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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band zero: Die Kraft des Bewusstseins - Wie wir in jedem Moment unsere Realität bilden


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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 2830 378)


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Kapitel 13.2.: Natürliche und künstliche Schuld (Gut, Böse, natürliche Aggression & spirituelle Entwicklung )

Der Mensch hat gegenüber Tieren einen wesentlich größeren Gestaltungsspielraum. Sein erweitertes Gedächtnisvermögen und die Fähigkeit zur Reflexion erlauben ihm zu Lebzeiten eine Bewertung seines Handelns. Steht dieses zu seinen Glaubenssätzen im Widerspruch, entsteht daraus das Gefühl künstlicher Schuld. Das Handeln mündet jedoch stets in einer natürlichen Schuld, wenn es direkt oder indirekt eine Gewalttat beinhaltet.

Natürliche Schuld ist also das Resultat einer Gewalttat, verlangt jedoch keine Buße. Sie ist nur vor sich selbst zu rechtfertigen. 'Tue das nicht wieder' ist ihre Botschaft. Im Gegensatz dazu steht die künstliche Schuld, die wir aufgrund unseres Gewissens empfinden, welches jedoch in der Regel auf einengenden Glaubenssätzen basiert, die uns von Eltern, Lehrern, Vorbildern und Medien vorgegeben werden. Sie ist kein fester Maßstab und kann durch eine Änderung der ihr zugrunde liegenden Glaubenssätze aufgelöst werden. Und wenn man dennoch etwas ausgleichen möchte, kann eine Wiedergutmachung auch an anderen Individuen vorgenommen werden. [Lit 184]

Jede physische Realität ist also ein Experimentierfeld zum Testen der Auswirkungen von Ideen und Überzeugungen. Nur hier sind aufgrund kausal zusammenhängender Abfolgen von Ereignissen ihre Folgen wahrnehmbar. Sein gegenüber vielen Tieren erweitertes Erinnerungsvermögen ermöglicht es dem Menschen, im Nachhinein die Folgen seiner Ideen zu reflektieren. Insofern gibt es keine in ihrem Handeln böse Menschen, nur irrende.

Doch können wir schon entsetzlich irren, wenn uns Insekten stören, weil sie beispielsweise im Sommer auch im Haus anzutreffen sind. Dieses Denken - wiederholt unreflektiert verinnerlicht - mündet möglicherweise in einer Realität ohne Insekten. Wenn dann infolge Nahrungsmangel Menschen und Tiere sterben, käme wohl niemand auf die Idee, die kollektiven Verursacher dieser indirekten Gewalttaten Mörder zu nennen. Sie sind zunächst einmal Irrende. Erst, wenn jemand seinen Anteil an den Folgen seines Denkens, den Gewalttaten, erkennt, trägt er Verantwortung für diese natürliche Schuld.

Ebenso verhält es sich mit den derzeitigen Haltungs- und Transportbedingungen und zu oft bestialischen Tötungsmethoden bei Schlachtvieh. Denn jede Gewalttat mündet in natürlicher Schuld und ist wider der kooperativen Natur alles Seienden.

Jedes Bewusstsein ist nach Ingrisch und Roberts mit allen anderen in diversen Konglomeraten (Fn. S.26) verbunden. Man nimmt sich einer Gesellschaft zugehörig wahr und kommuniziert über seine Zellbewusstseine mit allen anderen Teilen eines Konglomerats. Beispielsweise versteht man sich als Weltbürger, als Europäer, als Schweizer, als Berner, als Angehöriger einer Partei oder eines Vereins, als von politischen Eliten ignorierte Mehrheit eines Volkes oder was auch immer. So ist die psychische Verfassung eines jeden Wachbewusstseins ein einflussreicher Teil des psychischen Klimas der Stadt, der Region, des Landes und nicht zuletzt der Welt. [Lit 184]

Worin sich also Bewusstseine erheblich unterscheiden ist ihr spiritueller Erkenntnisstand - und damit der Umfang ihrer Irrtümer. Eine spirituelle Höherentwicklung dehnt das Bewusstsein über mehr und mehr aus und beseitigt hierüber Irrtümer, Emotionalität und Affekt-Handlungen. Im Französischen gibt es hierzu ein treffliches Sprichwort: "Tout comprendre c'est tout pardonner" - alles zu verstehen heißt alles zu verzeihen.

Die grausamsten Verbrecher sind in anderen Kontexten ganz normale Menschen, selten so gestört, dass sie in allen Lebensbereichen auffällig sind. Und selbst dann würde ein umfassendes Wissen über ihre geistigen Voraussetzungen und Motive nur dazu führen, dass wir ihre Irrtümer erkennen.

Diese Informationen können jedoch Wachbewusstseine zu Lebzeiten nicht erreichen. Selbst ein Fallanalytiker - oft der Polizei zugehörig - kennt beispielsweise nur marginale Bruchstücke der Täter-Informationen, kann sich also nicht umfassend in diesen hineinversetzen. Auch ein Psychoanalytiker würde in jahrelanger Therapie nur Ansätze dieses Wissens ans Licht bringen. Das treffliche französische Sprichwort sollte also nicht leichtfüßig infrage gestellt werden.

Wir sahen, dass jede intensive geistige Handlung physische Realität erhält - entweder in diesem oder in einem anderen Realitätssystem. Wir sind nach Roberts als Schöpfer von Ideen für diese verantwortlich. Diese Verantwortung ist der Sinn allen physischen Seins. Nur in Realitätssystemen dieser Art können Lernerfahrungen eine geistige Entwicklung fortschreiten lassen.

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