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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 3: Klassische Sterbeforschung
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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8374 9455 133)


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Kapitel 3.1.: Vordenker (Verlauf der Orientierungsphase)

Dieser dritte Band zeigt also, wie der im zweiten Band beschriebene Aufbau der geistigen Vorstellungswelt von Betroffenen subjektiv in der niederen Bewusstseinssicht (vgl. Bd.2) erlebt wird. In der höheren Bewusstseinssicht wären physische wie geistige Vorstellungswelten ausgeblendet und nur noch die diesen zugrunde liegenden Energieströme sichtbar. Es wäre gleichsam eine objektive Betrachtung der physischen wie der geistigen Welt. Doch auch für die Wenigen, welche sich mental sehr gut von ihrer alten Rolle lösen und Energieströme wahrnehmen, gibt es im Verlauf des Übergangs die in diesem Band beschriebene Lebensrückschau sowie möglicherweise auftretende Probleme und Auswege hieraus.

Dabei sollte vom Leser stets Roberts Mahnung beachtet werden, vor allem die hier beschriebenen negativen Verläufe nicht zu deutlich zu visualisieren. Registrieren Sie einfach, dass es sie gibt und vergessen Sie diese dann wieder. Denn andernfalls könnte die Realitätserwartung des Lesers mit negativen Inhalten gleichsam programmiert werden, was ihn dann erst in nachteilige Verläufe führt. Denn wir projizieren mit unseren schöpferischen Energien unsere deutlichen Vorstellungen und Erwartungen in alle Richtungen der Zeit - und damit auch in die Zukunft - und erleben sie, in der geistigen Welt jedoch ohne den vertrauten zeitlichen Verzug (vgl. Bd.zero). So ist jede Form von Leid wie auch Krankheit Ausdruck unterdrückter Probleme und damit ein Nebenprodukt des Lernprozesses, mit schöpferischen Energien umzugehen, von uns selbst geschaffen und als solche neutral:

"Leid an sich ist nicht gut für die Seele [A.d.V.: Wesenheit], es sei denn ihr würdet dadurch lernen, ihm ein Ende zu setzen." [Lit 191]

Insbesondere zu Lebzeiten geistig sehr aktive und emotionsfreie Menschen (vgl. Bd.2) sind gedanklich zu beweglich, um in einem beliebigen geistigen Zustand und damit an einer beliebigen Position in der Orientierungsphase passiv zu verharren. Diese erleben zwar einen weniger schematisch verlaufenden Übergang in die geistige Welt, sind dafür eher in der Lage, unangenehme Zustände durch ein Ausdehnen ihres Bewusstseins über eine neue Fokussierung zu verlassen. Sie sind eigenständiger, aber auch einsamer. Fehlt ihnen das Interesse an der niederen Bewusstseinssicht, nehmen sie Vorstellungswelten nach Ingrisch nur dann wahr, wenn sie sich bewusst in diese hineinbegeben. Andernfalls erscheinen sie ihnen von außen betrachtet als überschaubare, vielfarbig glitzernde Wolken aus Bewusstseinsenergie, in der sie jedoch einzelne Identitäten wahrnehmen und mit ihnen kommunizieren können [Lit 142].

Zwar ist der Unterbewusstseinsanteil des persönlichen Bewusstseins1 einer Aussendung der Wesenheit (vgl. Bd.2) mit beiden Betrachtungsarten vertraut, doch dominiert aus alter Gewohnheit meist der in der geistigen Welt fremdelnde Wachbewusstseinsanteil, welcher mit keiner der beiden Sichtweisen auf Anhieb zurechtkommt. Hierdurch wird das Hänseln dieser ungewohnten Lebensumgebung ebenso erschwert, als wenn das Unterbewusstsein eines erstmals Betrunkenen dessen physisches Leben bewältigen soll - es bedarf der Übung (vgl. Bd.4).

Gelegentlich beziehe ich mich auf Schriften des Tibetischen Totenbuchs [Lit 32], weil diese einige Erscheinungen am genauesten erläutern und einen plausiblen Gesamtzusammenhang herstellen. Man könnte sagen, dass vor eintausendzweihundert Jahren eine wissenschaftliche Untersuchung stattfand, die in den Schriften des Tibetischen Totenbuchs mündete und seither im Detailreichtum nur von Roberts (Seth) Aussagen übertroffen wurde.

Tibetische Mönche wollten an sich selbst erfahren, welche Zustände das Wachbewusstsein kurz nach dem Tod erfährt. Sie nannten diese Bardo. Ihre Absicht war nicht Neugier, sondern der altruistische2 Wunsch, den Menschen für den Sterbeprozess hilfreiche Informationen an die Hand zu geben. Nach gründlicher geistiger Vorbereitung nahmen sie es auf sich, für lange Zeit völlig isoliert in dunklen Höhlen zu leben, um die Projektionen3 des Geistes im Zustand des Übergangs zu studieren. Dabei gab es jedoch immer Kontrolle und Führung über Kontakte zur Außenwelt, um zu vermeiden, in der physischen Realität verrückt zu werden. Durch die Verbindung zu ihren lebenden Körpern war ihren Wachbewusstseinen zudem ein endgültiges Übergehen in diese rein geistige Welt nicht möglich. Das Ergebnis dieser Studien sind die sechs Schriften des Tibetischen Totenbuchs. Diese sind eine subjektive Beschreibung einiger Realitäten dieses Zustands und eine profunde Anleitung zur Kontrolle der halluzinatorischen Projektionen des Geistes, welche durch eigene Bewusstseinsinhalte wie Ängste oder auch sehr schöne Phantasien hervorgerufen werden.

Ein solches Experiment scheint auf den ersten Blick für einen jeden leicht zu bewerkstelligen. Doch denken Sie nur einmal daran, wie ihnen nach einem Regentag in einem viel zu kleinen Appartement am Ferienort, allein und ohne Ablenkung durch Smartphone, Computer, Fernseher oder Kontakt zu anderen Menschen, die Decke auf den Kopf fällt. Diese umgangssprachliche Umschreibung bedeutet nur, dass Isolation häufig in der Psyche unterdrückte Konflikte, Aggressionen, Ängste und depressive Gedanken freilässt. Wie viel schwerer muss es also für die aufgrund irgendwelcher Unzulänglichkeiten in der geistigen Welt festsitzenden Verstorbenen sein, nur auf sich fixiert zurechtzukommen.

Wer aus einem ruhigen kontemplativen4 Leben scheidet, spürt nur wenig Veränderung. Im physischen Leben vermeiden jedoch die meisten Menschen eine kontemplative Stille, in der sie zu sich selbst kommen und ihren Geist klären könnten. Ablenkungen bewahren uns davor, uns schon zu Lebzeiten mit uns selbst auseinandersetzen zu müssen. Was soll denn das Hören lauter Musik mit emotionalen Texten oder das Betäuben des Wachbewusstseins mit Alkohol anderes sein als Ablenkungen von Reflektionen des Geistes und möglicherweise einer subjektiv empfundenen Trostlosigkeit menschlichen Seins? Wir beschäftigen folglich ängstlich besorgt den Geist mit Emotionen, welche jedoch beständig angeheizt werden müssen, um ihn zu interessieren.

Fast zur gleichen Zeit wie die Buddhisten reflektierten die alten Griechen über den Werdegang des Bewusstseins nach dem physischen Ableben. Platon wurde mit seinen Schriften zum wohl wichtigsten Bewahrer des philosophischen Erkenntnisstands seiner Zeit. In 'Phaidon' hielt er diesbezügliche Reflexionen seines Lehrers Sokrates fest, welche dieser äußerte, kurz bevor sein Todesurteil vollstreckt wurde.

Seine Aussagen fügen sich reibungsfrei in die Erkenntnisse der Buddhisten wie auch der neueren Sterbeforschung ein. Ich zitiere ihn im Folgenden zur Einleitung der Darstellung verschiedener Verläufe im Sterbeprozess etwas ausführlicher. Denn seine Aussagen belegen, dass unter den großen Vordenkern aller Zeiten Einigkeit herrscht über unterschiedliche Verläufe in Abhängigkeit vom Grad der Anhaftung an die physische Welt. Zur besseren Lesbarkeit habe ich Platons Text wie auch schon sein Höhlengleichnis im Band 2 sprachlich vereinfacht und seinen Dialog in einen Monolog verwandelt. Sokrates spricht übrigens von der 'Seele', die wir in unserer Sprachregelung und diesem Kontext als Wachbewusstsein bezeichnen würden. Weil es ein längerer Auszug ist, zeige ich einleitend den jeweiligen Gegenstand der Betrachtung an.

Sokrates sprach:

[Gegenstand 1: Schicksal der spirituell Hochentwickelten]

Die Seele also ist das Unsichtbare und sich an einen anderen, eben solchen Ort begebende, der edel und rein und unsichtbar ist, nämlich in die wahre Geisterwelt zu dem guten und weisen Gott [...] Sollte diese, wenn sie von dem Leib getrennt ist, sogleich verweht und untergegangen sein, wie die meisten Menschen sagen? Daran fehlt wohl viel! Vielmehr verhält es sich so: Wenn sie sich rein losmacht und nichts von dem Leib mit sich zieht, weil sie mit gutem Willen nichts mit ihm gemein hatte im Leben, sondern ihn floh und in sich selbst gesammelt blieb und dies auch immer im Sinn hatte, dann philosophierte sie recht und war darauf bedacht, leicht zu sterben.

Also, die Seele, welche sich so verhält, geht zu dem ihr ähnlichen, zu dem Unsichtbaren, dem Göttlichen, dem Unsterblichen und Vernünftigen. Dort wird sie glückselig sein und von Irrtum und Unwissenheit, Furcht und wilder Liebe und allen andern menschlichen Übeln befreit. So dass sie, wie es bei den Eingeweihten heißt, die übrige Zeit mit Göttern lebt.

[Gegenstand 2: Schicksal der spirituell Uninformierten]

Wenn sie aber befleckt und unrein von dem Leib scheidet, weil sie eben so lange mit diesem verkehrt und ihn gepflegt und geliebt hat und von ihm bezaubert gewesen ist, gleichwohl von Lüsten und Begierden, so dass sie glaubt, es gäbe nichts anderes als das Körperliche, was man betastet und sieht [...] und zur Liebe gebraucht und wenn sie andererseits das für die Augen unsichtbare, für die Vernunft hingegen fassliche, mit Weisheitsliebe ergreifbare ablehnt, scheut und fürchtet, dann bleibt sie durchzogen von dem Körperlichen, weil sie durch das ununterbrochene Zusammensein mit dem Leib und der vielen Sorge um ihn mit diesem gleichsam zusammengewachsen ist.

Dies macht die Seele unbeholfen und schwerfällig, irdisch und sichtbar, so dass diese wieder zurückgezogen wird in die sichtbare Gegend aus Furcht vor dem Unsichtbaren und der Geisterwelt. So dass sie, wie man sagt, an Denkmälern und Gräbern umherschleicht, an denen daher auch allerlei dunkle Erscheinungen von Seelen gesehen worden sind. Solche Seelen müssen Schattenbilder darstellen, weil sie nicht rein vom Körper abgelöst sind, sondern weiter Teil haben an dem Sichtbaren, weshalb sie denn auch gesehen werden.

Und freilich leuchtet auch ein, dass dies nicht die Seelen der Guten sind, sondern der Schlechten, welche um dergleichen gezwungen sind herumzuirren, Strafe leidend für ihre frühere Lebensweise, welche schlecht war. Und so lange irren sie herum, bis sie durch ihre Begierden des sie noch begleitenden Körperlichen wieder gebunden werden in einen neuen Leib. Und natürlich werden sie darin von solchen Sitten gebunden, deren sie sich befleißigt hatten im letzten Leben.

[Gegenstand 3: Göttliche Führung]

Das würde sich nicht ziemen. Darum sagen auch alle, die für ihre Seele Sorge tragen und nicht für der Leiber Bildung und Bedienung leben, Fahrewohl und gehen nicht gleichen Schrittes mit denen, die nicht wissen, wohin sie gehen. Sie erkennen, dass sie nichts tun dürfen, was der Philosophie, der Erlösung und Reinigung durch sie zuwider wäre. Sie, wenden sich der Philosophie zu, dieser folgend, welche sie führt.

Es erkennen nämlich die Lernbegierigen, dass, wenn ihre Seele sich fest gebunden im Leib und diesem anklebend vorfindet, diese gezwungen ist, wie durch ein Gitter durch diesen das Sein zu betrachten. Sie ist jedoch nicht allein und indem sie sich daher in aller Torheit umherwälzt und die Gewalt dieses Kerkers erkennt, wie er andererseits auch eine Lust ist, sorgt der Gebundene nach seinem Ableben selbst am meisten dafür, um wieder an einen Leib gebunden zu werden.

Die Lernbegierigen erkennen, dass, indem die Philosophie sich ihrer Seele annimmt, diese der Seele gelinde zuspricht und versucht, sie zu erlösen, indem sie zeigt, dass alle Betrachtung durch Augen, Ohren und die übrigen Sinne voll Betrug ist. Die Philosophie überredet deshalb die Seele, sich von den sinnlichen Eindrücken zurückzuziehen soweit es nicht notwendig ist, sich ihrer zu bedienen und ermuntert sie, sich stattdessen in sich selbst zu sammeln, zusammenzuhalten und nichts anderem zu glauben als dem, was die Seele selbst von den Dingen an und für sich schaut. Was sie dagegen vermittelst eines anderen wie beispielsweise eines Körpers betrachtet, wird in jeglichem Anderen wieder ein anderes. Das Wahrnehmbare und Sichtbare ist daher für nichts Wahres zu halten. Was sie dagegen selbst sieht ist das Denkbare und Unsichtbare. Dieser Befreiung nun glaubt des wahrhaften Philosophen Seele nicht widerstreben zu dürfen und enthält sich deshalb der Lust, der Begierde, der Unlust und der Furcht, soviel sie kann. [Platon Lit. 33 'Phaidon' ab 80D]

Platon nahm fälschlich an, dass nicht Philosophierende in der Tierwelt reinkarnieren. Dank Roberts äußerst schlüssiger und präziser Aufzeichnungen kann es als gesichert gelten, dass jedes Lebewesen nur innerhalb seiner Gattung reinkarniert, wobei der Mensch eine eigene Klasse bildet. Zudem wäre andernfalls dieser Planet ein Ort mit fast ausschließlich spirituell hochstehenden, altruistischen5 und besonnenen Menschen, was er de facto nicht ist.

Halten wir jedoch fest, dass

die Annahme einer Wiedergeburt postulierten6 und je nach Zustand des Wachbewusstseins von sehr unterschiedlichen Verläufen nach dem Ablegen des physischen Körpers sprechen. Wer also den glatten Durchgang zu Beginn der Orientierungsphase nicht schafft, hat ein Problem.

Der Aufenthalt in der geistigen Welt der Energieschicht II besteht also aus zwei Phasen: Einer Orientierungs- und einer Reflexionsphase. In der Orientierungsphase geht es darum, die Energieebenen 25 bis 27 zu erreichen, um dann unter der Betreuung spirituell Höherstehender in der anschließenden Reflexionsphase die Weiche zu stellen - entweder in einen anschließenden geplanten Lebenszyklus oder nach Abschluss der spirituellen Höherentwicklungen (vgl. Bde. 6&8) zur Rückkehr in die einst aussendende Wesenheit der nachfolgenden Energieschicht III. Ob die Reflexionspause überhaupt zur Reflexion über den letzten Lebenszyklus und den weiteren Werdegang genutzt wird, hängt vom Zustand des persönlichen Bewusstseins ab. Manch einer geht auch aus der Orientierungsphase heraus direkt in einen neuen Lebenszyklus.

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