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Lexikon der Metaphysik: 'Kreativität'



Das hier einsehbare Lexikon ist als Taschenbuch in allen Buchhandlungen erhältlich
ISBN 9783756888962
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Inhaltsverzeichnis

Kreativität

Kreativität [Roberts] = wie die Schöpferkraft ein Überschuss aus dem Energiefluss der Vitalität (Energie) vom inneren Selbst zum äußeren. Sie resultiert aus einer willensfreien, entspannten, nach innen gerichteten, passiven Erwartungshaltung und nutzt diese psychisch-kreative Spannung, in welcher das Selbst sich auszudrücken versucht, um den Energieüberschuss auf die gewählte kreative Aufgabe oder Fragestellung bezogen zu nutzen. Infolge liefert der Energiestrom auch entsprechende intuitive Einflüsse und Impulse. Kreativität ist ein geistiges Streben nach Ausdruck, Ausdehnung und Erweiterung.

Kreativität ist eine der grundlegenden Eigenschaften von Geist-Energie respektive Bewusstsein. All-das-was-ist ist unablässig kreativ tätig. Und alles, was aus ihm entstanden ist, ebenfalls. So auch der Mensch, der auf schöpferische Weise in jedem Augenblick seine äußere Realität emotional beeinflusst nach außen projiziert.

Die mit einem kreativen Leben einhergehende Passivität in weltlichen Belangen und eine oft damit einhergehende wirtschaftliche Abhängigkeit von anderen Persönlichkeiten sind nicht Ausdruck einer Schwäche. Jeder Mensch gewichtet seine Anteile von Animus und Anima unterschiedlich. Der Schwerpunkt des Weiblichen (Anima) ist kreative Schöpferkraft und der des Männlichen (Animus) Aktivität. Das starke aktive äußere Ego des Animus, das immer irgendetwas will und übergriffig innere Eindrücke filtert, muss für psychisch-kreative Leistungen weitgehend ruhen oder kooperieren. Nur im Ruhen in einer vom Willen befreiten Passivität der abhängigen Anima kommen Intuitionen, Impulse und Eindrücke innerer Sinne relativ unverzerrt durch.

Wird diese abhängige Passivität vom äußeren Ego (Ich) unterdrückt, mündet dies in Aggressionen der Anima, weil sie dadurch ihre Aktionen kreativer Schöpferkraft nicht ausleben kann. Eine Aggression des Animus resultiert dagegen aus der Unterdrückung seiner Aktivität, in seiner konträren Art in weltlichen Dingen schöpferisch zu sein, durch den weiblichen Anteil. Die Aktionen des Animus sind unvereinbar mit der passiven Abhängigkeit der Anima und folglich mit ihr in einem steten Konflikt.

Das äußere Ego muss seiner Gesamtpersönlichkeit nach einem intensiv ausgeführten kreativen Projekt Zeit völliger Entspannung und Raum für weltliche Aktivitäten gewähren, darf sie nicht blind mit seinem nie ruhenden Willen von einer Aufgabe direkt zur nächsten treiben, wenn die Kreativität erhalten und die persönliche Psyche frei von inneren Konflikten sein soll.

Kreative und psychische Fähigkeiten sind nach Roberts nicht trennbar [Lit 218]. Beide sind Eins und nutzen die inneren Sinne.

[Siehe auch 'Vitalität', 'Ich', 'Animus-Anima', 'Aktion' und 'Verzerrung']


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