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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 4: Intuition, Träume und außerkörperliche Erfahrungen
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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8374 8144 687)


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Kapitel 8.1.: Traumsymbole (Der Schlaf)

Das Folgende ergänzt das Kapitel 'Symbole' des einführenden zweiten Bandes.

Die in Träumen erlebten Traumsymbole repräsentieren den gesamten, hoch individuellen Erfahrungsbereich, also sämtliche mentalen und emotionalen Zustände des Protagonisten in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aller seiner Lebenszyklen. Sie haben primär eine persönliche Bedeutung, weil sie sich in Erscheinung und Verhalten an den Glaubenssätzen des Träumers orientieren. Interessiert er sich für psychologische, mystische oder religiöse Lehren, werden ihre Wirkung wie auch seine Interpretationen durch die entsprechenden Lehren beeinflusst. [Lit 184]

Ein gegebenes Symbol kann nach Roberts (Seth) unbewegt gewissermaßen im Nicht-Zustand existieren oder langsam bewegt oder schnell bewegt. Je aktiver ein gegebenes Symbol ist, desto schneller fließt die psychologische Umwelt des Betroffenen dahin. Je passiver es ist, desto träger ist dessen Bewusstsein in Hinblick auf den Aspekt des Symbols. Der Nicht-Zustand eines völlig passiven Symbols entspricht einem inhaltslosen Bewusstseinszustand ohne Vorstellungsbilder.

Jeder Traum repräsentiert mehrere Aspekte zugleich:

  1. Einen vertrauten Bestandteil des Alltagslebens
  2. und einen ersehnten oder gefürchteten Aspekt
  3. und einen Aspekt aus Vergangenheit oder Zukunft dieses Lebenszyklus
  4. und einen Aspekt des gegenwärtigen, eines vergangenen oder zukünftigen Lebenszyklus. [Lit 189]

Roberts beschreibt eine Expansion des Traums im Moment der Wahrnehmung, wenn dieser in der fokussierten geistigen Realität wahrgenommen wird: Der Träumer expandiert mit seiner eigenen psychischen Energie den Traum, während er ihn durchlebt, so wie er schon im Wachzustand mit seiner psychische Energie kontinuierlich Materie und Ereignisse nach außen projiziert (vgl. Bd.2). Ist der Traum zu Ende, zieht sich der Traumgegenstand in einer Art Kontraktion wieder zurück. So ist es gar nicht so abwegig anzunehmen, dass auch die Projektion der physischen Vorstellungswelt hiervon keine Ausnahme macht. Sie expandiert im Augenblick der individuellen und kollektiven Projektion und zieht sich nach der Wahrnehmung durch die Wachbewusstseine alles Seienden wieder zurück. Roberts dazu:

"Es gibt hier eine Gleichung. Ein Traumgegenstand hat in vier oder fünf verschiedenen Realitätsebenen zugleich Realität: Der Gegenstand ist mehr als er selbst und entspricht Realitäten, die existiert haben oder existieren werden; Vergangenheit und Zukunft sind somit gleichzeitig im Traumgegenstand enthalten kraft einer sehr realen psychischen Kontraktion und Expansion." [Lit 189]

Symbole unterliegen individuellen Gesetzmäßigkeiten und sind stets in mehreren Energieschichten aktiv. Die physischen Objekte unseres Alltagslebens sind auch Symbole und ebenfalls parallel in mehreren geistigen Realitätssystemen präsent. Allerdings wandeln sich geistige Objekte in Abhängigkeit vom Zustand des betrachtenden Bewusstseins schneller als physische. Denn in der geistigen Welt gibt es keinen Verzug in der Wandlung der Vorstellungswelt. Ändert sich dort der emotionale Zustand des betrachtenden Bewusstseins, ändert sich direkt auch die wahrgenommene Vorstellungswelt und liefert nunmehr die veränderten Emotionen repräsentierenden Symbole. Roberts schreibt hierzu:

"Die Verwirklichung von Ideen lässt nicht stunden- oder tagelang auf sich warten. Das Bewusstsein ist dem zeitlichen Kontext entbunden. In diesem Bewusstseinszustand können ganze Bücher geschrieben oder Lebenspläne von Grund auf revidiert werden. Bis zu einem gewissen Grad lässt sich dieser Symbolwandel auch auf bestimmten Schichten des Wachbewusstseins beobachten. Wenn ihr wachend ruht, aber mit geschlossenen Augen, dann tauchen in eurem Geist häufig Bilder und Vorstellungen auf. Einige davon sind quasi-physische Materialisierungen: Bilder von Bäumen oder Häusern oder Menschen. Andere sind einfach Formen, die sich rasch verändern und ineinander zu fließen scheinen. In der Regel werden wie in einem Kaleidoskop sich dauernd wandelnder Formen selbst die erkennbaren Bilder schnell durch andere ersetzt.

Die Bilder, die ihr dann seht, stehen für die Gedanken und Gefühle, die euch bewegten, bevor ihr die Augen zumachtet, oder für solche, die kurz davor in eurer Psyche den Ton angaben. Sobald ihr die Augen schließt, drücken sich Gedanken und Gefühle durch diese Symbolik aus. Da die Bilder in keinem direkten logischen Zusammenhang mit diesen Gedanken und Gefühlen zu stehen scheinen, erkennt ihr sie weder als eure eigenen, noch seid ihr imstande, sie mit dem, was sie darstellen, sinngemäß zu verknüpfen." [Lit 175]

Hierzu ist anzumerken, dass auf identische Weise durch unkontrollierte Verschiebung des Fokus der Aufmerksamkeit im Augenblick der Entspannung auch andere Realitätssysteme in der inneren Wahrnehmung auftauchen können. So oder so ist jedes Ereignis des physischen Seins in der Psyche in einer individuellen Symbol-Gruppe gespeichert. Deren Summe beinhaltet die Erfahrungen eines physischen Lebens, wobei ein Symbol mehrere verschiedene, aber ähnliche Erfahrungen repräsentiert. [Lit 175]

Träumt man vom Geschäft eines Schneiders, könnte nach Roberts der Trauminhalt auch einen Bekannten Namens Schneider betreffen [Lit 183]. Die Beschaffenheit von im Traum vorkommenden Wasser spiegelt das Gefühlsleben des Träumers wider: Trübes Wasser steht für unklare störende Gefühle oder andere emotionale Konflikte, klares Wasser für Gefühlsklarheit und wildes Wasser für starke überwältigende Emotionen. Symbole erscheinen dem Träumer in der Regel als konstante Objekte, weil der Wachbewusstseinsanteil es aus seiner physischen Existenz kommend so erwartet und damit Einfluss auf deren Erscheinung nimmt. Es ist die Angst, etwas anderes zu sehen als das, was man erwartet. Diese Angst jedoch begrenzt oder blockiert die Erfahrung. Und so treten nach Roberts gelegentlich Symbole explosiven Charakters als auslösende Momente auf, welche derartige Verengungen sprengen:

"Sie setzen das frei, was vorher eingesperrt war. Ohne physische Gewitter würdet ihr alle wahnsinnig werden. Die aggressive Natur der Symbole wird ebenso wenig erkannt wie die Beziehung zwischen Aggressivität und Kreativität. Diese Eigenschaften sind alles andere als einander entgegengesetzt, und wenn die Symbole diese aggressive Stoßkraft nicht hätten, würden sie ihre hochgradige Beweglichkeit einbüßen. Sie würden dann in einer Art permanentem Milieu versauern." [Lit 175]

Dieselben Symbole können sowohl als Bild- oder Tonfolgen auftreten. Es gibt welche mit weitgehend konstanter Bedeutung und sich in der Bedeutung wandelnde. Und welche mit konstanter Erscheinung und wandelbare. Nach Roberts haben bestimmte Traumsymbole ihre eigene geistige Umgebung, in der sie auftreten, wie schon Gegenstände unserer physischen Umwelt meist an bestimmten Orten zu finden sind. In höheren geistigen Traumzuständen wandeln sich Symbole vor den geistigen Auge des Träumers, wenn eine Gefühlsabfolge unmittelbar zum Ausdruck gebracht wird. Beispielsweise bewegen sich Schönwetterwolken plötzlich in die Formation zweier Häuser, um nach kurzer Betrachtung wie mit einem Wisch zu zwei Kleeblättern zu werden. Alle Symbole können sich derart dynamisch verhalten, wenn es der Betrachter zulässt. Wenn nicht, gerät er wegen unreflektierter Anhaftung des Wachbewusstseins auch nicht in höhere Bewusstseinszustände. [Lit 175]

Aber auch ohne eine wahrgenommene Wandlung der Symbole verändern sich diese in der Wahrnehmung verschiedener Bewusstseinsenergie-Schichten. Sie werden in ihrer Aussage aufsteigend immer allgemeingültiger, absteigend immer individueller und situationsbezogener. Roberts bezeichnet Symbole daher als multidimensional. Nach ihrer Auffassung sind letztlich alle stets lebendigen und veränderlichen Traumsymbole Ausdrucksmittel für die Vielfalt der Gefühle und resultieren aus All-das-was-ist, wenngleich All-das-was-ist ohne eine physisch orientierte Bildersprache die Erfahrungen seiner Aussendungen registriert. Da sie häufig physische Gegenstände darstellen, werden sie oft nicht als Symbole erkannt.

Sollten Sie Traumsymbole nicht auflösen können, hilft Ihnen derzeit das Internet-Angebot unter https://traum-deutung.de. Dort erhält man eine sehr gute Unterstützung bei der Deutung von Traum-Symbolen. Allerdings bleibt die Betreiberin der Webseite ungenannt, so könnte es zu Eigentümerwechseln mit Änderung des Inhalts kommen. Aber auch das 'Handbuch der Traumsymbole' des Diplom-Psychologen Vollmar hebt sich deutlich von vergleichbaren Publikationen ab. Der Autor bietet ebenfalls eine hilfreiche Online-Symboldatenbank [Lit 174]. In einer Publikation zitiert Vollmar den großen Philosophen Emerson, der feststellt: Träume "benehmen sich wie Meuterer und schießen auf ihren Befehlshaber, sie zeigen uns, dass jede Handlung, jeder Gedanke, jede Ursache bipolar ist, dass in jeder Handlung bereits die Gegenhandlung enthalten ist. Wenn ich zuschlage, werde ich geschlagen, wenn ich jage, werde ich verfolgt." [Lit 172]

Nach Roberts lassen sich Traumsymbole auch im Wachzustand suggestiv nutzen. Fühlen Sie sich beispielsweise erschöpft, visualisieren Sie so plastisch als möglich einen sprudelnden Springbrunnen mit klarem sauberen Wasser [Lit 175]. Tauchen Sie darin mental ein oder lassen Sie sich berieseln.

Seit Geburt blinde Menschen nehmen - wird die Sehkraft später einmal operativ hergestellt - den Sinneseindruck der Augen zunächst um 180 Grad gedreht wahr sowie als Bild ohne separierte Objekte und räumliche Tiefe. Dieses Umdrehen des Bildes sowie die Orientierung im dreidimensionalen Raum ist eine Lernleistung des Wachbewusstseins, die das sehend geborene Neugeborene in den ersten Wochen abschließt. Es ist unter anderem die erlernte Fähigkeit, von dem Größenverhältnis bekannter Objekte auf deren Entfernung zu schließen. Diese Fähigkeit zur Interpretation der visuellen Sinneswahrnehmungen muss nun von den ehemals Blinden in einem langjährigen Training mühsam erworben werden. Normalerweise geschieht dies dadurch, dass wir über die Sinneswahrnehmungen schon vor der Geburt verfügen und sich das noch unausgelastete Wachbewusstsein primär auf die stetig fließenden Sinnesdaten konzentriert und sich mit ihnen auseinandersetzt. Dieses unablässige Fokussieren und Interpretieren der sinnlichen Wahrnehmung kann ein Wachbewusstsein in späteren Jahren nicht mehr leisten, weil es dann zum einen durch stets zugängliche Erinnerungen abgelenkt und zum anderen mit seinem Alltag beschäftigt ist.

Zudem muss nach Roberts zum räumlichen Sehen die entsprechende Symbolik erst einmal initiiert werden. Sie schreibt:

"Als ich von eurem persönlichen Symbolfonds sprach, hätte ich hinzufügen sollen, dass dieser Symbolfonds von der Stunde eurer Geburt an und schon vorher zu euch gehört. Er enthält die Symbole euren Begriffen nach früherer Existenzen (und euren Begriffen nach kommen in diesem Leben neue hinzu). Dieser Symbolfonds muss jedoch aktiviert werden. Ihr habt, zum Beispiel, visuelle Bilder bei der Geburt, innere visuelle Bilder, Symbole, die in dem Moment aktiviert werden, da ihr zum ersten Mal die Augen öffnet. Diese Bilder dienen als Lernmechanismen. Ihr übt euch so lange im Gebrauch eurer Augen, bis die äußeren Bilder sich mit den inneren Mustern decken. Dieses ist von größter Bedeutung und wird von euren Wissenschaftlern nicht richtig gesehen. Das Öffnen der Augen aktiviert den inneren Mechanismus. Stimmt etwas physisch nicht mit den Augen, sind sie, zum Beispiel, blind, dann wird dieser besondere Mechanismus zu jenem Zeitpunkt nicht aktiviert. Die Persönlichkeit mag ihre guten Gründe haben, die angeborene Blindheit zu wählen. Ändern sich diese Gründe oder treten innerpsychische Entwicklungen ein, dann werden die physischen Augen geheilt, und der innere Mechanismus wird ausgelöst.

Ich habe bereits an früherer Stelle in diesem Buch gesagt, dass ihr denkt, bevor ihr die Sprache erlernt. Ihr habt aber auch die Erfahrungen aus anderen Leben psychisch am Schnürchen und könnt euch von ihnen leiten lassen. Diejenigen von euch, die, sagen wir zweimal hintereinander im gleichen Land geboren werden, lernen beim zweiten Mal viel schneller sprechen. Manche Kinder denken in der Sprache eines früheren Lebens, bevor sie die neue Sprache erlernen. All das hat mit dem Gebrauch von Symbolen zu tun." [Lit 175]

Daher wird ein erst als Erwachsener sehend Gewordener die Interpretation der visuellen Eindrücke niemals so beherrschen wie der von Geburt an Normalsichtige. Doch wenn er sich dieser Zusammenhänge bewusst ist, kann er gezielt trainieren.

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