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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 6: Philosophie des Lebens
(Link zum Verlags-Shop)
Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 1921 947)



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Kapitel 4.1.: Künstliche Polaritäten (Schuld und Umgang mit Polaritäten wie 'Gut' und 'Böse')

Jeder Mensch auf diesem Planeten
ist auf seine eigene Art lächerlich.
Darum sollten wir nicht urteilen
oder streiten,
denn letzten Endes ist nichts davon wichtig.

Filmzitat aus 'What We Did on Our Holiday' (2014)


Weil der Umgang mit Gut und Böse in unserem physischen Lebenssystem ein zentrales Kernthema ist

verdient dieses Thema eine besondere Beachtung. Roberts (Seth) [Lit 175] hat hierzu die präzisesten Aussagen gemacht, weshalb ich einmal mehr auf die Originalliteratur verweise. Die Annahmen der zitierten Autoren können hier in der Diskussion nur knapp umrissen werden.

Zunächst einmal sind 'gut' und 'böse' willkürliche moralische Festlegungen sowohl von Individuen als auch des gesellschaftlichen Kollektivs. Die Definition, was gut und was böse ist, wird also in jeder Kultur unterschiedlich ausfallen. Dies beruht, wie jede subjektive Wertung, auf deren individuellen persönlichen als auch kollektiven Glaubenssätzen und Bestrebungen.

Das, was wir in unserer Gesellschaft als böse Handlungen empfinden, basiert häufig auf spirituellen Irrtümern der Mitmenschen, also ihren Charakterschwächen und spirituellen Defiziten. Diese können jedoch unserem persönlichen Selbst nichts anhaben, sofern wir uns nicht anstecken lassen und uns auf ihre Stufe herab begeben und in gleicher Weise reagieren.

Selbst eine Zerstörung unseres physischen Körpers durch einen spirituell besonders Uninformierten beeinträchtigt uns nur dann, wenn wir uns auf das spirituelle Niveau des Angreifers hinab ziehen lassen. Auch Schmerz und physische Gebrechen sind ebenso vergänglich wie der Lebenszyklus selbst. Es zählt allein, mit welcher inneren Haltung wir diesen erleben und welches Streben unserem Denken und Handeln zugrunde liegt. Denn jedes Individuum unterliegt anderen, sehr persönlichen Herausforderungen und arbeitet an den Baustellen seiner spirituellen Defizite. Es wäre eine ungeheure Anmaßung, zu erwarten, dass jeder Mitmensch sich jetzt und gleich auf genau unseren spirituellen Entwicklungsstand begibt, der jedoch - und das sollte man nicht vergessen - auch nur ein mehr oder minder trauriger Zwischenstand ist. Denn wir - jeder von uns - arbeitet an seinen spirituellen Defiziten. Andernfalls wären wir nicht hier.

So, wie wir jetzt sind, werden wir daher eher nicht im nächsten Lebenszyklus sein. Wir wählen dann möglicherweise ein gegenteiliges Geschlecht und soziales Milieu, wählen andere Eigenschaften und möglicherweise ein körperliches oder geistiges Handicap. Oder gar eine andere Hautfarbe. Kurzum, wir setzen je nach aktueller Erfordernis andere Schwerpunkte, um der damit angestrebten Lernerfahrung - möglicherweise als Gegenpol zu bisherigen Erfahrungen - näher zu kommen.

Jedoch schaffen es manche nachteilige, falsche oder einander widersprechende Glaubenssätze, sich über Lebenszyklen zu erhalten. Fokussieren wir uns auf Hass und Ablehnungen, zieht die emotionale Konzentration hierauf nicht nur in diesem Lebenszyklus entsprechende Energiemuster, also Menschen und Ereignisse heran. Auch der nachfolgende wird in dessen Verlauf schon jetzt entsprechend geprägt. Und da im Grunde alles zugleich geschieht, beeinflussen wir auch alle unsere Lebenszyklen in der umfassenderen wahrscheinlichen Vergangenheit und Zukunft.

Die Wesenheit wählt bei extremen Verengungen des persönlichen Selbst zur Not allein, ansonsten gemeinsam mit diesem die Lebenskonstellationen. Und diese stellen die Beziehungs- und Lebensverhältnisse immer mal wieder auf den Kopf. Aus reich wird arm, aus dem Betreuten wird der Betreuer, aus dem Gehassten wird der Geliebte etc.. Diese Lebensspiele werden dadurch erleichtert, dass man häufig, wenn auch nicht immer, die Rollenfestlegungen mit den anderen, oft schon aus anderen Runden vertrauten Beteiligten vor Beginn einer neuen abstimmt und dann zeitlich passend gemeinsam inkarniert.

Roberts liefert hierzu in ihren Werken zahlreiche glaubwürdige Beispiele. Infolge der Vertauschung der Rollen gewinnen die involvierten persönlichen Selbsts häufig eine Einsicht in vergangenes Fehlverhalten, welche sie auf andere Weise - beispielsweise in Reflexionen zwischen den Lebenszyklen - bislang nicht erreichen konnten. Das Leben ist oft die beste Schule. Man schätzt oder liebt beispielsweise die angenehmen Wesenszüge eines einstmals verhassten Feindes. Wer jedoch liebevoll war, wird nicht zum hassenden Menschen. Rollenwechsel ermöglichen es also defizitären Charakteren, über Lebenszyklen verfestigte Glaubenssätze durch eigene Erfahrung zu korrigieren. [Lit 185]

Darum ist es immens wichtig, nichts und niemanden zu hassen oder sonst wie abzulehnen und die eigene Fehlbarkeit des Urteil stets im Blick zu haben. Man stehe spiritueller Uninformiertheit und daraus resultierenden Handlungen wie auch allen Übeln der Welt stoisch hinnehmend gegenüber, bleibe dabei wohlwollend und liebend im Sinne der buddhistischen Definition, auf das ein jedes Wesen frei von Leid und den Ursachen hiervon sein möge - auch der sich sehr Irrende. Wünschen wir diesem Böses, haben wir uns bereits hinabziehen lassen in Richtung seines spirituellen Niveaus.

Die individuelle Lebenserfahrung ist nach Roberts ein getreues Abbild der Gefühle und Überzeugungen. Macht man sich also von Hass und jeglicher Abneigung frei, dann wird man in seinem über die körperlichen Sinne zugänglichen, primären Erfahrungsbereich Hass und Abneigung selbst nicht erfahren. Man bekommt hiervon zwar über die Medien und aus Erzählungen anderer Menschen Kenntnis, aber sie betreffen einen nicht. Strebt man darüber hinaus nach Kooperation, Wertschätzung, der Liebe und Werterfüllung anderer oder noch besser alles Seienden, dann wird man diese selbst auch erfahren.

Über die Erfahrungen zahlreicher Inkarnationen respektive Simultanleben wächst auf diese Weise - gegebenenfalls mit Rückschlägen - die spirituelle Informiertheit. Es ist eine liebevolle Ausweitung des persönlichen Selbst über immer mehr Seiendes. Hierbei rückt man zunehmend von einengenden Vorstellungen und Dogmen ab. Man sollte sich jedoch hüten, das Ausleben spiritueller Informiertheit auf die Zukunft verschieben zu wollen, weil man beispielsweise jetzt im Arbeitsleben stehe und sich darin unkooperativ, nicht wertschätzend und aggressiv unfair verhalten müsse. Damit stärkt man die entsprechenden, nachteiligen Energieblöcke in seinem persönlichen Selbst. Das ist so, als würde ein junger Mann sagen, ich werde erst dann zum guten Menschen, wenn ich alt bin und Zeit dafür habe. Aber so funktioniert das nicht. Entweder man ist es oder nicht.

Roberts bestätigt diese Annahmen mit ihren sehr präzisen Formulierungen, weshalb ich die Original-Literatur zum Studium empfehle. Es gäbe Faktoren, die das Lernen erschweren

"Eine begrenzte, dogmatische oder starre Interpretation von Gut und Böse kann euch aufhalten. Eine zu enge Auffassung vom Wesen der Existenz kann euch durch mehrere Leben verfolgen, wenn ihr euch nicht für eine spirituell und psychisch flexiblere Haltung entscheidet." [Lit 175]

Nach ihrer Auffassung kann man sich durchaus über einige Lebenszyklen mit nur einer Problematik herumschlagen. Erschwert würde der Lernfortschritt dadurch, dass alle Freunde und Bekannten mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen hätten, denn man zieht stets Gleiches an. [Lit 175]

Jeder glaubt aus seinem individuellen Standpunkt heraus, mit seinem Streben und Handeln etwas Gutes zu bewirken - und sei es auch noch so nachteilig für anderes Seiendes. Doch können Polaritäten nur innerhalb des eigenen Raumzeitschlauchs gültig sein, in dem man gleichsam im Zentrum seiner eigenen Welt ist.

Zu der Frage, wie die Grausamkeiten des Holocaust der Nationalsozialisten in diese Annahmen einzuordnen sind, bin ich im Band 3 mit einem eigenen Kapitel eingegangen.

Es ist also der Glaube an Polaritäten, der die Polaritäten erzeugt. So wie auch eine Glaubensgemeinschaft den von ihr verehrten 'Heiligen' mittels ihrer kollektiven Bewusstseinsenergien nach ihren Vorstellungen erst erschafft - dieser ist dann ein Bewusstseinsfragment, ein Energieblock in der kollektiven Psyche der Gruppe, ohne eigene Identität und löst sich auf, wenn die Anhänger nicht mehr an ihn glauben. Der dogmatische Glaube an Polaritäten oder religiöse Lehren ist Ausdruck mentaler Verengungen.

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