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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 3: Klassische Sterbeforschung
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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8374 9455 133)


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Kapitel 7.5.: Die fließende Persönlichkeit (Mehrere Leben?)

Der Buddha Siddhartha, auf dessen Erkenntnisse der heutige Buddhismus gründet, beschrieb in seiner durch persönliche Erfahrungen bedingten verzerrten pessimistischen Weltsicht die 'Leidenserlöschung' (vgl. Bd.8) als "jedes Begehrens restlose Abwendung und Erlöschung, Verwerfung, Fahrenlassen, Befreiung davon, Nichthaften". Über diese können wir jederzeit nur über eine Entscheidung unseres Wachbewusstseins aus dem Leben gehen - nämlich durch ein Aufgeben, durch eine absolute Kapitulation des Willens (vgl. S.48). Buddha erkannte vor dem Hintergrund der indischen Tradition diese Form der Selbsterlösung des Individuums aus dem aus seiner Sicht 'leidvollen' Kreislauf der Wiedergeburten. Wenn auch einige seiner Grundannahmen unzutreffend sind, ist es korrekt, dass es jedem persönlichen Selbst frei steht, im Physischen zu verbleiben oder nicht. Wenn es sich nicht mehr für diese Fokussierung interessiert, dann wählt das persönliche Selbst zur Abkehr in der Regel gesellschaftlich akzeptierte Todesursachen wie eine Krankheit oder einen Unfall.

Nach den Annahmen der Buddhisten ist die Aufnahme eines weiteren Lebenszyklus in Abhängigkeit vom spirituellen Erkenntnisstand (vgl. Bde. 6&8) sowohl freiwillig als auch unfreiwillig möglich. Hiernach hätten wir bei geringer spiritueller Informiertheit keine andere Wahl, als unsere Entwicklung über das Sammeln von Erkenntnissen in diversen, für das persönliche Selbst zunächst unplanbaren Lebenszyklen voranzutreiben (vgl. S.120). Andererseits betont Roberts (Seth) auch in diesem Punkt die absolute Freiheit des Individuums. Niemand werde zu etwas gezwungen, man könne sich schon im Mutterleib umentscheiden und die physische Existenz jederzeit beenden.

Wenn sich jemand dafür entscheidet, sich nicht fortzupflanzen, ist dies vorausschauend. Nach Roberts ist das Setzen von Leben in die derzeit überbevölkerte Welt eine Gewalttat - und damit ähnlich zu bewerten wie ein körperlicher Angriff gegen anderes Seiende [Lit 184]. Ich bin jedoch der Auffassung, dass eine Problemlösung nur auf gesellschaftlicher Ebene erfolgen sollte - durch weltweite nationale Geburtenregulierungen. Eine freiwillige Beschränkung auf ein bis maximal zwei Nachkommen über die Lebenszeit ist natürlich hilfreich. Dies soll kein Dogma werden, nur darauf hinweisen, dass politische Eliten eine strikte weltweite Geburtenkontrolle mit ebensolcher Energie anstreben sollten, wie sie Erhöhungen ihrer Diäten oder die Durchsetzung der Interessen derer Interessengruppen durchsetzen, denen sie sich - von der Öffentlichkeit oft unerkannt - verpflichtet fühlen.

Verstorbene Angehörige können, noch während die Hinterbliebenen trauern, unter anderem eine weitere irdische Identität angenommen oder in die höhere Identität ihres ursprünglichen Selbst gewechselt haben. Trotzdem würden wir die Person, die wir kannten, über Gedanken an dasjenige, was sie ausmachte, wiederfinden, wenn wir gedanklich mit ihr Kontakt halten.

Wir erleben jeden Lebenszyklus wie ein fesselndes Drama, das es nach Roberts fast unmöglich macht, darüber hinauszusehen. Es erinnert an das intensive Erleben einer guten Theateraufführung, wobei man so intensiv Anteil nimmt an den Rollen der Schauspieler, dass man nichts um sich herum mehr wahrnimmt und sich nach dem Ende des Stücks in das eigene Leben erst wieder einfühlen muss.

Selbst in den Reflexionspausen (vgl. S.40) zwischen den Inkarnationen versuchten wir, uns anderen noch am Schauspiel Beteiligten mitzuteilen. Denn in den unteren Ebenen der geistigen Welt befindet man sich zunächst noch in den Kulissen der Theateraufführung des letzten Dramas und sehen nach Roberts "daher nur so weit und nicht weiter [...] Es kommt ganz darauf an, wann ihr im Zuschauerraum erscheint, worauf ihr euer Augenmerk richtet, und welchem Akt des Schauspiels beizuwohnen ihr euch entschließt." [Lit 175]

Sicherlich gibt es ungeplante Lebenszyklen, in denen das treibende Motiv für den Eintritt ins physische Sein Angst vor Erfahrungen in der geistigen Welt ist. Doch auch diese sind gewollt und in dem Sinne geplant, dass die Betreffenden so schnell als möglich in physische Leben zurückwollen. Doch suchen wir im Großen und Ganzen die Lebensumstände entsprechend unserer Motive mehr oder weniger gründlich aus - ganz wie im 'richtigen' Leben. Denn wir müssen das physische Leben wollen, um die anhaltende Konzentrationsleistung erbringen zu können, die zur Fokussierung der Frequenzspanne einer physischen Realität nötig ist. So hatte auch das kleine Mädchen, welches beim Baden im Fluss ertrunken ist (vgl. S.240), ein starkes Motiv, nahe ihres letzten Lebenszyklus und zeitnah wiedergeboren zu werden. Andere arbeiten mit großem Interesse über mehrere Lebenszyklen an wissenschaftlichen oder gesellschaftlichen Fragestellungen. Wieder andere haben andere Schwerpunkte wie beispielsweise Architektur, was sich auf die eine oder andere Weise in jedem Lebenszyklus ausdrückt. Verlieren sie ihre noch nicht abgeschlossenen, inneren Interessen in einem Lebenszyklus aus dem Augen, geraten sie gleichsam innerlich ins Abseits [Lit 185].

Geistig-spirituell Hochstehende gehen offenbar häufiger nur kurz oder auch länger in einen Lebenszyklus, um einen Nahestehenden beizustehen oder deren innere Entwicklung zu korrigieren oder sie zu beschleunigen. Das primäre Motiv hierzu kann auch der Wunsch sein, eine gegebene Hilfe in einem anderen Lebenszyklus wieder auszugleichen. Roberts nennt als Beispiel eine Identität, die keiner weiteren physischen Lebenszyklen mehr bedurfte. Diese trat als Dank für eine in einem anderen Lebenszyklus erbrachte Unterstützung vor ihrem Aufbruch in ein anderes geistiges Realitätssystem nur für 3 Jahre als Kind zweier verheirateter Freunde auf. Durch dessen frühen Tod gingen die Eltern auf eine Art innere Pilgerfahrt, die sie zu wichtigen Erkenntnissen führte. Sie hätten ein komfortableres und spaßiges Leben ohne diese Erfahrung gehabt - das wäre jedoch nicht zielführend gewesen. Sie lernten dann durch Kontakt zu Roberts, dass ihr Kind nunmehr in der geistigen Welt als gereifte und weise Identität agiert und es keinen Grund gibt, irgendetwas zu betrauern oder Kontakt über ein Medium zu suchen - aber auch, dass es notwendig ist, sich auf die innere Entwicklung zu konzentrieren. [Lit 185]

Auch in einem anderen Fall war die Erkrankung an multipler Sklerose das Resultat einer bewussten Entscheidung. Das persönliche Selbst entschied sich in Abstimmung mit dem ursprünglichen Selbst dafür, nach der Erfahrung als pflegender Betreuer eines Erkrankten im vorletzten Lebenszyklus nun die umgekehrte Position einzunehmen. Diese Wechsel der Rollen zwischen arm/reich, Mann/Frau, gesund/krank, mächtig/machtlos, stark/hilfsbedürftig etc. - oft in der gleichen Identitätengruppe - führen erst zu einem umfassenden Verstehen der Lebenszusammenhänge und liefern hierüber Einsichten in 'frühere'1 Fehlverhalten. Jedoch wird eine schwere Krankheit, eine vollständige Genesung oder ein früher Tod nicht von der Wesenheit dem Individuum auferlegt.

Unabhängig hiervon sind schwierige individuelle Lebenssituationen nach Roberts häufig Ausdruck tiefer innerer Verstrickungen der Persönlichkeit, deren Bewältigung ihr selbst obliegt. Welche Lebenserfahrung sie sich hierzu auswählt, wird vom individuellen Charakter des ursprünglichen Selbst - also der Wesenheit (vgl. Bd.2) - beeinflusst. Ungeduldige Charaktere empfehlen eher Herausforderungen in totaler Zuspitzung. Und das persönliche Bewusstsein einer Aussendung folgt gern der Empfehlung. Nichtsdestotrotz kann eine schwere Krankheit in vollkommener Genesung münden, wenn der initiierende Konflikt gelöst wird - muss aber nicht, auch das hängt vom Einzelfall ab. [Lit 185]

Mehrere physische Leben sind also nicht nur denkbar, sondern notwendig für das Voranbringen der spirituellen Informiertheit, der geistigen Evolution. Die primär auf unserer physischen Energieschicht basierenden Gesetze der Physik können hierzu jedoch nur wenig Untermauerndes beisteuern. Ein Physiker kann weder zustimmend noch ablehnend Stellung nehmen, weil sämtliche Erkenntnisse der Metaphysik nicht reproduzierbar beweisbar sind. So sind sämtliche Annahmen zur Metaphysik philosophischer Natur.

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