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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 6: Philosophie des Lebens
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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 1921 947)



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Kapitel 4.2.: Natürliche und künstliche Schuld (Schuld und Umgang mit Polaritäten wie 'Gut' und 'Böse')

Wir bekommen in jedem Realitätssystem - ob geistig oder physisch - genau das, was wir erwarten und anstreben. Man sollte also seine in Glaubenssätzen verpackten Überzeugungen und Bestrebungen bedächtig wählen und immer wieder reflektieren, denn wir erleben genau das, wovon wir tief im Innern überzeugt sind. Und wozu? Um irgendwann zu erkennen, dass unsere Überzeugungen und unser Streben auf alle in der Zukunft möglichen Ereignisse wie Filter wirken und nur diejenigen zu uns durchlassen, mit denen wir emotional verbunden sind. Wir erschaffen also in jedem Gegenwartsmoment - in jeder Planck-Zeit (Fn. S.48) - unsere ureigene Welterfahrung. (vgl. Bd. zero)

Ein weiteres Bewusstsein verengendes Problem sind Schuldgefühle, für die es keinen hinreichenden Grund gibt. Nur die Werterfüllung anderer beeinträchtigende Gewalttaten sind strikt zu unterlassen. Stark reflektierende Menschen - gewöhnlich den Verstand überbetonend - und solche mit schwachem Selbstbewusstsein neigen zur Überverantwortlichkeit. Sie entwickeln Schuldgefühle für normale alltägliche Reibereien. Derartige Belastungen können über mehrere Lebenszyklen mitgeschleppt werden. Roberts unterscheidet jedoch präzise zwischen natürlicher und künstlicher Schuld.

Die künstliche Schuld bestehe aus bewusst übernommener, emotionaler Verantwortlichkeit für alltägliches Denken und Verhalten, das jedoch an sich nicht schuldwürdig ist. Beispielsweise kann man künstliche Schuld empfinden, wenn man seinen, von Eltern oder der Gesellschaft unreflektiert übernommenen Glaubenssätzen nicht folgt und beispielsweise Sonntags nicht in die Kirche geht. Die natürliche Schuld dagegen resultiert ausschließlich aus Gewalttaten, die anderen Menschen, Tieren, Insekten oder der nur scheinbar unbelebten Natur Schaden zufügen:

"Ihr tut aber, wenn ihr gewalttätig seid, euch selbst Gewalt an [...] Wenn ihr einer Fliege die Flügel ausreist, habt ihr euch selbst geschmälert. Wenn ihr absichtlich eine Ameise zertretet, dann zertretet ihr ahnungslos euch selbst. Gewalt wird sich immer schöpferisch auswirken." [Lit 187]

Nach ihrer Auffassung könne der Mensch im Grunde nichts zerstören. Solange er jedoch an Zerstörung glaubt, behindert er sich selbst.

Roberts weist auf das angeborene Wissen des Tieres in Form biologisch einprogrammierter Hemmungen hin, ein anderes Lebewesen ohne Bedarf an Nahrung zu verletzen oder gar zu töten. Insofern leben alle Tiere und Insekten in einer sehr friedvollen, wertschätzender Koexistenz. Die Spezies Mensch entschied sich zugunsten der Willensfreiheit und eines hierfür notwendigen, erweiterten Gedächtnisses, auf diese Mechanismen zu verzichten.

Der Mensch trägt aufgrund seiner im Vergleich zu anderen Gattungen erweiterten Willensfreiheit die Verantwortung, Leben in jeder Form zu erhalten. Schuldgefühle resultieren hieraus. Es ist jedoch zu unterscheiden zwischen künstlicher Schuld, die keine Konsequenzen, nicht einmal Lehren verlangt und natürlicher Schuld:

"Selbst wenn eine Gewalttätigkeit unterlaufen ist, verlangt natürliche Schuld keine Buße [...] 'Tu das nicht wieder!! ist nur die nachträgliche Botschaft." [Lit 184]

Das Empfinden künstlicher Schuld verzerrt zudem die Bewertung und Einschätzung der physischen Realität. Infolge wird die künftige Erfahrung des persönlichen Selbst vom Wachbewusstsein aufgrund falscher Annahmen geschaffen. Denn Glaubenssätze und Annahmen sind selbstverwirklichend und prägen die Zukunft des Individuums selbsterfüllend. [Lit 184] Im Band zero ist der Zusammenhang ausführlich dargestellt.

Das Empfinden einer künstlichen Schuld aufgrund nachteiliger Glaubenssätze kann nach Roberts gar im Erleben geistiger Dämonen münden. Sie sind schöpferische Produkte des eigenen Selbst, besitzen jedoch keine eigenständige Realität. Es gibt - wie im Vorkapitel erwähnt - auch kollektiv geschaffene, beispielsweise durch Gruppierungen, die an einen Dämon oder Heiligenfiguren glauben. So oder so lösen diese sich auf, sobald das Wachbewusstsein ihre persönliche Natur erkennt. [Lit 184]

Jeder Mensch ist auf irgend eine Weise mental begrenzt, weil er aus seinem verengten Erfahrungsbereich heraus nicht das große Ganze überblicken kann. Eine Gewalttat ist dann Ausdruck seiner Verengungen, die wir hier als spirituelle Uninformiertheit bezeichnen. Jedes Dogma und der Fanatismus wurzelt hierin.

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