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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band zero: Die Kraft des Bewusstseins - Wie wir in jedem Moment unsere Realität bilden


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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 2830 378)


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Kapitel 7.1.: Verzweigen der physisch projizierten Realität (Wahrscheinlichkeitslinien)

Jedes Selbst spinnt, wie Roberts (Seth) sagt, sowohl individuell als auch in vielen kollektiven Gruppen sein eigenes Wirklichkeitsgewebe zurecht, aus dem in jedem Gegenwartsmoment alle von dort aus möglichen Entwicklungen hervorquellen. Intensive emotionale oder mediale Gedanken, Absichten und Vorstellungen wie auch der sachlich knappe Wille des Wachbewusstseins ziehen aus allen wahrscheinlichen Ereignissen diejenigen an, welche ggf. mit zeitlichem Verzug als physische Realität erfahren werden.

Im Detail betrachtet sieht es so aus: Energieanteile des Wachbewusstseins, welche variierte Verläufe oder Ereignisse in Erwägung ziehen, bewegen sich mit den intensiven emotionalen oder medialen Gedanken, Absichten und Vorstellungen (dem Willen) bereits in sie hinein und verstärken diese mit ihrer Energie. Sie liefern zugleich dem Wachbewusstsein Empfindungen und Bilder der bislang nur wahrscheinlichen Entwicklungslinien zurück, die häufig als Präkognitionen gedeutet werden.

Innerhalb des Wachbewusstseins konkurrieren die verschiedene Verläufe oder Ereignisse bevorzugenden Anteile miteinander. Wird der bislang dominierende Anteil von einer Alternative überzeugt oder gar verdrängt, ist dies mit einem Verlassen der bisherigen Wahrscheinlichkeitslinie verbunden. Der obsolete Verlauf wird dennoch weiterverfolgt von demjenigen Anteil des Wachbewusstseins, welcher nichts ändern wollte. Dieser wird augenblicklich zum dominierenden Wachbewusstseinsanteil im alten Verlauf.

In jeder noch so kleinen Entscheidungssituation teilen sich augenblicklich vom gegenwärtigen Realitätssystem diejenigen sämtlicher Alternativen ab. Jede Alternative erhält eine vollgültige geistige oder physische Realität. Es ist nicht übertrieben, wenn Roberts sagt, dass wir die Schöpfer unzähliger Welten sind. Schwächere Entwürfe sind zunächst nur geistig, bis sie durch Energiezufuhr über erneute Fokussierung zum Physischen verdichtet werden. Gewissermaßen gelangen sie so aus dem Traumzustand in physische Realität.

All diese wahrscheinlichen Variationen und alle sonstigen Sphären (vgl. S.95) mit ihren Realitätssystemen existieren innerhalb unserer Psyche. Es gibt kein Außerhalb in diesem System. Roberts bringt es auf den Punkt, wenn sie sagt, dass alle unterschiedlichen physischen und geistigen Realitätssysteme nur das Resultat unterschiedlicher, jeweils einzigartiger Fokusse des Bewusstseins sind.

Das, was ein Bewusstseinsfokus in einem Realitätssystem wahrnimmt, hängt desweiteren ab von der jeweiligen physischen Körperstruktur sowie dessen bisherigen Erfahrungen - das Wahrgenommene wird nur innerhalb der bereits erlangten Erfahrungen sowie der Glaubenssätze der Eltern als Erstausstattung nach der Geburt interpretiert. [Lit 191]

Folglich sind Aussendungen einer Wesenheit im Grunde stets und immer innerhalb dieser Wesenheit. Und diese wiederum mit allen anderen Wesenheiten innerhalb von All-das-was-ist. So bewegen wir uns immerwährend nur innerhalb unserer Psyche, auch wenn wir alternative Verläufe bevorzugen.

Wir fokussieren und identifizieren uns stets nur mit einem kleinen Teil unserer Psyche. Und zwar demjenigen mit seinem speziellen Fokus, für den wir uns gerade entscheiden. So beinhaltet jede Entscheidung auch eine Bewegung innerhalb der Psyche, wie schon jede Bewegung im Raum unseres Realitätssystems primär eine Bewegung innerhalb der Psyche ist. [Lit 191]

Die alternativen Verläufe mit ihren vollgültigen Realitätssystemen erleben wir nicht als unsere Realität, weil wir uns nicht mit den Glaubenssätzen und Absichten der diese in Erwägung ziehenden Wachbewusstseinsenergie identifizieren wollten. [Lit 191]

Ein Beispiel: Es sind intensive emotionale sowie mediale Gedanken und Vorstellungen im Spiel, wenn wir einen Umzug in Erwägung ziehen. Wir sehen uns schon in dem favorisierten Objekt leben und stellen uns vor, wie es dort wäre. Damit wird bereits ein Teil unserer psychischen Wachbewusstseinsenergie in dieses Objekt projiziert. Wir füttern damit diesen wahrscheinlichen Verlauf mit Energie. Geistig gehen also vor allen Entscheidungen Teile unseres Wachbewusstseins sprichwörtlich in die Alternativen hinein.

Selbst wenn sich die dominierende Wachbewusstseinsenergie über den Widerstand schwächerer Anteile gegen das Objekt entscheidet, verfolgt der unterlegene Wachbewusstseinsanteil diese Wahrscheinlichkeit weiter. Denn die in das Objekt projizierte Energie kann nicht mehr zurückgezogen werden und wird zum vollgültigen Wachbewusstsein der Identität in diesem abgezweigten Realitätssystem. War die in die Alternative projizierte Energie schwach, bleibt dieser Verlauf bis zu einer energetischen Verstärkung nur eine geistige Vorstufe des Physischen, gleichsam eine Traumrealität.

Obwohl wir uns auf diese Weise unendlich teilen, erkennen wir in jedem Moment unseres Erdenlebens nur eine Ereignisreihe als die Unsrige an, fokussieren diese und ignorieren sämtliche vollgültigen alternativen Verläufe. Das ist sehr schade, weil intuitive oder träumerische Einblicke in diese uns mehr über unser Bewusstsein verraten, als dieses Buch sagen kann. Im Grunde sind auch alle anderen Antworten auf unsere Fragen ebenso in uns. [Lit 191]

Ohne Unterlass treffen wir kleine und große Entscheidungen zu Handlungen und akzeptieren oder verwerfen Ereignisse. Unserem Wachbewusstsein geht durch diese Abspaltungen keinerlei Energie verloren, es wird nicht geschwächt. Roberts schreibt hierzu:

"Jede geistige Tat schließt eine neue Wirklichkeitsdimension auf. In gewissem Sinne gebiert der geringste Gedanke von euch Welten." [Lit 184]

Sie nennt derartige Verzweigungen Wahrscheinlichkeitslinien und die dazugehörigen vollgültigen Welten Wahrscheinlichkeitssysteme:

"Aufgrund eurer psychologischen und seelischen Struktur gibt es in eurer reichen Innenwelt eine buchstäblich unendliche Vielfalt von etwas, das man wahrscheinliche Selbst (ich meine die Mehrzahl) nennen könnte. In der einen oder anderen Realität werden sie ohne Ausnahme erfahren. In eurem gegenwärtigen Leben macht ihr jedoch nur von solchen psychologischen Eigenschaften und Fähigkeiten Gebrauch, die ihr zu haben glaubt [...] Ihr wählt daher von jenen nichtphysischen wahrscheinlichen Ereignissen nur solche aus, zu denen ihr eine Affinität habt [...] Im allerpersönlichsten Sinne erschafft jedes Individuum seine eigne Welt. Eure biologische, kreatürliche Ausrüstung steuert eure kollektiven Erfahrungen hinreichend so, dass [A.d.V.: hierbei] eine Übereinstimmung erzielt wird, dies trifft aber nur sehr allgemein zu." [Lit 184]

Aus Sicht unserer vielen wahrscheinlichen Selbst befinden wir uns auf einer alternativen Wahrscheinlichkeitslinie. Zwar werden im Schlafzustand bevorstehende Ereignisse vorgewählt, doch treffen wir auch unablässig im Wachzustand Entscheidungen.

Ein heutiger Physiker würde es in seiner derzeit unvollständigen Vorstellung von dem, was ein Universum ist, möglicherweise so formulieren:

Doch kommen wir mit diesen sich nur langsam entwickelnden Konstruktionen der Physik nicht weiter. Sie hat noch nicht erkannt, dass es auch das 'aktuelle Wahrscheinlichkeitssystem' an sich nicht gibt. Und ohnehin kein feststehendes Universum, wie bereits oben ausgeführt.

Denn jeder individuelle Raumzeitschlauch jedes Individuums verläuft von Planck-Zeit zu Planck-Zeit höchst dynamisch durch Schnittstellen aller jeweils möglichen Wahrscheinlichkeiten. Jeder Gegenwartsmoment ist ein Schnittpunkt aus allen hier möglichen Verläufen. Wir sind zu jeder Zeit also richtiger in einem Muster aus Realitätssystemen unterwegs als in einem Realitätssystem. Und physisch wird das Ganze ohnehin erst durch eine Projektion der äußeren Sinne des an sich geistigen Körpers des Betrachters. So macht ein Abgleich der hier vermittelten Annahmen mit den heutigen Erkenntnissen der Physik wenig Sinn.

Doch zurück zur Realitätsbildung. Alles, was wir andenken, bekommt also eine vollgültige geistige oder physische Realität. So ergeben sich schon in kurzen Zeitspannen vielfältige vollgültige Variationen des erlebten Verlaufs. Roberts weiter:

"Alle wahrscheinlichen Variationen jeglicher Realität in ihrem allerkleinsten Aspekt existieren jetzt. Ihr flechtet euch ständig in Wahrscheinlichkeiten hinein und aus ihnen heraus und wählt dabei aus. Die Zellen in eurem Körper tun das auch [...] Obwohl der Körper dauerhaft und von einem Moment zum nächsten zu existieren scheint, ersteht er im Grunde ständig aus dem Lager der Wahrscheinlichkeiten, schwebt um euren Jetzt-Punkt der Wahrnehmung und Erfahrung, und seine augenscheinliche Stabilität hängt von der Kenntnis der 'künftigen' wie der 'vergangenen' Wahrscheinlichkeiten ab." [Lit 190]

Ohne künftige Wahrscheinlichkeiten gäbe es keine Gegenwartspunkte. Aus der im Band 2 beschriebenen 'höheren Bewusstseinssicht' heraus betrachtet, in der nur die allem zugrundeliegenden Energieströme wahrgenommen werden, könnte man es so beschreiben:

"Der Körper ist, wie erwähnt, ein elektromagnetisches Muster, schwebend und ausbalanciert in einem Netz von Wahrscheinlichkeiten, das an einem Kreuzungspunkt in Raum und Zeit als körperlich erfahren wird." [Lit 190]

Ein Wachbewusstsein kann, indem es sich in Alternativen hinein denkt oder richtiger hinein projiziert, deren wahrscheinliche Verläufe einsehen, gleichsam einen Schnappschuss von ihnen machen und am Ende entscheiden, welchem es folgen will. [Lit 190]

Es gibt also weder

Das Universum als solches liefert wie schon beschrieben nur die energetische Grundlage für alle Sphären mit all ihren wahrscheinlichen Verläufen.

In jedem Augenblickspunkt kreuzen sich die unzähligen Wahrscheinlichkeitslinien aller Individuen. Andere Menschen erscheinen in unserer individuellen Wahrnehmung und verschwinden wieder - manche für immer. Denn eben war der Andere noch von dieser seiner Wahrscheinlichkeitslinien, jetzt ist es der nur scheinbar selbe Andere von einer anderen seiner Wahrscheinlichkeitslinien. Und hat folglich einen variierten Erfahrungshintergrund. Denn weil die Ereignisse auf jeder Wahrscheinlichkeitslinie unterschiedlich ausfallen können, unterscheiden sich auch die Erinnerungen, Erfahrungen und Einstellungen der parallelen Individuen.

Wenn sich ein alter Freund an völlig andere gemeinsame Erfahrungen, Einstellungen und Ereignisse erinnert als man selbst, dann deswegen, weil er völlig andere Erfahrungen, Einstellungen und Ereignisse mit einem oder mehreren unserer wahrscheinlichen Selbst auf variierten Wahrscheinlichkeitslinien erlebt hat.

Und umgekehrt: Das, was wir als unseren Freund wahrnehmen, ist mal dieser, mal jener. Unsere Erfahrungen werden wie oben von Roberts gesagt von unserem Nervensystem so gesteuert, dass eine nur grobe allgemeine Übereinstimmung der Erfahrungen alles Seienden erzielt wird. Das schließt die Natur ebenso wie auch Pflanzen, Insekten und Tiere ein.

Wir sollten uns im direkten Kontakt stets fragen, welches der parallelen Selbst unseres Freundes uns gerade erscheint. Doch weil die Naturwissenschaften mit ihrer derzeitigen Deutungshoheit alle Hinweise hierauf und auf den Einfluss des Geistigen auf unsere Existenz überhaupt ausblenden, verschließen sowohl die Wissenschaftler in ihren Forschungen als auch alle im Geiste der Wissenschaften Sozialisierten vor der Vielzahl augenfälliger Unstimmigkeiten die Augen.

Es geschieht immer wieder, dass ein verzweigtes Selbst einer Identität später in ihrem Lebenszyklus wieder die gleichen Ereignisse wie das ursprüngliche als gültig erklärt und somit auswählt. Dann vermischen sich deren Wahrscheinlichkeitslinien wieder zu einer. Das Wachbewusstsein hat dann zwar theoretisch Zugriff auf zwei alternative Erinnerungen, der Verstand lässt diese jedoch aufgrund der Glaubenssätze des Individuums nicht nebeneinander gelten und bevorzugt einen erinnerten Verlauf. [Lit 190]

Dies kann beispielsweise schon der Fall sein, wenn man sich morgens intensiv mit der Frage quält, sich gesundheitlich angeschlagen durch einen Arbeitstag zu schleppen oder besser Zuhause zu bleiben. Die verschiedene Positionen vertretenden Teile der Psyche erleben beide ihre vollgültigen Erfahrungen in unterschiedlichen Frequenzspannen in der Kulisse desselben Realitätssystems und können nach Wiederaufnahme der Arbeit aufs Neue problemlos und unmerklich in einer Frequenzspanne zusammenfließen.

Um dies weiterzuspinnen: Nun mag der Zuhausegebliebene seinen Freund anrufen und etwas mit ihm klären. Nach der Wiedervereinigung könnte der Verstand die zur Arbeit gegangene Variante bevorzugen und erinnert sich folglich nicht an das Gespräch und die Abmachung, was den Freund aufbringt.

Fazit: Es gibt also in jedem Augenblickspunkt eine Auswahl alternativer und irgendwie variierter Verläufe, die uns innerhalb unseres Realitätssystems zur Verfügung stehen sowie weitere alternative Verläufe mit Abweichungen, die eine Rückkehr zur Ausgangs-Wahrscheinlichkeitslinie nicht zulassen. Letzteres versetzt das Ich in ein paralleles Realitätssystem mit einem wahrscheinlichen Planeten Erde innerhalb unserer Sphäre.

Dies alles erscheint weniger absurd, wenn wir Roberts folgen und davon ausgehen, dass sämtliche

in jedem Moment genau hier an dieser Position im projizierten Raum existieren. Wir nehmen andere Zeiten, andere Erden und andere Wahrscheinlichkeiten nicht wahr, weil sie in anderen Frequenzbereichen pulsieren. Sämtliche Realitäten sind gleichsam ineinander gefaltet und können mit einem einzigen Fokus nicht überblickt werden.

Unser Fokus der Aufmerksamkeit ist naturgemäß auf das Energiemuster unserer physischen Realität und darin wiederum auf einen Gegenwartspunkt der reellen Zeit eingestellt. Da sich alles Existierende eng gefaltet überlagert, reichen schon kleine Fokusverschiebungen aus, um eine andere Realität wahrzunehmen.

Hierzu ein Beispiel: Nehmen wir an, Sie sind völlig erschöpft. Und lassen sich auf einem Stuhl nieder und schließen die Augen. In diesen kurzen Momenten der völligen Entspannung, der Nicht-Fokussierung des Physischen und des Nicht-Denkens ziehen scheinbar zusammenhanglose Bilder am geistigen Auge vorbei. Wir haben sie uns nicht vorgestellt, sie kommen einfach, blass und wenig deutlich, schnell wechselnd. Würden wir nur eines dieser Bilder konzentriert zu fokussieren in der Lage sein, dann würde sich uns die dazugehörige physische Realität und reelle Zeit erschließen. [Lit 191]

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