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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band zero: Die Kraft des Bewusstseins - Wie wir in jedem Moment unsere Realität bilden


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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 2830 378)


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Kapitel 17: Lebensvorplanung oder Planlosigkeit

Oft entscheiden sich mental einander Nahestehende gemeinsam für eine neue Runde physischer Lebenserfahrungen. Sie legen ihre Rollen respektive Beziehungen, in denen sie zueinander stehen werden, ohne äußere Zwänge einvernehmlich fest.

Jeder lebt dann zwar in seinem individuellen Raumzeitschlauch, doch sind die Bewusstseine der kollektiv Aufgetretenen miteinander verknüpft, so dass es zu Berührungspunkten und Kontakten kommt. Die beteiligten Individuen können allerdings die Bedeutung einer Begegnung verleugnen. Beim ersten Kontakt, wie banal er auch entstanden ist, spüren sie jedoch, dass ihnen gerade jemand Bedeutsames begegnet ist. Verweigern die Beteiligten sich der Aufnahme einer Beziehung, wenden sie sich gegen den Plan, den sie anteilig mit entworfen haben.

Ohnehin ist das Wachbewusstsein eines im physischen Leben Stehenden der Schwachpunkt aller mehr oder minder hochtrabenden Pläne, die vor dem Eintritt in dieses gemacht werden. Man kann zwar vorab Zeit, Ort und Rahmenbedingungen des nächsten Lebenszyklus festlegen, jedoch nicht, ob die zusammengebastelte Konstellation zusammenfindet oder ob sie ausreicht, um die Wachbewusstseine zu den avisierten Lebenszielen zu führen.

Meist besteht schon vor dem physischen Leben eine Anziehung zwischen den Beteiligten, die aus vergangenen gemeinsamen Lebenserfahrungen resultiert und die verwandten Seelen zueinander hinzieht. Das erleichtert das Zusammenfinden der Gruppe. Roberts berichtet von der folgenden Konstellation, die hier beispielhaft angeführt werden soll:

Es ging dabei um eine Frau, die aufgrund selbst auferlegter künstlicher Schuld und dementsprechenden Glaubenssätzen Krankheiten an ihren Fortpflanzungsorganen ausbildete. Sie hatte ihr Kind nach der Geburt weggegeben und konnte nicht in Erfahrung bringen, ob es ihm gutgeht. Die Vorgeschichte war, dass sie im vorherigen Leben die Nichte ihres heutigen Sohnes war und ihn - wenn auch versehentlich - tötete, als er das Zaumzeug der Pferde einer Kutsche überprüfte, auf der sie saß. Sie erschreckte wegen irgendwas, schrie und zeterte, wodurch die Pferde in Panik gerieten. Dabei starb ihr Onkel.

Diese Frau hatte zwar keine tiefe emotionale Beziehung zu dem Verstorbenen, sie wollte dies jedoch wieder gutmachen, indem sie die Pforte wurde, durch die er wieder in ein neues physisches Leben eintreten konnte. Ihre damalige Schwester hing dagegen sehr an diesem Onkel, so dass sie sich hieran beteiligen wollte - sie wurde zu seinem physischen Erzeuger. Die emotionale Bindung der erstgenannten Frau an ihre damalige Verwandten war jedoch gering. Deshalb gingen sie im vorherigen gegenseitigen Einvernehmen in diesem Leben keine stabile Beziehungen ein. [Lit 188]

Hieran sieht man, dass vor dem physischen Leben gemachte Pläne, welche an Erfahrungen vergangener Leben anknüpfen, nur einen Rahmen vorgeben, in dem die beteiligten Wachbewusstseine mit freiem Willen agieren. Nur wer seinen tiefen Intuitionen (Fn. S.26) vertraut, wird den Plänen folgen können. Wenn es uns plötzlich und unerwartet zu einem uns unbekannten Menschen sehr stark hinzieht, ist dies ein innerer Impuls, auf diesen zuzugehen und einen länger dauernden Kontakt aufzubauen.

Unbewusstes latentes Wissen um die ursprünglichen Vereinbarungen sowie eine tiefe Vertrautheit aus früheren Beziehungsmustern steuert also das Verhalten der Beteiligten. Hat beispielsweise das künftige Paar schon vor den physischen Leben vereinbart, aus bestimmten Motiven keine Kinder zu bekommen, kann ein Partner in der Beziehung überreagieren aus Angst, diese Vereinbarung zu verletzen und damit das Erreichen davon abhängender Lebensziele zu erschweren. Und zwar ohne dass dem Wachbewusstsein diese Zusammenhänge gegenwärtig sind. [Lit 188]

Wenn man wie im obigen Beispiel einer natürlichen Schuld unterliegt und den Wunsch verspürt, den Fehler aus dem vergangenen Lebenszyklus auszugleichen, kann ein Ausgleich auch durch Unterstützung anderer Menschen erreicht werden. Schon die Entscheidung des Betreffenden, so etwas nie wieder zu tun, wäre ausreichend. Denn es gibt keine Schuld, die einen Ausgleich durch Handlung erfordert. 'Tu das nie wieder', ist die Botschaft der natürlichen Schuld (vgl. S.255). [Lit 188]

Das exemplarische Beispiel von Roberts enthält noch weitere interessante Aspekte. Der Protagonistin war die frühere Beziehung zum Erzeuger ihres gemeinsamen Sohnes in diesem Leben stets latent gegenwärtig. Insofern konnte sie ihn in der aktuellen Beziehung nicht als Mann sehen, weil die alten Konflikte mit ihm als damalige Schwester tiefgehend und emotionsgeladen waren. Der andere Aspekt betrifft die Festlegung von Wesensmerkmalen individuell für jeden geplanten Lebenszyklus. Oft entscheiden wir uns bewusst für Wesenszüge, die wir bislang bei anderen emotional verabscheut haben, um die Einzigartigkeit der Individuen respektieren zu lernen. [Lit 188]

Wir starten also den Lebenszyklus mit einen spezifisch gewähltem Ich (vgl. S.154), einen passenden Persönlichkeitsanteil, der im Wachbewusstsein im Vordergrund agiert. Je nach Erfordernis und Lernfortschritten lässt dieses sich ablösen von den wechselnden Anforderungen besser entsprechende Ichs - die ehemals dominierenden rücken hierbei in den Hintergrund der Persönlichkeit. Der Spieler in uns, der wir sind, registriert zwar diese Wechsel, aber sie stören ihn nicht. Denn er erhält stets und immer das am besten zu den Anforderungen seines Lebens passende Ich mit den entsprechenden Eigenschaften. [Lit 188]

In ungeplant eingegangenen Lebenszyklen werden zuvor keine spezifischen Eigenschaften der nächsten Identität festgelegt, man fährt einfach mit denen der letzten Identität fort. Und schummelt sich möglicherweise in vorgeplante Konstellationen anderer Gruppen, die kollektiv in Lebenszyklen eintreten. Hierfür nenne ich in Band 4 ein Beispiel. Dieses 'Kuckuckskind' passt dann in Habitus und Denkweise weder

Ob unser stets begrenztes Wachbewusstsein nun meint, jemand gehöre nun eigentlich nicht zur Familie oder nicht: Unsere Aufgabe ist Werterfüllung (vgl. S.128), nämlich die überschäumende Lebensfreude und Lebensqualität alles Seienden zu verbessern und niemanden Gewalt anzutun. Damit wird das Urvertrauen, in der Welt am rechten Platz zu sein, in allem Seienden erhalten. Wenn man also ein Kuckuckskind in seinem Nest finde, behalte man es und behandele es wie ein eigenes. [Lit 187]

Es gibt keine sinnfreien Leben. Der Sinn ist immer da, wenn auch oft unerkannt, weil reinkarnatorische Muster eine große Rolle spielen. Noch einmal Roberts:

"Manche Menschen, die sich in früheren Leben voll mit dem einen oder anderen religiösen Glauben identifiziert haben, verordnen sich gewissermaßen Schocktherapien, indem sie nun ein Leben wählen, in dem sie an gar nichts glauben oder einfach jegliche Religion ablehnen - um schließlich zu entdecken, dass kein religiöser Glaube so einschränkend ist wie der Glaube an gar nichts.

[...] indem sie solche Leben bar aller Sinnhaftigkeit leben, geht ihnen nach dem Tod auf, dass der Sinn des Daseins letzten Endes gar nicht von irgendeinem religiösen Glauben abhing. Er war schon immer da, nur hatten sie es nicht erkannt." [Lit 187]

Dann ist die Bestürzung posthum groß. Es kann ein regelrechter Schock sein, zu erkennen, sich so gründlich geirrt zu haben.

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