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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 6: Philosophie des Lebens
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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 1921 947)



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Kapitel 6.7.8.: Spezielle Unterschiede in der spirituellen Informiertheit (Spirituelle versus verstandesmäßige Intelligenz / Spirituelle Intelligenz (SI))

Ein Mensch mit hoher emotionaler Intelligenz ist derjenige, von dem man - meist herablassend - sagt, er sei zu gut für diese Welt. Dieser erwartet von einen jeden anderen stets und unbeirrbar, dass dieser sich ebenso zurückhaltend, respektvoll und dem anderen Freiraum lassend verhält. Jedoch ist die diesem Verhalten zugrunde liegende, hohe spirituelle Informiertheit nur selten zu finden. Und darum ist ein solcher immer wieder Übergriffen anderer Menschen ausgesetzt, die ihren unreflektierten Willen ausleben. Das hält ihn notwendig in einer passiven Position. Ist zudem seine verstandesmäßige Intelligenz (IQ) gering, kann dieser Einfältige bei aller Überlegenheit des Charakters nur eine untergeordnete Rolle in den künstlichen Hierarchien dieser physischen Welt der Erscheinungen einnehmen.

Der spirituell gut informierte und verstandesmäßig Hochstehende versteht es, im Laufe seines Lebens diese Problematik zu durchschauen und darauf entsprechend zu reagieren. So wird er beispielsweise seine Erfahrungen in Bildern verarbeiten oder als Romancier die Schattierungen des menschlichen Verhaltens abbilden oder in der Philosophie Rat und Anregung suchen. Und wenn er letzteres selbstlos, ohne einen vom Willen vorgegebenes Ziel - wie beispielsweise das eines Universitätsabschlusses oder Ehre und Anerkennung - betreibt, wird er nicht umhin kommen, auf seine Vordenker aufbauend eigene Schlüsse zu ziehen. Denn Dank seines hohen Grades an emotionaler Intelligenz hält er seinen Willen äußerst knapp und aufgrund seiner verstandesmäßigen Intelligenz ist er mehr Informationen zu berücksichtigen in der Lage als andere.

Schlichtere Menschen ohne freie Kapazität des Intellekts kommen nur selten, eigentlich nur in großer persönlicher Not wie einer lebensbedrohenden Gefahr auf den Gedanken, über die sich ihnen darstellende Welt hinaus zu denken. Zudem wird nach Schopenhauer ein jeder von "angeborenen konkreten Grundsätzen" geleitet "wie von einem unsichtbaren Faden gezogen. Je nachdem sie sind, werden sie ihn zu seinem Glück oder Unglück leiten" [Lit 106].

In dem Maße, wie wir zu Lebzeiten unsere Ansprüche und unsere Willen beschneiden und den Willen gezielt einsetzen, gewinnen wir als eine über den Lebenszyklus hinausgehende Identität wahre Freiheit. Wir erheben uns über die physische Existenz, indem wir aus ihr resultierende Impulse weitgehend ignorieren, diese nicht in einen Willen umsetzen, diesen knapp halten.

Spirituell Uninformierte beurteilen Menschen, Dinge und Situationen ausschließlich subjektiv nach fragwürdigen Maßstäben - wer jedoch bar jeder Objektivität ist, hat keine Chance, der Wahrheit auch nur nahe zu kommen. Die Grenze meines Geistes ist die Grenze meiner Welt. Und so kann ich nichts verstehen, was größer und weiser ist als mein persönliches Selbst. Doch reagiert der spirituell Uninformierte aufgrund seines hohen Anteils nachteiliger Haltungen - wie beispielsweise Stolz und Selbstsucht - vorwiegend ablehnend auf den ihm unverständlichen großen Geist; der Hochinformierte dagegen aufgrund der ihm nur im geringen Maße innewohnenden nachteiligen Wesensmerkmale überwiegend positiv.

Wenn sich Menschen fragen, warum gerade ihnen etwas - etwa ein Unglück gleich welcher Art - geschieht, zeugt dies von großer Anhaftung und geringer spiritueller Informiertheit. Die passendere Frage ist, was kann ich daraus für mein Streben und Verhalten ableiten oder in welche Richtung will mich das Ereignis beeinflussen? Schwierige Elternhäuser beispielsweise dienen oft dazu, schon in jungen Jahren wichtige Entwicklungen einzuleiten. Ein schwerer Unfall reißt den Betreffenden vielleicht aus seiner nicht zufrieden stellenden, aber bequemen Lethargie, so dass er sich für Fokusänderungen öffnet. Hieraus können sich wertvolle Erkenntnisse für die Persönlichkeit ergeben.

Ein spirituell Informierter wird sich daher eher fragen, warum ihm dies nicht schon früher widerfahren ist. Er weiß um die vielfältigen Unglücke, welche dieses Lebenssystem stets bereithält und ist dankbar für jeden Tag, an dem diese ausbleiben, weil sie nicht erforderlich oder gewünscht und vom Gesamt-Selbst akzeptiert sind. Alle Streiche spielen wir uns selbst.

Lebten wir einen Lebenszyklus mit deutlichen Defiziten, bemühen wir uns im nachfolgenden - wenn auch im Grunde simultanen - um Ausgleich: aus der zornig aggressiven Frau, die vielleicht hiermit ein Unglück auslöste, wird im nächsten Durchlauf ein scheuer Mann. Oder man geht aufgrund von Anhaftungen zu schnell in einen neuen Lebenszyklus, bevor die Verarbeitung in der großen Reflexionspause abgeschlossen ist. Derart Hopplahopp in einen Lebenszyklus gesprungen ist die Planung dementsprechend unausgegoren und der zu erwartende Nutzen nicht optimal. [Lit 210]

Die Unterschiede in der spirituellen Intelligenz (SI) bestehen also in den Charakteren(vgl. S. 156). Ein Verlust von Erkenntnissen ist über extreme Anhaftung oder anderes Seiende schädigende Entscheidungen etc. durchaus denkbar und würde den Abstand des persönlichen Selbst zu seiner Wesenheit vergrößern. Wenn beispielsweise die Fokussierung eines exzessiven Auslebens der Triebe die Gier nach derartigen Erfahrungen verstärkt, wird sie in der Reflexionspause zwischen Lebenszyklen fortbestehen - und der Betroffene geht infolge möglicherweise schneller und unbedachter in ein neues Leben, um seine Spiele fortzusetzen. Der Geist der Wesenheit einer jeden Identität betreibt jedoch, wenn das Wachbewusstsein mitspielt, Teamwork und fördert es nach Kräften.

Wir sind zu Lebzeiten dann einem harmonischen Zusammenspiel unseres Gesamt-Selbst am nächsten, wenn wir uns um Ausweitung unseres Bewusstseins um mehr und mehr Seiendes bemühen. Es gleicht einem 'in Obhut nehmen'. Andersherum ist das Wachbewusstsein bei geringer spiritueller Intelligenz ziemlich auf sich gestellt, beispielsweise wenn der Körper den Geist dominiert. Doch zieht uns das System sanft in Richtung spiritueller Höherentwicklung. Es beinhaltet eine Toleranz, uns gewähren zu lassen, wenn wir - unser äußeres Wachbewusstsein - in unserem Denken und Streben hierfür noch nicht bereit sind.

Manche Zeitgenossen sind vom Willen dominierte Spieler. Sie taktieren, lavieren und betrügen, wo es keiner auf Anhieb merkt; sie verschweigen, vertuschen, jonglieren und manipulieren - und stets geht es wie bei jedem Spieler um den eigenen Vorteil. Es gibt kaum Spieler, die nur gelegentlich spielen. Diese Spieler spielen unablässig gegen alle, zu denen sie eine Beziehung unterhalten. Unterschiede gibt es nur in der Art des Spiels, der Taktik oder der Manipulation. Geschäftspartner werden auf eine andere Art benachteiligt als der Ehepartner.

Man sieht es dem Spieler nicht an, dass er einer ist. Er kommt daher, so wie wir ihn jeweils sehen wollen - er ist ein Chamäleon. Gleich, was er im Schilde führt, sein Gesicht signalisiert ernsthafte Verlässlichkeit. Er ist die Unschuld vom Land. Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, zum anderen stehen, überhaupt eine auf Charakter basierende Verlässlichkeit, sind ihm fremd. Redet er davon, spricht er von etwas, was er nicht versteht.

In physisch projizierten Realitätssystemen existieren also alle Menschen mit ihren grundverschiedenen spirituellen Erkenntnisständen zunächst einmal mehr oder weniger vermischt. Je nach eigenem Streben, Denken und Handeln zieht ein Jeder jedoch Gleiches an, so dass er keinen oder nur beiläufig Kontakt hat zu Menschen mit anderen spirituellen Erkenntnisständen. Keiner kann je einen anderen schädigen, wenn dieser es nicht aus irgend welchen mehr oder minder verborgenen Gründen akzeptiert (vgl. Bd. zero).

Wir ziehen unsere entsprechenden Freunde, Bekannten, Nachbarn, Sportkollegen, Vorgesetzte und Untergebenen an - und sie uns. Wir haben immer genau die zu unseren Einstellungen passenden Kontakte. Fokussiere ich mich intensiv ängstlich auf die Kriminalstatistik und Einbruchsdelikte in den Medien, versorge ich Derartiges mit meiner Energie und ziehe es herbei.

Geborgenheit findet zumindest der junge Mensch unter anderen seines Alters. Auch in den jungen Erwachsenenjahren finden wir hierin Trost und Zuspruch. Doch im Alter zieht man sich eher zurück, denn dieser wärmende Faktor zieht immer weniger. Man verliert die Neugier.

Der spirituell Informierte leidet sein Leben lang unter den mentalen Einflüssen, dem Wollen und Agieren Uninformierter. Er führt einen beständigen Abwehrkampf gegen nachteilige Einflüsse. Das beeinträchtigt sein Denken und seine intuitive Suche nach Antworten. So sucht er eher die Einsamkeit und mag nur ausgewählte Menschen um sich haben.

Zwar könnte nun ein spirituell Uninformierter die genannten Merkmale des Hochentwickelten imitieren. Doch wäre das Ziel wieder ein egoistisches und damit der ganze Aufwand letztlich nutzlos - denn:

"Wer etwas weiß und nicht danach handelt, weiß es nur unvollkommen" [J.M. Guyau, zitiert in Lit 122]

Würde derselbe jedoch dauerhaft positiv handeln, so dass seine egoistischen Motive mehr und mehr verblassen, so würde seine Seele die veränderte Farbe des Strebens, Handelns und Denkens annehmen [Mark Aurelius]. Dieses entspräche einer forcierten spirituellen Höherentwicklung.

Was für unterschiedliche Einzelwillen könnte aber ein spirituell uninformiertes Selbst ausbilden und angestrengt nahezu gleichzeitig verfolgen. Beispielsweise

Diese Menschen beziehen alles auf sich, haben zu allem eine Meinung, die sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit lautstark äußern, so dass sie nicht nur ihren Gesprächspartner, sondern das ganze Umfeld indoktrinieren1. Lügen und Manipulation der Mitmenschen sind ein häufig eingesetztes Mittel zum Zweck. Sie sind angesichts der unüberschaubaren Fülle ihrer Einzelwillen unfähig, etwas anderes als sich selbst wahrzunehmen. Daher fühlen sie sich ständig betrogen und von vielen Seiten angegriffen, woraus sie wiederum weitere Willen zur Reaktion ausbilden. So erwecken solchermaßen agierende Mitmenschen den Eindruck, sie besäßen ein gewaltiges Ego mit der Empfindlichkeit einer Mimose.

Ganz anders ist es dagegen um den Willenshaushalt eines spirituell Hochstehenden vom Schlage eines Platon bestellt:

So lenkt also der spirituell Hochstehende sein Denken und Wollen schon in alltäglichen Anforderungen auf Grundsätzliches, was wiederum das Auftauchen neuer Erkenntnisse begünstigt. Das Denken des Hochentwickelten ist von dem des Geringentwickelten derart verschieden, dass sie zwei verschiedene Wesensarten in der gleichen Verkleidung sind - nur oberflächlich in die Gemeinsamkeit der gleichen Lebensform gepresst.

Stell dir vor, du wüsstest, dass jeder andere du selbst, jedoch in einem anderen Lebenszyklus und Entwicklungsstadium, bist. Dann würdest du sehr fürsorglich mit diesen wie auch immer gearteten Charakteren umgehen. Du würdest ihre Werterfüllung (Sh. Erg.Bd.9) fördern. Du wärest nachsichtig mit Fehlverhalten aller Art.

Im Grunde ist jeder andere, gleich ob schwarz, weiß oder gelb, ob Mann, Frau oder Transgender, ob behindert oder nicht, ob irrend, zweifelnd oder wissend, nach Roberts (Seth) nur ein Komplementäraspekt von uns - in einem anderen spirituellen Entwicklungsstand und mit anderen, nur für diesen Lebenszyklus gewählten Eigenschaften. Unsere Wesenheit ist auf vielen Kontinenten aktiv - und wenn 'wir' unseren Giftmüll nach Afrika verschiffen, leiden wir selbst darunter. In keiner Sphäre (Sh. Ahg. 1) gibt es einen Ort, wohin man etwas abschieben könnte. Alles bleibt in uns. Doch hineingeworfen in diese Leben agiert eben ein jeder, so gut wie er kann.

Zwar kommt es nach Monroe und Roberts auch vor, dass Wesenheiten in unserer Sphäre nur eine Aussendung mit zwei oder drei Lebenszyklen haben. Dann ist jedoch die spirituelle Informiertheit auf andere Weise oder in anderen Sphären erlangt worden. Monroe beschreibt, dass Motive wie Neugier ausschlaggebend sein können, um in einer Sphäre aktiv zu werden. Innerhalb jedes wahrscheinlichen Universums gibt es eine unvorstellbare Bandbreite verschiedener individueller Sphären zur Auswahl, die jeweils sehr unterschiedlich geartete Erfahrungen und unterschiedliche spirituelle Fortschritte ermöglichen.

Persönliche Selbsts mit einem großen Anteil destruktiver Energien müssen sich über die Erfahrungen aus Inkarnationen und der Aufarbeitung in den dazwischenliegenden Reflexionspausen mühsam spirituell weiterentwickeln. Roberts - mit besseren Überblick als Monroe - stellte fest, dass jede spirituelle Veränderung der Geisteshaltung der Aussendung einer Wesenheit nicht nur deren parallele wahrscheinliche Selbsts, sondern auch alle anderen Aussendungen der eigenen Wesenheit ohne Verzug beeinflusst. Alle Simultanselbsts sind eng miteinander verbunden und stehen im ständigen Austausch. Ein jedes fühlt und erträumt die Zustände seiner zahlreichen Mitstreiter. Lässt also ein Wachbewusstsein eine spirituelle Rückentwicklung zu, benachteiligt es das Gesamt-Selbst.

So braucht es mal mehr und mal weniger Lebenszyklen, um der Notwendigkeit weiterer Lebenserfahrungen in dieser Sphäre zu entkommen. Die wenigen, schon zu Beginn des ersten Lebenszyklus spirituell gut Informierten könnten hiernach aufhören, wenn sie nicht über Anhaftungen süchtig nach dem physischen Sein geworden sind. Dieses Risiko besteht durchaus. Man beginnt beispielsweise ein größeres Projekt oder beteiligt sich daran und kehrt immer wieder zurück, um an der Vollendung mitzuwirken.

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