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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band zero: Die Kraft des Bewusstseins - Wie wir in jedem Moment unsere Realität bilden


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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 2830 378)


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Kapitel 18: Fragment-Persönlichkeiten als Projektionen emotionaler Persönlichkeitsanteile

Fragment-Persönlichkeiten sind entweder durch ein fragendes Interesse oder unkontrolliert nach außen projizierte Energieanteile eines Selbst. Sie haben zwar die Gestalt der aussendenden Identität, ihr Aussehen ist jedoch deutlich beeinflusst durch ihre eigene, gegebenenfalls abweichende Weltsicht.

Sie bestehen aus der Energie räumlich gelöster, emotional aufgeladener Persönlichkeitsanteile, welche bei entsprechender Stärke für andere Lebewesen visuell sichtbar sein können. In der Regel werden sie jedoch von anderen gar nicht registriert. Und wenn, dann primär über innere Sinne. Nur wenn die Energie der Fragmentpersönlichkeit sehr stark ist, wird sie auch in der jeweiligen Dichte ihrer Stofflichkeit über den Sehsinn wahrgenommen. Sie kann von durchscheinend bis physisch fest in jeder Abstufung erscheinen.

Ihre Energiegrundlage und materielle Dichte ist also meist zu gering, um physische Festigkeit zu erlangen. Einmal abgespaltene Energien kehren nach Roberts (Seth) nicht zurück, sondern führen fortan ein Eigenleben unabhängig von der Ausgangs-Identität. Die sehr starken Fragmentpersönlichkeiten verzweigen in geistige Vorstufen eigener Wahrscheinlichkeitslinien, wenn ihre Energie mindestens konstant ist.

Wir senden bereits derartige Energieanteile unserer Psyche aus, wenn wir uns in einer unbekannten Gegend befindlich fragen, welcher Weg oder welche Straße für einen Spaziergang interessanter ist. Aus unserem Selbst herausprojizierte Energieanteile gehen hierbei in die verschiedenen Alternativen hinein und liefern intuitive Eindrücke zurück, welche die Entscheidung erleichtern.

Da sie nicht im üblichen Sinne 'zurückkehren', fahren sie bei ausreichender emotionaler Stärke fort, weiter zu erkunden, wie es denn auf dieser verzweigenden Wahrscheinlichkeit weitergegangen wäre. So begehen sie jeweils eigene verzweigte Wahrscheinlichkeitslinien, jedoch noch innerhalb des urprünglichen Wahrscheinlichkeitssystems. Sie können hierin physische Realität erlangen oder auch nicht.

Die Wahrscheinlichkeitslinien fließen in unserem Beispiel des Spaziergangs am Abend wieder zusammen, wenn alle wahrscheinlichen Selbst fortan wieder den gleichen Verrichtungen nachgehen. Oder bleiben separiert, wenn eines einen Unfall erleidet oder sonst wie aus dem geplanten Verlauf gerissen wird.

Im Band 4 nenne ich Meckelburgs Beispiel einer Lehrerin, welche im Schulgarten arbeitete, während ihre Schüler alleine im Klassenzimmer Aufgaben erfüllten. Besorgt dachte sie immer wieder darüber nach, ob alle ordentlich arbeiteten. Ihr fragendes Interesse sandte einen Teil ihrer Persönlichkeit zu den Schülern, um zumindest einen intuitiven Eindruck an das Wachbewusstsein zu liefern. Es war Energie ihrer Psyche, die im Klassenzimmer als Fragmentpersönlichkeit erschien. Diese überwachte also drinnen die Schüler, während sie im Garten weiter werkelte..

Dies sind also völlig normale, alltägliche Vorgänge. Ungewöhnlich ist am letzten Beispiel, dass diese Energie von mehreren Schülern wahrgenommen wurde. Das lässt darauf schließen, dass die wahrnehmenden Kinder versunken im Flow-Zustand arbeiteten, in dem das Unterbewusstsein konzentriert fokussiert wird.

Doch nicht immer sind solcherart wahrgenommene Geistkörper Fragmentpersönlichkeiten. Ein Beispiel:

Kurt Peipe - ein todkranker Gärtnermeister - erlebte während einer monatelangen Wanderung in einem ausgezehrten Zustand, wie er die Positionen wechselte. Mal sah er sich aus einem Schattenselbst heraus neben sich laufen und den schweren Rucksack tragen, mal war er im physischen Körper und sah neben sich seinen geistigen Körper unbeschwert laufen. [Lit 140]

In diesem Fall nahm sich das Wachbewusstsein mal über die äußeren körperlichen Sinne und mal über innere Sinne wahr. Denn in der nicht erweiterten, außerkörperlichen Erfahrung bewegt sich der zur Identität gehörige Geistkörper räumlich durchaus bis zu drei Meter vom physischen Körper fort, kann also parallel zum physischen Körper spazieren, wo der überraschte Peipe diesen wahrnahm.

Roberts nennt als eigenes Beispiel eine Materialisation von sich und ihrem Ehemann, die stattfand, als sie als junges, eher destruktiv denkendes Paar emotional in einer tiefen Krise steckten. Sie sahen verbitterte Versionen ihrer selbst in einem Nachtclub an einem anderen Tisch, als sie sich bewusst von krankmachenden destruktiven Emotionen lösen wollten und zum ersten Mal seit Langem Entspannung anstrebten. Beide distanzierten sich im Laufe des Abends in bewusster Reflexion von ihren destruktiven Persönlichkeitsanteilen und fokussierten ein dauerhaftes Anstreben von Freude und Spaß am Leben.

Hierdurch lösten sich die Energieblöcke der destruktiven Persönlichkeitsanteile aus ihren Identitäten und bildeten zwei eigenständige Fragmentpersönlichkeiten. Roberts (vgl. S.18) spricht ausdrücklich davon, dass hiermit keine symbolische Schöpfung, sondern eine wörtlich zu nehmende Vergegenständlichung gemeint sei. Diese Projektionen verzweigten in eine eigene Wahrscheinlichkeitslinie, als den beiden an diesem Abend die mentale Lösung von den besagten Emotionen gelang. Auf ihrer Ausgangs-Wahrscheinlichkeitslinie erschien es dem Paar, als lösten sich ihre Doppelgänger in Luft auf. [Lit 185]

Nach Seth hatte diese Situation jedoch eine Falle parat: Hätten die beiden ihre destruktiven Fragmentpersönlichkeiten nicht ignoriert, sondern interessiert fokussiert, wäre ihre jeweilige Handlungsdominanz an diese übergangen. Das, was man interessiert fokussiert, wird in die eigene Obhut genommen und zu einem Teil des Selbst. Die beiden waren jedoch von deren Ausstrahlung angewidert und lösten sich infolge um so deutlicher von deren Emotionen. Andernfalls wären ihre bislang dominierenden Persönlichkeitsanteile zu passiven Anteilen in deren Psychen geworden. [Lit 185]

Hier wurden durch den inneren Konflikt abgelehnte Ich-Anteile der Psyche verselbständigt und damit Fragmentpersönlichkeiten geschaffen, die bei interessierter Fokussierung Dominanz innerhalb der Identitäten bekommen hätten. Dann hätten sie durch Übertragung wesentlicher Persönlichkeitsanteile auf unveränderter Wahrscheinlichkeitslinie als vollgültige physische Menschen das Leben des jungen Paares fortgeführt. Freunde hätten sie wiedererkannt, aber auch Veränderungen festgestellt. Die ursprünglich dominierenden Ichs wären dann geistige Persönlichkeitsanteile ihrer Psyche.

Diese Episode erklärt eine von mehreren Wegen, auf denen ein starker geistiger Ich-Anteil des Selbst Führung erlangen kann. Ich empfehle, Ich-Wechsel nicht vorschnell von der Hand zu weisen, bis weitere Informationen in die eine oder andere Richtung führen.

Unstrittig ist nach Ingrisch, Roberts und Meckelburg, dass Fragmentpersönlichkeiten bestimmte emotionale Anteile des Bewusstseins repräsentieren. Sie können beispielsweise dem tiefen Wunsch nach Ausleben von Emotionen entspringen und sich um Kontakt zu lebenden Personen bemühen. In der Regel sind sie jedoch für physische Sinne nicht wahrnehmbar, weil nicht ausreichend mit Energie verdichtet. Fremde Unterbewusstseine nehmen sie jedoch bei Offenheit und Interesse wahr und senden Eindrücke an deren im Flow-Zustand befindlichen Wachbewusstseine.

Kinder sind für versunkene Wahrnehmungen über das Unterbewusstsein offener als Erwachsene, weil sie weniger derartige Eindrücke herausfilternde Glaubenssätze verinnerlicht haben.

Emotional stark aufgeladene Fragmentpersönlichkeiten können also nach Meckelburg und Roberts auch temporär über den Sehsinn wahrnehmbar sein. Roberts erklärt:

"Die Gefühlsfracht liefert das Muster und die Antriebskraft für solche Schöpfungen. Je nach Ausmaß der körperlich-materiellen Verwirklichung solcher Projektionen steuert der physische Körper des Schöpfers Anteile seines biochemischen Organismus bei. Proteine werden gebraucht und ein hoher Verlust an Kohlenhydraten tritt ein." [Lit 185]

Es sei der gleiche Schöpfungsprozess, der Geschwüre, einen Kropf und andere Veränderungen im Körper erzeugt, immer initiiert durch Unterdrückung, Verdrängung und Leugnung starker emotionaler Anteile des Selbst. Der Kropf ist dann beispielsweise die Projektion eines starken unterdrückten emotionalen Energieblocks. Die vom dominierenden Ich weder akzeptierten, noch assimilierten (Fn. S.209) Energieblöcke hätten auch nach außen projiziert als Fragmentpersönlichkeiten erscheinen können. Doch so stauen sie sich an bestimmten Körperstellen. [Lit 185]

Krankheit ist nach Roberts oft das Resultat als verboten erachteter und deswegen unterdrückter Gefühle. Geleugnete Angst kann beispielsweise Rückenschmerzen und anhaltende Besorgnis Krebserkrankungen auslösen (vgl. Bd. 7). Derartige Projektionen sind der misslungene Versuch, dem Wunsch des Wachbewusstseins nach Abschiebung Folge zu leisten. Doch Verdrängung führt nur zur Selbstverstärkung verdrängter Emotionen - sie gewinnen an Kraft, bis sie sich auf irgend eine Weise materialisieren.

Ein durch anhaltende emotionale Verstrickung unterdrückter Persönlichkeitsanteil kann also soweit an Energie gewinnen, dass er sich von dem dominierenden Ich löst und eine vollgültige Identität bildet. Für einen kurzen Zeitraum existieren beide physisch nebeneinander, bevor die Fragmentpersönlichkeit in ihr eigenes Raum-Zeit-Konstrukt mit individuellem Frequenzbereich abgleitet. Auch so entsteht eine verzweigende Wahrscheinlichkeitslinie.

In Roberts eigenen Beispiel fokussierten sich die beiden in einer Lebenskrise in bewusster Entscheidung auf eine positive Lebenseinstellung. Es war die auf einer Tanzveranstaltung getroffene Entscheidung, den gemeinsamen negativen Weltblick künftig durch Freude und Spaß am Leben zu ersetzen:

"In einer überfüllten und rauchigen Hotelbar schufen Jane und ich unbewusst physische 'Persönlichkeitsfragmente' von uns selbst- und standen ihnen dann Angesicht zu Angesicht gegenüber. In der neunten Sitzung am 18. Dezember 1963 erklärte Seth, was wir da getan hatten und bezeichnete unsere Schöpfungen als 'Fragmente von bitter gewordenen Selbsts, abgestreifte Materialisierungen der eigenen negativen und aggressiven Gefühle'. In der neunten Sitzung gebrauchte Seth auch zum erstenmal seinen Begriff 'wahrscheinliches Selbst'." [Lit 190]

Eine Fragmentpersönlichkeit kann also nur unter anhaltender Verstärkung ihrer Energien materielle Dauerhaftigkeit bekommen - im Physischen oder einer der geistigen Vorstufen. Dann jedoch bringt sie genauso selbstverständlich und auf die gleiche Weise wie das Wachbewusstsein ihre physische oder geistige Realität schöpferisch hervor und ist für das Ausgangs-Ich eine wahrscheinliche parallele Identität.

Nach Roberts Auffassung sind manche Menschen nur teilbewusst, gleichsam als physische Fragmentpersönlichkeiten im Leben aktiv, jedoch ohne Abspaltung von ihrer Ursprungs-Identität. Dies kann eintreten, wenn wesentliche Lebensaufgaben abgearbeitet sind und die Identität zurück in die geistige Welt gehen möchte, aber beispielsweise von Angehörigen noch zurückgehalten wird. Die Beteiligten können in einer dem Wachbewusstsein nicht erinnerlichen Traum-Kommunikation vereinbaren, dass der Betroffene zumindest teilbewusst noch im Physischen verbleibt. Der Hauptteil seiner Bewusstseinsenergie fokussiert dann durchgehend die geistige Realität. [Lit 188]

Oder der Betroffene möchte im Physischen nur noch seinen Kindern oder anderen Angehörigen beistehen. Der zurückgezogene Teil der Identität kann derweil in der geistigen Welt wachsen und reifen, während der im Physischen verbliebene Rest in seiner Entwicklung stagniert. In dem von Roberts genannten Beispiel verblieb weniger als die Hälfte der Persönlichkeit beim physischen Körper, der Großteil seiner Bewusstseinsenergie zog sich zurück. [Lit 188]

Derartige Übereinkommen sind im Wachzustand kaum erinnerlich, so dass sich Beteiligte in Unkenntnis dieser Vereinbarung am Gebaren des anderen aufreiben und Konflikte eskalieren können. Die physisch aktiven Teile der Persönlichkeit leben immer auch in Illusionen, denn "was der Geist weiß, nimmt das physische Selbst nicht wahr". [Lit 188]

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