Garten

Rasenfläche - Neuanlage, Unkrautbekämpfung, richtiger Schnitt und Pflege

Unkraut- und Moosentfernung, Düngen und Vertikutieren, Neuanlage und Pflege



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1. Wachstum des Rasens

Der Phase des stärksten Wachstums im Frühsommer folgt eine Zeitspanne der Verlangsamung im regenarmen Hochsommer. Ab Ende August kommt es mit zunehmenden Niederschlägen wieder zu einem Wachstumsschub, der jedoch schwächer als im Frühjahr ausfällt.



2. Rasen-Bewässerung

Ein Wassermangel macht sich zuerst durch eine Gelbfärbung, später durch das Absterben von Rasenpartien bemerkbar. Dennoch übersteht ein Rasen auch längere Trockenperioden meist ohne Schaden, wenn er nach dem ersten Regen aus dem intakten Wurzelwerk nachwächst.



3. Rasenschnitt

Je häufiger Sie ihren Rasen schneiden, desto dichter wird er zwar austreiben, aber desto schwächer sind sein Wurzelwerk ausgebildet. Viele Unkrautarten und keimende, wenig trittfeste Wildkräuter können unter einem häufigen Beschnitt nicht überleben. Seltenes Mähen erzeugt dagegen eine löcherige Rasenfläche mit starkem Wurzelwerk.

Die folgenreichsten Fehler in der Rasenpflege werden in der Schnitthöhe gemacht: Oft wird das Gras so niedrig geschnitten, wie es der Rasenmäher zulässt. Die optimale Schnitthöhe liegt jedoch bei fünf Zentimetern, weil bei kürzerem Schnitt Trockenschäden eher auftreten. Diesen folgen Unkrautbefall und im Schattenbereich Vermoosung.

Bei häufigen Mähen können Sie das abgeschnittene Gras gut verteilt auf der - am besten trockenen - Rasenfläche belassen. Der Gärtner hat hierfür den Begriff Mulchen. Es wirkt dort wie eine Düngung mit Stickstoff.



4. Rasen vertikutieren

Im Vertikutieren wird im Monat März oder April die oberste Bodenschicht einige Millimeter aufgeschnitten, um dem Rasen bessere Wachstumsbedingungen zu bieten. Unkräuter und Moose werden hierbei teilweise entfernt. Anschließend wird gedüngt und gewaschener Sand in 2mm-Körnung ausgestreut, um den positiven Effekt der Belüftung in der Zeit zu strecken.

Gärtnereibetriebe mögen das Vertikutieren, weil es zeitintensiv und damit teuer ist. Dieses allein bewirkt jedoch fast nichts, wenn beispielsweise der Rasen beim Mähen stets zu kurz geschnitten wird.

Der traurige Anblick des Rasens nach dem Vertikutieren ist übrigens schon nach kurzer Zeit wieder vorbei.



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5. Düngung des Rasens

Vorab: Düngen Sie niemals Blumenwiesen - ein gestärkter Rasenwuchs könnte das Zusammenspiel von Rasen und ausgesäten Pflanzen erheblich stören.

Weil der Nährstoffbedarf durch diverse Einflüsse wie Bodenqualität, Schnittgutverbleib auf dem Rasen u.a. abhängig ist, sollten eigentlich keine pauschale Mengen- und Häufigkeitsempfehlung gegeben werden. Vorteilhaft ist jedoch das Einschlemmen von 120 Gramm Kalium je Quadratmeter im Oktober - am Ende der Vegetationszeit jedoch keinen Stickstoff geben, er würde ungenutzt in das Grundwasser übergehen. Rasen wächst übrigens auch ohne zusätzliche Düngung auf fast allen Böden ohne Probleme. Weniger ist daher manchmal mehr. Ein Indiz für Nährstoffmangel wäre jedoch eine schwächer werdende Grünfärbung des Rasens. Stimmt zudem die Schnitthöhe (grundsätzlich nicht zu kurz geschnitten), wäre ein Moosbefall ein weiteres Indiz für einen Nährstoffmangel. In diesen Fällen kann unbedenklich bis zu zweimal im Jahr gedüngt werden.



6. Unkrautbekämpfung

Klee, Gänseblümchen, Klee, Algen, Hornkraut, Löwenzahn und anderes Unkraut verdrängen - wenn sie gehäuft auftreten - die Graspflanzen, so dass sich deren Wurzelwerk zurückbildet. Die Belastbarkeit der Rasenfläche sinkt - in der Folge treten Schäden auf stark genutzten Flächen schneller auf.

Zu deren Beseitigung gibt es drei Wege: Entweder wird das Unkraut und die Moose manuell entfernt durch Herausreißen respektive Ausharken. Oder es werden chemische Unkrautvernichter eingesetzt. Diese Herbizide zerstören nur die sogenannten zweikeimblättrigen Unkräuter - der Rasen gehört nicht hierzu und bleibt intakt. Man erhält diese Mittel auch kombiniert mit Dünger.

Sinnvoll ist das gleichmäßige Ausbringen mittels eines Streuwagens. In der Handverteilung wird leicht erheblich zuviel Unkrautvernichter ausgebracht. Nach erfolgreicher Unkrautbekämpfung müssen die schadhaften Stellen im Rasen durch Nachsaat ausgebessert werden. Prüfen Sie zudem, ob die am Rasenmäher eingestellte Schnitthöhe der oben angegebenen entspricht. Denn bevor sich Unkraut großflächig ausbreiten kann, müssen Pflegefehler gemacht worden sein.

Im dritten Verfahren werden Wurzelwerk und Pflanze des schwer zu beseitigenden Unkrauts wie beispielsweise Giersch abgetötet, indem über die betroffenen Flächen Pappe ausgelegt und diese mit einer etwa 10 cm dicken Erdschicht bedeckt wird. In die verdichtete Erdschicht wird Grassaat eingebracht. Die Pappe zersetzt sich mit der Zeit. Bis dahin ist jedoch das Unkraut vollständig abgestorben.



7. Moos im Rasen beseitigen

Insbesondere an feuchten und schattigen Stellen bilden sich oft großflächige Moospolster. Die häufigsten Ursachen sind eine falsch gewählte Grassorte, Nährstoffmangel, Überkalkung und ein zu tiefer Schnitt des Rasens. Bei geringer Verbreitung der Moose können Herbizide eingesetzt werden - bei starker Verbreitung muss der Einsatz von Herbiziden mechanisch unterstützt werden durch Vertikutieren und /oder der Entfernung mit einer Eisenharke.



8. Neuanlage von Rasenflächen

8.1 Blumenwiese oder Schnittrasen?

Einmal angelegt, begnügt sich die Blumenwiese mit zwei- bis dreimaliger Zuwendung im Jahr (Das Anlegen ist unter Ziff.9 beschrieben). So oft sollte sie unter Beseitigung des Schnittguts gemäht werden. Sie ist nur etwas für das Auge - eine intensive Nutzung würde sie zerstören. Der Schnittrasen dagegen ist durch Saatauswahl und Pflege auf hohe Beanspruchung auslegbar. Er benötigt jedoch einen häufigen Schnitt.

8.2 Grassorten - die Saatgutauswahl

8.2 Grassorten - die Saatgutauswahl

Das Saatgut muss unbedingt der späteren Nutzung entsprechen. So wird sich die Wahl eines Zierrasens an schattigen Stellen später als Fehler erweisen. Auf der sicheren Seite ist, wer einen strapazierfähigen Schattenrasen wählt, wenn die Fläche teilweise verschattet ist und diese auch zum Aufenthalt genutzt werden soll. Im Handel werden die folgenden Sorten angeboten: Gebrauchsrasen, Strapazierrasen, Schattenrasen, Zierrasen, Futtergras.

Letzteres ist zwar am billigsten, doch nicht für den Anspruch einer hochwertigen Rasenfläche zu empfehlen. Die Grassaat kann auch noch Jahre nach dem Verkauf verwendet werden.

8.3 Das Aussäen

In der Zeit von April bis September kann ausgesät werden, wobei sich der September besonders eignet. Denn die Saat benötigt zum Keimen eine Bodentemperatur von wenigstens 10 Grad und Lufttemperaturen von 15 bis 25 Grad Celsius. Auch beschleunigt die erhöhte Niederschlagsneigung im Spätsommer das Anwachsen. Leichte Nachtfröste stellen keine Gefahr dar.

Die benötigte Saatgutmenge variiert - bei Billigangeboten benötigt man oft mehr Saatgut als bei Markenprodukten, um eine dichte Grasfläche zu erhalten. Bei Letzteren können Sie sich also an die Herstellerempfehlungen halten. Die Saat wird auf dem mit einer Harke aufgelockerten und vom Unkraut befreiten Boden ausgestreut und danach bis zu einen Zentimeter Tiefe gründlich untergeharkt, so dass möglichst wenig Saatgut sichtbar ist. Das Festtreten wird zwar häufig empfohlen, hat sich jedoch nicht immer bewährt, weil das Bewässern erschwert wird. Zudem trocknen die sichtbaren Saatanteile eher aus.

8.4 Das Bewässern der Aussaat und der erste Schnitt

Es dauert gut eine bis zu drei Wochen, bis die Keimung abgeschlossen ist und das junge Gras aus dem Boden herauswächst. Weil noch kein Wurzelwerk ausgebildet werden konnte, müssen Sie diese Flächen jeden Abend leicht bewässern, und zwar bis etwa vier Wochen nach dem Herauswachsen des Grases. Natürlich nur bei Trockenheit.

Mähen Sie diese Flächen erstmals, wenn das Gras eine Höhe von sieben bis neun Zentimetern hat. Es darf auch nicht kürzer als fünf Zentimeter geschnitten werden. Das Schnittgut muss entfernt werden. Vorsicht beim Drehen und Bewegen des Rasenmähers: Wegen der fehlenden Wurzeln pflügt man den Boden nur allzu schnell um. Schäden sofort nachsäen.



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