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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band 4: Intuition, Träume und außerkörperliche Erfahrungen


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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8374 8144 687)


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Kapitel 8.11.: Schwärze in der (Traum-)Vorstellung (Der Schlaf)

Vieles zum Thema Präkognition in Träumen habe ich bereits in den Kapiteln 'Langzeit-Präkognition im Wachzustand und Traum' ab Seite 60 und 'Träumerische Eingebung' ab Seite 157 gesagt. Hier möchte ich daher nur noch auf eine besondere Art der Traumdarstellung eingehen. Ein exemplarisches Beispiel:

In einem Traum sah ich sprichwörtlich schwarz. Ich war hierin in unserem langjährigen Ferienort an der See und mir war klar, dass es ultimativ das Ende einer Folge von neunundzwanzig hier verbrachten Sommerferien war. Ich war im Traum dorthin gefahren, um alles für die Übergabe an die neuen Besitzer vorzubereiten, aber ich gehörte dort schon gar nicht mehr hin. Große Teile der Gegend und der Nachbarschaft waren nicht wahrnehmbar ausgeblendet. Dort sah ich nur Schwärze, ein Nichts - sehr bedrückend. Es war, als lag darüber der Tod. Einige Monate später erfüllte sich diese Vorsehung unerwartet mit genau diesem Lebensgefühl. Auch in meiner heutigen Erinnerung an die tatsächliche erfolgteÜbergabe sind mir die schon damals im Traum ausgeblendeten Bereiche in keiner Weise erinnerlich. Dort ist einfach nichts.

Mit diesem Schnitt sind zugleich die bislang vorgestellten Bereiche der Feriengegend völlig aus der Vorstellung verschwunden. Erinnerungen an die Urlaubsjahre sind jedoch unverändert zugänglich. Mit der gleichen Schwärze in der Vorstellung unserer Zukunft würde uns die Präkognition annehmlich das Ende unseres physischen Lebenszyklus aufzeigen. Nur dass der ausgeblendete schwarze Bereich dann umfassend wäre und sämtliche, nach dem Ableben nicht mehr existente Vorstellungen einer Zukunft einschlösse. Denn diese Vorstellungen wären nicht mehr möglich, es gäbe sie für uns nicht - daher die Leere und Schwärze (vgl. Bd.6).

So könnte ein ähnlicher Traum sehr plastisch, dreidimensional und in kräftigen Farben die letzten Stunden oder Minuten eines Lebens beinhalten. An dem Punkt im Traum, an welchem man stirbt, fallen alle Bilder, Farben und die Vorstellung weg und es folgt übergangslos die beschriebene Schwärze. Diese wäre nicht einmal beängstigend, nur überraschend und würde neutral ohne jede Dramatik dargestellt. So als wenn in irgend einen Moment inmitten eines Films der Strom ausfällt und alles, aber auch alles mit Bezug auf die physische Welt schwarz und still ist. Aber wir sind auch ohne Verbindung zu einem physischen Körper immer noch da und können dies registrieren. Nur in den Film können wir nicht mehr zurück.

Analog blendet sich mit gleicher Schwärze auch dasjenige aus unserem Bewusstsein kontinuierlich aus, was für uns während des Lebensverlaufs an Bedeutung verliert - Menschen, Orte oder Zukunftspläne. Es ist zu irgendeinen Zeitpunkt einfach nicht mehr in unseren Gegenwarts- und Zukunftsvorstellungen enthalten. Das, was wir uns nicht vorstellen können, gibt es für uns nicht, wird es für uns nicht geben, betrifft uns nicht, ist nicht Teil unseres Lebenszyklus, ist auch nicht über ein bewusstes Anstreben oder über den sogenannten Zufall, welcher im Grunde eine Fügung ist, erreichbar.

Sind Objekte erst einmal aus unserer Vorstellung verschwunden, können wir nur über eine schwierige Rück-Erinnerung an diese anknüpfen, beispielsweise meditativ den Kontakt zu ihnen suchen. Schopenhauer stellte hierzu fest, "dass der Raum zwischen dem Wirkenden und dem Bewirkten, sei er voll oder leer, durchaus keinen Einfluss auf die Wirkung [A.d.V.: eines Willensaktes] habe - sondern es völlig einerlei sei, ob er einen Zoll oder eine Billion Uranusbahnen beträgt" [Lit 101].

Dieses hat für unsere vorhergehende Betrachtung insofern eine Bedeutung, als dass die beschriebene Ausblendung von Menschen oder Orten sowie der Verlust ihrer Bedeutung für uns zum einen unabhängig von der räumlichen Distanz zu ihnen ist, zum anderen beide gleichermaßen trifft. Denn der in hohem Maße zutreffende Satz "Wie kann ich soviel für dich empfinden, wenn du es nicht auch für mich fühlst" trifft auch auf den umgekehrten Fall des Nicht-Fühlens zu.

Diese Ausblendung kann auch die Folge eines vollzogenen Willensaktes sein. So, wie wir sterben, wenn wir jede Anhaftung an Orte, Menschen und Gewohnheiten verlieren, sterben wir partiell mit der Ausblendung von Bereichen oder Personen der physischen Welt. Diese sind dann 'einfach weg', nicht sichtbar, nicht vorstellbar und wie oben erwähnt nicht erreichbar - wie schwarze Bereiche in einer sonst normalen Photographie.

Wir können jedoch, so folgt nun der Umkehrschluss, nicht in jedem Bereich beispielsweise unseres Wohnviertels, unserer Stadt, unseres Landes etc. präsent sein und leben. Wir bewegen uns immer nur auf wenigen, relativ festen Bahnen. Alle anderen Menschen und Orte sind für uns nicht einmal denkbar - wir können uns in unserem Intellekt immer nur das vorstellen, das wir schon erlebt oder gesehen haben oder was auf unserem wahrscheinlichen Lebensfaden in der Zukunft bevorsteht. Hiervon haben wir übrigens von Anbeginn unseres Lebens eine sehr klare Vorstellung, die ein Jugendlicher bereits präzise auszudrücken in der Lage ist. (vgl. S.180)

So schreibt ein Schriftsteller nach Robertss (Seth) niemals reine Sience Fiction oder auch nur etwas völlig Neues - er schreibt ausschließlich über das, was er sich vorzustellen in der Lage ist dank der

Alles andere ist in seinem Intellekt durch Schwärze ausgeblendet in einer absoluten Leere der Vorstellung.

Die Rückschauen sind im Gegensatz zu den Vorschauen schnell abgehandelt. Wenn wir durch Interesse oder Affinität etwas über Umstände in unserer Vergangenheit erfahren wollen, kann sich unser Wachbewusstsein unter Fokussierung des Unterbewusstseins dafür entscheiden, in der Raumzeit zu einem wählbaren Ereignispunkt zurückzugehen und die dortigen Geschehnisse passiv zu beobachten. Doch sind auch in derartigen Träumen wie schon in den geträumten Vorschauen die wahrgenommenen Umgebungen etwas verfremdet. Die Inhalte und Aussagen sind stets korrekt, nur die Darstellung ist als Analogie zu verstehen. Hierin unterscheiden sich Zeitreisen im Traum von denselben in außerkörperlichen Erfahrungen im Wachzustand (vgl. S.350). Bei Letzteren entspricht die wahrgenommene physische Umwelt genau der physischen Realität.

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