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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band 3: Klassische Sterbeforschung


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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8374 9455 133)


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Kapitel 6.: Kommunikation Verstorbener zu Lebenden

Grundlage dieses kurzen Kapitels ist der umfangreichere Abschnitt 'Kommunikation & Wahrnehmung in der geistigen Welt' des zweiten Bandes. Die rein geistige und in der Regel nonverbale Kommunikation wird bereits von physisch Lebenden intensiv im Alltag genutzt. Sie ereignet sich - vom Wachbewusstsein weitgehend unbemerkt - primär zwischen den Unterbewusstseinen der Identitäten und basiert auf der blitzschnellen Übertragung von Gedankenpaketen aus umfassenden Informationen, Bildern und Emotionen.

Das Unterbewusstsein einer physisch orientierten Identität deutet primär die emotionale Botschaft des Übertragenen. Will es das Wachbewusstsein hierüber informieren, muss es jedoch das für dieses unverdauliche Ganze zerlegen, etwas herauspicken und in eine Kette sukzessiv aufeinanderfolgender, emotionaler Eindrücke oder Begriffe übersetzen. Die Information erhält das Wachbewusstsein dann über Erscheinungen der Intuition (Fn. S.180 & vgl. Bd.4) wie Einfühlungsvermögen, Telepathie, Inspiration, halbautomatisches Schreiben oder Präkognition (Fn. S.103 & vgl. Bd. 4).

Dieser Übertragungsweg ist die Regel sowohl für nonverbale Kommunikationen zwischen Lebenden als auch für untrainierte Kommunikationen zwischen Lebenden und Verstorbenen. Das Phänomen der Wahrnehmung über das eigene Unterbewusstsein ist hierbei wenig spektakulär, weshalb eine derart übertragene Information eher nicht als von außen kommend wahrgenommen wird.

Jedoch gibt es einen direkten Übertragungsweg, der mehr Erfahrung auf Seiten des Senders bedarf. Das Unterbewusstsein der nicht physisch orientierten Identität - beispielsweise in der Entscheidungsphase zwischen zwei Lebenszyklen - muss dann in einer bewussten Anstrengung seinen Wachbewusstseinsanteil, also sein Ego oder auch sein Ich, aus seiner Passivität in der hinteren Reihe des Selbst in den Vordergrund holen und ihm damit vorübergehend "etwas mehr Herrschaft" einräumen. Nur dieser Teil des persönlichen Selbst ist in der Lage, sich einem physisch orientierten Ich, einem Ego respektive Wachbewusstsein direkt, also ohne Beteiligung seines Unterbewusstseins, "einzuprägen". Damit wird sichergestellt, dass das empfangende Wachbewusstsein diese Information ohne Zeitverzug und vollständig bekommt.

Unter Lebenden wird dieser Übertragungsweg in der Hypnose und parallel zu einem intensiven verbalen Austausch genutzt, in dem sich jeder in den anderen hineinversetzt. Hierbei werden neben gesprochenen Worten auch Informationen nonverbal übertragen - entweder als emotionalen Eindruck, als ganzes Gedankenpaket oder als einzelne Begriffe. Dabei wird die vom Unterbewusstsein des Senders stammende Information nur einmal von dessen Ego in Begriffe oder emotionale Eindrücke aller Art übersetzt. Meek nennt diese Direktverbindung, welche die Kommunikation erheblich vereinfacht, 'Kanal', Roberts (Seth) nennt sie 'Brücke'. [Lit 191]

Nach Wickland deutet einiges darauf hin, dass Verstorbene (vgl. Fußnote S. 43), entsprechend ihrer emotionalen Bindung, weiterhin Anteil an Leben und Entwicklung der Zurückgebliebenen nehmen. Sowohl unter Lebenden als auch unter Verstorbenen wie auch zwischen Lebenden und Verstorbenen kommt es bei einem Interesse zur wechselseitigen Durchdringung mit Bewusstseinsenergie, über die der Initiator bei bestehender Offenheit Kontakt aufbauen und Informationen übertragen sowie abrufen kann. Voraussetzung ist, dass sich das Unterbewusstsein des Anderen nicht hiergegen sperrt (vgl. Bde. 2 & 5). Dieser Energieaustausch wird sich mit den in der physischen Energieschicht I möglichen Methoden nicht nachweisen lassen, denn er basiert auf Naturgesetzen, die allen Energieschichten übergeordnet sind. So können wir zwar deren Wirkungen mehr oder weniger deutlich wahrnehmen, diese jedoch nicht verifizieren.

Nach Roberts sind es primär in der Orientierungsphase befindliche Verstorbene, die im Traum oder Wachzustand oder über Medien Kontakt zu nahestehenden Hinterbliebenen suchen:

"Die meisten Individuen, die sich aus diesen Stadien heraus »lebenden« Verwandten mitteilen, haben die Entscheidungszeit noch nicht erreicht und ihre Fortbildung nicht vollendet. Es kann sein, dass sie die Realität noch im Lichte ihrer alten Überzeugungen sehen. Fast alle Mitteilungen kommen von dieser Ebene, besonders wenn eine Gefühlsbeziehung in einem unmittelbar vorausgegangenen Leben vorhanden war." [Lit 175]

Die Reflexionspause besteht nach Roberts aus Orientierungsphase und Entscheidungszeit. Doch treten Verstorbene auch in ihrer Entscheidungszeit gegenüber lebenden Nahestehenden als spirituelle Führer auf, als Unterstützer und ein Problem oder Aufgabe Mitbewältigender. Dann haben sie eine freundliche kraftvolle Ausstrahlung, wirken völlig gesund und in sich ruhend.

Dementsprechend sind Aussagen oder mögliche Beschreibungen der jenseitigen Realität von der spirituellen Informiertheit des Kommunikationspartners, also dessen psychologischen Zustand abhängig und folglich von höchst unterschiedlicher Qualität und differierendem Wahrheitsgehalt.

Auch das sichtbare Erscheinen Verstorbener an unserer Position in der Raumzeit ist Folge einer Kontaktaufnahme. Nicht mehr an einen physischen Körper gebundene geistige Identitäten sind ab einer gewissen spirituellen Informiertheit (vgl. Bde. 6&8) in der Lage, ihre Schwingungsfrequenz bewusst zu reduzieren, um in unserer Energieschicht sichtbar in Erscheinung zu treten. Dies geschieht auch spirituell uninformierten Verstorbenen - jedoch dann nur unbeabsichtigt in großer Konfusion. Letztere geraten also nur zufällig in diesen Zustand.

Nun sehen wir im Falle einer solchen Kontaktaufnahme nicht sämtliche in räumlicher Nähe befindlichen, geistigen Identitäten, sondern stets nur diejenige, mit welcher - gleichsam in bewusster Entscheidung - vom Unterbewusstsein ein Kontakt zugelassen wurde. Ebenso nehmen Verstorbene um sie herum nur dasjenige wahr, wozu sie einen Bezug und eine Affinität, woran sie also ein Interesse haben.

Jede gedankliche Verbindung und jede Einflussnahme - sowohl zu physisch Verstorbenen als auch zu Lebenden - ist dann am stärksten, wenn sich der Initiator in einer entspannten Situation entsprechend der optimalen Geisteshaltung für das Auftreten einer Intuition befindet (vgl. Bd.4). Dies erklärt, warum derartige Wahrnehmungen meist während des Erwachens registriert werden, wenn das Wachbewusstsein gerade noch das Unterbewusstsein fokussiert und noch nicht die Führung und Fokussierung des Physischen mit all seiner Aufmerksamkeit übernommen hat. Weil der Schlaf beendet ist werden Kontakte zu diesem Zeitpunkt für das Wachbewusstsein erinnerlich, was man von ungezählten realen Traumkontakten, welche wir Nacht für Nacht erleben, nicht immer sagen kann. Von ihnen bleibt meist nicht mehr als eine vage Erinnerung, die, wie Schopenhauer sagt, nur dann zu einer konkreten Erinnerung wird, wenn eine vorab geträumte Situation in der physischen Realität unmittelbar bevorsteht. So zeige ein präkognitiver Traum schon Tage oder Stunden zuvor etwas Bevorstehendes an. Er schreibt:

"[...] die theorematischen fatidiken Träume [A.d.V.: sind] der höchste und seltenste Grad des Vorhersehns im natürlichen Schlafe, die allegorischen der zweite, geringere. An diese nun schließt sich noch als letzter und schwächster Ausfluss derselben Quelle die bloße Ahnung, das Vorgefühl. Dasselbe ist öfter trauriger als heiterer Art; weil eben des Trübsals im Leben mehr ist als der Freude [...] Bisweilen wird jedoch diese sich unserer erst dann bemächtigen, wann die ersten mit dem im theorematischen Träume geschehenen Unglück zusammenhängenden Umstände in der Wirklichkeit eintreten, z.B. wann einer das Schiff, welches untergehn soll, zu besteigen im Begriffe steht [...] schon mancher ist dadurch, als er alsdann der plötzlich aufsteigenden Ahnung, der ihn befallenden inneren Angst Folge leistete, gerettet worden." [Lit 101]

Soweit Schopenhauer. Oder wir erinnern uns plötzlich an einen Traumkontakt, an eine Kommunikation im Schlaf, wenn wir die Nachricht vom Tod des Betreffenden erhalten. Oft ist das Ableben für den Verstorbenen der Anlass, mit früheren und aktuellen Bezugspersonen geistigen Kontakt aufzunehmen. Entweder zur Verabschiedung oder um alten Gram, belastenden Zwist und Missverständnisse aufzuarbeiten und zu einem friedlichen Abschluss zu bringen, indem beide Frieden schließen und darüber ihr Karma (vgl. S.173) reinigen.

Ebenso werden gelegentlich Hinterbliebenen durch Verstorbene positive Gefühle zur Beruhigung als kleine Gedankenpakete1 übermittelt. Berühren Lebende den Geistkörper Verstorbener in räumlicher Nähe, seien starke Schwingungen und Hitze zu spüren. Die pulsierende Bewusstseinsenergie des Geistkörpers strahle Wärme ab. Gleichzeitig würde jedoch die Raumtemperatur absinken. Die Geistkörper erscheinen häufig so, wie sie zu ihren besten Zeiten aussahen, ohne körperliche Einschränkungen oder Behinderungen. Allerdings hängt die Qualität der Erscheinung unmittelbar von der spirituellen Informiertheit des Verstorbenen ab. Ist dessen Ausstrahlung als Erscheinung in der physischen Welt oder im Traumkontakt positiv, können Sie davon ausgehen, dass er in der geistigen Welt sehr gut zurechtkommt.

Der Sinn des meist einmaligen und kurzen Erscheinens

Das auf sich aufmerksam machen eines Verstorbenen oder seine Unterstützung von Hinterbliebenen kann sich auch durch besondere Zufälle respektive Fügungen (vgl. Bd.4) in der physischen Realität äußern. Zum Beispiel hat ein Auto immer dann einen bestimmten Defekt, wenn man jemanden aufsuchen will, der einen schaden würde. Oder Gegenstände verändern ihre Position. Dies könnte sowohl eine Hilfestellung von nahestehenden Vorausgegangenen sein als auch die Wirkung der stets präsenten Unterstützung durch die betreuende Wesenheit in Form schöpferischer Emanationen2 (vgl. Bd.2). Versuche der Einflussnahme durch Verstorbene sind durch deren Werte und Einstellungen geprägt.

Alle Hilfen aus der geistigen Welt zeigen uns, dass diese kleinen und unbedeutend erscheinenden Leben genau das nicht sind: Ein jedes steht unter der großen Obhut seines ursprünglichen Selbst und liebevoller Kontakte und so zeigen diese Erscheinungen allein durch ihr Auftreten die tiefere Bedeutung des Lebens an sich auf.

So spielerisch wir das Leben in guten Zeiten abarbeiten, so wichtig scheint doch unser Handeln und Denken zu sein, dass sich Vorausgegangene hierum sorgen, anstatt sich zurückzulehnen und auszuruhen, vermeintlich froh, die Verantwortung abgegeben zu haben. Zumindest erhalten wir eine unmittelbare, effektive, umfassende und liebevolle Reaktion und Unterstützung auf unsere ebenso liebevollen Bitten um irgendetwas uns selbst oder uns Nahestehende Betreffendes.

Da also bei Verstorbenen ein Gefühl der Verantwortung oft unverändert weiter zu bestehen scheint, ist dieser Kontakt für diese ebenfalls wichtig. Er kann nach Ray-Wendling und Meek unter anderem

Ein exemplarisches Beispiel:

Als ich an einem Punkt in meinem Leben bereit war, mich innerlich von meinem Elternhaus, an dem mein Herz hing und um das nicht sichtbar gezerrt wurde, zu trennen, sollte ich von meiner Stiefschwester gedrängt, aber selbst nicht dort wohnend, noch einen Anstrich am Zaun vornehmen, damit dieser in der bevorstehenden Weihnachtszeit 'ordentlich' aussehe. Lange Zeit hatten mich diese Aufgaben der Erhaltung immer mit Freude erfüllt, doch ich hatte genug - gab innerlich auf. Ich wollte nur noch diesen einen Anstrich machen, Anfang November im nasskalten Norden, und mich dann vollkommen von diesem Objekt abwenden, meine Gefühle bewusst zurückziehen. Dazu hatte ich mich entschlossen. Ich war bereits mental in einer sehr distanzierten Stimmung, als ich mit meiner Arbeit begann. Nur an diesem Tag war es dann so warm und lieblich wie an einem schönen Frühlingstag; es lag soviel Liebe und Wärme in der Luft, die gleichsam von außen auf mein widerstrebendes Wachbewusstsein einwirkte, dass ich schließlich meinte zu platzen vor Glück - vor Glück, an genau diesem Ort zu sein und diese Arbeit zügig zu verrichten. So wurde ich - was unmöglich schien - in nur einem Tag fertig. Ich fühlte intuitiv, dass mir mein verstorbener Vater damit ein Zeichen gab, nicht aufzugeben. Er drängte sich bei der Arbeit immer wieder in mein Bewusstsein. Dies war ein rein intuitives Erfassen, somit kein Wissen, zu dem ich durch Nachdenken gekommen wäre oder das ich irgendwie belegen könnte. Er hat mir entgegen meiner Absicht auf kreative und ungewöhnliche Weise den Weg gezeigt.

Selbst wenn es die einst aussendende Wesenheit gewesen wäre, welche in diesem Beispiel den Weg wies: Das Schicksal fügt sich auf wunderbare Weise, weil gute Geister wie Engel über uns wachen, wie Schopenhauer sagt. Auch Ingrisch sieht Lebende und Tote nicht voneinander getrennt; beide würden sich durch gegenseitige Besetzungen beeinflussen. Ob es zu Beeinflussungen kommt, hängt also mit einer Affinität, einem tiefen Interesse am anderen zusammen. Oder einfacher gesagt, ob man an einander denkt oder nicht (vgl. Bd.4).

Roberts nennt in ihrem Hauptwerk 'Die Natur der persönlichen Realität' eine weitere Form der Einflussnahme - hier jedoch durch das eigene persönliche Bewusstsein initiiert. Wie wir im Band zero sahen, stehen die Aussagen ihrer sämtlichen Werke im Einklang mit den aus anderen Quellen resultierenden Erkenntnissen dieser Abhandlung und sind daher ernst zu nehmen. Sie verweist auf unser wahrscheinliches zukünftiges Selbst als Initiator und Quelle dieses Einflusses:

"Denkt euch, ihr müsstet in einer bestimmten Lebensphase Entscheidungen fällen und wüsstet nicht, welche Richtung ihr einschlagen sollt. Ihr spürt vielleicht, dass ihr in Gefahr seid, von eurem Weg abzuweichen, seid aber aus irgend einem Grund stark dazu geneigt. In einem Traum oder aufgrund intuitiver Einsicht hört ihr dann plötzlich eine innere Stimme, die euch auf unzweideutige Weise auffordert, eurer ursprünglichen Absicht zu folgen. Oder die Botschaft erreicht euch auf anderem Wege: ihr habt eine Vision oder einfach die sich plötzlich einstellende Gewissheit, welche Handlungsweise die richtige ist. Dies passiert in eurer Gegenwart.

Mit anderen Worten: Das in die Zukunft projizierte Selbst lässt euch von einer wahrscheinlichen Realität aus, die ihr immer noch verwirklichen könnt, eine Ermutigung zukommen. Jenes Selbst wirkt jedoch von seiner Gegenwart her, und eines Tages in der fernen Zukunft denkt ihr vielleicht nostalgisch an diesem Moment eurer Vergangenheit zurück, da ihr schwankend und unentschieden wart, aber den richtigen Weg wähltet. Ihr denkt dann vielleicht: Ich bin so froh, dass ich das tat, oder: Nach dem, was ich heute weiß, habe ich Glück gehabt, mich damals so und nicht anders entschieden zu haben. Und in einem solchen Augenblick seid ihr das zukünftige Selbst, das 'früher einmal' eurem damaligen Selbst Mut zusprach. Die wahrscheinliche Zukunft hat die praktische Gegenwart eingeholt." [Lit 184]

Auf verzweigende und parallele Wahrscheinlichkeitslinien und ihre vollgültigen Realitäten gehe ich im Band zero ein, welcher sich um einen objektiven Blick auf das, was ist, bemüht.

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