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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 6: Philosophie des Lebens - Im Alltag zurechtfinden
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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 1921 947)



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Kapitel 8.3.: Ja, wo leben wir denn eigentlich? (Bewusstsein und Gefühle)

Am Anfang lebten nach Ray-Wendling alle Seelen - alle von uns als Nicht-Ich wahrgenommene Identitäten - vereint in Liebe (vgl. S. 330) und Frieden mit einem hohen Grad spiritueller Erkenntnis eng bei Gott oder dem, wofür dieser Begriff steht. Doch weil es keine Liebe ohne die Freiheit der Wahl gibt, verfügt ein jedes Selbst in einem jeden Stadium der spirituellen Entwicklung über die geistige Freiheit, das Sein auf frei gewählte Art und Weise zu erproben. So lösten sich aus All-das-was-ist - dem höchsten noch mit uns befassten Geist - die Wesenheiten heraus, welche mittels seiner Energie unser physisch projiziertes Weltensystem mit allen jemals auftretenden Gattungen entwarfen.

Je weiter sich ein persönliches Selbst von All-das-was-ist mental entfernt, desto härter sind seine Existenzbedingungen. Die Entfernung messen wir an der Skala der 5. Bewusstseinsenergie-Dimension. Von All-das-was-ists Energieschicht bis hin zur Energieschicht der Universen teilt sich im Grunde zusammengehörige Bewusstseinsenergie mehr und mehr auf in zunehmend auf sich selbst bezogene Teil-Bewusstseine. Selbst innerhalb unserer Sphäre (Sh. Ahg. 1) der physischen Projektionen gibt es zahllose Abstufungen in der spirituellen Informiertheit und der aus ihr resultierenden Schwingungsfrequenz.

Das Universum, das wir sehen, ist tatsächlich ein rein energetisches Muster ohne die uns vertraute Anschauung. Diese projiziert erst jedes Individuum zu Lebzeiten nach außen. Was wir dabei aufgrund unseres vertrauten Symbolfundus mit Sternen und Galaxien belegen, sind tatsächlich andere, von dortigen Individuen geistig oder physisch projizierten Sphären mit unvorstellbar differenzierten Lebensräumen. Wir sind mit deren Symbolik und Projektionsweisen - auf chemische oder andersgearteter Basis - nicht vertraut, können also nur eine stark verzerrte Anschauung hervorbringen. Zudem stimmen wir uns nicht über innere Sinne auf deren 'Zeit' und Frequenzspanne ein. Wären wir dazu in der Lage, könnten wir schon an unserer Position auf unserem Planeten unzählige andere, sich überlagernde Realitätssysteme wahrnehmen.

Jede physische Projektion ist also eine Tarnung oder Verzerrung von dem, was wirklich ist. Was wirklich ist, ist ein emotionaler geistiger Zustand, der sich in jeder Sphäre und darin in jedem ihrer Realitätssysteme durch Intensitäten, Werte und Qualitäten definiert [Lit 211]. Die Menschen unseres Wahrscheinlichkeitssystems haben sich grob auf die Akzeptanz einer kausal zusammenhängenden Abfolge von Ereignissen und einheitlicher geschichtlicher Ereignisse etc. geeinigt und arbeiten an den gleichen kollektiven, aber unterschiedlichen individuellen Herausforderungen.

Man ringt um eine kollektiv angestrebte Zukunft, wobei kein Individuum in eine Entwicklung gezwungen wird. Jeder wird nur diejenigen 'künftigen' Ereignisse erfahren, die er akzeptiert. Da sich die meisten Menschen unseres Zeitalters gar nicht die Mühe machen, bewusst eine Richtung anzustreben, treiben sie einfach passiv mit der Masse im geistigen Mainstream.

Der per se erkenntnislose Wille [Schopenhauer] des menschlichen Egos agiert mit zunehmender Entfernung von All-das-was-ist auf der Skala der 5. Bewusstseinsenergie-Dimension immer selbstbezogener. Es ist die Aufgabe des Wachbewusstseins, ihn zu steuern und zu kontrollieren. Es wird dabei von seinem inneren Selbst massiv unterstützt - hat jedoch die Freiheit, jeglichen Einfluss zu ignorieren. Glücklicherweise agiert das Gesamtkonstrukt liebevoll fürsorglich wertschätzend, so dass sich friedliebende Existenzen in ihm geborgen und aufgehoben fühlen.

Das spirituelle Höher- und Zurückentwickeln ist ein niemals endender Prozess, da eine theoretisch angenommene Friede-Freude-Eierkuchen-Seligkeit aller vereinten Bewusstseins-Energien die Abwesenheit von schöpferischer Gestaltungsfreiheit beinhalten würde. Das wäre ein stinklangweiliger Zustand. Man kann sich also jederzeit in freier Entscheidung nach irgendetwas sehnen, was notwendig eine Entfernung von etwas anderem beinhaltet. Man ändert ständig seine Intensität, also die Pulsierungsrate und damit Stärke, Werte und Qualität seiner Bewusstseinsenergien. Das Getrenntsein von All-das-was-ist ist Ausdruck dieser Freiheit.

Was lehrt uns diese Ansammlung schwer verständlichen Geplänkels? Das wir letztlich alle Eins sind? In All-das-was-ist fließen wir zusammen - aus ihm kommt alles und zu ihm strebt alles. Aber bedeutet das auch, dass wir Betrüger, Mörder, Folterer, manipulierende Vertreter, machtbesessene Politiker oder sich uns gegenüber sonst wie feindlich Verhaltende lieben sollen? Oberste Ziel ist, mental fähig zu sein, ihnen Mitgefühl (Def. S. 297) nach der buddhistischen Definition entgegenzubringen. Dies beinhaltet den Wunsch, dass diese ihre derzeitigen Herausforderungen bewältigen mögen und auf ihrem Weg zu spiritueller Informiertheit finden.

Und wir unterstützen sie hierbei so gut wir können, ohne uns selbst oder unsere Ziele aufzugeben. Nichts anderes erwarten wir von geistigen Helfern (vgl. Bd. 2) höherer Ebenen der geistigen Zwischenschicht und von unserem inneren Selbst. Nämlich den Versuch, Ignoranz und verfestigte Verzerrungen aus den persönlichen Selbsts zu vertreiben und allen zu helfen, die in irgendeiner Weise zugänglich sind. Es wäre schon viel gewonnen, würden die genannten aggressiven, selbstbezogenen Identitäten nicht gehasst werden. Sie werden ihre spirituelle Informiertheit mittels selbst gestellter Herausforderungen über Lebenszyklen hinweg steigern. Dieses 'Nicht-Hassen' sollte am besten mit einem völligen Ignorieren, einem mentalen Ausblenden einhergehen. Denn jede positive oder negative Emotion würde uns an sie binden.

Hinzu kommt der Aspekt, dass an andere ausgesendete, negative Gedanken nach Wickland zu Hindernissen in der eigenen spirituellen Höherentwicklung werden. Monroe nimmt an, dass diese unvermeidbar zurückkommen und gegen dann den Sender wirken. Jeder unserer intensiv-emotional verfolgten Gedanken und Wünsche realisiert sich auf irgend eine Weise irgendwo. Darum ist es wichtig, sorgfältig auszuwählen, worauf man sich mental fokussiert. Roberts (Seth) schreibt:

"Eine große Anzahl unbefriedigender Lebensumstände wird dadurch geschaffen, dass die Menschen in den verschiedensten Phasen ihres Lebens Angst bekommen, an sich selbst zweifeln und sich auf 'negative' Aspekte zu konzentrieren beginnen[...] Euer früheres Leben wird dann durch eure gegenwärtige Unzufriedenheit geprägt und eure Problematik wird verstärkt[...] In fast allen Fällen einer wie auch immer gearteten [A.d.V.: u.a. auch gesundheitlichen] Beeinträchtigung hat sich der Betroffene dazu erzogen,[...] das Negative zu betonen." [Lit  184]

Die Grundhaltung des Mitgefühls widerspricht nicht der Option, gegen uns gerichtete Energien Anderer in einer Haltung der inneren Nicht-Akzeptanz abzuwehren. Denn wir können dem anderen spirituelle Erkenntnis wünschen und gleichzeitig seine Übergriffe - gleich ob physisch oder mental - abwehren. Wenn sich also derartige Kontakte nicht vermeiden lassen oder wir sie nicht vermeiden wollen, tun wir gut daran, uns mental zu sperren. Gleichzeitig können wir mental und verbal auf diese einzuwirken, um ihnen Mitgefühl und spirituelle Informiertheit - soweit bei uns selbst vorhanden - nahezubringen.

Wir wollen, erwarten und hoffen, dass uns unsere Wesenheit in unserer Beschränktheit und mit all unseren Irrtümern und Verzerrungen liebt und diese verzeiht. Daher sollten wir anstreben, es ihr mit unseren Widersachern gleich zu tun. Denn letztlich können wir von anderen Menschen nur das erwarten, was wir selbst zu geben in der Lage sind.

Ein Mensch mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn hat es in unserem Wahrscheinlichkeitssystems schwer, weil er mit seinem Verhalten und Streben recht einsam ist. Wie halten wir es beispielsweise mit anderen Menschen? Lassen wir bei einem Stehempfang die alte Dame mit Rollator ungeschützt und einsam in der Sommerhitze stehen, während sich der Rest der Gesellschaft bei den Erfrischungsgetränken unter den Sonnenschirmen drängelt?

Wie wirken sich Fehlentscheidungen auf die spirituelle Informiertheit (vgl. S. 134) aus? Dürfen keine Fehler gemacht werden? Es geht nur um die Intention, die hinter einer jeden Handlung und Entscheidung steht. War die Absicht gut, das Mittel aber ungeeignet, gereicht es nicht zum Nachteil. Hierfür zwei Beispiele: Wenn einem Arzt durch einen fehlerhaften Eingriff ein Patient stirbt, hat dies keine nachteilige Auswirkung auf seinen spirituellen Erkenntnisstand, weil seine Intention die der Hilfe und des Beistands gewesen ist [Monroe].

Hat man jedoch einen Tod vorsätzlich herbeigeführt oder billigend in Kauf genommen, oder hat man in seinen Handlungen und Bestrebungen die Intention, sich an anderen unrechtmäßig zu bereichern, dann hat man ein Problem. In jedem Moment dieses Lebens stellen wir bereits die Weichen für das nächste. Genauer: Alles, was wir tun, beeinflusst alle unsere anderen, im Grunde simultanen Leben ohne Zeitverzug. Selbst die dicksten Mauern verbergen keinen Mord, wie Ralph Waldo Emerson, der große US-amerikanische Philosoph bemerkte.

Dieses System reguliert sich also selbst auf eine simple und effektive Weise.

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