14 Besucher aktiv
von 1.246.465
seit 1999

Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band 4: Intuition, Träume und außerkörperliche Erfahrungen


(Link zum Verlags-Shop)
Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8374 8144 687)


Ein Kapitel zurück | Inhaltsverzeichnis | Zum nächsten Kapitel

Kapitel 6.1.: Das Muster der Geschichten als kreuzende Wahrscheinlichkeitslinien (Der Spieler in uns über alle parallelen Geschichten)

Ein Verständnisproblem aus der Annahme unzählbarer Wahrscheinlichkeitslinien respektive Verzweigungen auf der imaginären Zeitschiene in andere Lebensverläufe entsteht aus der Überlegung, dass die Lebensfäden anderer Existenzen von einer Abweichung in unserem physischen Leben ebenfalls betroffen wären.

Jeder und alles Seiende existiert jedoch bereits in unzähligen Variationen. Jede unserer Wahrscheinlichkeitslinien innerhalb eines Wahrscheinlichkeitssystems kreuzt sich bereits unablässig in einem sehr dynamischen Prozess mit denen der Anderen, und zwar in ein und derselben physischen Umgebung. So wie wir die Frequenz eines Radiosenders fokussieren, indem wir ihn auswählen, fokussieren wie die Frequenz nur eines wahrscheinlichen Verlaufs, den wir infolge wahrnehmen. Wir können nicht einmal Autofahren, ohne unablässig die Wahrscheinlichkeiten abzuwägen, ohne also unablässig Wahrscheinlichkeiten zu akzeptieren oder zu verwerfen. Wenn wir beispielsweise keine Kollision akzeptieren, werden wir sie - notfalls wie durch ein Wunder entgegen der Naturgesetze - nicht erfahren. Aber ein anderer Teil unseres Selbst erfährt sie.

Sich gelegentlich ergebende Unstimmigkeiten filtert der Verstand aus seiner Wahrnehmung, weil ja - wie mehrfach betont - für ihn nicht sein kann, was nach seinen Glaubenssätzen nicht sein darf. So wird das Bild einer soliden, nicht dynamischen, physischen Realität vermittelt. So kommt es, dass wir uns wie oben beschrieben selbst innerhalb eines Systems ständig zwischen Menschen bewegen, die über variierte Vergangenheiten und Zukünfte verfügen. Und auch wir wechseln mit Änderung unserer Glaubenssätze und Bestrebungen die Wahrscheinlichkeitslinie. Daher stimmen auch oft die Erinnerungsdaten selbst zweier alter Freunde nicht zu jedem Ereignis überein.

Nach einem Wechsel in ein anderes Wahrscheinlichkeitssystem sind die Diskrepanzen noch größer und betreffen selbst die physische Umwelt, die Lebensdauer und so weiter. Und sind folglich für die beschriebene kurze Zeitspanne des Übergangs, bis die variierten Erinnerungsdaten des parallelen Selbst übernommen sind, unübersehbar. So gibt es - die Richtigkeit dieser Annahme unterstellt - Welten, in denen Nahestehende oder wir selbst aufgrund deutlich abweichender Glaubenssätze und Bestrebungen früher und in anderen später physisch versterben oder Krankheiten ausbilden und so weiter.

An jedem Gegenwartspunkt harmoniert also jede Einstellung und Bestrebung unseres Selbst nur mit jeweils einem einzigen wahrscheinlichen Selbst der uns kreuzenden Lebewesen. Wir fangen die Einstellungen und Bestrebungen des anderen auf und "je nach Thema oder Fokus" akzeptieren wir sie oder nicht [Lit 191]. Ebenso fängt der andere - dem Wachbewusstsein nur indirekt bewusst - unsere Geisteshaltung auf und akzeptiert sie oder nicht. Wenn er sie verwirft, bekommt er es mit einem anderen, besser zu ihm passenden wahrscheinlichen Wachbewusstsein unseres Selbst zu tun. Es ist, wie Roberts sagt, ein Zusammenfließen aller beteiligter Wahrnehmungsinhalte im Feld unserer Absichten. Roberts vertieft dies mit einem Wink auf globale Zusammenhänge, denn auch global nehmen wir nur wahr, was zu unseren Einstellungen und Absichten passt:

"So gesehen seid ihr kein Teil von irgendeiner Realität, die nicht die eure ist. Wenn ihr sie mit anderen teilt, dann, weil andere mit Variationen desselben Themas befasst sind. Dies trifft auch 'zu jeder gegebenen Zeit' auf weltweite Ziele zu [...] Allein das Zeitformat macht gewisse Brennpunkte deutlich [...] Was ihr in eurer Gegenwart über Industrie lernt - 'Fortschritt' - und die gerechte Teilhabe an den Produkten der Erde, kann nur in einem Zusammenhang gelernt werden, in dem erfahren und erlebt wird, dass die Industrialisierung zu weit geht, in dem gesehen und begriffen wird, dass die Technologie eine wachsende Gefahr darstellt."  [Lit 191]

Jede Welt, jeder individuelle wie auch globale Verlauf, findet in einem ganz speziellen Frequenzspektrum statt. Die Übergänge zu anderen Frequenzbereichen mit ihren variierten Verläufen und Einstellungen und Absichten der Menschen sind fließend. Wir bekommen nicht zum Abschied aus einem Wahrscheinlichkeitssystem eine Urkunde verliehen. 'Wir' sind dann einfach mal weg. Der Anteil unserer Psyche, welcher die obsoleten Einstellungen getragen hatte, darf weitermachen. Es gibt ihn noch, jedoch gleichsam in einer anderen Welt.

Ein Steuerungskriterium mag sein, dass alle Variationen alles Seienden in unzähligen unterschiedlichen Frequenzen pulsieren - im direkten Kontakt nimmt man von diesen nur dasjenige wahrscheinliche Selbst des Anderen wahr, dessen Schwingungsfrequenz für den Moment des Kontakts am besten mit der unsrigen harmoniert. (vgl. Bd. zero)

Die vorstehende Erklärung basiert weitgehend auf den Erkenntnissen dieser Abhandlung. Dennoch ist das dies Bewirkende ein Mechanismus, welcher sich derzeit noch der Erklärbarkeit entzieht. Dieser Mechanismus, das Zueinanderfinden passender Einstellungen in einer gegebenen Umgebung, - und wenn das nicht mehr möglich ist, in der anderen Umgebung eines besser passenden Wahrscheinlichkeitssystems - fügt alles in Schopenhauers Sinne fast unmerklich in die Harmonie eines großen Ganzen zusammen. Schauen wir uns daher im Folgenden die Erklärungsversuche der Vordenker an. Schopenhauer schreibt:

"Alle Ereignisse im Leben eines Menschen stehen in zwei grundverschiedenen Arten des Zusammenhangs; erstlich im objektiven, kausalen Zusammenhange des Naturlaufs; zweitens in einem subjektiven Zusammenhang, der nur in Beziehung auf das sie erlebende Individuum vorhanden und so subjektiv wie dessen eigene Träume ist, in welchem jedoch ihre Succession und Inhalt ebenfalls notwendig bestimmt ist, aber in der Art, wie die Succession der Szenen eines Dramas durch den Plan des Dichters. Dass nun jene beiden Arten des Zusammenhangs zugleich bestehen und die nämliche Begebenheit, als ein Glied zweier ganz verschiedener Ketten, doch beiden sich genau einfügt, infolge wovon jedesmal das Schicksal des Einen zum Schicksal des anderen passt, und jeder der Held seines eigenen, zugleich aber auch der Figurant im fremden Drama ist, dies ist freilich etwas, das alle unsere Fassungskraft übersteigt und nur vermöge der wundersamsten harmonia praestabilita [A.d.V.:  vorherbestimmten Harmonie] als möglich gedacht werden kann. Wäre es nicht engbrüstiger Kleinmut, es für unmöglich zu halten, dass die Lebensläufe aller Menschen in ihrem Ineinandergreifen ebensoviel concentus [A.d.V.:  Einklang] und Harmonie haben sollten, wie der Komponist den vielen scheinbar durcheinandertobenden Stimmen seiner Symphonie zu geben weiß? - Das Subjekt des großen Lebenstraumes ist in gewissem Sinne nur eines: der Wille zum Leben. - Es ist ein großer Traum, den jenes eine Wesen träumt; aber so, dass alle seine Personen ihn mitträumen. Daher greift alles ineinander und passt zueinander."

Schopenhauer spricht von einem Lebenstraum. Seine Nähe zu der Begriffswahl Ingrischs ist bemerkenswert. Denn Ingrisch beschreibt unsere Beziehungen zu Anderen durch all unsere Lebenszyklen als ein raum- und zeitloses Gewebe aus allen Lebensfäden beteiligter Identitäten, welche in der geistigen Welt ein Muster ergäben. Allerdings gäbe es diese Fäden nicht wirklich - es sei eine Analogie für "geträumte Muster", für Verschlingungen der Phantasie. In diesem Muster kämen nach Roberts und Ingrisch auch Verläufe und Ereignisse vor, die wir nicht physisch erleben, sondern mit deutlichen Vorstellungen träumen. In diesem Sinne wäre es, als würden alle denkbaren Varianten entweder geträumt oder gelebt und zwischen Träumen und physischem Erleben wäre letztlich kein Unterschied. [Lit 146,175]

Mit ihrem "Kaleidoskop paralleler Universen", zwischen denen wir bei jeder Abweichung vom aktuellen Lebensfaden über die imaginäre Zeitschiene der Physiker in andere Positionen und damit in andere Zustände wechseln, bewegt sich Ingrisch auf neuere Hypothesen der Physik zu. Sie selbst formuliert jedoch keine Physik und Metaphysik verbindenden Annahmen - sie liefert nur Informationen. Hiernach gäbe es hinter jeder durch ein Lebewesen wahrgenommenen Welt weitere, leicht variierte, eigenständige Welten mit jeweils abweichenden Verläufen, welche den russischen Matroschka-Puppen ähnlich ineinander gestapelt seien. Sie seien folglich nicht parallel angeordnet, wie es der auch bei Physikern gebräuchliche Begriff 'Paralleluniversum' suggeriert1. So gäbe es in und außerhalb jeder Welt, die wir als physische Realität wahrnehmen, weitere innewohnende und umgebende Welten mit jeweils variierten Geschichten, ohne dass es eine letzte Welt gäbe. Nur unser Wachbewusstsein würde aus Gewöhnung an die physische Realität starre Grenzen erwarten und ziehen. [Lit 146]

Ähnlich beschreibt es Roberts, welche die Identitäten sämtlicher Lebenszyklen einer Aussendung der Wesenheit vertikal und deren Wahrscheinlichkeitslinien alternativer Verläufe horizontal - respektive geschichtet um die Aura eines Lebewesens - angeordnet sieht. Wir könnten durch Änderung der mentalen Blickrichtung in diese Einblick nehmen (vgl. Bd. 2). [Lit 175]

Eine jede umgebende Welt unterscheidet sich ein wenig von der unsrigen in seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Im Kern seien nach Ingrisch alle diese Welten Bestandteil einer Zeitblüte, denn Zeit sortiere Systeme respektive Welten, in denen jeweils eine andere Wahrheit, eine andere Ordnung, ein anderes Recht herrscht. Diese Zeitblüten blühten und verwelkten "ohne Anspruch auf Ewigkeit". Die spirituelle Höherentwicklung respektive Evolution des Bewusstseins entspreche einer Entfaltung der Zeitblüte. [Lit 146]

Ingrisch erkundete in einer Kommunikation mit einem Verstorbenen dessen historische Lebensläufe in seinen früheren Lebenszyklen und stieß auf zwei abweichende Lebensumstände und -orte für ein und denselben erinnerten Lebenszyklus. Beide Verläufe fanden zur selben Zeit statt und sind wegen der erinnerten Differenzen formell zwei unterschiedlichen irdischen Identitäten zuzuordnen, obwohl dieser spirituell hochstehende Verstorbene dies nicht so empfand. Ihr wurde hierzu als Erklärung vermittelt:

"Alles ist möglich. Der Antiquarius und der Astronom. Zwei von unzähligen Varianten eines Individuums. Von beiden erreichten Dich Informationen. Woher solltest Du wissen, wann und wie man sie trennt? Sogar ich sehe meine Vergangenheit aus verschiedenen Perspektiven, so dass es vorkommt, dass eine die andere verdeckt [...] Zukunft ist variabel, Vergangenheit auch. Beide sind nichts starres, sofern Du nicht selbst erstarrt bist [...] du formst Deine Vergangenheit wie Deine Zukunft. Du kannst sie [beide], indem Du Dich selbst verwandelst, verändern." [Lit 138]

Ingrisch ist mit ihren Annahmen auf einer Linie mit Roberts, auf deren detaillierte Ausführungen ich im Band zero eingehe. Dieses Zitat weist uns darauf hin, dass jedes Lebewesen entlang der imaginären Zeitschiene jede nur mögliche Geschichte hat. Auch würde jede Geschichte mit von anderen Geschichten unabhängigen Wach- und Unterbewusstseinen erlebt, welche jedoch allesamt vollgültige Variationen des alle Geschichten verbindenden All-das-was-ist seien. So schreibt auch Roberts:

"Nach dem Tode in eurem Sinne seid ihr, was die Wahrnehmung betrifft, vollkommen frei. Die Zukunft liegt ebenso klar vor euch da wie die Vergangenheit. Selbst dies ist jedoch hochkompliziert, weil es nicht nur eine einzige Vergangenheit gibt. Ihr erkennt nur bestimmte Geschehniskategorien [A.d.V.: Wahrscheinlichkeitslinien, physische Realitäten] als real an und überseht andere. Wir haben von Geschehnissen gesprochen. Es gibt daher auch wahrscheinliche Vergangenheiten, die völlig außer Reichweite eurer Vorstellungskraft liegen. Ihr wählt aus diesen eine bestimmte Gruppe von Geschehnissen aus und versteigt euch auf diese als die einzig möglichen, dabei entgeht euch, dass ihr aus einer unendlichen Vielfalt vergangener Ereignisse eine Auswahl getroffen habt."  [Lit 175]

Der am Lebensende in der Retrospektive erinnerte Lebensverlauf enthält also stets Versatzstücke diverser sich unterscheidender paralleler Geschichten. Im Wechsel zwischen den Geschichten sind in einem engen Zeitfenster beide Vitas gegenwärtig. Die vergangene ist noch nicht vergessen und die neue noch nicht vertraut.

So fokussieren wir oder vielleicht auch die Wesenheit als höchster Spieler in uns in einem gegebenen Zeitfenster der reellen Zeit unterschiedliche Lebensverläufe in verschiedenen Realitätssystemen. Man nimmt in Abhängigkeit von Glaubenssätzen und Bestrebungen sowie der daraus resultierenden Schwingungsfrequenz mal diesen und mal jenen hierzu passenden Verlauf wahr.

In einer anderen Veröffentlichung ihrer Kommunikationen mit der geistigen Welt zitiert Ingrisch einen Verstorbenen, nach dessen Auffassung es nur einen Lebensverlauf gäbe. Hierzu ist anzumerken, dass auch physisch verstorbene Kommunikationspartner nur entsprechend ihrem sich wandelnden Kenntnisstand Informationen liefern. Die meisten erinnern nur einen Verlauf ihres Lebenszyklus, weil sie nur diesen fokussieren. Nur wenige schauen aus einer hohen Position der 5. Bewusstseinsenergie-Dimension (vgl. Bd. 2) auf ihre vergangenen Zustände herab, so dass sie die Vielzahl ihrer Geschichten überblicken.

Auch die Physik geht inzwischen in ihren Hypothesen davon aus, dass ein Universum - und damit auch alles darin Existierende - nicht nur eine, sondern jede mögliche Geschichte hat. Die Physiker Feynmann und Hawking beispielsweise berufen sich auf die Quantentheorie, nach der alle möglichen Geschichten nebeneinander existieren (vgl. Bd. 1).

Um diese Vielzahl möglicher Geschichten gedanklich fassen zu können, führte Hawking eine auf Feynmanns Konzept der Aufsummierung von Möglichkeiten basierende imaginäre Zeit ein. Unsere Welt teilt sich hiernach unablässig in jeden nur möglichen Handlungsstrang auf einer imaginären Zeitachse, die senkrecht in beide Richtungen von der vertrauten reellen Zeitschiene wegläuft (vgl. Bd. 1). Auf ihr gibt es keinen Unterschied zwischen Vorwärts- und Rückwärtsrichtung. Von den Zellbewusstseinen unserer Körperstruktur erreichen uns über die inneren Sinne gelegentlich Einblicke in die sich aus einer Situation ergebenden wahrscheinlichen Verzweigungen (vgl. Bd. zero). Diese reichen gerade weit genug hinein, um zu spüren, mit welchem Gefühl man

"Je weiter wir in der Physik kommen, desto dringender bedürfen wir der Metaphysik, um die Zusammenhänge zu erklären", sagt Schopenhauer. Es gibt eine große geistige Nähe zwischen der Physik Feymanns sowie Roberts und Ingrischs Annahmen zu Metaphysik.

Ein Kapitel zurück | Inhaltsverzeichnis | Zum nächsten Kapitel

Begriffserläuterungen | Literaturverzeichnis | Zur Bücher-Übersichtsseite | Impressum & Datenschutz | W3C HTML-Validierung | W3C CSS-Validierung Stehlen Sie keinen Content von dieser Seite. Plagiate werden durch Copyscape aufgedeckt.
chinnow.net - seit 1999 online