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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 6: Philosophie des Lebens - Im Alltag zurechtfinden
(Link zum Verlags-Shop)
Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 1921 947)



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Kapitel 9.3.: Reduktion auf Bereich der Primärerfahrung (Das zur Ruhe kommen)

Weniger ist mehr - weniger Einmischung, weniger Verrichtungen, weniger Aufregungen, weniger Bedürfnisse, weniger Ansprüche. Ein Weg, den ruhigen ausgeglichenen Zustand mit einer immateriellen, nicht machtorientierten Grundeinstellung zu erreichen, den wir einst als Kleinkind empfunden haben und der schon wegen der Abwesenheit aller aggressiven Emotionen erstrebenswert ist, ist der des in sich Gehens, eine Art Alltagsmeditation. In ihr ziehen wir uns auf uns selbst zurück, nicht nur innerlich, was durch Lesen und Ruhen, dem Aufspüren des eigenen Rhythmus geschehen kann, sondern auch äußerlich, indem wir jede Berieselung mit Hintergrundgeräuschen, also jede Ablenkung vermeiden.

Dieses 'nach Innen schauen' lenkt die Aufmerksamkeit auf die reichhaltigen Eindrücke innerer Sinne. Zugleich entzieht man der physisch projizierten Welt den Fokus, wodurch sich die Abtastung derer Planck-Zeiten (Fn. S.33) verlangsamt. Roberts beschreibt es so:

"Obwohl ihr Tage oder Stunden innerhalb des Bezugssystems der psychologischen Zeit während des Traumzustands erlebt und ihr dennoch nicht um so viel altert[...], so werdet ihr auch[...] fähig sein, innerhalb des Rahmens der psychologischen Zeit zu ruhen und euch zu stärken, während ihr euch im bewussten Wachzustand befindet[...] Während eines Zeitraums von zum Beispiel fünf Minuten werdet ihr eine Stunde der Ruhe finden, die von der Uhrzeit unabhängig ist." [Lit 193]

Allerdings solle man keinesfalls versuchen, über derartige dissoziative Zustände vor der physischen Realität zu flüchten. Ein solches Verstecken sei nach Roberts Auffassung zwar möglich, aber äußerst gefährlich für die geistige Gesundheit. [Lit 193]

An Stelle der Sekundärerfahrungen im Medienkonsum kann also treten, für leicht dissoziative Entspannungen in die Natur hinauszugehen, sie zu erkunden, zu wandern, zu gärtnern oder auf andere Weise mit Materie im Freien zu arbeiten. Mauern Sie ein Gartenhaus, erleben Sie in Ihrem Schaffen die Wetterwechsel und die Jahreszeiten unmittelbar. C.G. Jung hatte sich geerdet, indem er am Bodensee ein Wassergrundstück kaufte, wo er sehr viel schöpferisch genutzte Zeit verbrachte. Jedoch schrieb er dort weniger, als er mit eigenen Händen ein einfaches Haus und einige Kunstwerke baute. Er hatte hierbei keinen Plan, sondern folgte ausschließlich seiner Intuition (Fn. S. 129 & vgl. Bd.4).

Wir leben beständig in Sichtweite der Hölle - alle Sekundärinformationen vermittelnden Medien halten uns kontinuierlich über das dortige Geschehen auf dem Laufenden. Es ist ein faszinierendes Spektakel der Lügen und Täuschungen in Politik und Wirtschaft, gelegentlich auch in Dorfgemeinschaften und Familien. Wir jedoch haben nichts davon, ständig in die Negativität zu blicken, da es kaum möglich ist, auf die Herausforderungen aller dort gezeigten Menschen Einfluss zu nehmen und die dortigen Verhältnisse zu bessern.

Nur in unserem eigenen, meist nicht von Reportern und Kamerateams begleiteten Handlungen können wir dem Anderen ein Engel oder ein Teufel sein. Denn letztlich entscheidet der Grad der spirituellen Informiertheit einer Person darüber, ob er liebevoll wertschätzend oder übergriffig übervorteilend mit seinen Mitmenschen und anderem Seienden umgeht. Noch einmal Roberts:

"Die denkbar negativste Zukunftsprognose scheint euch am gelegensten zu kommen. Wenn ihr von den Gebresten1 und Ungeheuerlichkeiten in der Welt lest, sagt ihr in allem Ernst und ohne jeden Humor: 'Wie kann ich der Wirklichkeit entkommen, dieser zerstörerischen Wirklichkeit unserer Gegenwart?' Nach den praktischen Kriterien eurer unmittelbarsten, weltzugewandten Erfahrung seid ihr und eure Welt im Moment, da ihr so sprecht, nicht im geringsten gefährdet; ihr erfreut euch physischer Sicherheit, wie die unmittelbare Wahrnehmung eurer Körpersinne es euch meldet. Indem ihr euch darüber hinwegsetzt, reagiert ihr nicht angemessen auf die tatsächlich gegebene Situation." [Lit 183]

Zudem gestalten wir kollektiv und individuell unsere physische Realität - wir sollten also vorsichtig sein mit unseren Wünschen und Erwartungen, sie könnten in Erfüllung gehen (vgl. Bd. 2).

Wenden wir also den Blick ab von den Negativität, Probleme und Fehlleistungen fokussierenden Sekundärinformationen, wozu auch entsprechende Bücher, Zeitungsartikel, Kriminalfilme und Dokumentationen gehören. Wenden wir uns den über körperliche Sinne erfahrbaren Primärerfahrungen zu. Je mehr wir auf diese Weise zur inneren Ruhe kommen, desto stärker wird unser Geist in der schöpferischen Realitätsbildung - und unerreichbar scheinendes wird erreichbar. Der Schlüssel zur Zufriedenheit ist also, alle Erwartungen sausen zu lassen, außerhalb des Erreichten nichts mehr zu erwarten und zu erhoffen. Und das Leben wird sich zum Positiven wenden.

Jeder Mensch arbeitet individuell wie auch in seinen Kollektiven an Herausforderungen. Die Lebensaufgaben drehen sich oft, wenn auch nicht immer, um spirituelle Schwachstellen, die es zu beheben gilt. Der Einzelne hat nur begrenzten Einfluss auf andere, er kann ihnen jedoch als leuchtendes Vorbild dienen. Denn Menschen wandeln ihre Überzeugungen und damit auch ihren Charakter nur wenig innerhalb eines Lebenszyklus. Der Tyrann, von dem man sagt, er sei altersmilde geworden, gehört vielleicht dazu.

Alles Verkünden, Predigen und Lehren - gleich ob es anderen Menschen zum Vor- oder Nachteil gereicht - wurde daher nur von denjenigen angenommen, welche die vermittelten Ansichten schon in als Keim respektive Energieblock sich trugen, aber nicht dominieren ließen. Jeder Mensch muss durch eigene Erfahrung zur spirituellen Weisheit gelangen. Er verinnerlicht nur dasjenige, das er aus tiefster innerer Überzeugung will. Darum gibt es überhaupt eine Notwendigkeit für die Schule des physisch projizierten Lebens. Wäre dem nicht so, könnte man spirituelle Informiertheit auch in geistigen Welten vermittelt bekommen.

So gesehen sind selbst Schopenhauers, Emersons, Roberts und Kants Werke, die einsam aus dem Sumpf der Weltliteratur herausragen, vergebliche Liebesmüh. Diese nach Wahrheit strebenden, positiven Schriften erleichtern es jedoch nachfolgenden Generationen, ihre persönliche spirituelle Höherentwicklung zu beschleunigen. So wie es umgekehrt negative Texte charakterlich erbärmlichen Menschen ermöglichen, ihre Negativität zu vervollkommnen.

An dieser Stelle sei Monroes Erkenntnis hinzugefügt, dass ein Weltverbesserer zu sein von niemanden im System erwartet wird - auch nicht von Gott respektive seinem Äquivalent. Indem man seine eigene spirituelle Informiertheit steigert, wird man jedoch unvermeidlich zum Vorbild für die Menschen, die sich damit schwertun. Deshalb hatte der gleichzeitige Fortgang vieler spirituell Hochstehender im Mittelalter zu einer leidvollen Phase in der Geschichte des Menschen geführt (vgl. S. 223). Es fehlte fortan ihr Wissen, ihr Vorbild und ihr fördernder Einfluss.

Die Abwendung von der Negativität der Welt kann also dadurch begonnen werden, dass man sich zunächst daran gewöhnt, keine Nachrichten, politischen Reportagen und Katastrophenmeldungen mehr zu verfolgen. Auch nicht beiläufig aus dem Radioprogramm. Statt dessen wende man sich den wenigen Inhalten aller Medien zu, die aufbauend oder sonst wie förderlich für die Menschheit sind und die spirituelle Informiertheit fördern. Hierzu können Reportagen über wissenschaftliche Untersuchungen genauso gehören wie solche über Nachbarschaftsstreitigkeiten, weil wir hierdurch eine Kenntnis von der an sich problematischen Verfassung der durchschnittlichen menschlichen Natur bekommen und ohne selbst involviert zu sein, diese unvoreingenommen studieren können.

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