2 Besucher aktiv
von 1.357.212
seit 1999
Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 6: Philosophie des Lebens - Im Alltag zurechtfinden
(Link zum Verlags-Shop)
Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 1921 947)



Ein Kapitel zurück | Inhaltsverzeichnis | Zum nächsten Kapitel

Kapitel 7.2.: Ganztagsschulen machen Kinder depressiv (Leistungsdenken in unserer Gesellschaft)

Ganztagsschulen machen Kinder depressiv. Sie haben keinen Ausgleich, kein privates Gegengewicht zu unbefriedigenden Schulsituationen. Und selbst wenn die Schulen Freizeitaktivitäten anbieten, wäre es eine Überforderung des sich entwickelnden Kindes, den ganzen Tag(!) in ein Ausbildungs- und Kontrollsystem unter stets denselben Menschen gepfercht zu sein.

Schule ist nichts 'Schönes'. Es ist der Horror für junge Menschen mit noch überbordender schöpferischer Kreativität, den ganzen Tag - und das Tag für Tag - in der Schule eingesperrt zu sein. Denn der Schulstoff jeder Schulstunde muss geschluckt werden, es verbleibt kein Raum für eine entspannte kreativ-schöpferische freie Gestaltung von Lebenszeit. Schule ist gesellschaftlich akzeptierter Knast. Ganztagsschulen verunmöglichen schließlich die Eigenbetreuung durch Eltern, die ihren Kindern Freiräume bieten möchten, und zwar selbst dann, wenn sie die Betreuung selbst übernehmen wollen und können.

Die Wirtschaftslobbyisten in den politischen Schaltstellen, welche sich mit kooperativer, wertschätzender, respektvoller und Schwache fördernder Politik ohnehin schwertun - siehe ihre Teilnahme an kriegerischen Auseinandersetzungen, ihre unwirksamen Klimaschutz-Beschlüsse, die nur rudimentäre Förderung und Stützung der Schwächsten der Gesellschaft etc. -, haben in den letzten dreißig Jahren mit Propaganda ähnlicher Unterstützung der Mainstream-Medien die Wünsche der Unternehmensseite nach einem größeren Angebot von Arbeitssuchenden umgesetzt und den Eltern jede Kompetenz in der Kindererziehung abgesprochen. Und zugleich diese auf staatliche Institutionen übertragen. Heute entspricht eine Mutter oder ein Vater nicht mehr der Gesellschaftsnorm und muss sich rechtfertigen, wenn sie oder er ihr Kind oder ihre Kinder Vollzeit betreuen will.

Infolge wachsen also die Probleme, was aber weder Staat noch willfährige Medien zur Einsicht über eine Fehlentwicklung bringt. In einer nicht endenden Überschätzung der Qualität staatlich organisierter Betreuung wird der Kindesentzug zementiert. Zum vollständigen Entzug der Kinder von Eltern, die vermeintlich unfähig oder unbequem sind, ist es nur noch ein Schritt - ein Schritt, den Jugendämter aus Angst, anfechtbar zu sein, bereits heute zunehmend gehen. Es ist die Sorge, bei den seltenen Todesfällen von Kindern durch Misshandlungen im Elternhaus in den medialen Fokus zu geraten.

Diese Form der Einengung und Ausbeutung unserer Kinder rächt sich in nicht erworbener Sozialkompetenz und Krankheiten, welche der Unterdrückung ihres schöpferischen Potentials geschuldet sind. Kreative Schöpferkraft braucht absolute Muße und Freiheit. Nur Langeweile ist der Impetus, welcher sie in Gang setzt. Auf den Schultern der Schüler lastet jedoch ein erheblicher Leistungsdruck. Es gibt für sie keine täglich wiederkehrenden Freiräume mehr. Die schöpferische Kreativität erstickt.

Viele erleben daher ihre Eltern nicht mehr im Normalzustand, im entspannten Alltag, sondern sehen sie nur noch kurz am Morgen und am Abend. Und weil die Eltern Sorge um die Zukunft ihrer Kinder haben haben, üben sie in dem verbleibenden kurzen Zeitfenstern eher mahnenden Druck aus. Sie kennen ihr Kind nicht mehr und wundern sich, wenn es nicht mehr 'funktioniert'. Doch selbst dann treten viele der ängstlichen Eltern nur noch als Richter auf, die sich auf die Seite der Lehrer und damit des das Kind bedrohenden Systems schlagen, anstatt für ihr Kind ein allzeit sicherer Hafen zu sein.

Ganztagsschulen machen also die nächste Generation und damit die Gesellschaft kaputt. Seit ihrer flächendeckenden Einführung steigen die Anteile depressiver Kinder stark an. Eine Studie der DAK-Krankenkasse wertete die Abrechnungsdaten von etwa 800.000 minderjährigen Versicherten der Jahre 2016 und 2017 aus [Lit 223]. Hiernach zeigten im Jahr 2017 24% der Schüler psychische Auffälligkeiten, die ärztlich diagnostiziert wurden - eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 5%. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, sagt dazu:

"Im Report sehen wir nur die Spitze des Eisbergs. Wir gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Es gibt sehr viele Kinder, die leiden und erst spät zu uns in die Praxen kommen. Erst wenn sie eine entsprechende Diagnose haben, tauchen sie in dieser Statistik auf."

Weil es stets eine sehr hohe Dunkelziffer still leidender und noch nicht identifizierter gibt, dürfte deren Anteil gut 50% betragen.

Dennoch werden die Daumenschrauben weiter angezogen und die Überwachung der Kinder wird kontinuierlich zunehmen. Man scheint Kinder gleichsam als Maschinen zu sehen, die man nur immer weiter optimieren müsse, bis sie endlich so funktionierten, wie Staat und Arbeitgeberseite es gerne hätten.

Ein Kapitel zurück | Inhaltsverzeichnis | Zum nächsten Kapitel

Begriffserläuterungen (Lexikon) | Literaturverzeichnis | Zur Bücher-Übersichtsseite | Impressum & Datenschutz | W3C HTML-Validierung | W3C CSS-Validierung Stehlen Sie keinen Content von dieser Seite. Plagiate werden durch Copyscape aufgedeckt.
chinnow.net - seit 1999 online