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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band zero: Die Kraft des Bewusstseins - Wie wir in jedem Moment unsere Realität bilden


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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 2830 378)


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Kapitel 22: Schlussbetrachtungen

Es gibt für das euch bekannte Leben kein einfaches Ende, so wie im Märchen vom Himmel. Ihr habt die Freiheit, eure eigene Realität zu verstehen, eure Fähigkeiten fortzuentwickeln und eure eigene Existenz tiefer als ein Teil von All-dem-was-ist zu empfinden.

Jane Roberts (Seth)


Warum gibt es physische wie auch geistige Welten? Es ist Geist, der sich mit sich selbst beschäftigt. Er lernte, schöpferisch geistige Vorstellungen zu entwickeln und sie durch eine kollektive Fokussierung bis zum Physischen zu verdichten. Geist ist unendlich teilbar, und jede Abspaltung seiner Energie verfügt über eine individuelle, einmalige und unzerstörbare Identität. Alle Welten existieren innerhalb des aussendenden Geistes - es gibt für seine Schöpfungen kein außerhalb dieser Identität.

Das, was wir als unsere Wachbewusstseins-Identität wahrnehmen, ist tatsächlich etwas Fließendes. In der Liebe und engen Kontakten wird unsere Bewusstseinsenergie um Energieanteile der nahestehenden Personen bereichert. Und schon ist die Identität variiert, nicht mehr exakt dieselbe wie zuvor. Diese Beeinflussungen geschehen in unterschiedlichen Graden in jedem Moment des Tages und der Nacht, überall wo wir uns bewegen und begegnen. Darum haben wir eine fließende Identität. Darum ist niemand eine Insel.

Fast alle Menschen sind Träumer. Sie erfahren die Welt nicht, wie sie sich dem Verstand darstellt, sondern blicken mit durch unzählige Emotionen verfälschtem Blick auf alles Seiende. Die Emotionen sind es, welche eine rein sachliche verstandesmäßige Betrachtung unmöglich machen. Aber wie sollten die Menschen auch anders sein. Von Klein auf werden sie emotionalisiert: Durch Lieder und Filme auf Emotionen eingestimmt, durch emotionale Parteinahme in Sport und Politik angeheizt, von Medien aufgepeitscht und durch emotionale Bücher bewegt. Selbst Fernsehnachrichten öffentlich-rechtlicher Sender nutzen inzwischen das Wecken von Emotionen zur Zuschauerbindung und Manipulation. Und dann ist da noch die Liebe, welche weitgehend auf Emotionen basiert und irgendwann wohl jeden trifft. Einen besonnenen Blick auf die Welt mit der Werterfüllung alles Seienden im Fokus kann sich folglich nur derjenige erwerben, welcher von allen verengenden Emotionen befreit ist und einsam von Schopenhauers Anhöhe auf die lärmende Meute herabblickt.

Andererseits sind Menschen bewusst mit deutlich abweichenden Eigenschaften und Schwerpunkten versehen, so dass es nicht die eine, #39;richtige#39; Betrachtungsweise gibt. Der westlich geprägte Mensch beispielsweise überbetont seine Verstandesorientierung, obwohl das Energiemuster seines Verstandes nur einen kleinen Teil seiner Psyche ausmacht. Sein ungleich größerer schöpferischer Geist wird von ihm kontrolliert und oft in seiner Spontanität stranguliert. Das ist nicht vorteilhaft für seine geistige und physische Gesundheit sowie für die Werterfüllung der Menschheit als Ganzes.

Zwar enthalten die anderen Konzepte auch Übertreibungen in die eine oder andere Richtung - beispielsweise hohe Emotionalität -, doch sichert nur eine umfassende, liebevolle, sich respektierende Kooperation Aller die Werterfüllung und das Überleben der Menschheit. Dem Verstandesanteil der Psyche kommt also eine moderierende und nicht alles beherrschende Aufgabe zu.

Doch Geist ist von Hause aus immer emotional und folglich auch jede Projektion, Wahrnehmung und Empfindung. Seine Emotionen sind die Grundlage des Seins. So sind es starke emotionale Vorstellungen, welche Ereignisse, Dinge und Menschen heranziehen und die jeweilige Umwelt gestalten. Denn wir leben in einer kollektiven Vorstellungswelt, an der alles Seiende in umfassender liebevoller Kooperation beteiligt ist.

Individuell gestalten wir selbst entsprechend unserem Streben, unserer Reflektionsergebnisse und zu Glaubenssätzen verdichten Überzeugungen unsere nahe Zukunft. Wir schaffen unsere eigene Realität - wohin wir auch reisen und in welchen Schichten des Seins wir uns auch bewegen. Unsere Glaubenssätze reisen mit und gestalten unsere Erfahrungen dort wie hier. Ändern wir unsere Glaubenssätze, ändern sich Zukunft, Ereignisse, Kontakte und die körperliche Verfassung. Und auch die Vergangenheit wird entsprechend der veränderten Geisteshaltung modifiziert. Wer dies einmal bewusst auf die Probe stellt, wird seine Freunde, seine Mitmenschen und die politischen Verhältnisse nicht mehr wiedererkennen.

Warum gibt es Leid und Elend? Und auf der anderen Seite Glück und Überfluss? Alle Lebenden sind mit Variationen desselben Themas befasst. Das gilt auf der Ebene der Individuen wie auch kollektiv unter anderem auf Länderebene. Ihre Herausforderungen könnten sich ohne dieses Ausmaß an Übertreibung nicht ausreichend scharf heraus kristallisieren.

Es geht in unserem zeitlichen Bezugsrahmen auf Länderebene um das Anstreben einer allumfassenden Kooperation, welche die Werterfüllung aller Mitmenschen und alles sonst wie Seienden im Fokus hat. Und damit Leid und Elend reduziert. Dazu gehört beispielsweise eine gerechte gleichmäßige Verteilung der Güter über alle Länder des Planeten.

Auf der Ebene des Individuums wird nicht erkannt, dass die Technologisierung wachsende Gefahren beinhaltet. Jede technologische Weiterentwicklung verändert auch die Vergangenheit und erhält hieraus einen zusätzlichen unerwarteten Impetus . Einmal eingetretene Entwicklungen beschleunigen sich auf diese Weise selbst. So verändern nicht nur Individuen, sondern auch Kulturen und Zivilisationen ihre Vergangenheit und Zukunft. [Lit 191]

Starke emotionale Vorstellungen sind also notwendig zur Zukunftsgestaltung auf individueller wie Länderebene und hilfreich. Also muss es noch eine andere Gattung Emotionen geben, die eher behindernd wirkt - es sind durch nachteilige Glaubenssätze initiierte, verengende und überzeichnete Emotionen. Diese reduzieren das Wachbewusstsein auf eigene Interessen und liefern u.a. die Motive,

Auf jeder Schicht des Seins gestalten emotionale Vorstellungen die wahrgenommene Umgebung. Doch diese allein dem Menschen zu eigenen, überspitzten Emotionen führen niemals zu etwas Gutem, denn sie überstimmen in Schopenhauers fünf Sechstel aller Menschen den Verstand. Der Verstand des übermäßig gewissenhaften Selbst dient also im Idealfall dem ausgleichenden Zweck, das spontane Selbst mit seinen Emotionen an der langen Leine zu führen, ihm eine Richtung und ausreichend Raum zur Entfaltung zu geben. Das übermäßig gewissenhafte Selbst gibt das Ziel vor, welches das spontane Selbst unhinterfragt übernimmt.

Man kann die in diesem Spannungsfeld Ausgewogenen an ihrer Besonnenheit und einem unabdingbaren Wahrheitsstreben erkennen. Weil jedoch die Masse der Menschen in Konflikten eher emotional überreagiert, würde diese ohne funktionierendes Staatswesen ihren Nachbarn, den Bewohnern eines Nachbardorfes oder einer benachbarten Region die Köpfe einschlagen. Dies geschieht regelmäßig in Krisenregionen, in denen die staatliche Ordnung zusammengebrochen ist und keine Sanktionen zu befürchten sind.

Von einer zum Überleben der Menschheit und des Planeten notwendigen, großen, allumfassenden Kooperation mit allem Seienden ist der heutige Mensch noch weit entfernt. Selbst in bestem Zwirn gekleidet ist er bis dorthin als Urmensch mit Fell und Keule zu denken. Kein Luxus-Accessoire und keine noch so hohe Position in den künstlichen Hierarchien der Gesellschaften können über seine mentale Verengtheit, die sich in der derzeitigen mangelnden Bereitschaft zur Kooperation äußert, hinwegtäuschen. Die Mächtigen im Lande unterscheiden sich hierbei nicht von den Schwachen, sie leben ihre verengenden Glaubenssätze nur auf andere Weise und mit deutlich mehr Gestaltungsspielraum aus. Schon die nicht zutreffende Annahme, andere Lebensformen würden über ein andersartiges und nicht empfindungsfähiges Bewusstsein verfügen, ist Ausdruck mentaler Verengung und zeigt uns die Grenzen der Menschen unserer Epoche.

Doch verfügen wir Menschen über die Fähigkeit zur Reflexion. Wir können unser Handeln und Denken bewerten. Und uns für eine vielleicht angenehmere Geisteshaltung entscheiden. Denn das sekundäre Physische folgt dem primären Geist. Oder um es mit Roberts zu sagen: "Das Geistige spricht mit physischer Stimme und der physische Körper ist eine Schöpfung des Geistes." [Lit 184]

Der im Gegensatz zum Wachbewusstsein relativ unbelastete Blick des Unterbewusstseins auf alles Seiende schreckt ein verengtes emotionalisiertes Wachbewusstsein in der großen Reflexionspause nach dem physischen Ableben zunächst ab. Es muss lernen, sich sowohl von dem Ballast der irdischen Emotionalität und blinden Parteilichkeit als auch von falschen Führern künstlicher gesellschaftlicher wie auch religiöser Organisationen zu lösen. Wer das nicht kann, leidet. Oder findet den Ausweg in einen neuen Lebenszyklus, wo er noch einmal spielen darf.

Jeder Gegenwartspunkt ist ein Kraftpunkt für Veränderungen. Nur aus den Gegenwartspunkten eines physischen Seins heraus lassen sich alle Aspekte des Lebens in Zukunft und Vergangenheit entsprechend dem geistigen Streben des irdischen Spielers verändern.

Dabei ist unser auf Beurteilung der physischen Realität spezialisiertes Wachbewusstsein nicht die einzige am Leben beteiligte Bewusstseinseinheit in der hierarchischen Struktur unseres Selbst. Wir tragen die Obhut für die Zellbewusstseine unseres physischen Körpers. Und diese - wie wir in ihrer Handlungsfreiheit autonome Individuen - tragen wiederum die Obhut für die Atombewusstseine ihrer Zellen.

Wachbewusstseine, Zellbewusstseine, Atombewusstseine, alle Lebewesen aller Gattungen, die Pflanzenwelt und die Natur selbst: Alles Seiende zusammengenommen ermöglicht erst in einer umfassenden Kooperation das Leben jedes Individuums. Ohne diese Kooperation von allem, was ist, wäre Leben nicht möglich. Wo immer sich der Mensch dieser werterfüllenden Kooperation verweigert, arbeitet er auf sein Aussterben zu.

Wir bewegen uns in der physischen Welt gleichsam in einem Spalt unseres größeren Selbst, der direkt vor dem Wachbewusstsein liegt, so dass dieses die viel reichhaltigere geistige Welt um es herum nicht mehr wahrnimmt. Wenn ich also an meinem Schreibtisch, im Cockpit eines Jets oder auf der Bettkante sitze, dann ist der über die körperlichen Sinne wahrgenommene Einblick in die physische Welt für mein Gesamtbewusstsein gleichsam der Blick auf einen kleinen Bildschirm. Er zeigt die visuelle Wahrnehmung des körperlichen Sehsinns oder genauer: die durch Glaubenssätze beeinflusste Interpretation der dem physischen zugrunde liegenden Energieströme in einer Projektion.

Das Wachbewusstsein fokussiert im Wachzustand primär diesen Spalt der physischen Wirklichkeit und bemerkt kaum seine Aktivitäten in der umgebenden, ungleich größeren geistigen Realität. Denn Ich bin unendlich viel größer als mein Wachbewusstsein. Es hangelt sich viele Male in jeder Minute zu den anderen Teil-Bewusstseinen hinauf und hinab, bewegt sich gleichsam unablässig an einem Faden. So ist das Wachbewusstsein in allen Schichten aktiv und beeinflusst mit jeder seiner Handlungen und mit jedem Gedanken sein ganzes Selbst. Nur ist es sich dessen meist nicht bewusst.

Ein anderes Bild: Unser Bewusstsein ruht, während wir uns gemächlich oder wie angestochen durch die physische Welt bewegen. Hierbei verändern sich nur die Bilder in unserem inneren Spalt - der Rest ist bewegungslos immer da. Was wandert, ist der Fokus des großen Spielers in uns. Mal fokussiert er die physische Realität, mal andere Positionen des Geistes. Blickt er in den Spalt, bewegt er sich durch die nach Einstein eingefrorene und stillstehende Raumzeit der physischen Welt in frei wählbaren Geschwindigkeiten, so wie ein Auto mit wechselnden Geschwindigkeiten nach Gusto des Fahrers durch eine stillstehende Landschaft fährt. Er wechselt dabei Zeit und Raum, lässt beide hinter sich, obschon vermeinend, der Raum sei noch derselbe. Wir kommen also nie mehr in denselben Raum zurück. Die Bezeichnung Spalt passt deswegen so gut, weil unsere physischen Augen gleichsam eine Spalt-Perspektive liefern.

Sowenig nun, wie der Bildschirm in dieser Analogie die ganze physische Welt umfasst, umfasst die physische Welt das Gesamt-Bewusstsein aller Schichten. So blicke Ich mal aus einer größeren, dann geringeren Tiefe meines riesigen Innern auf und in den Spalt der augenblicklichen physischen Realität. Von ihr sind unzählige Variationen mit ebensolcher Gültigkeit in unserem höheren Selbst stets vollumfänglich gegenwärtig und für uns erreichbar. Mit ihnen stehen uns variierte Vergangenheiten und Zukünfte zur Auswahl. Ändern wir unsere geistige Haltung und unser Denken, dann ändert sich unsere geistige wie auch die physische Realität. Wir kommen in eine neue Geschehniskategorie mit veränderter Vergangenheit und neuen Zukunftsmöglichkeiten.

Wenn wir die Augen schließen, fixieren unsere Gedanken zunächst die physische Welt, kreisen darum, bis wir endlich den Fokus auf sie verlieren und einschlafen, welches in Wahrheit ein Erwachen des Wachbewusstseins in der geistigen Welt ist. Es sieht so aus, als sei umgekehrt das physische Leben ein Traum der höheren Teil-Bewusstseine, wie es schon Schopenhauer bemerkte.

Handelt man nach nicht aufgestauten, vom Verstand kontrollierten inneren Impulsen, dann lässt man eine Führung durch den unendlich großen, eigenen Geist zu, welche zu dem bestmöglichen Lebensverlauf des Protagonisten auf der aktuellen Wahrscheinlichkeitslinie führt. Das Geführte ist das Wachbewusstsein als spaltnächstes Teil-Bewusstsein. Doch auch dieses ist reine Energie und bewegt sich inmitten der Energieströme, die allem Physischen zugrunde liegen. Es ist zu Lebzeiten eng mit All-das-was-ist verbunden, welches über die Hierarchie der Teil-Bewusstseine alles Seiende kontinuierlich - also in jedem Gegenwartsmoment des pulsierenden Erscheinungs-Rhythmus des Universums - mit Energie versorgt.

So täuscht der Eindruck einer starr verharrenden Materie. Das gesamte System des Universums pulsiert, so dass dessen Realität nur für den kürzesten, von Physikern noch messbaren Zeitraum besteht - der Planck-Zeit (Fn. S.52, vgl. Bd.1). Danach verschwindet es aus der Wahrnehmung der voran tastenden Wachbewusstseine, bleibt aber in seinem eingefrorenen Zustand auf ewig bestehen. Das Wachbewusstsein projiziert dann aus den sich kreuzenden Wahrscheinlichkeitslinien individuell variiert diejenige nächste Planck-Zeit, welche es durch sein Streben und Denken anzieht. Jedes Lebewesen erschafft also seine individuelle Raumzeit, deren Gegenwartsmomente eine Art Schlauch bilden - den Raumzeit-Schlauch.

Wachbewusstseine bewegen sich folglich in frei wählbaren Tempi durch gleichsam eingefrorene Momentaufnahmen physischer Erscheinungen. Bestätigung gibt es aus der neueren Hirnforschung. Hiernach besteht die Wahrnehmung des Wachbewusstseins aus der Verbindung von Einzelbildern zu einem flüssigen Ablauf. So wie auf alten Filmrollen in logischer Folge ein Bild an das andere gefügt ist, ist in der Wahrnehmung unseres Lebenslaufs eine Planck-Zeit mit dem uns betreffenden Teil des Universums in logischer Abfolge an die nächste geknüpft.

Der physische Körper besteht aus Millionen Zellen, welche jede für sich eine Identität mit eigener Bewusstseinsenergie, eigenem Schicksal, Fähigkeiten und Möglichkeiten ist. Die hochspezialisierten Sinnesorgane einer jeden Gattung interpretieren aus der Fülle der vorhandenen Energien den für sie relevanten Teil heraus und das Wachbewusstsein interpretiert diesen entsprechend seiner emotionalen und psychischen Verfassung zu einer Erscheinung der physischen Realität.

So nehmen zwei Gattungen nicht dasselbe wahr und selbst zwei Menschen, die nebeneinanderstehend eine Szenerie betrachten, erleben entsprechend ihres geistigen Zustandes ihre eigenen Interpretationen. Denn diese stellen nur zwei unter unendlich vielen Möglichkeiten dar, die Kostümierungen der energetischen Grundlage des Physischen wahrzunehmen.

Darüber hinaus beeinflusst jedes Bewusstsein in einer interessierten Fokussierung das Bewusstsein der betrachteten Materie, indem es dessen energetische Grundlage durch eigene Bewusstseinsanteile ergänzt. Der Beobachter beeinflusst das Beobachtete mit seiner Bewusstseinsenergie. Er verändert sein persönliches physisches Umfeld über intensive mediale oder emotionale Vorstellungen, die sich mit zeitlichem Verzug in physische Realität verwandeln. Wenn auch das energetische Konstrukt des Universums und der Sphären vom höheren Selbst angelegt ist, erschafft und formt jedes Lebewesen die Materie seiner persönlichen Umwelt und zieht passende Ereignisse individuell und kollektiv mit anderen an. Durch die Schöpfung alles Physischen durch Wachbewusstseine und All-das-was-ist auf der Ebene der alles verbindenden subatomaren Energieströme löst sich die Grenze zwischen uns und allem Seienden nicht nur auf - sie hat niemals existiert. Roberts schreibt:

"Es gibt keine echten Grenzen zwischen dem Wahrnehmenden und dem scheinbar Wahrgenommenen. Dies mag euch befremdlich erscheinen, aber alle Handlungen sind geistiger oder, wenn ihr so wollt, psychischer Natur. Dies ist eine äußerst simple Erklärung; aber der Gedanke erschafft die Realität. Darauf nimmt dann der Schöpfer des Gedankens den Gegenstand wahr, ohne die Verbindung zu sehen, die zwischen ihm und diesem scheinbar selbständigen Ding besteht. Diese Fähigkeit, Gedanken und Gefühle in physische Realität zu verwandeln, ist ein charakteristisches Attribut der Seele. Nun werden in eurer Realität die Gedanken auf physische Weise verwirklicht. In anderen Realitäten können sie auf völlig andersartige Weise 'aufgebaut' werden. Eure Seele [A.d.V.: All-das-was-ist], das, was ihr seid, baut also täglich eure physische Realität für euch aus den Rohstoffen eurer Gedanken und Erwartungen auf." [Lit 175]

Damit sind wir Gott in dem Sinne, dass wir mit der schöpferischen Gnade versehen sind, unsere eigene Wirklichkeit getreu unserer Gedanken, Absichten und Erwartungen zu erschaffen. Wir basteln uns eine Wirklichkeit zusammen, die eins zu eins unseren Überzeugungen entspricht. Wir kreieren schöpferisch Ereignisse und Kontakte und Entwicklungen und geraten nach kurzer Anpassungszeit immer unter Unseresgleichen.

Wie Statisten scheinen Umwelt und Mitmenschen jede unserer Überzeugungsänderungen mitzumachen, obgleich sie selbst allesamt ihre Realität auf die gleiche Weise gestalten. Oft irrend, aber dennoch als Teile von Gott göttlich. So wie wir ihnen in ihrer Gesamtheit begegnen, so begegnen sie uns. Nahezu jede Entwicklung ist möglich, wenn noch Zeit zur Umkehr ist.

Jeder Mensch, jedes Tier und alles Seiende bewegt sich durch die kooperative Göttlichkeit seines Wesens. Es ist auf dieser Ebene anteilig und auf höchster Ebene vollumfänglich der Schöpfer seiner physisch wahrgenommenen Realität. So wie der Geist, der wir sind, in allen Dimensionen und Realitäten auf nichts anderes stößt als seine eigene Schöpfung.

Die persönliche Umwelt ist also wie der eigene Körper die Materialisation geistiger Akte entsprechend der geistigen Verfassung. Die Physiognomie eines Körpers entspricht in jedem Moment dem Zustand des ihm zugehörigen Wachbewusstseins. So werden die der physischen Umwelt wie auch dem eigenen Körper zugrunde liegenden subatomaren Energien in jedem Moment entsprechend unserer

als ein Reflex der geistigen Realität in physische Realität übersetzt. Wer im Urlaub ohne Willenseinsatz entspannt von einem einsamen Berggipfel herabschaut, spürt die Einheit des Selbst mit der Umgebung, die Untrennbarkeit der Psyche von seiner eigenen Schöpfung, der physischen Kulisse. Körper wie Kulisse sind Teil des Selbst, die Kulisse ist eine Erweiterung der betrachtenden Wachbewusstseine.

Selbst das Wetter, Epidemien und vordergründig grausame Naturereignisse resultieren aus kollektiven Bedürfnissen und Stimmungen der Bewusstseine - deren innere Bedingungen verursachen die äußeren klimatischen und tektonischen Verhältnisse. Je weiter sich der Mensch von der Natur entfernt, desto größer ist sein Verlangen nach einem Einssein und desto mehr Naturkatastrophen gibt es [Lit 184]. Auch labile Bewusstseinszustände erzeugen kollektiv größere Naturphänomene, so wie ein labiles Wachbewusstsein lokale Materiemanipulationen und Geisterscheinungen produzieren kann. Man denke nur an C.G. Jungs berstenden Nussbaumtisch.

So sind es durch Glaubenssätze hervorgerufene, emotionale Zustände der Massen, welche das Wetter, Epidemien und den Ausbruch natürlicher Energien in Naturkatastrophen bewirken. Denn ein Körper befindet sich mit seiner Umgebung in einem kontinuierlichen Austausch. Hierbei reflektiert die Atmosphäre unseres Planeten die physischen, chemischen und elektromagnetischen Eigenschaften der Körper. Sowohl Blutströme als auch Windströme sind Manifestationen dieser Wechselbeziehungen. Die Natur mit all ihren Erscheinungen ist also nur scheinbar außerhalb unseres Körpers. Denn der Körper des Planeten wird anteilig von uns beeinflusst und gestaltet, solange wir uns in ihm befinden. [Lit 184]

So spiegeln selbst Jahreszeiten die tiefen Rhythmen der inneren Befindlichkeiten ihrer Bewohner wider. [Lit 183, 184] Daher ist der Ausspruch des britischen Physikers und Mathematikers Freeman Dyson , das Universum habe gewusst, dass wir kommen, in der Intention korrekt, wenngleich nicht umfassend genug. Denn die Welt ist, weil wir sind und diese kontinuierlich neu erschaffen. Und weil alles Seiende - zumindest bislang - in großer fördernder Kooperation zusammenarbeitete.

In diesem Konzept der Metaphysik gibt es kein Geist-loses Nichts der Schwärze, wenngleich Bereiche der Schwärze in der niederen Bewusstseinssicht wahrgenommen werden. Überall in uns ist unzerstörbarer Geist, erfüllt mit unendlicher altruistischer Liebe. Überspitzte Emotionen jedoch werden von nicht reflektierenden Wachbewusstseinen entwickelt in einem Zustand der Über-Identifizierung mit Bestandteilen der physischen Welt. Diesen Wachbewusstseinen fehlt noch die Distanz zum Gegenstand ihrer Betrachtung, was eine Lernleistung ist.

Ein physisches Leben weitgehend ohne aufgebauschte künstliche Emotionen ist folglich der höchste Zustand, den wir erreichen können. Erst dann ist das Wachbewusstsein frei für die reine selbstlose kooperative Liebe im Sinne der buddhistischen Definition, nach der ein jedes Lebewesen frei von allem Leid und den Ursachen hiervon sein sollte. Und erst dann ist es bereit, diese Liebe zu leben.

Eine weitere Erkenntnis mag sein, dass entgegen der schopenhauerschen Lehre ein freier Wille besteht. Schopenhauer hatte zwar mit seinen präzisen Beobachtungen recht, dass innerhalb einer Wahrscheinlichkeitslinie der Verlauf feststehend ist. Doch besitzen wir die Freiheit, aus dieser heraus zu verzweigen und gar auf parallele Wahrscheinlichkeitssysteme zu springen. Wir können also den Verlauf verändern, müssen es aber nicht.

Eine weitere Erkenntnis ist die eben beschriebene des schmalen Spalts der physischen Realität vor dem Wachbewusstsein. Tatsächlich gibt es im unendlich großen höheren Selbst, das wir auch sind, unzählige Spalten zu physischen Leben. Unsere Aufmerksamkeit fokussiert jedoch meist nur diese eine physische Realität, in der wir spielen.

Wenn wir uns bewusst werden, dass wir im Alltag aus einem großen Selbst heraus gleichsam in einen Spalt blicken, werden sich unsere Annahmen über die Bedeutung von weltlichen Dingen und Ereignissen verändern. Das physische System wird hierbei nicht abgetan. Das Leben ist ein wertvolles Geschenk, das in höchst-möglicher Erfüllung für sich selbst und alles Seiende genossen, respektiert und zunehmend frei von überspitzten Emotionen gelebt werden sollte. Wir sehen den Film unseres Lebens und sind weniger berührt von all dem darin Vorkommenden. Hieraus entspringt eine stoische Ruhe, die manche Menschen ausstrahlen.

Deshalb sind wir nie verloren, egal was uns im Spalt widerfährt. Und wenn uns eine Tsunami-Welle erfasst, schließt es den Spalt und wir Erwachen aus dem Traum des Lebens. Wir werden wieder erlernen, nach innen zu sehen. Und im Innern umherwandern. Im Innern sein. Wir kehren dann nach Hause zurück.

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