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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 3: Klassische Sterbeforschung
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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8374 9455 133)


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Kapitel 7.2.: Schicksalsverbundenheit über Generationen (Mehrere Leben?)

Auch C.G. Jung hatte also bei sich und seinen Patienten Muster von Wiedergeburtserinnerungen erkannt. Allerdings widersprechen einige seiner diesbezüglichen Aufzeichnungen den gesicherten Erkenntnissen der Physik unserer Energieschicht und damit annehmlich logischen Überlegungen. So werden sie leicht abgetan. Ebenso ergeht es oftmals anderen zustimmenden Veröffentlichungen zu diesem Thema - emotionale Befürworter beispielsweise machen es den Kritikern oft leicht, ihre Annahmen auf ebensolche Weise in der Luft zu zerreißen. Es wird in der Regel übersehen, dass die Energie des Geistes mit oder ohne genutzter Eigenschaft Bewusstsein nicht den Naturgesetzen nur einer physischen oder geistigen Energieschicht unterworfen ist, sondern über allen Schichten steht. Geist entwickelte in bewusster Anstrengung alles, was im Physischen für uns ist. Daher können seine Eigenschaften, Wahrnehmungen und Schöpfungen nicht durchweg wissenschaftlich reproduzierbar belegt werden.

Jung erwähnt einen besonders interessanten Aspekt, der sich nahtlos in diese Abhandlung einfügt:

"Als ich an den Ahnentafeln arbeitete, ist mir die merkwürdige Schicksalsverbundenheit deutlich geworden, die mich mit den Vorfahren verknüpft. Ich habe sehr stark das Gefühl, dass ich unter dem Einfluss von Dingen oder Fragen stehe, die von meinen Eltern und Großeltern und den weiteren Ahnen unvollendet und unbeantwortet gelassen wurden. Es hat oft den Anschein, als läge ein unpersönliches Karma in einer Familie, welches von den Eltern auf die Kinder übergeht. So schien es mir immer, als ob auch ich Fragen zu beantworten hätte, die bei meinen Ahnen schon schicksalsmäßig aufgeworfen, aber noch nicht beantwortet worden sind, oder als ob ich Dinge vollenden oder auch nur fortsetzen müsse, welche die Vorzeit unerledigt gelassen hat." [Lit 136]

Roberts (Seth) bestätigt die Existenz derartiger Problemstellungen, welche über Lebenszyklen von einer Gruppe in wechselnden Rollen bewältigt werden. Jung erzählt des Weiteren in den schonungslos offenen Lebenserinnerungen seines letzten Buches von einer um das zwölfte Lebensjahr aufgekommenen Erinnerung an seinen vorherigen Lebenszyklus. Ausgelöst wurde sie durch seine spontane emotionale Reaktion auf eine scharfe Zurechtweisung vom Vater eines Freundes:

"Ich war sehr kleinlaut und musste zugeben, dass mithin seine Strafpredigt ganz am Platze war. Gleichzeitig packte mich aber eine Wut, dass dieser dicke, ungebildete Klotz es wagen konnte, mich zu beleidigen. Dieses 'mich' war nicht bloß erwachsen, sondern bedeutend, eine Autorität, eine Person in Amt und Würden, ein alter Mann, Gegenstand von Respekt und Ehrfurcht. - Der Gegensatz zur Wirklichkeit war dermaßen grotesk, dass ich plötzlich in meiner Wut innehielt [...] Da fiel mir zu meiner größten Verwirrung ein, dass ich eigentlich und in Wirklichkeit zwei verschiedene Personen war. Die eine war der Schuljunge, der die Mathematik nicht begreifen konnte und nicht einmal seiner selbst sicher war, der andere war bedeutend, von großer Autorität, ein Mann, der nicht mit sich spaßen ließ, mächtiger und einflussreicher als dieser Fabrikant. Er war ein alter Mann, der im 18. Jahrhundert lebt und Schnallenschuhe trägt und eine weiße Perücke und in einer Kalesche fährt mit hohen, konkaven Hinterrädern, zwischen denen der Kutschenkasten an Federn und Lederriemen aufgehängt ist." [Lit 136]

Soweit Jung. Auch nach Kurth gibt es deutliche Indizien, welche für Reinkarnationen sprechen. Er schreibt:

"Wie anders ist sonst zu erklären, dass Kinder behaupten, sie hätten schon einmal gelebt. Erstaunlich viele Personen hatten das Gefühl, wenn sie zufällig an einen ihnen vorher unbekannten Ort kamen, sie seien mit Sicherheit schon einmal dort gewesen. Dabei 'erinnern' sie sich an Einzelheiten, die ihnen bei ihrem Besuch noch nicht einmal sofort aufgefallen waren und die sie nur nach längerem und intensiverem Suchen fanden. Ähnlich verhält es sich bei Gegenständen oder bestimmten Ereignissen, von denen die Versuchspersonen fest überzeugt waren, sie hätten diese schon einmal gesehen beziehungsweise erlebt." [Lit 171]

Nach Ingrisch und Roberts wären Reinkarnationen in immer ähnlich zusammengesetzten Gruppen die Regel. Roberts präzisiert:

"Daraus folgt nicht, dass ihr mit jeder Person, mit der ihr befasst seid, auch in vergangenen Leben zu tun hattet. In den verschiedenen Existenzen begegnet ihr immer sowohl neuen Persönlichkeiten wie auch Menschen, die ihr kanntet. In der Tat löst ihr oft die mit bestimmten Persönlichkeiten entstandenen Probleme, indem ihr anderen Persönlichkeiten in anderen Leben helft. Es gibt gewisse Gesetze, denen diese Angelegenheiten unterstehen [...] Es gibt immer eine Vielfalt von persönlichen Problemen, die durchgearbeitet werden müssen, aber Zeit, Ort und Beziehung sind der eigenen Wahl überlassen [...] Auch sagt Karma nichts dergleichen wie 'Auge um Auge', noch verweist es irgendwie auf Bestrafung. Karma ist im physischen Bereich nur das Resultat persönlicher Entwicklung und stellt die sich herausbildende Erkenntnis dar, dass wir psychisch und physisch Teil von All-das-was-ist sind. Wenn wir verletzten, dann verletzen wir nicht den anderen, sondern uns selbst. Wir müssen solche Narben nicht ewig tragen." [Lit 189]

Die Beteiligten sind nach Ingrisch in der geistigen Welt mental miteinander verbunden und planen ein zeitlich überschneidendes Auftreten in Lebenszyklen mit abgesprochenen wechselnden Rollen. Mögliche Kombinationen wären Mutter, Vater, Kind, Freund, Feind, Geschäftspartner etc.. In Lebenszyklen stehend sind die Mitspieler zumindest über Teile ihrer Lebenszeiten miteinander persönlich in Kontakt. Roberts schreibt zur Motivation der Akteure, hierbei das Leben mit einer Theateraufführung vergleichend:

"Zeitalter der Wiedergeburt - geistiger, künstlerischer oder psychischer Art - treten auf, weil die intensive, innere Konzentration der Mitspieler im Drama auf solche Ziele gerichtet ist. Die Aufgabe mag in jedem Stück eine andere sein, doch die großen Themen wirken auf alles Bewusstsein wie Signalfeuer." [Lit 175]

Ursprünglich, am Beginn meiner Studien, bin ich wie wohl alle im christlichen Weltbild sozialisierten Menschen davon ausgegangen, dass die Annahme einer Wiedergeburt esoterischer Unsinn ist. Denn die Vorstellung, dass die Menschen, die wir um uns sehen, eigentlich nur mit temporären Körperhüllen versehene, uralte Seelen sind, die meist schon viele Male gelebt haben, geboren und auch gestorben sind, ist zumindest gewöhnungsbedürftig. Während der Recherchen erwartete ich, meine Ansicht bestätigt zu finden. Stattdessen wiesen alle Quellen mit ihren in der Summe überzeugenden Detailinformationen mehr oder weniger direkt auf die Notwendigkeit von Reinkarnationen hin. Zudem zeigte sich, dass das in dieser Abhandlung skizzierte Konstrukt - welches kein Ergebnis meiner Überlegungen ist, sondern nur ein aus Einzelinformationen zusammengesetztes Puzzle, dem ich sprachlich einen vereinheitlichenden Rahmen gab - ohne die Annahme von Reinkarnation nicht haltbar ist.

Jedoch kann man entgegenhalten:

  1. Wenn Reinkarnationen existieren, gäbe es keinen Grund, warum Menschen ihr nächstes Leben nicht auch in der Vergangenheit der reellen Zeit unserer Sphäre (vgl. Bd.zero, Fn. S.79) leben können sollten. Es sind die Wachbewusstseine, welche aufgrund einer kollektiven Entscheidung der Gattung eher kausal verbundene Ereignisse fokussieren. Nach dem physischen Ableben haftet das persönliche Selbst diesen weniger an. Hierauf gehe ich auf Seite 226 ein.
  2. Wenn Reinkarnationen existieren müsste es möglich sein, dass Menschen physische Leben auch an anderen Orten im Universum erfahren können sollten. Es wäre naiv anzunehmen, dass unser Heimatplanet der einzige zur Auswahl stehende Lebensraum ist. Nach Monroe und Ingrisch hat man zwar die freie Auswahl, entscheidet sich jedoch wegen der geistigen Nähe meist wieder für die seit dem ersten Lebenszyklus vertraute Lebensumgebung. Roberts präzisiert einmal mehr, dass unsere kollektiv erschaffene Sphäre erst nach dem Erreichen einer hohen spirituellen Informiertheit verlassen werden kann, um dann möglicherweise in anderen Realitätssystemen die Erfahrungen auszuweiten.
  3. Wenn Reinkarnationen existieren gäbe es keinen Grund, warum Menschen in einem ihrer vorherigen Leben nicht ein Pachycephalosaurier oder eine Hausstaubmilbe gewesen sein sollten. Die Spezies Mensch ist, wie es Franklin es ausdrückt, nur ein toolmaking animal, ein werkzeugfertigendes Tier. Allerdings wissen wir von Roberts, dass sich Gattungsgruppen bewusst und ausschließlich für ihre Existenzform entschieden, bevor sie sich physisch zu manifestieren begannen. Jede Spezies unterliegt bestimmten Merkmalen und biologischen Programmierungen, die quasi im Physischen getestet werden. Gattungswechsel sind Roberts zufolge nur innerhalb einer Klasse möglich, wobei der Mensch eine eigene stelle. [Lit 186, 191]
  4. Wenn Reinkarnationen existieren, dann ist von einem steten Ungleichgewicht von Angebot physischer Lebensmöglichkeiten und der Nachfrage auszugehen. So übersteigt laut Meek die Nachfrage nach physischen Lebenszyklen in unserem Lebenssystem derzeit das Angebot.
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