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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 6: Philosophie des Lebens - Im Alltag zurechtfinden
(Link zum Verlags-Shop)
Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 1921 947)



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Kapitel 2.3.: Abgänge (Bewusstsein und Vorstellung)

Die Spanne zwischen Geburt und Tod erscheint im angenehm verlaufenden Leben unfassbar kurz, wie ein Wimpernschlag. Wer im Alter von neunzig Jahren auf sein Leben zurückblickt, kann oft nicht glauben, dass dies alles gewesen sein soll. Wer durch Krankheit oder Unfall im Alter von vierzig Jahren aus einem erträglichen Leben scheidet, wird aus dem Lebensspiel herausgerissen - die Reflexion und Abrechnung in der Ruhe des Lebensabends fehlen. Denn das Leben ist ein durchaus ernstzunehmendes Spiel - es ist eine Schule, welche uns im Idealfall spirituelle Erkenntnisse vermittelt.

Doch niemand stirbt, der sich nicht hierfür entschieden hat - möglicherweise schon vor der Geburt. Manch einer möchte nur noch einmal das Behütetsein der Kindheit erleben, hat aber kein Interesse an Anforderungen und Auseinandersetzungen des Erwachsenenlebens. Krankheit und Unfalltod sind hierbei nur gesellschaftlich akzeptierte Ausstiegsmöglichkeiten - nicht mehr und nicht weniger.

Da der Lebensverlauf in groben Zügen vorgeplant ist, kann also das persönliche Selbst in Abstimmung mit seiner Wesenheit von vornherein entschieden haben, nur noch einmal eine Kindheit erleben zu wollen, ohne das, was man als Erwachsener in Partnerschaft und Beruf leisten muss. Oder die kommende Identität entscheidet sich noch im Mutterleib um und stirbt dann bei der Geburt oder in früher Kindheit. Denn es besteht völlige Willensfreiheit, so dass man sich jederzeit umentscheiden kann.

So sind all diese Entscheidungen von den Hinterbliebenen zu respektieren, ohne dass diese Schuldgefühlen verfallen sollten. Würde beispielsweise ein Kind von Nahestehenden verbal oder auf geistiger Ebene überredet, doch noch am Leben festzuhalten, wäre es nicht unbedingt fortan ein glücklicher Mensch - ihm fehlte der eigene Antrieb zum Weiterleben und die damit einhergehenden Ziele und Pläne. Ihm würde kein Gefallen getan.

Von Roberts wissen wir, dass sich Wachbewusstseinsenergie nach dem überredeten Weiterleben vom persönlichen Selbst zurückziehen kann, so dass der das physische projizierende Mensch nur auf Sparflamme dahinlebt. Der größere Teil seiner Energie orientiert sich dann nach innen, wo sie ihren schöpferischen und kreativen Interessen nachgehen kann. [Lit 188]

Wir gehen unser Leben lang an zahllosen möglichen Toden als potentielle Ausstiegssituationen vorbei, ohne sie zu akzeptieren. Dazu gehören Beinahe-Unfälle ebenso wie Gewalttaten, denen wir ausgesetzt sein könnten. Viele erkranken im Laufe ihres Lebens schwer an Krebs oder anderem, ohne dass das Wachbewusstsein dies erkennt. Wenn es sich wieder für das Leben entscheidet, folgt der Körper mit einer schnellen Genesung. Wenn wir jedoch sterben, hat unser persönliches Selbst in seiner Ganzheit dies in dem Sinne so entschieden, als dass seine Überzeugungen keine Gesundung zulassen.

Viren und Bakterien sind Haustieren ähnlich immer in uns, sind im normalen Alltag unsere Partner mit durchaus nützlichen Funktionen, welche wir liebevoll mit unserer Energie versorgen und welche nicht auf die Schädigung ihrer Wirte aus sind (vgl. Bd.7). Dies geschieht erst, wenn die Harmonie des Zusammenlebens gestört ist, weil das persönliche Selbst innere Konflikte austrägt und mental im Ungleichgewicht ist.

In der Regel erst im sehr hohen Alter, etwa ab dem neunzigsten Lebensjahr, und wenn man gar nichts mehr will, sterben wir still und friedlich ohne Unterstützung durch eine Krankheit. Wenn wir alles Wollen aufgegeben haben, gibt es auch keine Vorstellungen von einer Zukunft, die wir projizieren könnten. Dieses Spiel ist dann aus.

So wie uns bei größter Müdigkeit nichts mehr vom Einschlafen abhalten kann und uns das Morgen einerlei ist, gehen wir, wenn wir den physischen Körper ablegen. Wenn wir aufgeben, haben wir keine Vorstellung mehr vom Morgen und wenden uns vom Hiesigen ab. Mit dem Abzug der Bewusstseinsenergie des persönlichen Selbst fehlt dem aus Zellbewusstseinen kollektiv gebildeten Körperbewusstsein der kontinuierliche Energienachschub. In Folge stirbt der Körper.

Das Aufgeben führt in jedem Alter binnen Tagen zum Tod. Selbst Babys sterben hierdurch initiiert, wenn sie zwar gut versorgt werden, jedoch keinerlei persönliche Zuwendung und Liebe erfahren. Der feste Glaube beispielsweise, aufgrund eines Fluchs zu sterben, führt den Tod ebenso sicher herbei, wie es eine Waffe bewirken könnte. Nach Schmid sind unzählige Fälle dokumentiert, in denen der sogenannte psychogene Tod nur durch die Erwartung des Todes eintrat, ohne dass der Körper zuvor in irgend einer Art geschwächt oder geschädigt war [Lit 21].

In diesen Fällen ist die Entscheidung des persönlichen Selbst ausschlaggebend, einen Tod zu akzeptieren. Vermutlich ist den Betroffenen nicht bewusst, dass ihr physisches Ableben nur durch die eigene Entscheidung eingeleitet wird. So kann jeder von uns jederzeit aus dem Leben scheiden, wenn er es denn nur will, wenn er nur anhaftende Emotionen sowie alles Streben und Wollen für einige Tage aufgibt.

Solange wir jedoch in einer präzisen Vorstellung das Morgen vor uns sehen, es erwarten, uns darin spiegeln, solange haben wir ein Morgen, solange gibt das persönliche Selbst den Körper nicht auf. Der Geist entscheidet also, wann es vorbei sein soll.

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