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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 6: Philosophie des Lebens
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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 1921 947)



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Kapitel 6.7.2.: Charakter als Ausdruck spiritueller Intelligenz (SI)   (Spirituelle versus verstandesmäßige Intelligenz / Spirituelle Intelligenz (SI))

Unsere Aktiva der physischen Beschaffenheit des Körpers, der äußeren Attraktivität und auch der verstandesmäßigen Intelligenz sind eine weiche Währung, welche zwangsläufig Veränderungen in der Zeit unterworfen ist, wogegen der Charakter als geistige Substanz die nahezu unveränderliche harte Währung repräsentiert.

Der Charakter ist die Note, die man sich selbst gibt. Schopenhauer betrachtete den Charakter noch als unabänderlich, absolut feststehend. Diese Annahme ist nach den Erkenntnissen dieser Abhandlung nicht haltbar. Der Charakter spiegelt tatsächlich den aktuellen spirituellen Entwicklungsstand eines persönlichen Selbst. Denn ein jeder ist entsprechend seiner Einsichten und damit seiner spirituellen Informiertheit unablässig graduell geringen Höher- und Zurückentwicklungen unterworfen. Der den Entwicklungsstand repräsentierende Charakter spiegelt diese wider.

Auch der Buddhismus lehrt das Geistige im Menschen als "durch und durch dynamisch, d.h. wandelbar" [Lit 122]. Doch ist Schopenhauers Beobachtung insofern stimmig, als dass der Charakter in einem jeden Lebenszyklus in der Regel nur geringen Veränderungen unterliegt, so dass der Unterschied zwischen dem, was einer in seiner Kindheit ist und dem, was er am Ende seines Lebens ist, kaum auffällt.

Doch was ist der Charakter? Der Charakter eines Menschen ist in jedem Moment seines Seins beeinflusst durch die in allen vorherigen, künftigen und parallelen Lebenszyklen erworbenen spirituellen Erkenntnisse (vgl. Bd. zero). Diese sind für die Bevorzugung respektive Auswahl der Motive, aufgrund derer ein Einzelwille zum Handeln führt, maßgebend. Der Wille ist auch nach Schopenhauer, aufbauend auf Kant und Platon, niemals frei. So ist es der intelligible1 Charakter, der über die Beeinflussung der Motive des Egos dessen Willen Richtung gibt.

Nach Roberts beeinflusst darüber hinaus das innere Selbst die Entscheidungen des äußeren Wachbewusstseins. Das nach innen gerichtete Wachbewusstsein liefert über Träume Handlungsimpulse und der Geist der Wesenheit hält eine Art Vetorecht, um die positive Entwicklung der Lebenserfahrung zu unterstützen:

"[...] aber der freie Wille hängt von viel mehr ab als nur von der Freiheit des Egos. Wäre es dem Ego erlaubt, alle Entscheidungen zu treffen, ohne dass es auf anderen Schichten des Selbst die Möglichkeit eines Vetos gäbe, wärt ihr alle wirklich in einer traurigen Lage." [Lit 193]

Das nach innen gerichtete Wachbewusstsein sieht und bewertet die Dinge genauso, wie wir sie mit unserem äußeren Wachbewusstsein einschätzen. Daher sollten wir diesem nach innen gerichteten Teil unseres Selbst bedingungslos vertrauen, zumal das äußere Wachbewusstsein nur ein sekundärer Ableger dieses primären inneren Selbst ist. Letzteres ist jedoch für das Händeln der physischen Welt nicht entscheidungsfähig, weil es hierfür nicht gemacht ist. Ähnlich ergeht es dem Wachbewusstsein in der geistigen Welt.

Unser Charakter ist ausschließlich ein Produkt unserer Erfahrungen aus allen Lebenszyklen und unserer hieraus gezogenen spirituellen Erkenntnisse. Die explizite Erinnerung, das Vor-Augen-Haben der prägenden Ereignisse, ist hierfür unnötig. Im Alter verfügen wir beispielsweise über einen beachtlichen Erfahrungsschatz wenigstens aus dem aktuellen Leben. Dieser beeinflusst unsere Werte, unser Denken und unseren Habitus2, ohne das wir auch nur einen Bruchteil der prägenden Erfahrungen gegenwärtig haben.

So ist die spirituelle Intelligenz Ausdruck spiritueller Informiertheit, welche über zahllose Lebenserfahrungen wächst. Hierzu tragen unsere parallelen wahrscheinlichen Selbsts - Energieanteile, die sich an irgendeinem Punkt unseres Lebens anders entschieden haben oder andere Ereignisse akzeptierten als wir - ebenso bei wie unsere weiteren, im Grunde simultanen Lebenszyklen. Alle zusammen beeinflussen jedes involvierte persönliche Selbst in der umfassenden Gegenwart allen Geschehens aller Zeiten.

Hinzu kommt, speziell beim Menschen, ein variabler Faktor, nämlich die Offenheit oder Verschlossenheit eines äußeren Wachbewusstseins für Informationen der inneren Sinne, welche die individuellen Fähigkeiten erweitern und unterstützende Einflüsse des inneren Selbst transportieren. Zwar wäre das Leben in physischen Projektionen wie auch Kommunikation gänzlich unmöglich, würde das äußere Wachbewusstsein nicht unablässig auch die inneren Sinne nutzen. Jedoch ermöglicht erst deren bewusster Einsatz gezielte Manipulationen der physisch projizierten Gedankenkonstruktion sowie der darin auftretenden Ereignisse.

Doch ist Charakter auch ein Oberbegriff für einige weitere, die Persönlichkeit ausmachenden Eigenschaften. So geht ein jeder Charakter stets einher mit

Der starke, spirituell hochinformierte Charakter geht stets einher mit

Der Grad der verstandesmäßigen Intelligenz (IQ) determiniert in keiner Weise den Grad der spirituellen Intelligenz (SI). So geht beispielsweise ein spirituell hochinformierter Charakter einher mit stark ausgeprägter Vernunft und einer Fähigkeit zum Erkennen der Wahrheit, und zwar nicht nur im philosophischen Sinn, sondern auch im alltäglichen Leben. Diese achten die Wahrheit in hohem Maße, so dass ihnen eine Lüge kaum oder nur unter erheblichen inneren Konflikten über die Lippen kommt.

Wer die Wahrheit nicht achtet, achtet seine Mitmenschen nicht. Wer frei vom Wahrheitsstreben ist, verachtet die Mitmenschen, stellt nur sich selbst in den Mittelpunkt seiner Entscheidungen. Ein solcher Mensch in Führungspositionen verdirbt wie verseuchtes Grundwasser seine Umgebung und zieht Gleiches in nachrangige Positionen nach. Weil diese Art Mensch wenig reflektiert und sich nicht mit Abwägungen und Einfühlen aufhält, ist er meist erfolgreicher im Karriereverlauf.

Daher ist die heutige Geschäftswelt zumindest in Deutschland und Frankreich in dem miesen Zustand, in dem sie sich gerade befindet. Dem falschen Gott der Gewinnmaximierung werden Untergebene geopfert. Auf der Strecke bleiben die Achtung des Mitarbeiters, der vertrauensvolle Respekt und das gegenseitige Fördern der Werterfüllung (Sh. Erg.Bd.9). Das es sehr erfolgreich auch anders geht, zeigen bis heute die dänische Gesellschaft und die deutsche Nachkriegszeit bis etwa zur Wiedervereinigung. Dann entfiel das Streben Westdeutschlandes, der anderen, sozialistischen Hälfte beweisen zu wollen, dass die soziale Marktwirtschaft für die Bürger das bessere System sei.

Weil aber die unkooperative Selbstbezogenheit nur kurzfristige äußere Vorteile bringt, schädigt sich auf lange Sicht der spirituell Minderbegabte an der Unternehmensspitze oder in der Politik selbst. Zum einen behindert er erfolgreich sein eigenes spirituelles Vorankommen. Zum anderen schädigt sein Gebaren langfristig das Unternehmen oder das Land. Nicht geachtete, marginalisierte Mitarbeiter können keine schöpferischen Höchstleistungen für ihr Unternehmen erbringen. Zudem kosten wegen Burn Out, Folge-Krankheiten und Depressionen zu ersetzende Mitarbeiter nach verschiedenen Berechnungen jeden Betrieb mindestens sechs bis zu achtzehn [Quelle u.a. National Business Research Institute, Texas, USA] Monatsgehälter finanziellen Mehraufwand, um Ersatz zu rekrutieren, einzuarbeiten und gegebenenfalls intern oder extern zu schulen, bis der Nachfolger die volle Leistungsfähigkeit erreicht hat.

Die Welt in einen besseren Zustand zu versetzen ist eine Aufgabe, die niemals endet. Ein solches Wirken ist eng mit hohem Wahrheitsstreben verbunden, weil nur der Respekt vor allem Seienden einschließlich der Natur diese Welt zu einer besseren macht. So gehören diejenigen, welche nicht nach Wahrheit streben, auf berufliche Positionen gesetzt, wo sie für sich allein wirken und keinen Schaden anrichten können. So mancher Konzernlenker und Politiker wäre in unserer Gesellschaft als Leuchtturmwärter oder Pförtner eher am rechten Platz.

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