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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 6: Philosophie des Lebens - Im Alltag zurechtfinden
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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 1921 947)



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Kapitel 6.7.5.: Außenwirkung spiritueller Informiertheit (Spirituelle versus verstandesmäßige Intelligenz / Spirituelle Intelligenz (SI))

Das für andere nicht erkennbare, verborgene Motiv einer jeden Handlung oder Aussage ist also der Maßstab für dessen spirituelle Qualität. Dennoch betrachten wir noch einmal die spirituelle Informiertheit aus einem anderen Blickwinkel - in ihrer Außenwirkung auf andere Menschen. Die nachfolgenden äußerlichen Merkmale sind jedes für sich Indizien für eine hohe spirituelle Informiertheit respektive für einen erweiterten spirituellen Erkenntnishorizont:

  1. 1. Konflikte im gesellschaftlichem Umgang: Der Grad der Wahrheitsliebe korrespondiert1 mit dem Grad spiritueller Informiertheit (SI) und - wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge - mit der verstandesmäßigen Intelligenz (IQ). Je spirituell informierter jemand ist und je höher dessen IQ, desto größer ist die Wahrheitsliebe. Wahrheitsliebe führt zur Ausgrenzung durch die Vielzahl derjenigen Menschen, welche Lüge und Täuschung ganz selbstverständlich als Mittel zur Durchsetzung selbstbezogener Interessen benutzen - sowohl im persönlichen Umgang als auch in den künstlichen Hierarchien in Politik, Wirtschaft und Glaubensgemeinschaften etc..
  2. 2. Unterentwickelter Fokus auf irdische Erfordernisse: Spirituell Hochinformierte kommen häufig unvorteilhaft und linkisch daher, sie zeichnen sich durch eine gewisse Lebensuntüchtigkeit und Naivität aus. Am anderen Ende der Skala steht der spirituell Uninformierte, welcher schon als Kind Bauernschläue zeigt, verschlagen und trickreich ist, wenn es um die Erreichung seiner stets selbstbezogenen Ziele geht. Die Masse der Menschen befindet sich analog zur gaußschen Verteilung der verstandesmäßigen Intelligenz (IQ) irgendwo dazwischen.
  3. 3. Mitgefühl (Fn. S. 25) mit allem Seienden: Schon als Kinder fühlen sich spirituell Hochinformierte in andere Lebewesen intensiv ein, wenn sie mit deren Leid-Erfahrungen konfrontiert werden - sei es als Sekundärinformation aus Medien, Filmen und Erzählungen oder in direkter persönlicher Primärerfahrung. Sie reflektieren unmittelbar das Erleben des betroffenen Lebewesens und streben danach, nicht in dessen Lebensverlauf störend einzugreifen. Schon der Buddhismus lehrt, je unmittelbarer, klarer und tiefer die Reaktionen auf die - auch alltäglichen - Leid-Erfahrungen anderer sind, desto weniger bedürfen sie der Wiederholung von Lebenserfahrungen in weiteren Lebenszyklen [Lit 122].
  4. 4. Respekt vor allem Seienden I: Bereits als Kinder lehnen sie es ab, selbst Kleinstlebewesen zu töten oder zu beeinträchtigen. Diese Einstellung resultiert aus einem tiefen Respekt vor einer jeden Lebensform und damit vor jedem dieser ihr zugrunde liegenden persönlichen Selbsts. Dieser Respekt kann jedoch punktuell durch von Bezugspersonen erlernte Ängste - beispielsweise vor Spinnen - in den Hintergrund der Motive treten.

    Menschen, die vordergründig betrachtet die Respektierung ihres persönlichen Selbst nicht verdienen, sind meist spirituell uninformiert und bedürfen der spirituellen Aufklärung. Gewalttätigkeiten verbieten sich auch gegen Folterer und Massenmörder. Spirituelle Aufklärung kann unser derzeitiges Gesellschaftssystem aufgrund der kollektiven spirituellen Uninformiertheit und fehlender Maßstäbe jedoch nicht leisten. Denn wie soll einer etwas vermitteln, von dem er selbst nichts versteht? So werden Gefährder der Gesellschaft derzeit nur weggesperrt.
  5. 5. Respekt vor allem Seienden II: Sie haben auch noch als Erwachsene eine erhebliche Hemmschwelle, andere Menschen zu töten oder auch nur zu verletzen. Einstein sagte 1929: "Mein Pazifismus ist ein instinktives Gefühl, ein Gefühl, dass mich beherrscht, weil das Morden von Menschen widerwärtig ist. Meine Haltung ist nicht von irgend einer intellektuellen Theorie abgeleitet, sondern sie basiert auf meiner tiefsten Antipathie gegen jede Art von Grausamkeit und Hass." [Lit 226]

    Menschen beispielsweise über eine 'Wehrpflicht' in einen Militärdienst zu zwingen ist eine verabscheuungswürdige Gewalttat aller in den künstlichen Hierarchien des Staates involvierten Bediensteten.
  6. 6. Zurückhaltendes einfühlsames Auftreten: Schon als Kinder leben sie einen in der physischen Welt der Erscheinungen unüblichen Respekt gegenüber allen anderen Lebewesen. Dieser Respekt äußert sich darin, dass sie sich selbst zurücknehmen, damit weniger Raum einnehmen, als sie könnten. Sie lehnen es aus einer tiefen inneren Überzeugung ab, andere in für sie schwierige oder unhaltbare Situationen zu bringen oder gar Gewalt auszuüben. Sie drängen oder zwingen andere nicht zu etwas, was diese nicht wollen oder können.
  7. 7. Selbstkontrolle: Schon als Kinder zeigen sie eine unbestimmte Sorge und erhöhte Vorsicht den Gefahren des Lebens gegenüber. Sie sorgen sich dabei auch um andere, die sich nach ihrer Auffassung in Gefahr begeben - ob sie diese nun leiden können oder nicht. So würden sie selbst das Individuum warnen, dass ihnen erst kürzlich Gewalt angetan hat. Dieses Verhalten resultiert aus ihren umfassenden Erfahrungen aus 'früheren' - im Grunde simultanen - Lebenszyklen, welche dem äußeren Wachbewusstsein über innere Sinne sowie entsprechenden Impulsen des inneren Selbst zugänglich sind.
  8. 8. Besonnenheit: Schon als Kinder zeigen sie eine für spirituell Uninformierte unverständliche und unbehagliche Ernsthaftigkeit, wie sie selbst innerhalb der geistigen Zwischenschicht II nur auf der höchsten Ebene anzutreffen ist. Sie ist Ausdruck erweiterter innerer Reflexion, welche unbedachtes Agieren nicht kennt und von außen auch als Besonnenheit wahrgenommen wird. Diese Menschen sind sehr kontrolliert in ihrem Denken, Sprechen und Handeln. Dies wird von spirituell Uninformierten nicht verstanden, weshalb diese sich abgestoßen fühlen. Typisch könnte der von diesen ausgesprochene Satz sein: 'Ich werd' und werd' nicht schlau aus dir'.
  9. 9. Keine Anpassung gegen eigene Prinzipien: Schon als Kinder sind sie Einzelgänger und haben nur wenige Freunde. In der Regel lehnen sie von anderen erwartetes, jedoch ihren Prinzipien widersprechendes Verhalten offen ab. Worauf sich die anderen früher oder später abwenden. Sie fühlen sich schon als Kinder nicht dem Schachern der Masse zugehörig und empfinden sich als getrennt von dieser. Beide Seiten wollen im Grunde nichts miteinander zu tun haben. Dennoch gibt es nach Schopenhauer während der Adoleszenz2 eine große Sehnsucht jedes Heranwachsenden nach Gruppenzugehörigkeit, um sich in anderen zu spiegeln. So wird menschliche Nähe immer wieder gesucht.
  10. 10. Leben und Leben lassen: Schon als Kinder drängen sie anderen nicht ihre Prinzipien auf. Sie respektieren andere mit all ihren Irrtümern und Verzerrungen. Sie spüren, dass jeder Mensch auf einem anderen Erfahrungsstand ist und sich Erkenntnisse selbst erarbeiten muss. Daher nehmen sie kaum einmal Stellung zu deren Problemen und äußern sich nur knapp.
  11. 11. Einsamkeit: Schon als Kinder fühlen sie sich - bei gleichzeitig hohem IQ - im Erkennen von Zusammenhängen und Verstehen den anderen ihres Alters weit überlegen. Sie erkennen die Besonderheit ihrer Wahrheitsliebe, Integrität3 und ihres Respekts vor allen Seienden und damit ihre isolierte Position - und leiden infolge darunter. Sie werden von einer Gruppe nur selten anerkannt.
  12. 12. Flexibilität: Sie passen Ihre Sichtweisen und das Verhalten an Erkenntnisgewinne an. Sie lieben ernsthafte Diskussionen als eine Art der kollektiven Reflexion und beharren nicht stur auf als falsch erkannten Standpunkten.
  13. 13. Verantwortungsbewusstsein: Sie nehmen sich als Teil eines größeren Ganzen wahr - sowohl vertikal in der inneren Hierarchie des persönlichen Selbst als auch horizontal in Bezug auf alles sonst noch Seiende. Dies mündet zusammen mit dem Respekt vor allem Seienden in einem tiefen Verantwortungsgefühl.
  14. 14. Wissensdrang: Sie streben im Laufe ihres Lebens mehr oder weniger ziellos nach höherem Wissen.
  15. 15. Selbstbewusstsein: Sie messen aus künstlichen Machtstrukturen unserer Gesellschaft resultierenden Titeln, Orden, Auszeichnungen und Machtpositionen keine Bedeutung an sich bei. Namensergänzungen wie Adels- und akademische Titel kommen ihnen daher nur schwer über die Lippen.
  16. 16. Rücksichtnahme: Spirituell gut Informierte nehmen ohne einen äußeren Zwang Rücksicht auf anderes Seiende gleich welcher Lebensform. Denn diese sehen jedes Leben ihnen gleichgestellt, als ebenbürtig an.
  17. 17. Vertrauensvorschuss: Ein jeder gibt anderen entsprechend seines spirituellen Erkenntnisstandes mehr oder weniger Kredit als Vertrauensvorschuss - die spirituell gut Informierten viel bis unbegrenzt, die schlecht oder gar nicht Informierten weniger bis gar keinen.
  18. 18. Knapp gehaltener Wille: Ein persönliches Selbst steht in vielerlei Hinsicht - bei der Partnerwahl wie im Berufsleben - in Dauerkonkurrenz zu vielen anderen Menschen. Der den Willen des Egos und das daraus resultierende Streben kontinuierlich Reflektierende wird sich derartigen Konkurrenzen weitgehend entziehen. Denn jeder Mensch ist solange ein Sklave seines Willens, bis das äußere Wachbewusstsein die Fesseln erkennt, wodurch sie sich lösen. Die Fesseln sind Triebe, körperliche Bedürfnisse, Leidenschaften und Wünsche des Egos. Diese werden mit zunehmender spiritueller Erfahrung mehr und mehr kontrolliert und damit die Selbstbezogenheit reduziert.
  19. 19. Ablehnung von Ungerechtigkeit und Übergriffen: Ungerechtfertigte Bevorzugungen und Vorteilsnahmen, gönnerhaftes Getue, Neid und Missgunst, ungefragte Einmischung in die und Reden über die Privatsphäre anderer, Kleingeist und Bigotterie4 sind spirituell Hochstehenden völlig fremd.
  20. 20. Ausgeglichenheit: Eine durchdringende Ruhe und Besonnenheit ist ihnen zu eigen - selbst in Lebensgefahr werden sie nicht von Panik-Emotionen dominiert; nach einer geglückten Rettung brechen sie nicht in Jubel aus. Denn sie spüren, dass sie den Verlauf selbst in der Hand haben durch Akzeptanz und Verwerfen von Ereignissen.
  21. 21. Menschliche Überlegenheit: Schon als Kinder sind sie selbst dem durchschnittlichen promovierten oder habilitierten Erwachsenen charakterlich hoch überlegen. Denn der erfolgreich Habilitierte hat damit nur bewiesen, dass sein persönliches Selbst viele Informationen sinnvoll zu verarbeiten vermag und er sich auf ein Ziel intensiv fokussieren kann. Das ist sicherlich ein Vorzug in der Bewältigung dieses Lebenssystems, sagt jedoch nichts über charakterliche Qualitäten aus.


Soweit die äußeren Merkmale. Der Charakter eines persönlichen Selbst ist nach Schopenhauer von Lebenslauf und Einflüssen der physischen Welt unabhängig. Meek definiert spirituelle Intelligenz als Summe der Erkenntnis, Weisheit und Wahrheit. Integrität ist nach Roberts (Seth) das höchste Charaktermerkmal, darauf folgt Loyalität als zweithöchstes - nicht jedoch im Sinne eines tumben 'Kadavergehorsams' zur Unterstützung von Lug und Betrug oder selbstsüchtigen Zielen [Lit 191].

Ohne es zu wissen, wird nach Roberts dasjenige persönliche Selbst, das eine spirituelle Informationen verinnerlicht hat, selbst ein Teil der Erkenntnis. Der gesamte Gefühlston seiner gegenwärtigen Persönlichkeit wird unmittelbar durch diese Information verändert. [Lit 175]

Die spirituelle Informiertheit ist nicht bei allen wahrscheinlichen, parallelen Selbsts einer Identität gleich - sie ist beeinflusst durch die individuellen Lebenserfahrungen und Handlungsentscheidungen. So wird es wahrscheinliche Selbsts geben, die größere oder geringere Fortschritte als man selbst gemacht haben. (vgl. Bd. zero)

Sartre [Lit 81] sieht Lebensziele als Folge der Existenz. Ziele bilden sich nach seiner Auffassung erst als eine Reaktion auf Erfahrungen und Erkenntnisse aus. Der Buddhismus und Roberts liefern den Hinweis, dass spirituelle Fortschritte in einer spiralförmigen Bewegung verlaufen - das heißt, identische Grundsituationen wiederholen sich auf verschiedenen Ebenen, bis die Lektion gelernt ist [Lit 122].

Formulierungen wie 'Man sagt, er hat ein großes Herz' weisen auch bei einem sehr schlichten Menschen auf eine hohe spirituelle Informiertheit hin. Und letztlich sticht diese die verstandesmäßige aus. Wird also abgerechnet am Ende eines Lebenszyklus, 'the winner is' nicht der verstandesmäßig Kluge, sondern der emotional kluge Mensch, der mit dem großen Herzen. Die auf Verstand basierende Intelligenz resultiert aus den Fähigkeiten zur Informationsverarbeitung der aussendenden Wesenheit [Lit 193]. Wären die Menschen in der Nutzung innerer Sinne begabter und könnten die Auren (vgl. Bd. 2) anderer Menschen sehen, dann würden viele der Unscheinbarsten in der weißen Aura höchster Erkenntnis strahlen und um viele der erfolgreichsten, durchsetzungsstarken Machtmenschen wäre es zappenduster.

Ein letztes Indiz für spirituell sehr Hochstehende ist nach Roberts der Ausgleich weiblicher und männlicher Anteile - C.G. Jungs Anima und Animus -, allerdings unter Beibehaltung der physisch-eingeschlechtlichen Identifikation. Er oder sie strebt damit schon zu Lebzeiten die Eigenschaften des höchsten Selbst - der idealen Wesenheit - an, in dem weibliche und männliche Charaktermerkmale weitgehend ausgewogen sind und - je nach Situation unterschiedlich gewichtet - ausgedrückt werden [Lit 194]. Er oder sie ist dann nicht mehr der künstlichen Trennung in Geschlechterrollen unterworfen. [Lit 188] Dann kann der Geistkörper respektive die diesen umhüllende Gewebekapsel [Roberts, Lit 210] entweder formlos oder als weibliche oder männliche Form erscheinen.

So wäre im vergangenen Jahrhundert ein Indiz für diese innere Ausgewogenheit ein Mann, der entgegen der Charakteristika seiner männlichen Geschlechterrolle für Dienstleistungen kein Geld verlangen mag oder sich anderweitig unterbewertet. Dies entspricht eher einem weiblichen Charakteristikum dieser vergangenen Zeit - das Misstrauens gegenüber dem Geldverdienen und der damit verknüpften unbewussten Annahme, dass dies eine männliche Aufgabe sei.

Weibliche und männliche Merkmale unterliegen also auch dem Wandel kollektiver Glaubenssätze. Die Charakteristika der Geschlechter wandeln sich innerhalb einer jeden Gesellschaft von Generation zu Generation und sind in jedem Kulturkreis ohnehin verschieden. Schon der Franzose definiert seine Geschlechterrolle etwas anders als der Türke, der Deutsche oder der Schwede. Ein in heutiger Zeit Lebender hat zudem andere Rollenvorstellungen in seinen Glaubenssätzen verankert als ein Mensch früherer oder späterer Zeiten. So sind diese Merkmale nicht als universell gültige Annahmen zu sehen. Fakt ist jedoch, dass im spirituell Hochinformierten weibliche und männliche Charakteristika verschwimmen, weil er oder sie sich nicht mehr eindeutig positioniert. [Lit 188]

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