1 Besucher aktiv
von 1.271.843
seit 1999

Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band 4: Intuition, Träume und außerkörperliche Erfahrungen


(Link zum Verlags-Shop)
Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8374 8144 687)


Ein Kapitel zurück | Inhaltsverzeichnis | Zum nächsten Kapitel

Kapitel 3.6.: Einfühlungsvermögen für uns selbst (Innere Sinne)

Doch umfasst unser Einfühlen nicht nur andere Menschen, sondern auch uns selbst in Bezug auf künftige Ereignisse. Oft gehen wir mit einem bestimmten Gefühl an eine Sache, einen Menschen oder einen Ort heran und können uns die Herkunft dieser positiven oder negativen Emotionen nicht erklären. Wir antizipieren jedoch unsere künftigen Emotionen, welche mit dieser Sache, diesem Menschen oder diesem Ort dereinst verbunden sein werden. So wird ein zukünftiges Lebensgefühl voraus gefühlt. Man sieht beispielsweise erstmals seine neue Arbeitsstelle und weiß intuitiv sofort, ob es einem dort gut gehen wird oder nicht.

Ingrisch und Meckelburg haben recht, wenn sie sagen, dass wahrscheinliche Vergangenheiten und Zukünfte in jedem Gegenwartsmoment eines physischen Lebens zusammenfließen und dem Wachbewusstsein als Auswahl zur Verfügung stehen. [Lit 151, 154]. Und umgekehrt, sagt Roberts, beeinflussen Gegenwart und Zukunft die Vergangenheit [Lit 175] (vgl. Bd. 2). Einblicke hierin helfen uns, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Man erkennt hieran sehr schön die übliche Vermengung unterschiedlicher Arten der Intuition - hier von Einfühlungsvermögen und Präkognition (Fn. S.37). C.G. Jung beschreibt das Erleben derartiger vorweggenommener Gefühle so:

"Sie ergriffen mich mit unerwarteter Gewalt und versetzten mich in eine Emotion, die dann bei mir einzutreten pflegt, wenn ich einer Sache oder Person oder eines Gedankens ansichtig werde, deren Bedeutung mir noch unbewusst ist." [Lit 136]

Eine besonders ausgeprägte Fähigkeit zur Einfühlung erleben wir bei Personen, die seit ihrer Geburt blind sind. Deren Wachbewusstsein behält notgedrungen durch die ständige Aufmerksamkeit die besonders enge Verbindung zu Zellbewusstseinen und Unterbewusstsein, die jedem Neugeborenen zunächst zu eigen ist. Denn ihnen fehlen zum einen die von inneren Vorgängen ablenkenden visuellen Sinneseindrücke. Zum anderen ersetzen die Wahrnehmungen ihres Unterbewusstseins fehlende visuelle Eindrücke. So sind viele Betroffene beispielsweise in der Lage, andere Personen im Raum wahrzunehmen, auch wenn sich diese in keiner Weise bemerkbar machen. Dabei kann ein Erkennen über die verbliebenen physischen Sinne ausgeschlossen werden. Zwar könnte sich der im Raum Befindliche mental leer darstellen, so dass er über ein anderes Unterbewusstsein nicht wahrnehmbar wäre. Doch ist diese Möglichkeit noch weitgehend unbekannt und wird daher regelmäßig nur unbewusst angewandt:

"Näherte sich [...] eine Lehrerin, hörte ich abrupt auf zu denken. Ich löschte mich selbst aus. Sendete, würde ich heute sagen, keine Informationen mehr aus. Während links und rechts die Hefte kontrolliert wurden, wurde ich offensichtlich nicht wahrgenommen. Als wäre ich Luft, ging jede Lehrerin glatt an mir vorbei." [Lit 151]

Natürlich ist man weiter physisch anwesend und für physische Sinne auch wahrnehmbar. Aber das Wachbewusstsein verlässt sich offensichtlich im gedankenversunken abzuarbeitenden Alltag primär auf die Signale des Unterbewusstseins, so dass ein mental leerer, also nicht über sein Unterbewusstsein kommunizierender Mensch, von einem das Unterbewusstsein fokussierenden Wachbewusstsein völlig übersehen werden kann. Wir würden diese Menschen zwar nicht überrennen, weil sie physisch weiterhin sichtbar sind. Ihre Gegenwart wäre jedoch mit derjenigen eines Gebäude-Pfeilers oder einer beliebigen Sache vergleichbar - diese würden wir unter normalen Umständen auch nicht ansprechen.

Dies ist ein weiteres Indiz für die Annahme, dass eine Kommunikation ohne Einbindung der Unterbewusstseine nahezu unmöglich ist. Ohne deren aktive Beteiligung wäre es, als spräche man mit einem Farn. Denn das Wachbewusstsein alleine ist vollends mit der Verwaltung des Körpers und der Auswahl von Wahrscheinlichkeiten beschäftigt und daher kaum aufnahme- und reflexionsfähig. Wie es ist, mit einem von allen inneren Informationen isolierten Wachbewusstsein zu kommunizieren, sehen wir im Gespräch mit Alzheimer-Patienten im fortgeschrittenen Stadium.

Wir stehen also über eine stetige Unterbewusstseins-Kommunikation unablässig in Interaktion mit

persönlich bekannten und unbekannten Lebewesen, zu denen wir eine wie auch immer geartete, emotionale Affinität aufgebaut haben. Kurzum zu allen Lebewesen, die wir mental adressieren können. Darüber hinaus können wir uns bei tiefer intuitiver Versunkenheit auch in scheinbar unbelebte Dinge einfühlen. Diese liefern jedoch andere Informationen als Menschen. Und Menschen liefern wiederum andere Informationen als Tiere.

Was uns interessiert und worauf wir unsere Gedanken intensiv und anhaltend fokussieren, wird von unserem Unterbewusstsein kontaktiert. Doch gehören zu jedem Kontakt immer zwei - wenn also der Fokussierte mental nicht auffindbar ist oder sich innerlich sperrt, kommt kein Informationsfluss zustande. Kommuniziert wird im letzteren Fall dennoch, denn Paul Watzlawicks. Axiom der Kommunikation besagt: "Man kann nicht nicht kommunizieren". Mit jeder Verweigerung einer Bitte um Kommunikation vermittelt man aktiv Ablehnung. Man kommuniziert also, dass man nicht kommunizieren möchte.

Eine Kommunikation findet tatsächlich nur dann nicht statt, wenn wir uns wie oben beschrieben mental leeren, also unsichtbar werden, so dass gar nicht erst Kommunikationsanforderungen an uns gestellt werden. Oder wenn der Kommunikationspartner aus anderen Gründen mental nicht auffindbar ist.

Das Einfühlungsvermögen respektive die Sensibilität wächst mit zunehmenden spirituellen Erkenntnisstand (vgl. Bde. Â 6 & 8). Das Wachbewusstsein registriert Inhalte der Unterbewusstseins-Kommunikation zunehmend klarer und erhält mehr Informationen. Mit dem erweiterten Wissen um die Befindlichkeiten Anderer verstärken sich emotionale Hochgefühle und Tiefpunkte. Emotionale Hochgefühle empfindet man im geistigen Austausch unter intensiver Beteiligung der Unterbewusstseine. Emotionale Tiefpunkte folgen

Gegen Ersteres hilft laut Meek nur eine stetige Übung im mentalen Abschotten von unerwünschten externen Eindrücken und Einflüssen (vgl. Bd.7). Denn wer ständig offen für jede Unterbewusstseins-Kommunikation ist, überfordert sich. Die innere Leere nach dem Hochgefühl eines intensiven geistigen Austauschs, wie sie Hellmuth Karasek beschrieb, ist dagegen nicht zu vermeiden. Man vermisst die Bereicherung durch den zeitlich begrenzten Kontakt zu Anderen. Hiernach zieht sich ein jeder sukzessive mental zurück. Das Abziehen hoch respektierter Bewusstseinsenergie Anderer wird hierbei als Verlust empfunden ähnlich dem Trennungsschmerz einer aufgelösten Partnerbeziehung.

Ein Kapitel zurück | Inhaltsverzeichnis | Zum nächsten Kapitel

Begriffserläuterungen | Literaturverzeichnis | Zur Bücher-Übersichtsseite | Impressum & Datenschutz | W3C HTML-Validierung | W3C CSS-Validierung Stehlen Sie keinen Content von dieser Seite. Plagiate werden durch Copyscape aufgedeckt.
chinnow.net - seit 1999 online