1 Besucher aktiv
von 1.271.387
seit 1999

Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band 3: Klassische Sterbeforschung


(Link zum Verlags-Shop)
Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8374 9455 133)


Ein Kapitel zurück | Inhaltsverzeichnis | Zum nächsten Kapitel

Kapitel 7.1.: Für und Wider (Mehrere Leben?)

Das Leben in der Raumzeit ist wie das Fahren in einem Zug. Und wenn man stirbt, steigt man aus und macht Station. Die Stationen sind wichtig. Sie sind stets die Summe der bisherigen Reise. Man steigt gewissermaßen in sich selbst aus. Hat man alles auf dieser Station erforscht, reist man weiter bis zur nächsten. So ähnlich wird wohl die Reinkarnation sein. Zeit ist Bewegung und nichts anderes als unsere Fahrt.

Lotte Ingrisch


Wickland glaubte nicht an die Wiederverkörperungslehre - nach seinen Informationen gäbe es so etwas nicht. Allerdings erhielt er seine Hinweise ausschließlich von erkenntnislosen Identitäten der unangenehmen Ernergieebene 23 der geistigen Energieschicht II (vgl. Bd.2). Und so ist sein Blickwinkel eingeschränkt.

Nach seiner Auffassung ist eine jede Wiedererinnerung an frühere Lebenszyklen nur die Folge einer Besetzung durch jemanden, dem diese Erinnerung gehört. Diese Besetzer würden den Betroffenen durch eine "Widerspiegelung des fremden Gedächtnisinhaltes in dessen Bewusstsein" gedanklich beeinflussen, so dass dieser deren Lebensgeschichte für eine eigene hält. Die Gefahr von spontanen oder anhaltenden Besetzungen ist tatsächlich existent und ein Problem bei sogenannten Rückführungen, welche aus diesem Grunde niemals ohne ein begleitendes Medium erfolgen sollten. Dieses kann die Geistkörper besetzender Identitäten in der niederen Bewusstseinssicht (vgl. Bd.2) wahrnehmen.

Im Gegensatz zu Wickland glaubte der Philosoph Ralf Waldo Emerson wie auch der Vorsokratiker Pythagoras, Plotin, Sokrates, Platon, Schopenhauer, C.G. Jung, die Buddhisten, die Brahmanen, die Druiden und die Schamanen an die Wiedergeburt und Seelenwanderung. Emerson schrieb: "Es ist das Geheimnis dieses Lebens, dass alle Dinge weiterbestehen und nicht vergehen, sie entfernen sich nur ein wenig aus dem Blickfeld und kehren dann wieder zurück."

Die Annahme einer Wiedergeburt ist in allen Teilen der Welt, selbst in den unterschiedlichsten Kulturkreisen, Konsens. So nehmen die Eingeborenen Neuguineas und Neuseelands an, dass die Seelen der Vorfahren in ihren Nachkommen eine erneute Verkörperung finden. Auch der Hinduismus geht ähnlich dem Buddhismus davon aus,

Nur die Christen verbannten die Annahmen zu Reinkarnationen aus ihrer Bibel. Der ursprünglich im christlichen Weltbild enthaltene Glaube an die Wiedergeburt wurde im Christentum im Jahre 322 n. Chr. abgeschafft und 200 Jahre später verboten.

Nach Jakobi ist die Abfolge mehrerer Leben fast immer über Ursache und Wirkung verbunden. Dies fasst sie zu einer sinnvollen Einheit zusammen. Das Tibetische Totenbuch, Platon und einige andere Autoren gehen davon aus, dass alle Identitäten nach dem physischen Ableben einer kontinuierlichen spirituellen Evolution (vgl. Bde. 2&6) des Bewusstseins - entsprechend ihres Gebarens zu Lebzeiten - unterliegen. Grundlage für den weiteren Werdegang sei das mit dem Charakter (vgl. Bd.6) identische Karma (vgl. S.173). Darauf aufbauend würden entweder neue Lebenspläne gemacht, so dass die Identität in einem passenden Körper an einem passenden Ort reinkarnieren kann. Oder aber ihre Entwicklung ist insoweit abgeschlossen, als dass ein weiterer physischer Lebenszyklus nicht mehr erforderlich ist. Dann könnte sie sich um einen Aufstieg zurück in die einst aussendende Wesenheit der Energieschicht III bemühen oder nach Roberts in anders gearteten Realitätssystemen Erfahrungen machen. Ingrisch bezeichnet diesen Übergang als den 'zweiten Tod'.

Schopenhauer zitiert Empedokles, welcher wie auch später Platon unsere Welt mit einer finsteren Höhle vergleicht, in die wir eingesperrt wären:

"In unserem irdischen Dasein sieht er einen Zustand der Verbannung und des Elends, und der Leib ist der Kerker der Seele. Diese Seelen haben sich einst in einem unendlich glücklichen Zustande befunden, und sind durch eigene Schuld und Sünde in das gegenwärtige Verderben geraten, in welches sie durch sündigen Wandel sich immer mehr verstricken und in den Kreislauf der Metempsychose1 geraten, hingegen durch Tugend und Sittenreinheit, zu welcher auch die Enthaltung von tierischer Nahrung gehört, und durch Abwendung von den irdischen Genüssen und Wünschen wieder in den ehemaligen Zustand zurück gelangen können." [Lit 103]

Soweit Schopenhauers Bezug auf Empedokles. Dieser sei nur als Beleg genannt für den verbreiteten Glauben an die Wiedergeburt. Falsch sind beider Annahmen des Abtragens einer Schuld im Physischen und dass die physische Lebensumgebung per se ein Ort des Elends sei (vgl. Bd.zero, 2&4). Richtig hieran ist, dass das physische Sein süchtig machen kann und sich so mancher auch spirituell in eine zunehmende Uninformiertheit zurückentwickelt. Die erste Aussendung einer spirituell hoch informierten Wesenheit beispielsweise könnte bereits nach etwa zwei Lebenszyklen final in diese zurückkehren. Doch selbst gesuchte Aufgaben und ein hieraus erwachsender, möglicherweise wenig gebändigter Wille, sowie sich entwickelnde persönliche Bindungen ziehen diese leicht in einen länger dauernden Zyklus aus Wiedergeburten und Tode.

Die Chronologie der Reinkarnationen einer Aussendung scheint sich nach nahezu allen Quellen an dem Zeitverlauf unseres Planeten zu orientieren und an diesen zu halten. Ingrisch, Monroe und Roberts gehen jedoch davon aus, dass wir alle Leben gleichzeitig leben in dem Sinne, dass unser ursprüngliches Selbst - die Wesenheit - außerhalb der reellen Zeit2 existiert [Lit 24]. Damit hat sie einen Überblick in die Verläufe aller Lebenszyklen einer Aussendung. Aus unserer Sicht, in einem Lebenszyklus stehend, also über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieser Sphäre (vgl. Bd.zero, Fn. S.79).

Weitere Aussendungen unseres ursprünglichen Selbst sowie weitere Lebenszyklen unseres persönlichen Selbst als einer dieser Aussendungen sind folglich mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit nicht nur in Gegenwart und Vergangenheit, sondern auch in der Zukunft unserer Raumzeit existent. Und so sind wir aus der höheren Position unserer Wesenheit aus betrachtet, welche wir auch sind, lebendig und tot zugleich, also zugleich in geistigen wie in physischen Realitätssystemen aktiv. Zwar können diese physischen Leben in der reellen Zeit weit auseinander liegen, für unsere Wesenheit sind diese jedoch als zusammengehörig zu betrachten. So werden auch zwischen zeitlich weit entfernten Lebenszyklen Informationen übertragen, welche es den Aussendungen einer Wesenheit ermöglichen, sich untereinander zu beeinflussen, beizustehen und Probleme zu lösen. Wir erkennen uns in diesen anderen wieder, auch wenn uns deren Lebensverläufe nicht vertraut sind und ihre spirituelle Informiertheit von unserer abweicht (vgl. Bd.4 'Der Schlaf - reale Kontakte...')

Wie Roberts geht Ingrisch davon aus, dass Identitäten auch nach dem physischen Ableben einer Weiterentwicklung unterliegen, so dass es keinen Stillstand in der spirituellen Evolution der Identität gibt, in der wir uns erfahren. Dennoch hat Monroe recht, dass manche Erfahrungen nur in physischen Lebensumgebungen gemacht werden können. Wenn es dann zu Kontakten mit Verstorbenen käme, wäre es passender zu sagen, "das war beinahe noch Papa" oder er ist "nicht mehr ganz Herbert Zand", wie Ingrisch es formulierte. Zudem stünden wir alle unter der großen Obhut unseres ursprünglichen Selbst. Sie schreibt ganz im Sinne Roberts: "Schicksale sind Vorschläge, die jeder sich selbst macht. Um sie anschließend abzulehnen oder zu akzeptieren" [Lit 130]. Dies gilt nach meiner Auffassung nicht nur für spirituell gut informierte Identitäten, welche einen Lebenszyklus zu planen in der Lage sind, sondern auch für die Kraft der alltäglichen Gedanken eines Jeden. Denn: Ändere ich meine Einstellung oder Geisteshaltung, ändert sich meine Welt unmittelbar, gleichsam wie durch einen Sprung in eine parallele Realität (vgl. Bd.4).

Im Band zero lernten wir, dass sämtliche Lebenszyklen tatsächlich simultan verlaufen, dass es nur das kollektiv bewusst gewählte Verfolgen kausal zusammenhängender Abläufe ist, welche die ausschließliche Wahrnehmung zeitlicher Abfolgen erst ermöglicht. Man könnte alles Geschehen auch in Assoziationsketten registrieren. Dennoch spreche ich in diesem Band von 'Reinkarnationsselbst' [A.d.V.: im Plural] und nicht - was zutreffender wäre - von Simultanselbst [A.d.V.: im Plural], weil hier primär subjektive Erfahrungen beschrieben werden. Und diese Erfahrung orientiert sich eben in der Regel an einem Zeitablauf.

Ein Kapitel zurück | Inhaltsverzeichnis | Zum nächsten Kapitel

Begriffserläuterungen | Literaturverzeichnis | Zur Bücher-Übersichtsseite | Impressum & Datenschutz | W3C HTML-Validierung | W3C CSS-Validierung Stehlen Sie keinen Content von dieser Seite. Plagiate werden durch Copyscape aufgedeckt.
chinnow.net - seit 1999 online