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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 6: Philosophie des Lebens
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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 1921 947)



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Kapitel 6.7.14.: Spirituelle Intelligenz (Spirituelle versus verstandesmäßige Intelligenz / Spirituelle Intelligenz)

Der bei vielen Menschen mit Alltäglichkeiten voll ausgelastete Verstand hat kaum freie Kapazität, um spirituelle Fragen reflektieren zu können. Er ist auf die eigene Person fokussiert und mit ihr beschäftigt. Diese Menschen sind von außen kaum beeinflussbar. Eine Verbreitung spiritueller Informiertheit kann nur über die Vermittlung geringst verzerrter Wahrheiten schon durch Eltern an ihre Kinder erfolgen, weil diese bereits zum Zeitpunkt der Verbindung mit dem physisch zu projizierenden Körper eine Erstausstattung Glaubenssätze von ihren Eltern erhalten. Auch das, was Eltern vorleben, übernimmt das Kind zunächst unhinterfragt.

So ist die Psyche eines jeden Neugeborenen mit dem Glaubenssatzpaket eines der Elternteile versehen. Das erleichtert seinen Einstieg in die Welt seiner Primärerfahrungen. Sein Erkenntnishorizont jedoch resultiert aus der Gesamtheit der nicht durch Rückentwicklung verlorenen Erkenntnisse aller seiner - im Grunde simultanen - Lebenszyklen (vgl. Bd. 2).

Jeder arbeitet in jedem Leben an höchst individuellen, spirituellen Herausforderungen und muss hierüber selbst zur Informiertheit finden. Jeder Mensch ist dabei an einem anderen Punkt der Entwicklung. Dies gilt auch für die kollektiven Herausforderungen aller Verbunde, von der Dorfgemeinschaft über Bundesländer und Länder bis hin zur Weltgemeinschaft. Spirituelle Informiertheit lässt sich nicht aufoktroyieren. Es ist der innere Prozess einer sich über Generationen langsam wandelnden Gesellschaft.

Erschwerend kommt hinzu, dass die am Weltgeschehen beteiligten Individuen nach Abschluss der hier möglichen spirituellen Entwicklung in sehr großen Gruppen diese Sphäre (Sh. Ahg. 1) verlassen - man kennt sich über viele Lebenszyklen, hat diese oft gemeinsam bestritten und geht dann auch gemeinsam. Damit geht auch deren positiver Einfluss verloren, so wie es nach Roberts zuletzt im Mittelalter geschah. Es dauert dann viele Jahrhunderte, bis bei den Zurückgebliebenen nicht mehr der ungebändigte Wille das alleinige Sagen hat und der Umgang miteinander rücksichtsvoller wird.

Zu weiterer spiritueller Informiertheit gelangt der Mensch über intuitives Einfühlen, wozu jedoch innere Sinne genutzt werden müssen. Das äußere Wachbewusstsein bedarf für diesen Zugriff freier Kapazitäten seines Intellekts, wodurch sich die Katze in den Schwanz beißt. Denn derjenige, der innerer Einsichten am meisten bedarf, ist mit seinem ganzen Intellekt auf sein physisches Sein fokussiert und mag eher nicht davon ablassen.

Jede Kontemplation1 enthält einen diskursiv gedachten (Fn. S.90) Anteil als Grundgerüst der Reflexion. Erkenntnis beinhaltende Informationen erhält das äußere Selbst über eine Mischung aus Fokussierung, Absichtslosigkeit und einer dem Intuitionsbegriff (Fn. S.129 & vgl. Bd.4) entsprechenden Stimmung. Es ist eine Art unbeschwerter spielerischer Reflexion.

Eine weitere Quelle spiritueller Informiertheit ist der Umfang der Erfahrungen2 der von seiner Wesenheit in eine Abfolge von Lebenszyklen ausgesendeten Identität. Hierbei ist nicht deren Anzahl, sondern eher die Verschiedenheit der Erfahrungen bedeutsam. Aus ihnen resultieren Qualität und Tiefe spiritueller Erkenntnis und im Idealfall ein alles Seiende wertschätzendes Verhalten. Denn alles, was ist, arbeitet an seiner Werterfüllung (Sh. Erg.Bd.9). Diese ist zu fördern oder wenigstens nicht zu verunmöglichen.

Die Natur oder anderes Seiende schädigendes Verhalten wird daher nur über den Umweg der Reflexion des eigenen Tuns und Strebens durch Lernerfolge reduziert. Wenn der Betreffende sein Gebaren nicht schon zu Lebzeiten hinterfragt, ist die Aufarbeitung des vergangenen Lebens erst in der Reflexionspause zwischen Lebenszyklen möglich. Aber auch dann kann er sich der Reflexion verweigern und ohne Planung und Abstimmung mit seiner Wesenheit zeitnah - im Sinne psychologischer Zeit - in einen neuen Lebenszyklus gehen. Infolge ist jedoch in diesem ungeplanten Lebenszyklus nach Roberts (Seth) der innere mental-genetische Plan unvollständig und zudem inkarniert er sehr wahrscheinlich nicht in einer für ihn passenden Zeit und am passenden Ort. Dies sei der Ursprung von Problemen und Verwirrung:

"Es ist [A.d.V.: im ungeplanten Lebenszyklus] kein zugrunde liegender, verbindender Faktor vorhanden, um ihnen Beständigkeit zu verleihen und auch keine verbindenden, unterbewussten Erinnerungen, die ihnen eine wahre innere Identität geben können." [Lit 210]

Roberts zufolge fehlt der unbedacht einen neuen Lebenszyklus initiierenden Identität der sonst übliche Einblick in den gesamten wahrscheinlichen Lebensverlauf. Jeder in einem geplanten Lebenszyklus lebende Mensch trägt gewissermaßen alle relevanten Informationen über sein Leben in sich - sie sind der Faden, an dem er sich zeitlebens sicher entlang hangelt.

Spirituelle Lernerfolge treten ein, wenn in einer kritischen Lebenssituation die Entscheidung für ein positives Verhalten und Streben fällt und das entsprechende Handeln folgt. So lernen wir entgegen der alten Binsenweisheit eigentlich nicht aus Fehlern, sondern nur aus der Reflexion von jedwedem Verhalten. Denn es fühlt sich gut an, anderes Seiende in eine wertschätzende Obhut zu nehmen. Wir wissen dann instinktiv, das Richtige getan zu haben.

An dieser Stelle seien die Schulungsträume und die träumerischen Konfliktsimulationen erwähnt, in denen wir von unserem Geist der Wesenheit im optimalen Umgang mit Konflikten und Herausforderungen, an denen wir im Wachzustand gerade arbeiten und nicht weiterkommen, geschult werden (vgl. Bd.4). Das erspart unzählige physisch projizierte Konflikte und damit auch einige Lebenszyklen, in denen diese Erkenntnisse umständlicher gewonnen würden. Jede optimale Entscheidung in diesen inneren Simulationen bringt die spirituelle Informiertheit ebenso voran, wie es ein optimales Verhalten im Physischen vermag.

Der spirituelle Erkenntnisstand spiegelt sich in der maximalen Schwingungsfrequenz des persönlichen Selbst. Diese wiederum ist abhängig von der Stärke der Bewusstseinsenergie. Ob in der Reflexionspause zwischen Lebenszyklen oder im Leben stehend - immer begrenzt die Energiemenge unseres Selbst die Wahrnehmung. Je mehr Seiendes eine Identität in seine geistige Obhut nimmt und liebevoll respektierend berücksichtigt, desto energiereicher wird es durch das in die Obhut genommene. Je energiereicher es ist, desto schneller kann es maximal pulsieren und aufsteigen auf der Skala der 5. Energiedimension.

Die maximale Schwingungsfrequenz ist wie eine Note, die man sich selbst in jedem Moment seines physisch oder geistig projizierten Seins gibt. Hierfür ist der Begriff der spirituellen Intelligenz passend:

Definition der spirituellen Intelligenz

Hohe spirituelle Intelligenz beinhaltet ein Wissen des äußeren Wachbewusstseins um die umfassende liebevolle Kooperation alles Seienden und lebt ein Streben nach Wahrheit sowie Förderung der eigenen wie fremder Werterfüllung und Unversehrtheit. In allem, was einem begegnet, sieht man einen komplementären Aspekt seines Selbst. Infolge respektiert man alles Seiende und empfindet sich nicht als getrennt von der Natur und anderen Lebewesen. Daher drängt oder nötigt man andere nicht zu einem Handeln, sondern lässt einem jeden Wesen einen im jeweiligen Kontext maximal möglichen Freiraum. Ein solches Verhalten ist Ausdruck hoher spiritueller Intelligenz.

Umgekehrt zeigt sich eine geringe spirituelle Intelligenz am anderen Ende der Skala in ausgeprägter Selbstbezogenheit, in einem Ignorieren der Bedürfnisse anderes Seienden einschließlich der Natur. Ein unzureichend durch Verstand kontrolliertes Ego verunmöglicht die eigene wie fremde Werterfüllung und Unversehrtheit. Aus dem mangelnden Respekt vor sich selbst und anderen Menschen resultiert die Neigung zur Lüge und Manipulation.

Die meisten Menschen jedoch bewegen sich irgendwo im Mittelfeld zwischen diesen Extremen. Der Grad spiritueller Intelligenz kann nur indirekt über das vergangene Verhalten abgeschätzt werden. Eine Abfrage wie bei Tests zur verstandesmäßigen Intelligenz ist nicht möglich, weil die 'richtigen' Verhaltensweisen den Testpersonen bekannt sein und infolge vorgetäuscht werden könnten.

Zudem gibt es kaum einmal in einem Leben große spirituelle Entwicklungssprünge nach oben oder unten, so dass jemand, der in der Vergangenheit auch nur ein einziges Mal geringe spirituelle Intelligenz gezeigt hat, nicht vom Saulus zum Paulus gereift sein dürfte - dann wäre eine gegenwärtig hohe spirituelle Informiertheit entweder vorgetäuscht oder der Betroffene befindet sich gerade im Prozess des Erkennens. Es reicht nicht aus, theoretisches Wissen hierum zu besitzen. Es muss ohne Ausnahme mit nur geringen Schwankungen gelebt werden.

Hohe spirituelle Intelligenz respektiert die Gefühle, die Werterfüllung und die Unversehrtheit anderes Seienden - gleich ob es sich um Menschen, Tiere, Insekten oder Pflanzen handelt. Der Charakter ist Ausdruck der spirituellen Informiertheit - werden spirituelle Werte gar nicht gelebt, ist das Individuum charakterlos.

Zunehmende spirituelle Informiertheit beinhaltet eine Vielzahl von Lernschritten, die in den folgenden Eigenschaften des äußeren Wachbewusstseins münden:

[Ende der Definition spiritueller Intelligenz]

Die einzelnen Punkte stehen untereinander in Wechselbeziehungen und sind voneinander abhängig. Beispielsweise basiert ein hohes Aggressionspotential stets auf einer starken Anhaftung an physische Projektionen - andernfalls würde sich kein starker Wille ausbilden, auf dessen Nichtrealisierung ein unzureichend vom Verstand kontrolliertes Ego mit Aggression reagiert. Auch steigt mit zunehmender Aggressivität die Bereitschaft, der Durchsetzung des Willens mit Unwahrheiten nachzuhelfen. Anhaltende Aggressionen und fortgesetztes Lügen zeugen wiederum von mangelndem Respekt gegenüber allem sonst noch Seienden. Sind diese Negativmerkmale ausgeprägt, dann fehlt das Streben nach Erkenntnis gänzlich, weil der Betreffende gedanklich nur um seine Willen kreist.

Dagegen sind spirituell gut informierte Identitäten langweilig. Sie verspüren keine Neigung, Macht auszuüben oder andere zu etwas zu drängen, das diese selbst nicht wollen. Was sie selbst jedoch wollen, bleibt meist verborgen, weil ihre komplizierten Gedankengänge allenfalls für wenige Menschen nachvollziehbar und interessant sind. So erscheinen sie anderen als passiv, introvertiert und schwer durchschaubar.

Nebenbei bemerkt wäre der Begriff 'emotionale Intelligenz' ebenso passend wie 'spirituelle Intelligenz'. Ersterer wird jedoch in der Literatur sehr häufig und nicht einheitlich verwendet. Zudem definiert ihn jeder Autor nach seinem Gusto. Daher spreche ich der Eindeutigkeit halber von spiritueller Intelligenz. Die Begriffe sind jedoch weniger wichtig als das, was man darunter versteht.

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