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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band 4: Intuition, Träume und außerkörperliche Erfahrungen


Das hier zum Lesen freigegebene Buch erscheint Februar 2019 gebunden und als Ebook

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Kapitel 5.2.: Positiver oder negativer Lebensfaden? (Emersons Lebensfaden)

Dennoch sind die wirklich bedeutsamen Fixpunkte und Entwicklungen eines Lebenslaufs niemals planbar, nur erahnbar. Eine erwartungslose Haltung fördert das Eintreten des bestmöglichen Verlaufs. Seneca, Jung und Schopenhauer weisen uns hierbei auf eine mögliche Falle hin: Die Obhut, unter der wir stehen, ist nicht notwendig positiv. Eine jede aussendende Wesenheit kann seine Protagonisten nur nach seinem eigenen spirituellen Erkenntnisstand (Bde. 2,6&8) führen. Ist dieser noch gering, könnte es eine Führung zum Schlechten sein. So ist es unabhängig von dem nachfolgend Gesagten an einem jeden Wachbewusstsein selbst, die letzte Entscheidung für oder gegen eine über Impulse nahegelegte Handlung zu treffen und hierüber allein den Karren der Erkenntnis seines Gesamt-Selbst zu ziehen. Ihn notfalls gar aus dem Dreck zu ziehen.

So sind wir in einem komfortablen Lebensumstand, welcher die weitest mögliche Freiheit der Lebensgestaltung bietet. Wir sind genau das, wofür wir uns entschieden haben. Wir spüren unseren möglicherweise mit unserer Wesenheit vorgeplanten oder ungeplanten, in jedem Fall in diesem Wahrscheinlichkeitssystem angedachten Lebensverlauf als Plan in uns und haben eine mehr oder minder bewusste Kenntnis von ihm. Und so kommen, wie Emerson sagte, Menschen und Ereignisse auf diesem Faden respektive in diesem Wahrscheinlichkeitssystem zu uns, weil es diesen Plan gibt.

Ein alter Freund wusste schon als Kind im Alter von zwölf Jahren, dass er einmal seinen Geschwistern deren Anteile am zu ererbenden Elternhaus abkaufen würde. Und von diesem frühen Zeitpunkt an, als sein Vater noch lebte und keineswegs gebrechlich war, begann er zu sparen und alles trat wie erahnt mehr als zwanzig Jahre später ein. Ohne sein frühes daraufhin Arbeiten wäre die Übernahme des Elternhauses weitaus schwieriger gewesen. Auch wenn uns intuitiv getroffene Lebensentscheidungen zunächst oft einschränken oder gar im Fortkommen behindern, so zeigt sich doch in der Zeit, dass diesen nachzugehen richtig gewesen war1. Wenn wir innerlich fühlen, dass etwas genau das ist, was wir eigentlich immer gewollt hatten, dann ist es das Richtige, sagt Meek. Und nach Schopenhauer fügt sich am Ende des Lebensweges eine jede Handlung und Entscheidung eines Lebens zu einem harmonischen Ganzen zusammen und sieht dann aus wie die Komposition eines großen musikalischen Werks, von dessen einzelnen Bestandteilen man nicht auf das Ganze schließen, vom Ganzen jedoch den Sinn jeden einzelnen Teils erkennen kann.

Es gibt aufgrund der menschlichen Fokussierung auf kausalverbundene Abläufe keine Möglichkeit, einen Teil des Lebensfadens zur Beschleunigung der Ereignisse zu überspringen. Die Widerstände wären für meinen Freund im oben genannten Beispiel ins Unermessliche gewachsen, hätte er schon Jahre früher versucht, sein Elternhaus zu erwerben. Solange wir jedoch auf der Ideallinie befindlich dahintreiben und uns nicht unter Überwindung größter Widerstände von ihr fortbewegt haben, geht auf dem vorgesehenen Weg dieses Wahrscheinlichkeitssystems alles wie von selbst. Die Natur, die Umstände und die uns umgebenden Menschen fügen sich in unendlicher Harmonie ineinander, so dass wir kaum noch den Zeitverlauf der reellen Zeit wahrnehmen und das Leben in einer größtmöglichen Heiterkeit verbringen. Dieses gradlinige Ansteuern von Fixpunkten der Ideallinie unseres Lebensfadens zu ihrer Zeit wird als Harmonie wahrgenommen. Diese Fixpunkte unseres Lebens sind nach Ingrisch von unserem Bewusstsein selbst definierte Ziele. Nicht jeder sei in der Lage, das "sich selbst programmierende Programm" zu Lebzeiten zu verändern.

Weil die höheren Teil-Bewusstseine (vgl. Bd.2) wie Zellbewusstseine, Unterbewusstsein und Wesenheit über den reellen Zeiten unserer Sphäre (vgl. Bd. zero) stehen, fließen auch Informationen über mögliche zukünftige Verläufe unablässig in die Entscheidungen zum Handeln ein (vgl. Bd. 5). So stimme ich Ingrischs Annahme zu, dass die Zukunft darüber entscheidet, welche Wahl in der Gegenwart getroffen wird [Lit 134]. Damit ist das Verfolgen des idealen Lebensfadens ein höchst dynamischer Prozess, den als Einheit sich vorzustellen nicht jedem auf Anhieb gelingt. Denn hierfür ist ein vollständiges Bild des Systems vonnöten, in welchem alles mit allem verbunden ist und aufeinander einwirkt. Auch Vergangenheit und Zukunft stehen darin in einer Wechselbeziehung und bedingen einander. (vgl. Bd. zero)

Wie immer der selbst gestellte Auftrag im aktuellen Lebenszyklus auch lautet - sofern dieser andere Lebewesen gleich welcher Lebensform sowie die nur scheinbar unbelebte Natur physisch oder psychisch nicht schädigt, sollten wir ihm ohne Widerstand nachgehen. Die Lebensaufgabe (vgl. Bd.2) wird gelingen, solange unser Wille uns keinen Strich durch die Rechnung macht. Jeder kleine Schritt ist hierin so bedeutend wie der annehmlich größte. Wir werden nicht scheitern, wenn wir unbeirrt intuitiven Einflüssen folgen, somit einer Leitung der zwar nicht höchsten, aber doch hochstehenden Instanz unseres Selbst vertrauen: der Wesenheit. Sie ist außerhalb der Zeit, kennt den jeweils optimalen Weg deutlicher als das Wachbewusstsein und hilft durch das Lebenslabyrinth. Wer sich ihrer Führung überlässt, fühlt sich ungeteilt, eins mit der ihn umgebenden Welt, mit der Natur seiner Sphäre (vgl. Bd. zero) und dem sogenannten Göttlichen2. Er empfindet das Glück des vollständigen Versenkens in einer Aufgabe, welches eigentlich das Glück der Erleuchtung ist3. Weil jedoch auch das Befolgen von negativen, also andere schädigenden intuitiven Eingebungen dieses Gefühl hervorruft, ist das Wachbewusstsein zur Selbstreflektion gefordert, bis es gegebenenfalls der Positivität (Fn. S.197) seiner Wesenheit blind vertrauen kann.

Doch können die positiven Lebensaufgaben in den Augen vieler Menschen äußerst banal erscheinen. Einem oder mehreren Menschen die Bürde des Lebens zu erleichtern kann eine positive Lebensaufgabe sein. Diese wird jedoch vom überwiegenden Teil politischer und wirtschaftlicher Eliten weder respektiert noch honoriert. In den künstlichen Hierarchien, wie beispielsweise in Unternehmens- oder politischen Strukturen, genießen nur Einfluss und Macht einer Person Respekt. Diese basieren häufig auf finanziellen Einflussmöglichkeiten des Betreffenden.

Doch bedarf es keineswegs hehrer Ziele wie beispielsweise der Bau eines Klosters mit bloßen Händen, um eine Lebensaufgabe zu erfüllen. Die Aufgabe könnte auch den Erhalt von Besitztümern beinhalten mit dem tiefen Sinn des Bewahrens für nachfolgende Generationen. Oft gibt es mehr als eine Lebensaufgabe. Und jede ist nur ein Mosaikstein auf dem Weg zum Erreichen der Lebensziele. Die Lebensaufgabe besteht somit aus mehreren in Bedeutung und Wichtigkeit unterschiedlichen Einzelaufgaben, die sich in ihrer Summe über die Spanne des Lebenszyklus erstrecken und aus dem Blickwinkel des im Leben Stehenden kaum als solche zu erkennen sind. Erst in der Retrospektive nahe dem Ende des Lebensweges erkennen wir die Einzelaufgaben als notwendige Lebensbestandteile, weil sich erst in diesem Rückblick das gelebte Leben mit all seinen Brüchen und Unwägbarkeiten als ein von umsichtiger, unsichtbarer Hand geplantes Ganzes präsentiert. So dass man ausrufen will: "Es hat so kommen müssen!" [Schopenhauer].

Wer ein Lebensziel oder eines der Etappenziele in sich wahrnimmt, ihm entgegenstrebt und auf das, was man gemeinhin die göttliche Hilfe nennt, vertraut, der wird es allen Widerständen zum Trotz erreichen. Und es damit physisch existent erleben, sofern er sich nicht selbst einen Streich spielt und seinen Willen nicht knapp hält. Denn eine waghalsige Motorradfahrt kann beispielsweise den Kopf kosten, Lebensaufgabe hin oder her. Überlässt man sich jedoch dem Ideal einer positiven intuitiven Führung bei knapp gehaltenem Willen, dann wird keine Krankheit und kein Unfalltod die Erfüllung des Lebenszieles vereiteln. Man wird weder verhungern noch verdursten, denn man erfährt die Hilfe und Unterstützung durch die Obhut von Gracians' 'la gran sinderesis' [Lit 155]. Es ist die Obhut des höheren Selbst, ohne welche nach Schopenhauer der Mensch, wie auch jedes andere Lebewesen, zugrunde geht. Auch ein kontinuierliches Nichtbeachten oder Abblocken dieser intuitiven Einflüsse durch Alkohol oder Drogen lassen uns zwangsläufig aus dem Ruder laufen, können ins Unglück oder große Not führen.

Als Quelle dieser Obhut wird gemeinhin Gott angenommen. Tatsächlich ist Gott, wie wir im zweiten Band sahen, ein Synonym für die jeweilige, mehr oder minder positive Wesenheit eines Lebewesens. So ist das Streben nach Erfüllung der Lebensaufgaben ein Streben zu Gott, weil wir uns nur in diesem Streben im Einklang mit unserem höheren Selbst bewegen.

In dieser Art Flow-Zustand (Fn. S.23) signalisiert uns die sich in einem Gefühl äußernde Intuition, was als nächstes zu tun ist. Diesen Vorgang können wir unterstützen, indem wir uns kontinuierlich konzentriert fragen, was nun am besten zu tun sei, ohne mit dem Wachbewusstsein eine Antwort diskursiv (Fn. S. 23) zu erarbeiten. In dieser Weise leben wir wie die oben erwähnten Naturvölker in Harmonie mit der Welt in der Zeitblase unseres Lebens, weil alles gelingt, was uns die Intuition als nächsten Handlungsschritt oder Aufgabe nahelegt. Diskursive Überlegungen sind zwar in unserem Kulturkreis zum Überleben oft unerlässlich, darüber hinaus jedoch störend. Ebenso ist der oft selbstsüchtige Wille nachteilig und sollte knapp gehalten werden. Denn dieser führt wie auch das in Bezug auf die Lebensplanung diskursive Denken in der Regel nur vom idealen Faden fort. Die Ausnahme ist jedoch eine mögliche negative Obhut unseres Selbst, der entgegenzuwirken ist.

Wie wir sahen, kommt es bei jeder Handlung auch auf den richtigen Zeitpunkt an, denn das Richtige vor seiner Zeit getan zu haben ist ebenso nachteilig wie das Falsche zur beliebigen Zeit. So mögen wir schon von klein auf ein Ziel in uns erahnen, doch dürfen wir nichts forcieren, um es vor der Zeit zu erhalten. Wir erreichen es, wenn wir uns dem Schicksal überlassen. So sei zusammenfassend bemerkt, dass derjenige, welcher mit Liebe und Freude etwas verrichtet, gar nicht fehlgehen kann. Am besten verfährt, wer sein Leben als eine Art Doktorarbeit betrachtet, welche zunächst noch ohne Kenntnis des Themas bewältigt werden muss.

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