farb-Markierungen keine horizontale, weitgehend grün markierte Ideallinie zustande bringen, wählen Sie eine etwas steilere oder flachere Heizkurve. Und legen für jede Änderung der Neigung oder des Temperatur-Sollwerts eine neue Tabelle an. Tragen Sie dort erneut ein, ob die Solltemperatur - nunmehr nur im Referenzraum - bei voll aufgedrehtem Thermostatventil nicht erreicht (blau), erreicht (grün) oder überschritten (rot) wird. So nähern Sie sich über Monate der perfekten Heizkurve samt Parallelverschiebung an.

Raumtemperatur-Sollwertanzeige der Brennwertheizung.
Raumtemperatur-Sollwertanzeige der Brennwertheizung - hier 20°C - nicht verstellen, wenn es zu kalt oder zu warm ist

Der groß im Display angezeigte Raumtemperatur-Sollwert (hier im Bild 20°C) sollte niemals ohne Not verstellt werden. Denn dessen Änderung bewirkt KEINE Parallelverschiebung (Niveau) der Heizkurve über alle Außentemperaturen gleichmäßig nach oben oder unten, wie man annehmen sollte. Das macht alleine eine Änderung der Parallelverschiebung (Niveau). Der Raumtemperatur-Sollwert verändert die Heizkurve in sich. Eine Korrektur kann notwendig sein, um die Steuerung optimal an die Dämmsituation anzupassen. Es ist sehr ärgerlich, dass dieser Wert so prominent und leicht verstellbar im Display der Steuerung platziert ist. Damit kann man eine an sich gut eingestellte Anlage verderben, wenn der ursprünglich eingestellte Wert nicht notiert wurde. Selbst die Anleitung suggeriert, dass dieses Raumtemperatur-Soll eine Vorgabe für die Raumtemperaturen sei - doch das ist Mumpitz. Die Raumtemperaturen hängen von vielen Parametern ab, dabei nur in einem sehr engen Außentemperaturbereich von dieser Einstellung. So kann es passieren, dass Sie frieren und diesen Wert um drei Grad erhöhen - und nichts passiert. Wenn es also zu kalt ist, erhöhen Sie einfach die Parallelverschiebung (Niveau) um 1 °C - hierauf reagiert die Steuerung bei jeder Außentemperatur zuverläßig.


2.2. Pumpendrehzahl-Einstellung

Ein Wort zu den Einstellungen der Mindest- und Höchstdrehzahl der internen Heizkreispumpe. Welchen Zweck haben nach einer Auskunft von Viessmann aus Oktober 2019 diese Codieradressen E7 und E6? Über E7 wird die für die benötigte Förderhöhe gerade noch so funktionierende minimale Pumpleistung eingestellt. Ein dreistöckiges Haus erfordert naturgemäß einen höheren Wert als ein Flachbau-Bungalow, um vor allem in der Übergangszeit die oberste Etage ausreichend zu erwärmen. Über E6 wird die Maximaldrehzahl der Pumpe soweit begrenzt, dass beispielsweise keine Pfeifgeräusche an den Ventilen auftreten. Sind die Werte in der Werkseinstellung belassen zu gering für Ihr Objekt, wird es in der Übergangszeit möglicherweise zeitweise nicht ausreichend erwärmt.

Laut Viessmann ist die Drehzahl der internen Pumpe umso höher, je tiefer die Außentemperatur ist. Und umgekehrt wird der Heizkreis bei hoher Außentemperatur mit reduzierter Pumpendrehzahl bis hin zur Pumpenabschaltung (HPL Funktion) versorgt. Das erklärt zu kalte Räume in der Übergangszeit bis zur Abschalt-Außentemperatur trotz ansonsten perfekter Einstellung von Neigung und Niveau (Parallelverschiebung). Erhöht man also die Mindestdrehzahl oder noch besser beide Codieradressen E6 und E7 gleichmäßig, löst sich möglicherweise das Problem. Die Maximaldrehzahl sollte nicht zu hoch geschraubt werden, weil es sonst zu Strömungs- oder Pfeifgeräuschen kommen kann und der Stromverbrauch höher ist. Wenn dies jedoch ausbleibt und der erhöhte Stromverbrauch nicht stört, spricht nichts dagegen, die Maximaldrehzahl auf 100% und die Minimaldrehzahl auf 65% zu setzen.

Korrektur: Die Codieradresse C5 'Untere Begrenzung der Vorlauftemperatur' sollte in diesem Zusammenhang nicht erhöht werden, weil es dann bei milderen Außentemperaturen bis zur Abschaltung durch die Heizgrenze entsprechend zu warm wird.

Wie kam es zu meiner Anfrage an Viessmann? Nach sechs Jahren Betrieb hatte sich folgendes Problem herausgestellt: Mein Referenzraum blieb im Außentemperatur-Bereich ab etwa 10°C bis zur eingestellten Abschalt-Außentemperatur der Heizung zeitweise zu kalt, wenn es der Steuerung beliebte, nur mit sehr geringer Drehzahl zu pumpen. Eine Ursache könnte sein: Das ohnehin nur wenig warme Heizungswasser kühlt auf dem Weg durchs Haus so schnell ab, so dass es nur bei unnötig hoch eingestellter Kesseltemperatur noch ausreichend warm in allen Heizkörpern ankommt.

Lösung: Zuerst einmal schauen Sie in so einem Fall, wie Codieradresse C5 'Untere Begrenzung der Vorlauftemperatur' eingestellt ist. Ist Ihre bei der betreffenden Außentemperatur von der Excel-Tabelle angezeigte Kesseltemperatur höher als die untere Begrenzung, dann heben Sie C5 schrittweise an, bis der Referenzraum auch in diesem Außentemperatur-Bereich mit voll aufgedrehtem Thermostatventil die von Ihnen festgelegten Zieltemperaturen erreicht.

Müssen Sie hierzu allerdings C5 (Mindesttemperatur) so hoch einstellen, dass der ganze Bereich oberhalb von 10°C hierüber korrigiert würde, ist möglicherweise die Mindestdrehzahl der Umwälzpumpe zu gering eingestellt (Codieradresse E7). Um also nicht eine absurd hohe untere Begrenzung der Vorlauftemperatur zu haben, könnten Sie die Mindestdrehzahl vom Werkseinstellungs-Wert 30 Prozent versuchsweise in 5-Prozent-Schritten anheben. Nicht zuviel auf einmal, wenn Ihnen ein geringer Stromverbrauch wichtig ist. Auch darf der prozentuale Abstand zur Maximaldrehzahl (Codieradresse E6) darf nicht zu klein werden - in der Werkseinstellung beträgt er 35 Prozent. Eine Erhöhung verbessert auch die Heizleistung in der Übergangszeit über 10°C Außenteperatur. Heben Sie am besten E5 und E6 parallel an, so dass zwischen beiden Werten 35% Abstand bleiben.

Und dann gibt es noch die sogenannte Heizkreispumpenlogik-Funktion (Codieradresse A5), eine Steuerungsautomatik, die nach meiner Vermutung die Abstimmung der Anlage erschwert. Ich empfehle, diese Codieradresse wenigstens in der Einstellphase auf 0 (=AUS) zu setzen und diese Automatik erst mit einer perfekt eingestellten Anlage zu testen. Wird es dann mit eingeschalteter Automatik zu kalt, was vor allem in der Übergangszeit auftreten könnte, schaltet man sie einfach wieder ab.

Allerdings weist meine Heizungssteuerung einen nicht identifizierten Mangel oder Defekt auf: Nach Änderungen der Pumpendrehzahl-Begrenzungen oder nach dem Tausch eines Sensors gibt es bei mir gelegentlich, also nicht reproduzierbar, einen Sprung in der Parallelverschiebung. Nach ersterer fünf Grad nach oben, nach letzterer drei Grad nach unten. Im ersten Fall sprang diese Verschiebung nach wenigen Tagen wieder zurück, im zweiten nach wenigen Monaten. Diese Sprünge waren nur an der gelieferten Wassertemperatur festzumachen - die Anzeige blieb unverändert. Der ansonsten wirklich erstklassige Viessmann-Kundendienst konnte dieses Phänomen nicht nachvollziehen - was bedeutet, dass es ein unübliches Verhalten meiner Anlage darstellt.

Unabhängig hiervon muss man das Niveau nachregulieren, wenn sich der Wärmebedarf des Hauses verändert - beispielsweise durch zusätzlich beheizte Räume oder dem temporär aufgedrehten Thermostatventil im Wäsche-Trocknungsraum. Die im Referenzraum gemessenen Temperaturen reduzieren sich je voll zugeschaltetem Heizkörper deutlich.

Achtung: Bei einer Korrektur von E7 (Minimale Drehzahl der internen Heizkreispumpe im Normalbetrieb) verändert sich auch die minimale Drehzahl in der Nachtabsenkung, die nicht separat einstellbar ist. Das bedeutet, eine perfekt für tiefen Frost eingestellte Nachtabsenkung liefert möglicherweise in diesen Fällen zu warme Räume, wenn die minimale Drehzahl im Normalbetrieb erhöht wird und muss gegebenenfalls über die Codieradressen F8 und F9 nachjustiert werden.

Lassen Sie sich von den im Display im Betrieb angezeigten aktuellen Kesseltemperaturen nicht verwirren - diese liegen im Rahmen der Modulation zeitweise deutlich unter oder über der eingestellten unteren Begrenzung der Vorlauftemperatur. Die im Display für eine gegebene Einstellung angezeigten Kesseltemperaturen dienen nach meiner Einschätzung eher als Vergleichsgröße und werden von der Steuerung oft 'überfahren' .

Nächster Punkt: Nachts bei sehr tiefen Minusgraden, wenn die von Ihnen eingestellte Nachtabsenkung greift und die Heizung mit reduzierter Leistung durchläuft, ist eine höhere Drehzahl der Umwälzpumpe hilfreich, um ein Abkühlen des in dieser Phase nur schwach etrwärmten Heizungswassers auf dem Transportweg zu verringern. Wenn Sie mangels entsprechend kalter Frosttage ihre Einstellung noch nicht prüfen konnten oder am Beginn der Einstellungen stehen, dann könnten Sie vorsorglich die Codieradresse E9 'Maximale Drehzahl der internen Heizkreispumpe bei reduzierter Raumtemperatur von der Werkseinstellung 65 Prozent auf vielleicht 90 Prozent erhöhen'. Wenn dann Nachts störende Strömungsger&aum,l;usche auftreten, wieder etwas verringern.

Sollte Ihre bisherige Einstellung jedoch perfekt auch bei tiefsten Außentemperaturen funktionieren und in der Nacht den Referenzraum wie gewünscht temperieren, dann lassen Sie besser diese Einstellung, wie sie ist. Erstens gibt es keinen Handlungsbedarf und zweitens müssten Sie dann - aufgrund der verstärkte Heizleistung - die Codieradressen F8 und F9 ebenfalls neu justieren, wozu es viele sehr kalter Frosttage braucht.

Was nicht funktioniert: Versuchsweise hatte ich die Mindestdrehzahl von ursprünglich 30 Prozent der Pumpenleistung auf den Wert der eingestellten Maximaldrehzahl erhöht (Codierungen E6 und E7 identischer Wert). Der Kessel lief je AT stur mit fester KT durch, so wie eine Uralt-Gasheizung aus den siebziger Jahren, er schien nicht mehr geregelt zu sein. Viessmann dazu befragt ergab, dass eine konstante Pumpendrehzahl nur eingestellt werden darf, wenn die interne Umwälzpumpe als primäre Kesselkreispumpe konfiguriert ist. Dafür bedarf es eines gemischten Heizkreises oder eines Puffer- bzw. Weichensensors, welcher in das Anlagenschema integriert wurde. Da ohnehin die Steuerung der Brennwertheizung eine variable Pumpendrehzahl einbezieht und nutzt, rate ich von fixen Umdrehungszahlen auch bei Vorliegen dieser Bedingungen ab. Eine sparsame Heizungsregelung ist nun mal aufwendiger zu optimieren als eine Uralt-Heizung.


2.3 Die wichtigsten Einstellgrößen und ihre Bedeutung

Nachdem die Pumpendrehzahl-Einstellungen festgelegt wurden, kommen wir nun zu den Einstellungen, an die man sich herantasten muss. Je nach Hersteller lassen sich nicht alle im Folgenden genannten Parameter einstellen. Einige bieten nur Neigung und Soll-Raumtemperatur, andere Neigung und Parallelverschiebung (Niveau) und wieder andere Neigung und den Fußpunkt - das ist der Anfang der Kurve.

Menüführung am Beispiel der Vitotronic 200, Typ HO1B Vitodens 200.
Menüführung am Beispiel der Viessmann Vitodenz 200-W mit der Steuerung Vitotronic 200/Typ HO1B.

Bei der hier beschriebenen Brennwertheizung finden sich die folgenden ersten beiden Einstellungen im Heizungssteuerungsmenü unter HEIZUNG/HEIZKENNLINIE/NIVEAU und HEIZUNG/HEIZKENNLINIE/NEIGUNG

  • Neigung: Das Haus verliert bei jeder Außentemperatur Wärme, und zwar proportional mehr Wärme bei tiefen Außentemperaturen als bei höheren. Dies berücksichtigt die Heizungssteuerung, indem es keine lineare Anhebung der Kesseltemperatur mit sinkender Außentemperatur gibt, sondern eine proportional ansteigende. Unter Neigung versteht man die Steilheit dieser Kurve: Je steiler sie ist, je größer also ihr Wert ist,
    1. desto größer sind die Wärmeverluste des Hauses
    2. und/oder umso kleiner sind die Heizkörper-Wattzahlen und-Flächen
    3. und desto größer ist der Außentemperatur-Einfluss
    4. und desto geringer der im Haus entstandene Fremdwärme-Einfluss auf das Haus.
    Und umgekehrt. Eine ausschließliche Fußbodenheizung mit ihren großen Heizflächen liegt je nach Dämmung und Luftwechsel des Hauses meist zwischen 0,4 und 0,9 Neigung, ein über Heizkörper beheiztes Haus zwischen 0,8 und 1,8. Verstellen Sie die Neigung möglichst nur an kalten Tagen - je kälter, desto besser. Verändern Sie die Neigung erst, wenn das oben genannte Excel-Diagramm einen Korrekturbedarf anzeigt (s.u.).
  • Niveau: Das Niveau bezeichnet die Parallelverschiebung der gesamten Heizkurve in 1-Grad-Schritten nach oben oder unten vom Mittelwert. So kann die Kesseltemperatur für jede gegebene Außentemperatur unisono in 1-Grad-Schritten erhöht oder verringert werden, wenn es bei passender Heizkurve bei allen Außentemperaturen immer gleich viel zu kalt oder zu warm ist. Die Neigung wird hierbei nicht angetastet. Dies ist der Parameter, der bspw. erhöht werden muss, wenn es bei voll aufgedrehten Thermostatventilen und absolut passender Heizkurve in dem/n Referenzraum/räumen zu kalt ist. Keinesfalls die im Display groß angezeigte sogenannte Soll-Raumtemperatur verändern.

    Ich habe festgestellt, dass - wenn sich der Wärmebedarf des Hauses verändert beispielsweise durch zusätzlich beheizte Räume oder dem temporär aufgedrehten Thermostatventil im Wäsche-Trocknungsraum - sich die im Referenzraum gemessenen Temperaturen je voll zugeschaltetem Heizkörper deutlich verringern. So kann es passieren, dass die Parallelverschiebung (Niveau) gegebenenfalls erhöht werden muss, um die Raumtemperaturen im gesamten Haus bei diesem zusätzlichen Wärmebedarf nicht absinken zu lassen.

    Bei Geräten mit eingebautem Durchlauferhitzer wird übrigens während der Warmwasser-Entnahme die Heizfunktion unterbrochen. Beim Dauerduschen oder Baden mit ständigem Nachlaufen lassen des heißen Wassers kann die Temperatur im Referenzraum unter den Zielbereich absinken, ohne dass man nachjustieren sollte. Es sei denn, das findet häufiger statt.

  • Soll-Raumtemperatur: Die Bezeichnung und ihre im Menü prominent positionierte Verstellmöglichkeit führt Nutzer völlig in die Irre. Denn sie hebt nicht etwas wie die Parallelverschiebung (Niveau) die Kesseltemperatur für alle Außentemperaturen an oder senkt sie ab. Sie bewirkt eine nur schwer vorstellbare Verschiebung der eingestellten Neigungskurve entlang einer eher diagonal verlaufenden Raumtemperaturgeraden. Die Gradzahl der Soll-Raumtemperatur ist ein Wert, der nichts mit der angepeilten Zimmertemperatur zu tun hat. Es wäre besser, man hätte diesem Parameter eine andere Skalierung gegeben und in der Steuerung versteckt. Diese Soll-Raumtemperatur muss verändert werden, wenn die Neigungskurve zwar korrekt ist und an ihren äußeren Außentemperaturrändern passt, aber nicht in der Mitte um 0° Außentemperatur herum. Oder umgekehrt. Um sich also an diesen letzten Haupt-Parameter heranzuwagen, muss die korrekte Neigung (Heizkurve) schon ermittelt sein.

    Man könnte sich das vielleicht so vorstellen:

    Wenn Sie das Niveau um 1°C verändern, wird über dem gesamten Außentemperaturbereich die Kesseltemperatur um 1°C verändert - entweder erhöht oder verringert. Bei +20°C genauso wie bei -20°C.

    Wenn Sie jedoch die Soll-Raumtemperatur verändern, dann erhöhen oder senken Sie die Kesseltemperatur kaum im mittleren und niedrigen Außentemperaturbereich (bis -20°C), aber stark im hohen Außentemperatur-Bereich (+10°C bis +20°C). Meine Aussage, dass die Soll-Temperatur entlang einer Diagonalen verschoben wird, ist daher eigentlich unpräzise. Schauen wir uns mal die Kesseltemperaturen an, so wie sie bei gegebener Neigung (1,5) und Niveau (+2°C) von der Steuerung im Display jeweils angezeigt werden - hier wird nur die Soll-T verändert:

     Soll-T.  Neigung  Niveau  +20°C  +10°C  0°C  -10°C  -20°C
    15  1,5  +2°C  5°C  27°C  43°C  56°C  69°C 
    16  1,5  +2°C  8°C  29°C  45°C  59°C  71°C 
    17  1,5  +2°C  12°C  32°C  48°C  61°C  74°C 
    18  1,5  +2°C  15°C  35°C  50°C  63°C  76°C 
    19  1,5  +2°C  18°C  38°C  53°C  65°C  79°C 
    20  1,5  +2°C  22°C  40°C  55°C  68°C  81°C 
    21  1,5  +2°C  25°C  43°C  57°C  70°C  83°C 
    22  1,5  +2°C  28°C  45°C  60°C  72°C  86°C 
    23  1,5  +2°C  31°C  48°C  62°C  75°C  88°C 
    24  1,5  +2°C  34C  50°C  64°C  77°C  91°C 

    Und nun bringen wir alle Soll-T. derselben Neigungs-Einstellung über die Parallelverschiebung (Niveau) auf den gleichen Kesseltemperatur-Wert 57°C bei 0°C Außentemperatur - beispielsweise weil der sich als perfekt herausgestellt hat. Und schauen dann, wie sich die umliegenden Kesseltemperatur-werte verschieben - hier wird also nur das Niveau verändert:

    Die Werte der 2. Tabelle bekam ich, indem ich manuell über die Einstellung bei unterschiedlichen Soll-T.s das Niveau verschob. Ich habe darauf geachtet, dass der beispielhaft als perfekt ermittelte Wert von 57°C KT bei 0°C Außentemperatur dabei immer gleich blieb. Nun wissen Sie durch frühere Messungen möglicherweise ungefähr, welche KTs Sie bei +20/+10/-10 und -20°C AT brauchen. Damit ist es relativ einfach, das passende Soll-T., Niveau und Parallelverschiebung zu ermitteln, indem Sie am besten beide Tabellen an Ihre bereits ermittelte perfekte Kesseltemperatur bei 0°C anpassen.

     Soll-T.  Neigung  Niveau  +20°C  +10°C  0°C  -10°C  -20°C
    15  1,5  +16°C  19°C  41°C  57°C  70°C  83°C 
    16  1,5  +14°C  20°C  41°C  57°C  71°C  83°C 
    17  1,5  +11°C  21°C  41°C  57°C  70°C  83°C 
    18  1,5  +9°C  22°C  42°C  57°C  70°C  83°C 
    19  1,5  +6°C  22°C  42°C  57°C  69°C  83°C 
    20  1,5  +4°C  24°C  42°C  57°C  70°C  83°C 
    21  1,5  +2°C  25°C  43°C  57°C  70°C  83°C 
    22  1,5  -1°C  25°C  42°C  57°C  69°C  83°C 
    23  1,5  -5°C  26°C  43°C  57°C  72°C  83°C 
    24  1,5  -7°C  27C  43°C  57°C  70°C  84°C 

    Was fällt auf? Primär verändert sich die Spalte unter +20°C Außentemperatur - der ganze Rest bleibt nahezu unverändert. In der Spalte -10°C Außentemperatur schwankt der Wert logisch nicht nachvollziehbar. Darum ist der Soll-T.-Wert nur zur letzten Feinjustierung zu gebrauchen. Also erst dann, wenn feststeht, welche Kesseltemperaturen bei +20°C, +10°C, 0°C, -10°C und -20°C vermutlich ideal wären. Dann kann man seine Heizkurve hierüber noch etwas korrigieren, wenn dies alleine über Neigung und Parallelverschiebung nicht möglich ist.

  • Nachtabschaltung: Bei Heizkörper basierten Heizungsanlagen spart man Energie, wenn die Anlage je nach Dämmung und Luftwechsel des Hauses etwa eine bis drei Stunden vom üblichen Zubettgehen abgeschaltet wird und morgens etwa eineinhalb bis zwei Stunden vor dem üblichen Aufstehen einschaltet. Für Wochentage und Wochenenden können unterschiedliche Zeiten gesetzt werden. Angenehm ist hierbei die geringere Raumtemperatur in der Nacht. Damit es bei bspw. minus 20°C nicht zu kalt im Haus wird, gibt es eine weitere Einstellung, so dass die Heizung bei tiefen Temperaturen nachts mit geringerer Leistung durchläuft. Dazu später mehr. Heizen Sie dagegen ausschließlich mit Fußbodenheizungen, macht eine Nachtabschaltung keinen Sinn. Deren Aufheizzeit ist wesentlich länger als diejenige über Heizkörper, das heißt sie reagiert träger, so dass Sie die Wohnung im Winter bis zum Aufstehen nicht warm bekämen. Die Nachtabschaltung wird in der Heizungssteuerung im entsprechenden Menüpunkt zur Heizung über das 'Zeitprogramm Heizung' eingestellt, die Nachtabsenkung zum Durchheizen in kalten Winternächten dagegen über die Codieradressen F8 und F9 (zweite Ebene).

    Eine nur träge Temperaturänderungen weitergebende Fußbodenheizung muss also in der Nacht durchlaufen. Hat Ihr Haus dagegen normale Wandheizkörper, spart es rund 20 Prozent Brennstoff ein, wenn Ihre Heizung nachts für einige Stunden abgeschaltet ist. Das können Sie leicht selbst errechnen, auch ohne Ihre Nachtabschaltung zu verändern. So gehen Sie vor:
    Notieren Sie innerhalb der Heizperiode über mehrere Tage jeweils den 12-Stunden Öl- oder Gas-Verbrauch Ihrer Heizung. Und zwar einmal ab der abendlichen Abschaltung für die folgenden 12 Stunden. Und dann nochmal vom Vormittag die nächsten 12 Stunden bis zur nächsten abendlichen Abschaltung. Bei mir liegt der 12-Stunden-Verbrauch über die Nacht bis in den Vormittag rund 40 Prozent unter dem der nachfolgenden 12-Stunden Tag-Periode (mit nur 6 Stunden Abschaltung). Auf den 24 Stunden-Tag hochgerechnet ist es immerhin eine Ersparnis von 20 Prozent. Durch diese Teilung der Tage in zwei Hälften können Sie unschwer die Ersparnis Ihrer eigenen Heizungsanlage durch die Nachtabschaltung berechnen.
  • Heizgrenze: Damit stellt man ein, ab welcher Außentemperatur sich der Kessel abschalten kann und die Ziel-Temperaturen der Referenzräume gerade noch gehalten werden. Eine mögliche Warmwasserbereitung bleibt hiervon unberührt. Man nähert sich am besten in der Übergangszeit dem niedrigst möglichen Wert an - er wird in der Regel je nach Dämmung und Luftwechsel des Hauses zwischen 11°C Außentemperatur bei einem Passivhaus und 17°C bei einem Altbau liegen.
  • Differenz zwischen Kesseleinschalt- und Kesselausschalt-Temperatur (Hysterese): Eine große Hysterese verringert die Anzahl der Ein-/Ausschaltungen des Kessels, mündet jedoch in schwankenden Raumtemperaturen. Die heutigen Kessel und ihre Steuerungen sind unempfindlich gegen enge Ein-/Ausschaltzyklen. Und wenn nach Jahren wirklich mal ein Relais etwas früher ersetzt werden muss, kostet es auch nicht die Welt.

2.4 Prüfung einer Heizkurve bis zur Feststellung ihrer Tauglichkeit oder Untauglichkeit

Beginnen Sie am besten mit derjenigen Heizkurve, Parallelverschiebung und Soll-Raumtemperatur, die Ihr Heizungsbauer in Ihrer Kesselsteuerung eingestellt hat. Sie ermitteln über das folgende Procedere die flacheste Neigung der Heizkurve, bei der die Temperaturen der Referenzräume bei jeder Außentemperatur noch im Zielbereich liegen. Bei Fremdwärmeeinflüssen durch Kaminöfen, intensiver Küchennutzung, Sonneneinwirkung etc. sind keine Messungen zu erfassen - sie würden das Ergebnis verfälschen.

Legen Sie zwei feste Ablesezeiten fest - bspw. Morgens 7 Uhr und Abends 18 Uhr. Zur diesen Ablesezeiten muss der Referenzraum im Zieltemperaturbereich liegen. Berücksichtigen Sie die möglicherweise spätere Startzeit der Heizung (nach einer Nachtabschaltung) am Wochenende. Startet die Heizung in der Woche um 5 Uhr und der Ablesezeitpunkt ist 7 Uhr, dann müssen Sie bei einer Startzeit von 7 Uhr am Wochenende den Ablesezeitpunkt auf 9 Uhr legen, damit die Anlage dieselbe Zeit hat, den Referenzraum aufzuheizen. Wollen Sie es am Wochenende aber schon um 8 Uhr warm haben, müssen Sie den Startpunkt der Heizung um eine Stunde auf 6 Uhr vorziehen.

Markieren Sie in der verlinkten Excel-Tabelle beispielsweise durch Fettdruck oder mit einer gelben Hintergrundfarbe diejenige Zeile, welche der aktuell an der Kesselsteuerung eingestellten Neigung und Parallelverschiebung entspricht. Nur in diese Zeile tragen Sie Ihre Farbmarkierungen ein. Die jeweilige Außentemperatur lesen Sie entweder ausschließlich am Display der Kesselsteuerung oder von einem schattig positionierten Außenthermometer ab. Dessen Temperaturwert selbst muss nicht mit der in der Steuerung angezeigten Außentemperatur übereinstimmen, wichtiger ist, nur von einer Quelle die Temperatur zu entnehmen.

In die Excel-Tabelle tragen Sie nun zweimal täglich für die zu diesen Zeiten am Kessel abgelesene Außentemperatur (X-Achse) mit einer Hintergrundfarbe in die Zeile mit eingestellter Neigung und Parallelverschiebung ein, ob es in einem der Referenzräume zu warm (rot), genau richtig (grün) oder zu kalt war (blau). War an dieser Position bereits ein grünes Feld und bei der jetzigen Messung ist es zu kalt, dann ändern Sie die Feld-Farbe auf blau. Ist es beispielsweise in Ihrer aktuellen Einstellungszeile über den ganzen Temperaturbereich häufiger zu kalt oder zu warm, korrigieren die Parallelverschiebung (Niveau) in der Heizungssteuerung um ein Grad nach oben. Die folgenden Farbmarkierungen kommen dann dementsprechend eine Zeile höher. Am Besten markieren Sie wieder die nun gültige Zeile der Tabelle mit Fettdruck oder gelber Hinterlegung.

Auf diese Weise werden Sie schnell mit einem Blick erkennen,

  • ob die grünen Felder horizontal verlaufen = Neigung ist richtig gewählt
  • ob die grünen Felder von links oben nach rechts unten verlaufen = Neigung ist zu niedrig eingestellt
  • ob die grünen Felder von links unten nach rechts oben verlaufen = Neigung ist zu hoch eingestellt

Ist die Neigung sichtbar unpassend, ändern Sie Ihre Heizungssteuerung auf den entsprechenden angrenzenden Neigungswert und verwenden in der Excel-Tabelle das angrenzende neue Feld ohne Farbmarkierungen mit der jetzt eingestellten Neigung (Parallelverschiebung). Die bereits in den Tabellen vorgegebenen Kesseltemperaturen sollen nur die Wahl der passenden Parallelverschiebung bei so einem Wechsel erleichtern. Es ist völlig gleichgültig, ob diese mit den Angaben Ihres Kessels übereinstimmen.

So ermitteln Sie schon während einer Wintersaison mit sehr tief gehenden Außentemperaturen die auf den Wärmeverlust Ihres Hauses passende Heizkurve und Parallelverschiebung. Ist diese gefunden, ist die Hauptarbeit getan.


3. Zusammenfassung der recht verwirrenden Vorgehensweise


3.1 Referenzraum erkennen:

Bekommen Sie erstmal heraus, welches bei voll aufgedrehten Thermostaten der kühlste Raum im Haus ist, d.h. die avisierte Zieltemperatur am weitesten nach unten verfehlt. Das hat man in einigen Tagen oder Wochen (möglicherweise braucht's verschiedene Außentemperaturen) ermittelt, wenn in jedem Raum in gleicher Höhe vom Boden und einige Meter von der Heizung entfernt ein Thermometer gestellt wird. Thermostaten voll aufdrehen. Dann nutzen Sie die Kommentarfunktion einer Zelle, um darin die Werte der verschiedenen Räume einzutragen. Die derzeitige Einstellung Ihrer Anlage spielt jetzt allerdings noch keine Rolle, insofern können sie hierfür auch eine einfache Extra-Tabelle entwerfen, die vielleicht etwas größer ist. Dann braucht man nicht die fummelige Kommentarfunktion. Oben die ATs horizontal wie gehabt, dann vertikal die einzelnen Räume eintragen. Und für jeden Raum eine Zieltemperaturspanne festlegen.

Ist der am schwersten zu beheizende Raum gefunden, können Sie alle Thermometer wieder einsammeln bis auf das im kühlsten Raum - das ist ihr Referenzraum, in dem Sie die Wirkung veränderter Heizungseinstellung messen. Und nur dort. Die anderen Räume interessieren hierfür nicht weiter., denn die sind unproblematischer. Bei mir ist der kühlste Raum das Wohnzimmer.


3.2 Excel-Tabelle an Ihre Daten anpassen

Die in der Excel-Tabelle eingetragenen Kesseltemperaturen werden nur gebraucht, wenn man eine unpassende Einstellung an der Heizung verändern möchte. Haben Sie den Referenzraum gefunden, müssen Sie Ihre Kesseltemperaturen aus der Steuerung ablesen und in die grauen Felder der Tabelle (bei +20°, +10°, 0°, -10°, -20°C zu finden, in den Zellen steht keine Formel, nur eine Zahl!) eintragen. Dann links daneben IHREN Raumtemperatur-Sollwert, Ihre eingestellte Neigung und Parallelverschiebung (Niveau) eintragen. Gegebenenfalls höhere oder tiefere Parallelverschiebungen, als in der Beispieltabelle enthalten, können per Copy und Paste einer angrenzenden Zeile nachgetragen werden. Die Formeln in den Feldern sorgen dafür, dass alle Felder ihre Kesseltemperaturen anzeigen, errechnet jeweils aus den fünf in die gelb fett markierten Felder eingetragenen Werte.


3.3 Wozu nützen eingetragene Kesseltemperaturen?

Das Display meiner Kesselsteuerung zeigt in einem Diagramm für +20°, +10°, 0°, -10°, -20°C jeweils die über

  • Neigung
  • Parallelverschiebung
  • und Raumtemperatur-Sollwert

eingestellten Kesseltemperaturen an. Ich weiß inzwischen ungefähr, welche Kesseltemperatur bei den fünf Außentemperaturen +20°, +10°, 0°, -10°, -20°C passend sind. Natürlich nicht auswendig, aber dort sind die Felder in meinen Tabellen mit den verschiedenen Einstellungsversuchen grün. Passt Ihre aktuelle Einstellung beispielsweise über 0°C, aber darunter ist es im Referenzraum zu kalt, müssen Sie eine neue Kombination aus den drei o.g Einstell-Parametern suchen. Dabei ist es eine große Hilfe aus allen(!) vorherigen Messungen und Einstellungen zu wissen, bei welcher Kesseltemperatur bei Außentemperatur +20°, +10°, 0°, -10°, -20°C das Feld grün war. Fehlen noch Messungen und es ist zu heiß, wählt man für diese AT eine geringere Kesseltemperatur.

So nähert man sich langsam einer Heizungseinstellung an, in der die Steuerung passend zum Wärmeverlust des Hauses bei allen Außentemperaturen nur soviel Wärme produziert, dass die Zieltemperaturspanne des kühlsten Raumes (Referenzraum) konstant eingehalten wird. So erhalten Sie eine optimale verbrauchsarme Heizungseinstellung - eine Leistung, die für einen Fachbetrieb kaum machbar wäre. Und wenn doch, dann wegen des Aufwands kaum bezahlbar ist. Ein Fachbetrieb kann daher nach meiner persönlichen subjektiven Auffassung in der Regel nur Pi mal Daumen einstellen.


3.4 Eintragen der Temperaturmessungen des Referenzraumes:

Die Kommentarfunktion der Felder mit den Kesseltemperaturen wird genutzt, um die abgelesene Zimmertemperatur zu verschiedenen Tageszeiten zu notieren. Weil das Feld sehr klein ist, schreibe ich einfach einen Kommentar in die betreffende Zelle. Beispiel:

21,8+21,7°C 9 Uhr (da soll es etwas warm sein)
22,5+22,5°C 22:40 Uhr (meine Abschaltzeit)

Nun kann man sich aussuchen, bei welcher Temperatur man sich im (kühlsten) Referenzraum wohlfühlt. Ist die Temperatur in meiner gewählten Spanne, markiere ich das Feld grün, ist sie darüber rot und darunter blau. Wenn dann Messungen zu verschiedenen Außentemperaturen einer Einstellung vorliegen, haben Sie im Idealfall der optimalen Einstellung einen von links nach rechts durchgehenden grünen Balken. Sind zwei, drei rote Felder dazwischen, kann man sicher noch damit leben.

In meinem Referenzraum Wohnzimmer gibt es ein grünes Feld, wenn die Messungen zwischen 9 Uhr und der Abschaltzeit zwischen 20,9°C und 22,9° liegen. Man muss der Heizung schon so eine große Spanne von 2,0°C lassen, weil sie nicht so punktgenau die Zimmertemperaturen hinbekommt. Wohlgemerkt bei voll aufgedrehtem Heizungsthermostaten. Und: Die Temperatur soll ruhig über den Tag kontinuierlich leicht ansteigen. Andernfalls wäre es nicht möglich, morgens nach der Abschaltzeit in einem überschaubaren Zeitraum das Haus aufzuheizen und den kühlsten Referenzraum und gegebenenfalls auch andere Räume nach dem Lüften wieder warm zu bekommen.

Sie werden natürlich andere Messpunkte entsprechend ihren Gewohnheiten nehmen. Möchten Sie beispielsweise um sechs Uhr Morgens 21°C im Referenzraum haben, ist das eben der erste Messpunkt.


4. Beispiel-Einstellung für ein Zweifamilienhaus ohne Mischer & Weiche

Eckdaten:

  • Brennwertheizung Viessmann Vitodens 200-W mit integrierter Trinkwassererwärmung (6,6 bis 26 KW bei 50/30°C Vorlauftemperatur)
  • Regelung Vitotronic 200, Typ HO1B für witterungsgeführten Betrieb - kein Raumtemperaturfühler
  • Erstellungsjahr der Heizungsanlage 2014, Wohnfläche 160 m2
  • Aus Sicht der Steuerung ein Heizkreis, der sich direkt unter dem Kessel ohne Weiche in zwei Kreise für jede Haushälfte aufsplittet
  • kein Mischer, keine Weiche

Es sind nur die Einstellwerte der Codierebene 1 und 2 gelistet, die für diese spezielle Anlagen-Konfiguration gebraucht werden. Da auf eine möglichst sparsame Einstellung geachtet wurde, sind sämtliche verzichtbare Komfortfunktionen der Warmwasser-Bereitung abgeschaltet. Wichtig: Bei Übernahme der Daten auf ein anderes Haus muss jeder Einstellpunkt daraufhin geprüft werden, ob die Einstellung mit den veränderten Gegebenheiten übereinstimmt. Insbesondere sind bei den roten Feldern die bisherigen Einstellungen unbedingt beizubehalten - es gibt keinen vernünftigen Grund für die Annahme, die vorhandenen Grundeinstellungen könnten falsch sein. Dunkelgraue Felder sind nicht dokumentiert - zumindest ich habe nichts dazu gefunden.

Notieren Sie sich vor Änderungen Ihrer Einstellung die bisherigen Werte, damit Sie gegebenenfalls problemlos zur alten Einstellung zurückkehren können. Die Codierungen in roten Feldern werden also nicht angetastet. Lediglich Codieradressen grün unterlegter Felder können nach 'Versuch und Irrtum' an den tatsächlichen Bedarf Ihres Hauses an Wärme und Warmwasser angepasst werden. Und wie immer den Ursprungswert notieren, um leicht zur Ausgangskonfiguration zurückkehren zu können.


3.1 Allgemeine Einstellungen


 Codier-
Adresse
mit
Beispiel-
Einstellung
 Was wird
eingestellt
 Erlaubte
Werte
 Anmerkung  Codier
Ebene
00:2  Anlagenausführung  1-10   
11:0       
7F:1  Ein-/Mehrfamilienhaus  0=Mehrfam.Hs
1=Einfam.Hs. 
 
8F:1  Basis- & erweitertes Menü freigeben/sperren  0=frei
1=gesperrt 
Entsperrung via Codierebene 1 jederzeit möglich 
2A:0  Funk-Außentemperatur-Sensor  0=ohne
1=mit 
 
2D:0  So belassen     
32:0  So belassen    aut. Erkennung 
35:0  So belassen    aut. Erkennung 
36:0  Funktion Ausgang 157     
3E:0  Interne Umwälzpumpe bei Signal 'Extern Sperren'     
3F:0  Interne Umwälzpumpe bei Signal 'Extern Anfordern'     
4B:0  Eingang 96 Raumtemperaturregler    Nur Regelung für angehobenen Betrieb 
52:0  Vorlauftemperatursensor  0=ohne
1=mit 
 
53:1  Funktion Anschluss 28     
54:0  Solaranlage    aut. Erkennung 
6E:35  Anzeigekorrektur des Außentemperatur-Sensors  0=-5K bis 49=-0,1K 
51=+0,1°C bis 100=+5° 
Unklar ist, ob die Korrektur überhaupt an die Steuerung durchgereicht wird. Hier muss nichts korrigiert werden, die Genauigkeit ist völlig unerheblich zum Erreichen einer optimalen Einstellung. Wichtig ist, für unsere Messungen und Einstellungen stets nur eine Datenquelle zu verwenden (diese Anzeige oder ein anderes Außentemperatur-Thermometer), die zudem nicht nach Beginn der Einstellphase nachjustiert wird - wie es hier möglich wäre.  
76:0  Kommunikationsmodul    aut. Erkennung 
7F:1  Ein-/Mehrfamilienhaus  0=MFH
1=EFH 
 
80:6  Verzögerung bis Störungsmeldung  0=sofort
2 bis 199 
1 Ganzzahl = 5 sek 
81:1  Sommer-/Winterzeitumstellung  0=manuell
1=automatisch
2=Funkempfänger
3=Kommunikationsmodul enthält Empfänger 
 
88:0  Einheit der Temperaturanzeige  0=Celsius
1=Fahrenheit 
 
8A:175  So belassen     
8F:0  Bediensperre  0=zugänglich
1=gesperrt 
 
90:1  Verzögerung der Steuerungssreaktion auf Außentemperatur-Änderungen  1 bis 199 | Diese Funktion verunmöglicht nach meiner Auffassung den gesamten Abgleich, deshalb den kleinsten Wert 1=10min nehmen. Dann bekommt die Heizung AT-Änderungen nach zehn Minuten mit. Andernfalls bräuchte man eine Reserve über eine höhere Kesseltemperatur - was wiederum Geld kostet.  1 Ganzzahl = 10 Minuten 
94:0  Modul Open Therm  0=ohne
1=mit 
aut. Erkennung 
95:0  Kommunikationsmodul LON  0=mit/AT wird intern verwendet
1=mit/AT-Emfänger
2=mit/AT wird an Steuerung gesendet 
 
99:0  So belassen     
9A:0  So belassen     


3.2 Kessel-Einstellungen


 Codier-
Adresse
mit
Beispiel-
Einstellung
 Was wird
eingestellt
 Erlaubte
Werte
 Anmerkung  Codier
Ebene
04:1  Brenner-Mindestpausenzeit    Fix vorgegeben durch Kesselcodierstecker 
05:82  Drehzahl Solarkreispumpe  2 bis 100  in % der maximalen Drehzahl 
0D:0  Solarpumpe Nachtzirkulationsüberwachung  0=aus
1=an 
 
0E:0  Wärmebilanzierung über Wärmeträgermedium  0=nicht verbaut
1=verbaut
2=nicht einstellen 
So belassen 
13:1  So belassen     
14:1  So belassen     
15:1  So belassen     
21:0  Wartungsintervall
(Betriebsstunden) 
0=kein
1=100 Std.
bis
100=10.000 Std. 
 
23:0  Wartungsintervall
(Monaten) 
1=1 Monat
bis
24=24 Mte. 
 
24:0  Anzeige 'Wartung' im Display  0=Keine
1=Hinweis 
 
2E:0  Keine Info       
2F:0  Befüllung oder Entlüftung  0=nicht aktiv
1=Entlüftung aktiv
2=Befüllung aktiv 
 
30:2  Drehzahlregelung der internen Umwälzpumpe  0=elektronische Steuerung aus (Dauerbetrieb mit fester Drehzahl)
1=elektronische Steuerung an
2= nicht dokumentiert (Auslieferungszustand) 
Die Abstimmung der Steuerung liefert nur dann reproduzierbare Temperaturwerte, wenn die Pumpe mit konstanter Drehzahl läuft. Steuert sie - warum auch immer - die Pumpenleistung herunter, werden am Ende des Leitungsstranges liegende Heizkörper weniger warm, weil das Heizungswasser bei langsamen Transport stärker abkühlt (bei diesem Objekt circa 3°C bei 50°C Kesseltemperatur). Das wäre nur über eine verbrauchsintensive Erhöhung der Parallelverschiebung um wenigstens 3°C auszugleichen. Aus diesen Gründen ist eine konstante Pumpendrehzahl in der Summe (Strom- zu Gas-/Ölverbrauch) letztlich energiesparender. 
31:50  Solldrehzahl interne Umwälzpumpe in Prozent    Fix vorgegeben durch Kesselcodierstecker 
32:0  Erweiterung AM1  0=ohne
1=mit 
Automatische Erkennung 
04:1  Brenner-Mindestpausenzeit    Fix vorgegeben durch Kesselcodierstecker 
06:82  Maximalbegrenzung Kesselwasssertemperatur    Fix vorgegeben durch Kesselcodierstecker 
0D:0  so belassen     
0E:0  so belassen     
13:1  so belassen     
14:1  so belassen     
15:1  so belassen     
23:0  Zeitintervall Brennerwartung  0=kein
1=1 Monat
bis
24=24 Mte. 
in Monaten 
24:0  Anzeige 'Wartung' im Display  0=nein
1=ja 
 
2E:0  so belassen     
2F:0  Entlüftungs- & Befüllungsprogramm  0=aus
1=Entlüftungsprogramm aktiv
2=Befüllungsprogramm aktiv 
 
38:0  Statusanzeige Brennersteuergerät  0=kein Fehler
#0=Fehler 
 


3.3 Warmwasser-Einstellungen


 Codier-
Adresse
mit
Beispiel-
Einstellung
 Was wird
eingestellt
 Erlaubte
Werte
 Anmerkung  Codier
Ebene
56:0  Trinkwasser Temperatursollwert-BEREICH  0=10°C bis 60°
1=10°C bis über 60° 
Eine Trinkwasser-T. größer 57°C muss vom Kesselkodierstecker unterstützt werden, sonst ist bei 57°C so oder so Schluss. ACHTUNG: Die Warmwasser-Temperatur wird nicht hier, sondern außerhalb der Codierebenen direkt über das Menü eingestellt: Menütaste drücken, dann '/WARMWASSER/WARMWASSER-TEMPERATUR SOLL/' wählen. (bei mir 44°C - zum Duschen ausreichend, für ein Vollbad etwas knapp. WW ausgeschaltet dort über Einstellung 10°C) 
57:0  so belassen     
58:57  Zusatzfunktion für Trinkwassererwärmung  0=aus
10°C bis 60° 
NICHT FÜR KOMBIGERÄTE, BEI DENEN DIE WW-BEREITUNG ÜBER EINEN WÄRMETAUSCHER ERFOLGT: Zweiter Trinkwassertemperatur-Sollwert nur für Entkeimung eines separaten Wasserspeichers (Legionellenschutz) - hierzu höchst-mögliche Temperatur wählen, bei der noch 55°C heißes Wasser aus dem entferntesten Wasserhahn kommt. Doch Vorsicht vor Verbrühungen, nicht über 80°C.
Korrespondiert mit Codieradressen 56 & 63, unter Codieradresse 63 danach den Tagesabstand zur Entkeimung einstellen. Bereits 55°C töten Legionellen nach verbreiteter Auffassung ab. ACHTUNG: Die Warmwasser-Temperatur wird nicht hier, sondern außerhalb der Codierebenen direkt über das Menü eingestellt: Menütaste drücken, dann '/WARMWASSER/WARMWASSER-TEMPERATUR SOLL/' wählen. (bei mir 44°C - zum Duschen ausreichend, für ein Vollbad etwas knapp. WW ausgeschaltet dort über Einstellung 10°C)
5E:0  Umwälzpumpe zur Speicherbeheizung  0=Regelbetrieb bei Signal 'Extern Sperren'
1=aus bei Signal 'Extern Sperren'
2=ein bei Signal 'Extern Sperren' 
 
5F:0  Umwälzpumpe zur Speicherbeheizung  0=Regelbetrieb bei Signal 'Extern Anfordern'
1=aus bei Signal 'Extern Anfordern'
2=ein bei Signal 'Extern Anfordern' 
 
60:05  NICHT FÜR KOMBIGERÄTE, BEI DENEN DIE WW-BEREITUNG ÜBER EINEN WÄRMETAUSCHER ERFOLGT: Kesseltemperatur-Anhebung während Trinkwassererwärmung  5°C bis 25°  Vermutlich schnellere & effektivere Erwärmung des WW-Speichers 
63:02  NICHT FÜR KOMBIGERÄTE, BEI DENEN DIE WW-BEREITUNG ÜBER EINEN WÄRMETAUSCHER ERFOLGT: Tagesabstand der Zusatzfunktion Trinkwassererwärmung zur Entkeimung  0 = AUS, 1 = täglich, 2 bis 14 = Tagesabstände, 15 = zweimal täglich  Korrespondiert mit Codieradresse 58 
65:3  Bauart Umschaltventil  so belassen  Fix vorgegeben durch Kesselcodierstecker 
6C:0  Solldrehzahl interne Umwälzpumpe während Trinkwassererwärmung  0% bis 100%  Es wird ohnehin kein warmes Heizwasser produziert, da kann die Umwälzpumpe auch stromsparend aus sein 
6F:100  Maximale Wärmeleistung während Trinkwassererwärmung  0% bis 100%  Fix vorgegeben durch Kesselcodierstecker 
71:0  Trinkwasserzirkulationspumpe  0=nach Zeitprogramm
1=aus während Trinkwassererwärmung auf 1.Sollwert
2=an während Trinkwassererwärmung auf 1.Sollwert 
nur witterungsgeführter Betrieb 
72:0  Trinkwasserzirkulationspumpe  0=nach Zeitprogramm
1=aus während Trinkwassererwärmung auf 2.Sollwert
2=an während Trinkwassererwärmung auf 2.Sollwert 
nur witterungsgeführter Betrieb 
73:0  Trinkwasserzirkulationspumpe  0=nach Zeitprogramm
1 bis 6 mal fünf Minuten an
nur witterungsgeführter Betrieb 


3.4 Heizkreis-Einstellungen


 Codier-
Adresse
mit
Beispiel-
Einstellung
 Was wird
eingestellt
 Erlaubte
Werte
 Anmerkung  Codier
Ebene
A0:0  Fernbedienung  0=ohne
1=mit Vitotrol 200
2=mit Vitotrol 300 oder Vitocomfort 200 
automatische Erkennung 
A1:0  Fernbedienung  0=alle Einstellungen freigegeben
1=nur Partybetrieb einstellbar 
 
A3:-3  Heizkreispumpe dauernd an ab eingestellter Außentemperatur minus 1°  -9°C bis +15°  verhindert Einfrieren ungünstig verlegter Heizungsrohre 
A5:0  Heizkreispumpenlogik-Funktion (Sparschaltung)  0=aus
1 bis 15=Heizkreispumpe aus, wenn Außentemperatur um x°C größer ist als Raumtemp. Sollwert. Diese Funktion verunmöglicht nach meiner Auffassung den gesamten Abgleich, weil schon der Hersteller den hierbei manipulierten Raumtemperatur-Sollwert (Soll-Raumtemperatur) fälschlich als Einstellpunkt gewünschter Zimmertemperatur anpreist, was es nicht ist (siehe Text oben). Und dieser wird hiermit anstelle der Parallelverschiebung manipuliert, welche nach meiner Auffassung geeigneter wäre. 
1: x=5°C | 2: x=4°C | 3: x=3°C | 4: x=2°C | 5: x=1°C | 6: x=0 | 7 bis 15: x=-1°C bis -9°
nur witterungsgeführter Betrieb 
A6:16  Erweiterte Sparschaltung  36=aus
5°C bis 35°=Abschaltung Brenner & Heizkreispumpe bei gedämpfter AT +1° 
nur witterungsgeführter Betrieb | Wenn es draußen so warm ist wie eingestellt, schaltet sich die Heizung ab. Bei dieser AT ist das Haus innen am Morgen noch ausreichend temperiert und Abends noch warm genug- bei mir inzwischen 16° nach anfänglich 20°C 
A9:0  Pumpenstillstandszeit nach Änderung Betriebsart oder Raumtemperatur-Sollwert  0=ohne
1 bis 15 Minuten(?) 
nur witterungsgeführter Betrieb 
C5:40  Untere Begrenzung der Vorlauftemperatur auf  1°C bis 127°  Eine niedrige Vorlauftemperatur ist nur bei sehr guter Dämmung sinnvoll.
Es ist unklar, wie die Steuerung diesen Wert berücksichtigt, weil auch bei bspw. eingestellten 36°C eine Kessel-T. von 29°C angezeigt wird.
Nur witterungsgeführter Betrieb 
C6:110  Obere Begrenzung der Vorlauftemperatur auf  10°C bis 127°  Hoher Wert unproblematisch, weil bei perfektem hydraulischen Abgleich plus Heizkurve die Regelung ohnehin genau nach Bedarf temperiert. Höherer Wert sichert auch bei extremen Frost die gewohnte Temperierung.
Entscheidungshilfe: Heizkurvendiagramm im Display der Steuerung
nur witterungsgeführter Betrieb 
D3:14  Neigung der Heizkennlinie  2 bis 35=Neigung 0,2 bis 3,5  wird besser über Grafik eingestellt 
D4:6  Niveau der Heizkennlinie  -13°C bis 40°  wird besser über Grafik eingestellt 
D6:0  Heizkreispumpe bei Signal 'Extern Sperren'  0=Regelbetrieb
1=aus
2=an 
Korrespondiert mit Codieradressen 3a, 3b und 3c 
D7:0  Heizkreispumpe bei Signal 'Extern Anfordern'  0=Regelbetrieb
1=aus
2=an 
Korrespondiert mit Codieradressen 3a, 3b und 3c 
E5:0  so belassen     
E6:100  Nur wenn Heizkreise ohne Mischer sind: Maximale Drehzahl der internen Heizkreispumpe im Normalbetrieb. Sie begrenzt auch die Förderhöhe. Reduzieren, wenn beispielsweise Pfeifgeräusche an Thermostat-Ventilen auftreten.  0% bis 100%  Spanne zu Wert in E7 vergrößern, wenn Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf kleiner als 5°C ist
nur witterungsgeführter Betrieb 
E7:65  Nur wenn Heizkreise ohne Mischer sind: Minimale Drehzahl der internen Heizkreispumpe im Normalbetrieb  0% bis 100%  nur witterungsgeführter Betrieb
IHier wird die Förderhöhe eingestellt - je kleiner der Wert ist, desto geringer ist die Förderleistung der internen Umwälzpumpe.
Ich habe diesen Wert von der Standard-Einstellung 30% auf 50% und später auf 65% erhöht. Das kostet zwar mehr Strom, dafür wird das ohnehin nur wenig warme Heizungswasser in der Übergangszeit, also oberhalb von 9°C Außentemperatur, schneller umgewälzt und damit auch in die Heizkörper gebracht und verliert auf dem Weg weniger Wärme. Allerdings verringert sich damit der Modulations-Bereich und damit auch der Brennwert-Effekt. 
E8:0  Nur wenn Heizkreise ohne Mischer sind: Minimale Drehzahl der internen Heizkreispumpe bei reduzierter Raumtemperatur (nachts)  0 oder 1  nur witterungsgeführter Betrieb
0 = %-Wert von Codier-Adresse E7 wird übernommen, 1 = %-Wert von Codier-Adresse E9 wird übernommen
E9:55  Nur wenn Heizkreise ohne Mischer sind: Maximale Drehzahl der internen Heizkreispumpe bei reduzierter Raumtemperatur (nachts)  0% bis 100%  normalerweise gleicher Wert wie bei Normalbetrieb
nur witterungsgeführter Betrieb 
Ein hoher Wert kostet ein wenig Strom, dafür wird das ohnehin nur wenig warme Heizungswasser schneller umgewälzt und damit auch schneller in die Heizkörper gebracht und verliert auf dem Weg weniger Wärme.
F1:0  Estrich-Trocknung  0=aus
1 bis 6 
Sechs Temperatur-/Zeit-Profile (siehe Handbuch)
nur witterungsgeführter Betrieb 
F2:3  Zeitberenzung Partybetrieb & Betriebsprogramm-Umstellung über Taster  0=keine
1 bis 12 Stunden 
nur witterungsgeführter Betrieb 
F8:+2  Obere Temperaturgrenze der Temperaturspanne zur Aufhebung des reduzierten Betriebs (Nacht)
Oberhalb dieser Außentemperatur (AT) ist die Heizung Nachts aus
Ich hatte diesen Wert auf eigentlich ausreichenden minus 2°C stehen - doch um 0°C herum war es morgens bei sonst passendem Niveau und Neigung zu kalt. Durch die Anhebung ist es nun morgens etwas wärmer im Haus. 
+10°C bis -60°  je nach Dämmung individuell einstellen
nur witterungsgeführter Betrieb 
F9:-20  Untere Temperaturgrenze der Temperaturspanne zur Anhebung des reduzierten Raumtemperatur-Sollwertes auf den Wert des Normalbetriebs  +10°C bis -60°  je nach Dämmung individuell einstellen
nur witterungsgeführter Betrieb
Unterhalb dieser Außentemperatur (AT) volle Heizleistung entsprechend der Tag-Einstellung. 
Ist es bei strengem Frost in der Nacht hierdurch in der Wohnung zu warm, können Sie die untere Temperaturgrenze weiter nach unten verschieben, bis es Nachts angenehm temperiert ist. So hatte ich in der Einstellung -14°C Nachts um 4 Uhr vor Beginn der regulären Heizzeit einen zu warmen Referenzraum. Daraufhin reduzierte ich etwas weiter.
FA:50  Prozentuale Erhöhung des Vorlauftemperatur-Sollwertes beim Übergang von reduziertem Betrieb auf Normalbetrieb  0% bis 50% Anhebung  I.d.R. zum morgendlichen schnellen Anheizen der Räume nach der Abschaltzeit,
so dass beim Aufstehen am Ende dieser zeitlich begrenzten Erhöhungsphase im Bad oder Referenzraum die Ziel-Temperatur bereits erreicht ist.
Erspart eine alternativ höhere Parallelverschiebung (Niveau) über den ganzen Tag
oder ein alternativ viel früheres Einschalten der Heizung in der Nacht,
nur dafür, um es am Morgen warm zu haben. 
FB:0  Zeitdauer der Erhöhung des Vorlauftemperatur-Sollwertes beim Übergang von reduziertem Betrieb auf Normalbetrieb  0 bis 300 halbe Minuten angehobener Betrieb
30 entspricht 1 Stunde (1 = 2 Min) 
Zum morgendlichen schnellen Aufheizen der Räume
je nach Dämmung und Bedarf individuell einstellen, so dass
beim Aufstehen am Ende dieser Erhöhung im Bad die Ziel-Temperatur erreicht ist
ALTERNATIV Wert auf 0 Minuten setzen und Heizung 30 bis 60 Minuten früher starten lassen - ist angenehmer wegen geringeren Abstrahlungstemperaturen der Heizkörper in Schlaf- & Kinderzimmern 



4.0 Tipps zum weiteren Einsparen des Energieverbrauchs nach Vervielfachung der Energiepreise

Meine Anlage war wie oben beschrieben schon einige Jahre optimal eingestellt, als im Frühjahr 2022 eine Verfünffachung des Gaspreises ins Haus flatterte. Es gab tatsächlich noch einige wenige Stellschrauben, durch die ich ohne wesentlichen Komfortverlust noch Heizenergie einsparen konnte. Allerdings sind sehr kalte Außentemperaturen unter 2°C seither noch nicht erfasst -  im Winter könnte sich die Einsparung noch verringern.

Doch vorab: Wie will man den Verbrauch vergleichen? Jeder Monat und jedes Jahr ist schließlich unterschiedlich warm.

Die Lösung: Ich hatte schon vor Jahren eine spezielle Tabelle nach Außentemperaturen angelegt. In die trage ich monatlich den durchschnittlichen Tages(!)-Gasverbrauch in Kubikmeter ein -  mit dem Ölverbrauch geht es natürlich auf die gleiche Weise. Habe ich mehrere Werte für die gleiche Außentemperatur (AT), dann mittele ich diese. Die Durchschnittstemperatur des betreffenden Monats hole ich mir von einer nahegelegenen Wetter-Messtation aus deren frei zugänglichen Archiv.

Wenn sie bislang schon Ihre monatlichen Verbräuche notiert haben, können Sie mittels der Durchnittstemperaturen aus einem Wetter-Archiv so eine Tabelle rekonstruieren. Natürlich sind auch kürzere Zeiträume aussagekräftig. So entstand jedenfalls meine folgende Tabelle 'Durchschnittlicher Tages-Gasverbrauch inklusive Warmwasserbereitung je durchschnittlicher AT' vor und nach den Änderungen:

">
 AT  VOR ÄNDERUNGEN:
Tages-Verbrauch in  m3
 NEUER
Tages-Verbrauch in  m3
 Prozent zu
früher
 linke Spalte
Durchschnitt
21°  1,0  no data  no data  69,4% 
20°  1,4  0,7  50,7%  69,4% 
19°  1,3  0,7  54,4%  69,4% 
18°  1,8  0,9  48,0%  69,4% 
17°  2,5  1,2  49,8%  69,4% 
16°  2,9  1,3  46,0%  69,4% 
15°  4,2  1,7  41,4%  69,4% 
14°  4,5  2,2  48,0%  69,4% 
13°  4,6  3,0  64,9%  69,4% 
12°  6,5  4,0  61,0%  69,4% 
11°  7,7  4,5  58,5%  69,4% 
10°  8,9  5,2  59,3%  69,4% 
9°  9,0  7,1  78,9%  69,4% 
8°  11,1  8,8  79,4%  69,4% 
7°  12,4  9,7  78,5%  69,4% 
6°  14,1  10,8  76,6%  69,4% 
5°  15,2  13,1  85,9%  69,4% 
4°  16,0  13,7  85,8%  69,4% 
3°  16,8  14,5  86,1%  69,4% 
2°  18,5  15,8  85,7%  69,4% 
1°  20,9  16,5  79,1%  69,4% 
0°  20,3  17,2  85,1%  69,4% 
-1°  21,5  18,5  86,0%  69,4% 
-2°  23,0  18,6  80,9%  69,4% 
-3°  24,5  no data  no data  69,4% 
-4°  26,0  21,0  80,8%  69,4% 
-5°  27,5  20,3  73,8%  69,4% 
-6°  29,0  22,8  78,7%  69,4% 

Nun kann man gut erkennen, wieviel die Änderungen im Nutzungsverhalten und in den Einstellungen gebracht haben. Doch welche Einstellungen hatte ich geändert?

  1. Die Warmwassertemperatur der Durchlauferhitzerfunktion war bislang auf 58°C eingestellt. Die senkte ich in 1-Grad-Schritten soweit, bis das Wasser zum Duschen gerade noch ausreichend heiß war. Das ist bei mir 44°C.
  2. Zugleich verschob ich die Parallelverschiebung um zwei Grad nach unten. Damit hatte ich zwar zur Nachtabschaltung keine 23°:C mehr, aber 21,5°C tun es auch. Nur selten habe ich tagsüber mal eine Wolljacke an.
  3. Als dritte Maßnahme regelte ich händisch die Thermostaten in über Stunden nicht genutzten Räumen wie Bad oder Arbeitszimmer herunter, zwischen Mai und Oktober mache ich sie zwischendurch ganz aus. Auch das hat überraschend viel gebracht. Das Aufheizen braucht etwa drei Stunden.
  4. Ich verlängerte die voreingestellte Nachtabschaltung der Heizung um dreißig Minuten, so dass die genutzten Räume jetzt um 6 Uhr am Morgen gerade eben temperiert sind. Die Abschaltzeit blieb mit 22:40 Uhr unverändert, weil bei uns in der Regel bis nach Mitternacht gearbeitet wird. Der Komfortverlust ist zwar spürbar, aber gering.
  5. Dann senkte ich die Kesseltemperatur-Anhebung (Codier-Ebene 2 / C5) um 2°C ab auf bei mir gerade noch ausreichende 40°C. Bei meiner Heizkurve greift sie ab 11°C Außentemperatur bis zu meiner Heizgrenze 16°C. In dieser Temperatur-Spanne geht also die Heizkessel-Temperatur nicht unter 40°C.
  6. Zuletzt senkte ich die Heizgrenze zur automatischen Abschaltung der Heizfunktion bei hohen Außentemperaturen von komfortablen 20°C um inzwischen vier Grad auf 16°C (Codier-Ebene 2 A6). Gerade in der Übergangszeit scheint das viel zu bringen.

Was geht darüber hinaus noch im Nutzerverhalten?

  • Nur die Räume beheizen, in denen Wärme auch gebraucht wird - in der Regel Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Bad und an kalten Tagen die Küche.
  • Nur so warm beheizen mittels der Thermostateinstellung, wie es gerade eben zum Wohlfühlen nötig ist - bei mir Wohnzimmer, Arbeitszimmer und Bad zwischen 21,0°C und 21,5°C. Küche und Schlafzimmer-Thermostaten stelle ich auf das Mond-Symbol = 17 bis 18°C, wenn dort die Raumtemperatur unter 18°C geht. Testen Sie aus, welche Thermostateinstellung für Sie passt. Das vollständige Abdrehen nicht genutzter Thermostate scheint bei mir viel zu bringen, weil die nicht benötigten Heizkörper andernfalls doch noch etwas durchströmt würden.
  • Die Ziel-Temperatur eines jeden Raumes mit den Markern am Thermostaten markieren, damit nach dem Wiederaufdrehen des Thermostat-Reglers nicht zu hoch aufgedreht wird.
  • Wenn ein Raum durch hereinscheinenden Sonnenschein zusätzliche Wärme erhält, nach Erreichen der Zieltemperatur den Thermostaten auf '0' stellen. Wenn später dann absehbar ist, dass die Zieltemperatur durch Abkühlung wieder erreicht wird, Thermostat wieder aufdrehen.
  • Wenn Sie einen Raum für mehrere Stunden nicht begehen, lohnt es sich, dessen Thermostaten ebenfalls auf '0' zu stellen. So könnten Sie auch das Badezimmer nur morgens und abends anheizen.
  • Im Lüftungsverhalten verbietet sich ein längeres offen oder auf 'Kipp' stehen lassen der Fenster. Vorteilhaft ist ein Stoßlüften von 5 bis 15 Minuten je nach Außentemperatur - je kälter, desto kürzer. Vor allem nach dem Duschen, Baden oder Kochen muss die Luftfeuchtigkeit durch Luftaustausch abgeführt werden, sofern man keinen Luftentfeuchter nutzt, der jedoch auch energieintensiv arbeitet.
  • Das auf unsägliche Weise viel diskutierte Duschen: Selbst 20-minütiges Duschen braucht bei mittlerem Wasserstrahl und gut warmer Temperatur bei meinem in die Brennwertheizung integrierten Gas-Durchlauferhitzer nur 0,150 m3 Gas = 2 KW. Das ist auch über das Jahr gerechnet fast nichts im Vergleich zu dem, was die Heizung benötigt. Allerdings sollten Wannenbäder vermieden werden, die brauchen deutlich mehr Energie.


4.1. Bauliche Änderungen

4.1.1. Nachbesserung der Dämmung der obersten Geschoßdecke

Die oberste Geschossdecke wurde ursprünglich im Jahr 1972 nur in der Geschossdecke mit zehn Zentimetern Mineralwolle gedämmt. Das war die Ausgangsbasis. Vor einigen Jahren belegte ich den Dachboden-Fußboden notdürftig mit aus den Sparren gefallenen Dämmaterial. Das erhöhte die Raumtemperaturen im Obergeschoss um ein Grad Celsius. Seit Mitte Oktober 2022 habe ich dort 10cm starke, begehbare XPS-Hartschaumplatten mit Nut und Fuge (Link zu ähnlichem Produkt) vom Bauhaus-Baumarkt (125x60x100cm, 3 m2 je Packung) mit allseitigem Stufenfalz vollflächig ausgelegt. Die verlegte ich ohne Dampfbremse und Verklebung direkt auf den Holzboden. Diese ist mit rund 1800 Euro für 78 m2 Bodenfläche eher leistbar als eine Aufsparrendämmung. Dazu kommen bei mir rund 400 Euro für acht und zehn Zentimeter dicke Dämmplatten, die ich in die Dachschrägen zwischen die Dach-Sparren einführte, um das untere Geschoss auch in der Dachschräge sowie die oberste Geschossdecke selbst seitlich zu isolieren (Tipp: 2x 4cm sind nacheinander leichter in die Dachschrägen einzuführen als 1x 8cm starke Dämmplatten).

Die Heizkostenersparnis ist höher als bei einer Aufsparrendämmung, weil bei Letzterer der möglicherweise nicht zu Wohnzwecken genutzte Dachboden unvermeidbar durch Wärmeabstrahlung mitgeheizt würde. Das wird den Energiebedarf ein wenig absenken. Allerdings hatte das Belegen der obersten Geschoßdecke mit aus den Sparren herausgefallenen alten Dämmaterial vor einigen Jahren auch schon viel gebracht. Zudem ist die oberste Zwischendecke - also unter den Bodendielen - seit 1973 gedämmt, was jedoch alleine nicht ausreichte, um die Wärme im Obergeschoß zu halten.

4.1.2. Dämmung der Rohrleitungen / Luftentfeuchter:

Im Oktober hatte ich die Heizungs- und Warmwasserrohre im Keller mit Rohrisolierungen (ähnlich wie verlinkte - beachten Sie ihre verbauten Rohrstärken) aus dem Baumarkt ummantelt. Das war bei mir eine Arbeit von sechs bis acht Stunden und kostete etwa 300 Euro Material. Ich erwarte keinen messbaren Vorteil, möchte bei diesen Gaspreisen aber auch den Keller nicht unnötig temperieren. Bei normalen Gaspreisen fände ich es ohne Rohrisolierungen besser, weil der Keller dadurch an sehr kalten Tagen nicht auskühlt, nicht feucht wird und nicht muffig riecht. Um letzteres zu verhindern lasse ich nun einen Luftentfeuchter 'Comedes Demecto 70' (499 Euro in 2022) laufen, der zwar unerwartet völlig überdimensioniert ist, aber die Luftfeuchtigkeit im Keller auf 60 Prozent hält. Sowas kostet allerdings auch Energie - im Sommer mehr, im Winter weniger. Die beiden 'Comedes Demecto 30' (je 299 Euro in 2022), die ich im Erdgeschoss und im Obergeschoss habe, sind bei mir ausreichend für jede Ebene - kleiner dürften die allerdings auch nicht sein. [Link zur Amazon-Produktseite für 4 verschiedene Comedes Demecto-Luftentfeuchter (nur gerade verfügbare werden angezeigt)]

4.1.3. Notwendigkeit von Luftentfeuchtern

Ich hatte in der Vergangenheit schon Geräte anderer Hersteller, die entweder klapperten oder einen stets klemmenden Wassertrank hatten. Diese Comedes Demectos sind allesamt relativ leise, solide und durchdacht verarbeitet. Beispielsweise haben die vergleichsweise leicht herausziehbaren Tanks einen Tragegriff und sind oben nicht vollkommen offen. Und wenn es eine Frage gibt, bietet der deutsche Hersteller einen telefonisch sehr gut erreichbaren Kundensupport. Und nicht zuletzt kann man diese Geräte mit einer Handy-App gesteuerten smarten Steckdose nachts automatisiert stromlos machen, damit man sie nicht händisch ein- und ausschalten muß, denn die von mir verwendeten Geräte haben eine Memory-Funktion verbaut.

Die abgesenkten Temperaturen machten es also auch in der OG-Wohnung erforderlich, ebenfalls einen Luftentfeuchter mit Einstellung 60 Prozent einzusetzen. In der Erdgeschosswohnung hat er zwar seit dem Sommer nicht übermäßig zu tun, ist aber absolut notwendig, um anfallende Feuchtigkeit durch Atmen, Duschen und Kochen abzuführen. Dort wie im Obergeschoss waren zuvor Scheiben und Wände häufig nass, was auch durch Stoßlüften nicht mehr zu bewältigen war. Man kann nicht ungestraft zur Heizkostenersparnis die Raumtemperaturen deutlich absenken, ohne Folgeschäden zu produzieren.

Je Luftdichter eine Wohnung ist, desto notwendiger ist ein tagsüber das ganze Jahr aktiver Luftentfeuchter. So richtig klar wurde mir dies erst am folgenden Effekt:

Ich beauftragte meinen Zimmermann, ein kleines Dachaustiegsfenster im Spitzdachboden nahe der Bodenluke abzudichten oder auszutauschen, weil es dort hineinzuregnen schien. Ich konnte keinen Fehler finden. Es fanden sich deutliche Wasserspuren auf dem Boden darunter. Die alten Betondachziegel tropften zudem in diesem Bereich bei nassem Wetter innen ab - ich führte dies fälschlich auf deren abgewitterte Beschichtung zurück und nahm an, sie würden sich voll Wasser saugen.

Ich beauftragte den Handwerker vor Einsatz der Luftentfeuchter. Als er nach zwei Monaten kam, waren die Luftentfeuchter bereits im Betrieb. Man sah trotz regnerischen Wetters nur noch die Wasserflecken, aber alles ist nun trocken. Selbst die Dachziegel tropfen nicht mehr ab. Was war passier? Es war Kondenswasser. Die Luftfeuchtigkeit aus den beiden Wohnungen wurde durch die nicht ganz luftdicht schließenden alten Wohnungstüren durch den sogenannten Kamineffekt ins Treppenhaus gesogen und strömten von dort durch die ebenfalls nicht luftdichte Dachluke in den Spitzboden. Dort kondensierte sie an der kalten Aussenhaut und regnete ab.Sie können sich vorstellen, was diese Wassermenge in den Wohnungen und im Treppenhaus angerichtet hätte, wäre die Dachluke luftdicht und gäbe es dort keine Luftentfeuchter. Evenso mit zeitgemäß luftdichten Wohnungstüren, die ich noch nachrüsten werde.



4.2. ABRECHNUNG: Nachtrag aus März 2023 - zwölf Monate und ein volles Abrechnungsjahr nach Beginn der ergänzenden Spar-Maßnahmen:

Die Durchschnittliche Einsparung seit Anfang März 2022 zum vorherigen Abrechnungszeitraum beträgt laut meinem Gasanbieter (siehe Bild unten) 69,66%.

Die Einsparungen je Außentemperatur sind Winter geringer als im übrigen Jahr. Denn die Absenkung der Heizgrenze zur automatischen Abschaltung der Heizfunktion bringt naturgemäß in der Übergangszeit viel und bei großer Kälte nichts. Auch scheint von Dezember bis Ende Februar weniger Sonne, welche im Rest des Jahres die Räume mit beheizt. Und unter 0°C stellt man bei Abwesenheit die Heizungs-Thermostaten eher nicht auf 'Null', sondern auf Stellung '2'. Denn wer will schon drei Stunden frieren, wenn er Abends nach Hause kommt. Und das Bad soll auch nicht völlig auskühlen.

Nun ist diese Rechnerei der Einsparung nach Außentemperatur schön und gut. Aber eigentlich kommt es auch darauf an, wie häufig eine Außentemperatur über das Abrechnungs-Jahr auftritt. Der Vergleich des gesamten 12-Monatsverbrauchs über das ganze Abrechnungsjahr bis zum 28. Februar 2023 zeigt jedoch in der obigen Excel-Tabelle eine Einsparung auf 69,4% des vorherigen Bedarfs - mein Gasanbieter zeigt mit den fast identischen Wert 69,66% an (siehe Bild). Diese Berechnungsmethode scheint also zu funktionieren.

Gas-Ersparnis nach Ablauf eines Abrechnungsjahres.
Gas-Ersparnis nach Ablauf eines Abrechnungsjahres.

Ich befürchte daher, dass mein Gasanbieter mit seiner Angabe des Jahresverbrauchs in Höhe von nur 26471 KWh recht hat und ich mich mit meinen Wert 29376 KWh verrechnete. Wo mein Fehler liegt, zeigt sich, wenn ich im August die Jahresabrechnung bekomme.

Doch dies ist keine exakt planbare Wissenschaft. Aber diese 30% tatsächliche Einsparung über 12 Monate seit März 2022 zeigen, dass man durchaus nennenswerte Energiemengen einsparen kann, ohne zu frieren. Wenn es kalt ist, lassen wir nun doch die Heizung im Bad auf Thermostateinstellung 2 tagsüber durchlaufen. Und das Schlafzimmer wird eine Stunde vor dere Nachtruhe mit voll geöffnetem Thermostaten aufgeheizt. Das verringert die Einsparung, bringt diese Räume jedoch auf 19°C. Sollte einmal ein wirtschaftlicher Notstand ausbrechen, könnten man da noch etwas einsparen.



4.3. NÄCHSTES ABRECHNUNGSJAHR ab März 2023: Wie werde ich den Gasverbrauch weiter senken?

Sehr vielversprechend zeigt sich seit März 2023 der Einsatz eines Heizlüfters, den ich durch einen abgelegten Wechselrichter meiner kleinen Solaranlage mit Solarstrom versorge, sobald die Batterien den einfließenden Strom nicht mehr aufnehmen können, weil sie nur einen begrenzten Stromfluss in Ampere aufnehmen können - und umso weniger, je voller sie sind. Ein Beispieltag mit 1°C Außentemperatur:

  • Durchschnittlicher Tagesverbrauch über die letzten 9 Tage: 16,1 m3
  • Allzeit Tages-Mindestverbrauch bisher 14,5 m3
  • Tagesverbrauch mit Heizlüfterunterstützung: 12,9 m3

Nun muss einem bewusst sein, dass Tage mit Solarüberschuß sehr sonnige Tage sind, an denen die Sonne auch die Innenräume erwärmt, sofern keine Gardienen deren Energie abhalten. Doch der Abstand zum bisherigen Mindestverbrauch ist beträchtlich. Daher habe ich die Schaltung des Wechselrichters automatisiert. Doch das ist Thema für eine eigene (neue) Themenseite.

Der Heizlüfter verbrauchte an diesem Beispieltag 3,41 KWh Strom und sparte 36 KWh (nicht Kubikmeter) Gas ein. Das mag wie eine Umkehrung der Erfahrung klingen, dass mit Strom zu heizen teurer ist als mit Gas. Ist es aber nicht, denn dies funktioniert nur in einem bereits erwärmten Gebäude mit Sonneneinstrahlung, die das Zimmer zusätzlich erwärmt, denn dies zusammen ermöglichte mir das Abdrehen der Thermostaten auf Stellung Null. Zudem war der Solarstrom kostenlos, er hätte ohnehin nicht anderweitig genutzt werden können. Hätte ich von Frühmorgens bis zur üblichen Abschaltzeit der Heizung anstelle mit Gas elektrisch mit Netzstrom geheizt, wäre es sehr teuer geworden. So aber ermöglichte der Solarstrom eine mehrstündige Abschaltung der Heizkörper.

Da es eine automatisierte Relaisschaltung (mit Spannungsrelais und den Wchselrichter schaltenden Lastrelais) zur Steuerung des auf kleiner 1000W-Stufe eingeschalteten Heizlüfters ist, springt er häufig auch dann an, wenn das Herunterdrehen der Thermostaten im betreffenden Zimmer nicht lohnt. Auch dies reduziert etwas den Gasverbrauch, weil die Thermosten ja abriegeln, wenn der Raum ausreichend erwärmt ist. Habe ich zu Spitzenzeit mehr als 2000&bnbsp;Watt übrig, kann man auf diese Weise mehrere Raume warm halten. Zu guter Letzt könnte man noch die Thermostaten der Heizlüfter auf die gewünschte Zimmertemperatur einregeln, so dass mehr Strom für andere Räume zur Verfügung steht.

Bislang habe ich nur einen ausrangierten 1,5 KW-Wechselrichter hierfür eingesetzt, aber die Relais für den großen 4 KW Notstrom-Wechselrichter sind bestellt. Wenn alles zufriedenstellend funktioniert, schreibe ich dazu ein eigenes Kapitel oder eine separate Detailseite.




5.0. Problembehandlung (FAQ)

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F E H L E R  A B H I L F E 
Nur ein einzelner Heizkörper wird nicht warm   Das Thermostatventil dieses Heizkörpers hängt möglicherweise fest durch Ablagerungen. Abhilfe: Mehrmals das Thermostatventil vollständig auf- und zudrehen. Danach sollte es wieder eine Weile korrekt öffnen und schließen. Ursache kann auch ein unkorrekter hydraulischer Abgleich sein - dann müsste das Problem seit Installation des Heizkörpers bestanden haben.  

Temperatur im Referenzraum (kühlster Raum des Hauses mit vollständig geöffnetem Rücklauf s.o.) in der gesamten Außentemperatur-Spanne zu hoch oder zu niedrig  

Niveau (Parallelverschiebung) der Heizkurve in 1 Grad-Schritten absenken / anheben  

Temperatur im Referenzraum (kühlster Raum des Hauses mit vollständig geöffnetem Rücklauf s.o.) um 0°C herum zu hoch oder zu niedrig  

Den groß im Display angezeigte Raumtemperatur-Sollwert notieren, um ggf. zur Ausgangseinstellung zurückzugehen. Dann diesen Wert in zwei Grad-schritten absenken / anheben und Temperatur im Referenzraum einige Tage im 0°C-Bereich beobachten  

Temperatur im Referenzraum (kühlster Raum des Hauses mit vollständig geöffnetem Rücklauf s.o.) von -5°C bis -15°C oder von 5°C bis 15°C zu hoch oder zu niedrig  

Die Heizkurve stimmt möglicherweise nicht. Ermitteln Sie die korrekte Heizkurve für Ihre Dämmsituation in einem aufwendigen mehrmonatigen Verfahren gemäß der obigen Anleitung 

Haus nur im Außentemperatur-Bereich zwischen -2°C und +2°C - also um null Grad herum - zu kalt  

Außentemperatursensor wird möglicherweise von Wärmeabstrahlung des Hauses oder/und Abgaszug beeinflusst. Bei mir wurde der Steuerung nur in diesem Bereich eine bis zu drei Grad höhere Außentemperatur vorgetäuscht. Nach Verlegung des Außentemperatur-Sensors 50 Zentimeter von Haus und Abgasrohr weg zeigte die Steuerung die korrekte AT und lieferte auch entsprechend mehr Wärme in dem genannten Temperaturbereich.  

Haus nur zeitweise zu kalt oberhalb von 9°C bis zur Abschalt-T. und zeitweise bei sehr tiefen Minusgraden, wenn nachts entsprechend unserer Codierungen durchgeheizt wird   Mindest-Pumpenleistung und maximale Pumpenleistung könnten zu niedrig eingestellt sein. Notieren Sie Ihre bisherigen Einstellungen der Codieradressen E6, E7 und E9. Stellen Sie E6 und E9 (Höchstdrehzahlen inm Normalbetrieb und Nachtabsenkung) auf maximale Pumpenleistung 100 Prozent und E7  (Mindestdrehzahl) auf 65 Prozent, um zu sehen, ob dies Ihr Problem löst. Dies vergrößert allerdings die Strömgeräusche in den Heizkörpern und den Stromverbrauch. Wenn das Problem gelöst ist, könnten beide Werte parallel in 10%-Schritten versuchsweise reduziert werden. Faustregel: Großes hohes Haus mit vielen genutzten Heizkörpern = höhere Pumpenleistung - und umgekehrt.

Wenn das Problem Nachts weiter besteht, heben Sie wie oben im Text beschrieben die Temperatur-Kurve der Nachtabsenkung an oder/und lassen diese früher einsetzen.

Wenn das Problem auch tagsüber weiter besteht, erhöhen Sie oberhalb von 9°C Außentemperatur die untere Begrenzung der Vorlauf-Temperatur (Codieradresse C5) in 1°C-Schritten.

Heizung und Warmwasser-Erzeugung fallen gelegentlich mit Störungsmeldung 'Störung: Feuerungsautomat EE' aus.   Dann ist die Flamme bei Brennerstart nicht vorhanden oder zu gering. Zur schnellen Abhilfe im Display 'JA' auswählen zur Bestätigung 'OK' drücken, dann ist der Feuerungsautomat zunächst verriegelt. Dann neben dem Display rechte schwarze Schiebeklappe öffnen (zur Seite schieben) und 'R' drücken zum Resetten und Entriegeln. Fertig.
Weil der Fehler durch Verschmutzungen infolge in immer kürzeren Abständen auftreten wird, ist es Zeit für eine Wartung, bei der die Zündelektrode und deren Dichtung sowie die Ionisationselektrode und deren Dichtung erneuert werden - und natürlich die Brennerdichtung. Dann sind wieder - wie bei mir - fünf Jahre Ruhe.

Im obersten Stockwerk wird es seit einiger Zeit nicht mehr warm - dort Heizleistung zu gering   Prüfen Sie in der Anzeige neben dem Display den Wasserdruck (hinter schwarzer Schiebeklappe). Ist er unter 1,0 bar gefallen, muss Wasser nachgefüllt werden. Am besten von Fachfirma entkalktes Wasser nachfüllen lassen.

Plötzlich kein Warmwasser   Temperatursensor defekt - Selbsthilfe nicht möglich, daher ersetzen lassen.



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