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Anleitung Regenwassernutzungsanlage mit Zisterne oder Erdtank im Selbstbau

Heimwerker-Ratgeber für eine Regenwassernutzungsanlage mit wasserdichter Zisterne oder Kunststofftank und Tipps zum Beheben von Undichtigkeiten.

Ein Hinweis zu Beginn: Es ist in allen Bundesländern zulässig, die Niederschlagssammlung für die Garten- und teilweise auch für die Hausbewässerung zu verwenden. Klären Sie jedoch vor Beginn der Arbeiten mit Ihrem Versorger mögliche Auflagen, Abgaben und Genehmigungen.


1. Benötigtes Speichervolumen der Regenwassernutzungsanlage berechnen

Die Größe der Zisterne richtet sich nach dem dem angenommenen künftigen durchschnittlichen Verbrauch der angeschlossenen Abnehmer sowie nach der überdachten Grundfläche des Hauses. Der Knackpunkt sind meist zu kleine Dachflächen, so dass weniger Niederschläge gesammelt als verbraucht werden können.

Mit der kleinen Dachung eines Reihenhauses bekämen Sie beispielsweise einen 7000 Liter-Tank niemals voll. Ein wenigstens einmal im Jahr vollständig auffüllbares Behältervolumen entspricht etwa 1000 Liter Speichervolumen je 20 Quadratmeter Grundfläches (nicht Dachfläche) des Hauses. Die Dachfläche ist unerheblich, weil stets nur eine bestimmte Regenmenge je Quadratmeter Grundfläche niedergeht - diese erhöht sich nicht bei steilen Dächern mit riesiger Dachfläche. Für ein Reihenhaus wären also 3000 Liter Speichervolumen füllbar:
(60 / 20) x 1000 = 3000 Liter

Für ein Einfamilienhaus mit beispielsweise 130qm Grundfläche und kontinuierlichem Verbrauch wären dagegen 6500 Liter Speichervolumen sinnvoll:
(130 / 20) x 1000 = 6500 Liter

Zwar wäre bei hohen Tagesverbräuchen über 300 Liter selbst diese Zisterne häufig leer, denn die Dachfläche liefert nicht genug Wasser, um noch größere Speichervolumen zu füllen. Diesen hohen Verbrauch erreichen Sie allerdings nur, wenn der Speicherinhalt für Toilettenspülung, Waschmaschine und Dusche oder im Sommer zum Wässern größerer Gartenflächen verwendet wird. So kann es in diesem Beispiel sinnvoll sein, entweder auf den Anschluß der Dusche oder der Waschmaschine zu verzichten. Vorab: Zum Duschen können Sie das Zisternenwasser nur verwenden, wenn Sie den auf Seite 3 beschriebenen Wirbelfeinfilter verwenden und das Wasser unter der Erdoberfläche kühl gelagert wird.

Bei einer sehr großen regelmäßig bei Trockenheit zu wässernden Gartenfläche und geringen täglichen Verbrauch sollte das Speichervolumen eher größer gewählt werden. Denn dann muss Ihre Zisterne die Niederschläge in regenstarken Zeiten auf Vorrat sammeln, damit es Ihnen in regenarmen Monaten in austreichender Menge zur Verfügung steht. Dennoch kann in einer längeren Trockenperiode die Zisterne trocken fallen. Ein noch größerer Speicher macht jedoch keinen Sinn, weil die Haus-Grundfläche zu wenig Niederschlagswasser für Ihren Speicher liefert.

In der folgenden Listung nenne ich unverbindlich und beispielhaft einige Speichergrößen, die ich in verschiedenen typischen Szenarien verwenden würde:

  1. 60qm Grundfläche/WC/Waschmaschine/wenig Gartenbewässerung: 3.000 Liter (Tank wird häufig leer sein, aber Dachfläche zu klein für größeren Tank)
  2. 60qm Haus-Grundfläche/WC/wenig Gartenbewässerung: 2500 Liter (Tank wird gelegentlich voll sein, aber geringer Verbrauch benötigt keinen größeren Tank)
  3. 60qm Haus-Grundfläche/WC/viel Gartenbewässerung: 4.000 Liter (Tank wird ebenfalls häufig leer sein, aber Füllung in regenreichen Zeiten für Trockenperioden durch geringen Tagesverbrauch möglich)
  4. 130qm Haus-Grundfläche/2 Pers. duschen tgl./WC/Waschmaschine/wenig Gartenbewässerung: 7.000 Liter (Tank wird zu einem Drittel des Jahres leer sein, aber hoher tgl. Verbrauch und kleine Dachfläche erfordern größeren Tank )
  5. 130qm Haus-Grundfläche/2 Pers. duschen tgl./WC/Waschmaschine/viel Gartenbewässerung: 7.000 Liter (ebenfalls zu hoher Tagesverbrauch, um ggf. größeren Tank regelmäßig zu füllen)
  6. 130qm Haus-Grundfläche/WC/viel Gartenbewässerung: 10.000 Liter (Tank wird nur in Trockenzeiten mit Gartenbewässerung leer werden)
  7. 130qm Haus-Grundfläche/WC/wenig Gartenbewässerung: 5.000 Liter (Tank wird häufiger randvoll sein, aber geringer Verbrauch benötigt keinen größeren Tank)

Das alles sind nur Anhaltspunkte. Duschen Sie oder Ihre Familienangehörigen anstelle der hier angenommenen 10 Minuten (=260 Liter tgl für beide) gerne länger, ist der Speicher auch schneller leer. 10 Minuten Duschen verbraucht mit kräftiger Pumpe etwa 130 Liter Wasser in 10 Minuten, eine Waschmaschine je Wäsche und die Toilettenspülung je Tag jeweils 60-80 Liter. Doch nirgendwo gibt es so große Unterschiede im Verbrauchsverhalten wie beim Wasserverbrauch. Im Zweifel sollte sich das Speichervolumen am größeten Wert orientieren. Mit einem unten beschriebenen Wirbelfeinfilter ist zudem ein regelmäßiges Überlaufen der Zisterne zur Säuberung der Wasseroberfläche nicht mehr notwendig.


Vor- und Nachteile der Speicherarten Sickergrube, Kunststofftank und Betonringe

Eine gemauerte ehemalige Sickergrube ist meist unverputzt und dadurch extrem wasserdurchlässig. Diese muss wie unten beschrieben abgedichtet werden, um nicht täglich über 70 Prozent des Speicherinhalts durch die Wände zu verlieren. Über eine bakterielle Verseuchung Ihres Regenwassereintrags aufgrund der früheren Nutzung als Schmutzwasser-Sickergrube brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, wenn der Speicherraum schon einige Jahre ungenutzt war und trocken stand. Dann ist die damalige Bakterienkultur längst in diejenige eines normalen Kellerraumes übergegangen. Zudem werden Wand und Boden neu aufgebaut, was einen Einfluss der früheren Nutzung unwahrscheinlich werden lässt.

Ein Kunststoffspeicher ist sicherlich die handwerklich einfachste Lösung und zuverläßig dicht. Nur will dieser eingegraben sein. Wenn sie also bereits eine ungenutzte Sickergrube haben, ist deren Abdichtung durch Verputzen und Verfliesen vorzuziehen. Auch entsteht an Wänden und Boden der gefliesten Zisterne nach wenigen Wochen ein das Wasser reinhaltendes Bakterienklima - ob sich dies an den Kunststoff-Wänden und dem Boden eines Kunststofftanks ebenso entwickelt, entzieht sich meiner Kenntnis. Möglicherweise könnte das Einbringen von einer dünnen Lage Beton in den Bodenbereich des Kunststofftanks die Entstehung eines selbstreinigenden Bakterienklimas begünstigen.

Von übereinandergesetzten Betonringen als Speicher rate ich ab - die entsprechenden Foren sind gefüllt mit den Anfragen von Leuten, die diese offenbar nicht dicht bekommen. Meist beginnen die Verbindungsstellen der Ringe gerade nach Ablauf der Garantiezeit durchlässig zu werden. Und dann hätten Sie das gleiche Problem wie in der Zisterne - nur dass Sie aufgrund der Rundungen nicht fliesen können.


1. Die Wahl der Pumpe: Hauswasserwerk oder Tauchdruckpumpe?

Wegen der erheblichen Verkeimungsneigung, Erstansaugproblematik und der Erfordernis von Rückschlagventilen und regelmäßiger Filterwechsel bei sogenannten ’Hauswasserautomaten/ Hauswasserwerken’ ist eine Tauchdruckpumpe vorzuziehen. Als Hersteller bevorzuge ich nach diversen schlechten Erfahrungen mit Billig-Tauchdruckpumpen einmal mehr Rewalux®-Produkte. Deren Pumpe arbeitet nunmehr seit über sechs Jahren ohne jede Störung.

Der Begriff ’Erstansaugproblematik’ bezeichnet das aufwendige erste Ansaugen von Wasser respektive die erste manuelle Befüllung des Schlauchs bei preiswerten und daher nicht selbstansaugenden Hauswasserwerken.


2. Das Regenwasser filtern: Bitte kein Horizontal-Sieb verwenden!

Als Regenwasserfilter empfehle ich einen Rewalux® WISY Wirbel-Fein-Filter (siehe Bild, weil nur dieser erstens sämtlichen Dreck vom Dach automatisch in die Kanalisation weiterleitet und hierdurch kaum verschmutzt und den höchsten Wasserertrag bietet. Gerade nach längeren Trockenzeiten werden große Mengen Tannennadeln, Laub, Taubendreck und auch mal ein toter Vogel vom Dach gespült. Letztere rutschen durch diesen Filter in die Kanalisation. Der selbstspülende Rewalux® Edelstahl-Filtereinsatz muss dennoch für optimalen Ertrag wegen seines sehr feinmaschigen Edelstahl-Siebes alle drei Monate im Geschirrspüler gereinigt werden - andernfalls verklebt das Sieb mit der Zeit und würde undurchlässig.

Auf einen Regenwasserfilter im Druckteil der Anlage kann übrigens verzichtet werden - dieser ist zudem ein Risiko für die Wasserqualität, da man nach ein paar Jahren nicht mehr so regelmäßig an einen Austausch denkt wie zu Beginn, wo das Interesse noch groß ist.

Die vor allem mit Kunstoffzisternen ausgelieferten Horizontalfilter verkeimen das Zisternenwasser, wenn sie nicht täglich gereinigt werden. Und wer macht das schon, wenn die erste Begeisterung über die Nutzung von Regenwasser verflogen und der Alltag eingekehrt ist. Denn jedes einfließende Wasser passiert hier den gesammten bisher gesammelten Dreck - unhygienischer geht es nicht.

Wenn Ihr Regenwasser dennoch durch ein horizontales Sieb wie dem bei Kunststofftanks oft mitgelieferten Filterkorb gereinigt werden soll, kommt zudem nach kurzer Zeit kaum noch Wasser durch. Diese Horizontalfilter verstopfen extrem schnell. Hier sollte also nicht gespart werden - der Wirbelfeinfilter erspart Ihnen zu guter Letzt auch noch einen Zisternen-Überlauf. Weil die Wasserqualität ungleich besser ist, muss nicht regelmäßig Schmutz von der Wasseroberfläche der Zisterne in die Kanalisation gespült werden. Es reicht also ein Zisternen-Einlauf.


1. Regenwassernutzung: Abdichtung einer gemauerten Sickergrube für die Nutzung als Regenwasserspeicher

Eventuell muss ein Zugangsschacht mit Abdeckplatte gemauert werden - denn der Zugang zu vielen alten Sickergruben liegt heute gut 50 Zentimeter unter einer Rasenfläche oder anderem Bewuchs. Das ist zeitaufwendig - darum fangen Sie am besten damit an.

Danach verputzen Sie zunächst den innenliegenden nackten Stein mit wasserundurchlässigen Beton. Als zweite Wahl wäre noch ’Haftputz für Fassaden und Feuchträume’ geeignet. Dann gießen Sie den gesamten Boden - welcher in ehemaligen Sickergruben oft aus wasserundurchläßigen Lehm besteht - mit fließfähig gehaltenen wasserundurchlässigen Beton aus. Selbst wenn beim Eingießen und nach dem Verteilen noch Pfützen auf dem Boden stehen, wird dieser im Wasser abbinden und hart werden. Bei dieser Gelegenheit könnten Sie zum sicheren Begehen der Zisterne auch gleich eine kleine Stehleiter mit einbetonieren und ggf. einen Sockel (Höhe 5 Zentimeter reichen = ein flacher Ziegelstein) für die Tauchdruckpumpe setzen, sofern diese über keinen Sedimentschutz verfügt wie diejenigen von Rewalux®. Tauchpumpen mit Sedimentschutz werden an einer Kette bis auf den Boden herabgelassen.

Der Aufwand für das Fliesen der Wände mit Billig-Kacheln lohnt sich, weil nur verputzte Wände Ihrer ehemaligen Sickergrube nicht ganz dicht sind. Fliesen Sie die Wandflächen mit ’Ceresit hochflexiblen Fliesenkleber für kritische Untergründe’. Dieses ist eine Fertigmischung in Säcken, die auch schon Zement enthält. Schon der Kleber ist m.E. nach der Verarbeitung wasserundurchlässig, darum sollte er die ganze Wandfläche bündig bedecken. Ich rate aufgrund schlechter Erfahrung ab von Fliesenklebern in Kunststoffbehältern wie ’Fertiger Superkleber’. Diese sind vergleichsweise teuer, muss zudem entgegen der großspurigen Suggerierung der Aufkleber noch mit Zement vermischt werden (dies stand in meinem Fall nur mit Lupe sichtbar im Kleingedruckten) und trocknet in geschlossenen, kaum belüfteten Zisternen nicht ab. Ich habe nach Verwendung dieses Fliesenklebers nach der ersten Wasserfüllung die Scherben sämtlicher heruntergefallener Kacheln einsammeln können.

Final sollten die Fliesen noch verfugt werden, um auch die letzten Ritzen wasserdicht zu verschließen.


1. Aushub und Rohrverlegung

Darauf achten, dass vom Fallrohr bis zum Wirbelfeinfilter und von dort zum Speichereinlauf und Kanalisationsanschluß ein durchgehendes leichtes Gefälle besteht. Es kann ruhig sehr gering, muss jedoch durchgängig sein. Direkt hinter dem Fallrohr und in kritischen, schwer zugänglichen Abschnitten sind T-Stücke mit Verlängerung zum Bodenniveau als Reinigungsöffnung zu empfehlen.

Wenn sie schon einmal dabei sind und der Haussockel noch nicht verputzt und mit einem Bitumenanstrich versehen ist, dann machen Sie das jetzt gleich mit. Später werden Sie vermutlich nie wieder die Motivation aufbringen, um die im korrekten Gefälle verlegten Abflussrohre herum alles wieder aufzugraben.

Wichtiger Hinweis: Beachten Sie beim Ausschachten, dass der Sockel einer Hauswand nur in kleinen Abschnitten freigelegt werden darf, um einen Einsturz der dann nicht mehr durch Erde gestützten Hauswand zu vermeiden. Eine größere Ausschachtung oder das ungesicherte Freilegen des Fundaments kann zu einer einknickenden Kellerwand oder einem einstürzenden Mauergiebel durch fehlende Rückverankerung von Wänden an Decken führen. Auch kommt es durch fehlende Sicherungen wie der Abstützung der Erdseite der Baugrube gegen die Kellerwand immer wieder zu Todesfällen.

Im Regenwasserzulauf kommen durchgängig die orangefarbenen 100er KG-Kunststoffrohre zum Einsatz. Ein geringerer Durchmesser führt bei Starkregen zum Überlaufen des Regenrinnenablaufs und verstopft eher. Die grauen HT-Abwasserrohre sind zwar etwas günstiger, jedoch nicht frostfest und damit nur für die Nutzung im Haus geeignet. Das Zusammenschieben der Rohrelemente geht leichter, wenn Sie die Verbindungsstellen zuvor mit etwas Speiseöl einreiben.

Die orangefarbenen 100er KG-Kunststoffrohre müssen in hellem Bausand gebettet werden - in Muttererde würden sie beim Überfahren oder durch leichte Bodenverschiebungen brechen. Ein durchgängiges Gefälle ist erforderlich - am Wirbelfeinfilter muss das Rohr jedoch wenigstens so tief ankommen, dass der Filter nicht aus dem Bodenniveau herausragt. Dieser lässt sich dagegen fast beliebig tief setzen, weil es den oberen Schacht verlängernde Kunststoffringe zu kaufen gibt.

Weder die gemauerte Zisterne noch ein Kunststofftank benötigen bei dieser Anordnung einen Überlauf - Dank des Wirbelfeinfilters läuft einfach nichts mehr in den Tank hinein, wenn dieser voll ist. Und durch dessen sehr gute Filterung schwimmt auf dem gesammelten Regenwasser auch kein Schmutz, der durch regelmäßiges Überlaufen - wie häufig empfohlen - entfernt werden müsste. Diejenigen, welche das empfehlen, haben den falschen Filter für ihren Wasserspeicher gewählt oder keinen Erdtank mit einhergehend niedrigerer Speichertemperatur zur Verfügung.


2. Anleitung Wirbelfeinfilter setzen

Den Wirbelfeinfilter setzen Sie möglichst in die Mitte der von verschiedenen Hausseiten zulaufenden Regenrinnen-Abflußrohre nach einer jeweils wenigstens 50 Zentimeter langen Geraden im Zulauf (besser: 1 Meter). So wird der Zustrom beruhigt, bevor er in den Wirbelfeinfilter einläuft. Setzen Sie den Wirbelfeinfilter so, dass dessen Deckel nicht über das Bodenniveau herausragt. Vom Filter ausgehend muss noch ein Gefälle zu Kanalisation und Zisterne vorhanden sein. Dann stellen Sie die Verbindung zur Kanalisation her. Decken Sie bis zur Fertigstellung des Tanks den schon eingesetzten Edelstahl-Filtereinsatz mittels einer aufgeschnittenen Plastiktüte ab. Damit wird verhindert, dass vorzeitig Regenwasser in die Zisterne einlaufen kann.

Sehr wichtig: Graben zu sämtliche an den Wirbelfeinfilter angeschlossenen Rohre erst ein, wenn dieser spannungsfrei ausgerichtet ist. Er muss nach Anschluss aller Zu- und Ablaufleitungen absolut lotrecht gesetzt werden, was angesichts der vielen Anschlüsse, deren Stränge auf die Filtereinheit einwirken, nicht einfach ist. Hierfür benötigen Sie eine sehr kurze Wasserwaage. Schon eine leichte Neigung in seiner Längsachse vermindert die gefilterte Wassermenge erheblich. Bei korrekter Ausrichtung nach Anleitung geht nach meiner Erfahrung außer bei extremen Starkregen sämtliches zugeführtes Regenwasser durch den Filter in die Zisterne ein. Dies wird durch den Umstand ermöglicht, dass sich der Edelstahl-Filtereinsatz zum einen nach unten hin verjüngt, so dass das Wasser schon durch seine Schwerkraft durch das Sieb gedrückt. Zum anderen wird es mit einer Drehbewegung in das Filtergehäuse eingeleitet, wodurch es - diese Drehbewegung weiterführend - das Sieb diagonal mit einer größeren Strecke überläuft. Und nicht nur einfach senkrecht abläuft.

Es empfiehlt sich zum einen, den Wirbelfeinfilter unten auf eine Gehwegplatte oder ähnliches aufzusetzen, welche auf komprimierten, nicht gelockerten und damit nicht nachgebenden Boden steht. Desweiteren könnte man ihn vor dem Verfüllen mit Sand einbetonieren, weil er sich andernfalls in den Folgejahren dem Zug der angeschlossenen Rohre anpassen könnte. Bei mir führte dies dazu, dass er sich - zunächst nicht lotgerecht eingebaut - von selbst innerhalb zweier Jahre in die korrekte Lage bewegte. Das Betonieren ist also nur sinnvoll, wenn Sie sicher sind, den Filter absolut lotgerecht gesetzt zu haben.

Bei Kauf eines Erdtanks diesen jetzt nach Anleitung so tief in ein Sandbett setzen, dass der entsprechende Abgang vom Wirbelfeinfilter ausgehend mit Gefälle in den Speicher geführt werden kann.


8.3 Anleitung beruhigten Zulauf des Regenwassers in den Wasserspeicher herstellen

In jeder Zisterne setzen sich mit den Jahren Sedimente ab. Diese sind völlig unbedenklich, würden jedoch bei jedem Regenschauer aufgewirbelt, wenn Sie den Zulauf als Wasserfall hineinführen. Ein sogenannter Quelltopf aus PE-Kunststoff bremst die Fallgeschwindigkeit der zulaufenden Niederschläge stark ab und läßt sie nach allen Seiten gleichmäßig in die Zisterne einströmen, wodurch Bodensedimente nur wenig aufgewirbelt werden. Dieser Einlauf vom Hersteller Rewalux® ist nicht ganz billig - wer hier sparen möchte, kann ihn durch ein T-Stück und zwei Bögen ersetzen. Dann fließt das Wasser ersatzweise in das T-Stück und wird abgebremst über die beiden mit der Öffnung nach oben zeigenden Bögen in zwei Richtungen geteilt in die Zisterne geführt.

Der Zulauf sollte bei einem großen Tank, wie auf dem obersten Bild zu sehen ist, in die hinterste, der Entnahmestelle gegenüberliegende Ecke geführt werden. So wird nachfließendes sauerstoffhaltiges Regenwasser auf die sonst nicht durchspülte Seite transportiert. Da zudem auf der dem Einlauf gegenüberliegenden Seite kontinuierlich Wasser abgesaugt wird, erhöht dies die Durchmischung des in der Zisterne gespeicherten Wassers mit Sauerstoff. Dieser ist für die Reinhaltung von entscheidender Bedeutung.


1. Rohrmaterial - Druckschläuche, Kupferrohre & Mehrschicht Kunststoff-Metall (Aluminium)-Verbundrohre

Die meisten im Baumärkten erhältlichen PVC-Druckschläuche halten mit oder ohne Gewebeeinlage nur ein bis zwei Jahre. Dauerhaft Ruhe vor platzenden Schläuchen hat man für die Verbindung der Tauchdruckpumpe zum Druckschalter im Keller (Pumpensteuerung) mit den stabilen, aber wenig flexiblen schwarzen PE-Rohren nach DIN EN 12201 (Polyethylen Hartkunststoff-Schlauch). Sie sind druckfest bis 7 bar, innen und außen glatt, frostsicher und im Erdreich verlegbar. Ihre Verbindung erfolgt meist über MS-Verschraubungen (Klemmverschraubungen).

Die Kupferrohren gelegentlich nachgesagte Korrosionsneigung durch Regenwasser kann ich nicht bestätigen - hierfür ist vielleicht auch die Reinheit des Regenwassers (umgebende Industrie?) entscheidend. Eine Schutzbeschichtung der Kupferrohre kann nach meiner Auffassung auch nicht ausschlaggebend für die Korrosionsbeständigkeit sein, weil an den Verbindungsstellen durch das Weichlöten diese Schutzschicht zerstört wird.

Im Haus wird das Regenwasser entweder über Kupferrohre oder über Mehrschicht Kunststoff-Metall (Aluminium)-Verbundrohre beispielsweise zum Außenwasserhahn geführt. Die Verbundrohre sind den reinen Kunststoffrohren vorzuziehen, weil sie sich weniger dehnen und größere Befestigungsabstände möglich sind. Die Dehnungsneigung reiner Kunststoffrohre ist auch bei Unterputz-Verlegung problematisch.

Ein elektronisches Schaltgerät zur automatischen Steuerung der Tauchdruckpumpe ist unverzichtbar. Es startet die Pumpe bei Druckabfall (Wasserhahn wird geöffnet) und lässt diese laufen, solange ein Mindestdurchfluss gewährleistet ist - so wird ein ständiges An- und Abschalten der Pumpe bei geringen Durchflussmengen vermieden. Der Rewalux® Pump-Butler hat sich bewährt. Er musste jedoch am Ende der ersten beiden Frostperioden am inneren Druckregler etwas nachjustiert werden, damit die angeschlossene Tauchdruckpumpe korrekt aus- und einschaltet.


2. Trinkwassernachspeisung, Füllstandsmessung und Kleinteile

Eine mechanische oder elektronische Füllstandsanzeige ist oft ungenau (10-Prozent-Schritte) und verzichtbar, wenn Sie einfach das Regenwasser nutzen, bis die Pumpensteuerung wegen leerer Zisterne automatisch abschaltet. Hat es ordentlich geregnet, schalten sie diese einfach wieder ein. Möchten sie jedoch den Füllstand verfolgen, leisten Sie sich den Luxus einer elektronische Anzeige.

Wegen mit den Jahren zunehmenden Versickerungsverlusten kann übrigens eine automatische Trinkwasser-Nachspeisung für den Regenwasser-Speicher extrem teuer kommen. Sie ist zudem verzichtbar.

Zur Verarbeitung von Kupferrohren benötigen Sie Lot, Lotpaste, Stahlwollröllchen (zum Blankmachen der Kupferrohr-Verbindungsteile). Desweiteren Haushaltsoel zum Einreiben der KG-Rohr Verbindungsteile vor dem Zusammenfügen, Wasserzähler plus Übergangsstücke: eines zur Klemmverschraubung des PE-Druckschlauch, ein anderes zum Übergang zum Pump-Butler (Pumpensteuerung), Kunststoffkette zum Aufhängen der Tauchdruckpumpe (Tauchpumpe kann bei Defekt aus gefüllter Zisterne gezogen werden und bleibt aufgehängt stets in Position), 2.Schwimmer für WC-Wasserkasten (Fast alle Wasserkästen lassen eine beidseitige Schwimmermontage und damit Doppelversorgung des Wasserkastens sowohl mit Regen- als auch Trinkwasser zu).

Wenn sie eine Waschmaschine an das Regenwassernetz anschließen, brauchen Sie außer bei sehr großen Dachflächen und geringen Entnahmen eine separate Waschmaschine, weil es nicht zulässig ist, bei leerer Zisterne ein zuvor an das Regenwassernetz angeschlossenes Gerät an das Trinkwassersystem Ihres Wasserversorgers anzuschließen.

Wichtiger Hinweis: Das Regenwassernutzungssystem darf an keiner Stelle und auf keinen Fall mit dem Wassersystem Ihres Wasserversorgers verbunden werden. Es besteht die Gefahr einer großflächigen Verkeimung des öffentlichen Rohrnetzes, was zu erheblich Kosten (bis zu mehreren zehntausend Euro) für Reinigung und Entkeimung durch Fachbetriebe führen kann! Daher dürfen ein Außenwasserhahn, eine WC-Spülung oder eine Waschmaschine, welche einmal am Zisternennetz angeschlossen waren, danach nicht mehr an das öffentlichen Netz angeschlossen werden.


1. Anleitung zur Herstellung der Druckseite der Regenwassernutzungsanlage

Jetzt die Tauchdruckpumpe an einer Kunststoffkette in den Tank hängen, so dass deren Sedimentschutz am Boden der Zisterne aufliegt. Wenn die Pumpe keinen Sedimentschutz - eine Art Ansaugtopf unter deren Boden - hat, dann stellen Sie am besten einige Ziegelsteine oder ähnliches darunter, um bodennahe Schwebstoffe von der Pumpe fernzuhalten. Denn Klarwasser-Tauchdruckpumpen vertragen auf Dauer nicht das Ansaugen von Sand oder groben Verschmutzungen.

Dann wird der PE-Druckschlauch aus dem Tank oder der Zisterne heraus durch ein im Garten eingegrabenes 100er KG-Kunstoffrohr zum Keller und damit zum Wasserzähler geführt. Dissen Verlegung ist erst ab achzig Zentimeter Tiefe im Erdreich frostsicher. Beim PE-Rohr besteht jedoch kaum die Gefahr des Platzens, weil diese als frostsicher deklariert sind. Ganz Vorsichtige entleeren den Druckschlauch im Winter - der Garten wird dann ohnehin nicht gewässert. Hinter den Zähler wird die Druckleitung der Hausversorgung (Kupferleitung oder Mehrschicht Kunststoff-Metall-Verbundrohr) angeschlossen und zum Außenwasserhahn und/oder WC geführt. Am Wasserkasten des WC bauen Sie den hinzugekauften 2.Schwimmer an und verbinden diesen mit der Regenwasser-Druckleitung. Sobald die Zisterne Wasser führt und die Pumpensteuerung eingeschaltet ist, sperren Sie einfach den Trinkwasserzulauf zum WC ab. Dann läuft nur Regenwasser in den Spülkasten hinein. Die jeweiligen Verbindungsteile müssen Sie sich selbst im Baumarkt zusammensuchen, denn deren Maß ist abhängig von Ihrem Schlauchdurchmesser, dem Durchmesser Ihrer verwendeten Druckleitung der Hausinstallation und der Größe des Zähleranschlußstutzens.


2. Schlussarbeiten, Inbetriebnahme und Wasserqualität

Im Außenbereich alles verfüllen, Rasen aussäen, Plastiktüte vom Wirbel-Feinfilter entfernen, Gartenstuhl herausholen, draufsetzen und auf Regen warten. Ist erstmals ausreichend Regenwasser im Tank, lassen Sie es nach Regenende noch zwei Tage ruhen, damit sich die aus den Bauarbeiten stammenden Schwebeteilchen am Boden absetzen können und nicht in Ihr Leitungssystem gesaugt werden. Und dann schalten Sie die Stromzufuhr zu Pumpensteuerung ein und lassen das erste Zisternenwasser etwa eine Minute am Außenwasserhahn oder in die Dusche - sofern angeschlossen - ablaufen. Hierdurch wird vermieden, dass im Ansaugkorb abgesetztes Sediment in die Waschmaschine oder in den Feinfilter des WC-Ventils geleitet wird. Dies war Ihr letzter Handgriff beim Selbstbau Ihrer Zisterne und Regenwassernutzungsanlage.

Die Wasserqualität in derart zu Zisternen umgewandelten Sickergruben ist nach gut drei Wochen durch die bakteriologische Selbstreinigung meist so gut, dass das gesammelte Regenwasser auch zum Duschen und für eine Waschmaschine verwendet werden könnte. Sprechen Sie hierzu jedoch mit Ihrem örtlichen Wasserversorger, wie die hierbei anfallenden Abwassergebühren berechnet werden. Eventuell böte sich ein weiterer Zähler für das über Dusche und Waschmaschine ins Sielnetz einzuleitende Wasser an. Der Hintergrund ist, dass der Wasserversorger für die Entsorgung des Regenwassers zwar Aufwendungen hat, diese andernfalls nicht vergütet bekäme. Auch ist mir nicht bekannt, in welchen Bundesländern die Nutzung von Regenwasser nur für den Garten anzeigepflichtig ist. Bitte erkundigen Sie sich vor Beginn der Arbeiten.

Die erste vollständige Füllung der gefliesten Zisterne löst immer einige Bestandteile aus den verwendeten Materialien. So wird das Wasser bis zur ersten vollständigen Füllung immer mal wieder getrübt sein, selbst wenn es durch die erhöhte Position der Tauchdruckpumpe sandfrei ist. Das gibt sich. Etwas Beschleunigen könnten Sie diesen Prozess, wenn Sie nach dem Ende aller Installationen das Zisterneninnere gründlich mit einem Wasserstrahl (keinesfalls Druckreiniger) abspritzen.

Bedenken Sie, dass nach jedem Nichtbenutzen der Pumpe über mehrere Tage das erste angesaugte Wasser etwas schmutzig ist, weil sich Schwebteilchen im Ansaugkorb oder auf dem Pumpensockel sammeln und beim Einschalten angesaugt werden. Am besten öffnen Sie deswegen vor dem Wiedereinschalten der Anlage den Außenwasserhahn für eine Minute. Desweiteren ist frisch eingeführtes Regenwasser erst nach drei Tagen absolut geschmacksneutral - dieses bemerkt man allerdings nur, wenn man das Zisternenwasser auch zum Duschen nutzt. Geruchsneutral dagegen ist es von Anfang an, wenn der Sauerstoffgehalt stimmt.

Für das Funktionieren eines selbstreinigenden Bakterienhaushalts in der Zisterne ist ein Mindest-Sauerstoffgehalt im Wassers erforderlich. Sollte in Trockenzeiten wegen geringer Wasserzufuhr auch zuwenig Sauerstoff zugeführt werden, schafft ein Teichbelüfter zuverlässig Abhilfe. Dessen Luftschläuche sind bei einigen Modellen zehn Meter lang, wodurch man diese zusammen mit PE-Druckschlauch und dem Anschlußkabel der Pumpe in den Keller führen kann. Über eine Zeitschaltuhr über Nacht ein paar Stunden eingeschaltet bei in der Zisterne gut verteilten Zuluftschläuchen ersetzt ein Teichlüfter in regenarmen Zeiten die Durchmischung mit Sauerstoff durch nachfließendes Wasser. Schalten Sie jedoch an heißen Tagen diesen Belüfter nur in der Nacht ein, weil sonst wärmere Umgebungsluft in die an sich kühle Zisterne gepumpt würde. Denn je kühler es in der Zisterne ist, desto weniger vermehren sich die unerwünschte Bakterien in dem gesammelten Wasser. Daher verbietet sich ein ununterbrochenes Laufenlassen des Teichbelüfters sowie die Sauerstoffzufuhr über warme Außenluft.

Auch wenn Sie später dunkle Ablagerungen an Wand und Boden Ihrer Zisterne stören, lassen Sie diese möglichst unangetastet. Denn in diesem Sediment und zum geringeren Teil an den Wänden befinden sich diejenigen ’guten’ Bakterien, die Ihr Wasser sauberhalten - also für die Selbstreinigung verantwortlich sind. Würden Sie diesen Belag vollständig entfernen oder gar Desinfektionsmittel einsetzen, funktionierte die Selbstreinigung nicht mehr.

Wenn Sie das Regenwasser auch für Dusche und Waschmaschine nutzen wollen, kämen noch weitere Aufwendungen in Zuleitungen, Anschlüssen und Geräten hinzu. Billiger als über Ihren Wasserversorger können Sie daher nicht Wasser in guter Qualität bekommen.

Und nun wünsche ich viele Freude mit Ihrer selbst gebauten Regenwassernutzungsanlage.


 






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