8 Besucher aktiv
von 1.343.668
seit 1999
Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 6: Philosophie des Lebens
(Link zum Verlags-Shop)
Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 1921 947)



Ein Kapitel zurück | Inhaltsverzeichnis | Zum nächsten Kapitel

Kapitel 12.1.: Der Gottesbegriff der Metaphysik (Religionen - Quo vadis?)

Die sich aus dieser Abhandlung ergebenden Annahmen könnten aus dem Blickwinkel religiöser Vereinigungen als gottlose Schriften ausgelegt werden, da sie in wesentlichen Inhalten nicht mit deren erstarrten Lehren übereinstimmen. Doch postuliert auch die Metaphysik sich selbst bewusste Identitäten höherer spiritueller Informiertheit, welche das physische Realitätssystem initiierten und Aussendungen ihrer selbst in Abfolgen physischer Leben schicken. So gäbe es viele Götter, ohne All-das-was-ist als Initiator unseres Sphären-Systems auch nur erwähnt zu haben.

Die von den Kirchen für real gehaltenen Visionen Tiefgläubiger unterscheiden sich zudem nur wenig von den im Band 4 beschriebenen parapsychologischen Erscheinungen1, wenngleich erstere in ihrer Darstellung stark durch die Dogmen kirchlicher Lehren verzerrt sind. Als Beispiel könnte die um das Jahr 1212 herum geborene Mystikerin Mechthild von Magdeburg herhalten, die in Visionen den Leichnam des Evangelisten Johannes sieht, welcher "in großer Wonne" daliegt und "leuchtet wie ein feuriger Kristall. Zwischen seinem Leib und der Schöpfung des Himmelreichs ist nicht mehr als eine dünne zarte Wand, gleich eines Eies Haut, und doch fest, dass kein Leibliches hindurchgehen kann bis an den jüngsten Tag". Von dieser Beschaffenheit ist nach ihrer intuitiven Vorstellung die Trennungslinie eines jeden Menschen zum Schöpfer.

Diese Aussage ist sehr nah an den Erkenntnissen dieser Abhandlung, doch sind andererseits viele Kernaussagen der christlichen Lehren nicht haltbar. So beispielsweise, dass Gott die Herrschaft über die physische Welt verloren habe und die Menschen tief in Sünden verstrickt wiederfand; daher schickte er einen Menschen in die Welt, einzig zu dem Zweck, sich für die Sünder der Vergangenheit und der Zukunft opfern zu lassen, so dass im Übergang des physischen Todes alle Gläubigen in den Himmel kämen.

Doch wo bleiben - so fragt Meek zu recht - in diesem Fall die Milliarden andersgläubige Menschen, die nicht Anhänger des christlichen Glaubens sind? Hier zeigt sich schon eine erste Verzerrung der verengten kirchlichen Auslegung. Nach Roberts (Seth) sei die Christus-Geschichte auf der Ebene der Wesenheiten bewusst initiiert worden, um der vormals vorherrschenden Grausamkeit unter den Menschen Einhalt zu gebieten. Sie habe sich jedoch primär in der kollektiven Psyche jener Zeit abgespielt, war aber so wirksam, dass sie bis heute - wenngleich erstarrt in einem dogmatischen Korsett - nachwirkt. So sieht sie heutige Kirchen in einer unrühmlichen Tradition:

"Die gesamte Angststruktur beruht natürlich auf dem Fehlglauben an das sündige Selbst und die Sündhaftigkeit des natürlichen Selbstausdrucks. Außerhalb dieses Kontextes haben solche Ängste keinen Sinn. Im Allgemeinen gründete sich die Herrschaft der Kirche durch die Jahrhunderte hindurch aber weit mehr auf die Macht der Angst als auf die Macht der Liebe." [Lit 187] 

Sie stellt ergänzend fest, dass sämtliche Gräueltaten im Namen der Christenheit begangen wurden, weil ihre Anhänger die christliche Lehre buchstäblich auslegten und die ihr zugrunde liegenden spirituellen Ideen ignorierten [Lit 181]. Auch C.G. Jung kritisiert diesen nachchristlichen Geist der Religionen:

"Es ist ein wahres antimimon pneuma, ein Aftergeist von Arroganz, Hysterie, Verschwommenheit, verbrecherischer Amoralität und doktrinärer Verbohrtheit, ein Erzeuger von geistiger Schundware, von Kunstersatz, philosophischer Stotterei und utopischen Schwindel, gut genug, um an den Massenmenschen von heute en gros verfüttert zu werden. So sieht der nachchristliche Geist aus." [Lit 180]

Nach Roberts sind Religionen Ausdruck des Glaubens an eine Seele. Doch würde nicht hinterfragt, was eine Seele überhaupt sei. Zudem betrachten Anhänger der Religionen diese als persönliches Eigentum, was der kollektiven Verbundenheit alles Seienden widerspricht:

"Die Seele bringt das Fleisch hervor. Man kann also kaum sagen, dass der Schöpfer auf seine Schöpfung herabblickt. Die Seele bringt das Fleisch und das physische Sein aus gutem Grund hervor; ihr habt also keinerlei Ursache, gegen das Leben Widerwillen zu empfinden oder die Sinnesfreuden, von denen ihr umgeben seid, gering zu schätzen." [Lit 175]

Heutige Religionen sind erstarrte künstliche Strukturen, die ängstlich Gläubige an sich binden. Das geschieht über emotionales Aufpeitschen gegen Anders- respektive Nichtgläubige oder gegen willkürlich zur Sünde erklärten Handlungen. Würden die Menschen verstehen, dass jeder ein Fragment seines Gottes ist, diesen in sich trägt und selbst göttlich sowie mit umfänglicher Schöpferkraft ausgestattet ist, dann würde der Weg nicht mehr in die Kirchen, sondern in die eigene Psyche, in das eigene Innere führen. Roberts ergänzt:

"Jede Reise nach innen sollte bewirken, dass ihr eurem gegenwärtigen Leben mehr Bedeutung, Schönheit und Sinn abgewinnen könnt; denn volle Lebensfreude und Entwicklung bedingt auch, dass ihr alle eure Anlagen entfaltet und eure inneren Dimensionen mit Staunen und Enthusiasmus entdeckt." [Lit 175]

Dennoch waren Religionen notwendig, um der Vielzahl ziellos treibender Menschen der Vor-Christi-Zeit Orientierung zu geben. Denn Religionen boten die einzigen künstlichen Strukturen im physischen Lebenssystem, welche überhaupt ein geistiges System hinter dieser physischen Welt proklamierten2 und einen Wertekanon3 erstellten.

Einige alte Vordenker kamen den Annahmen dieser Abhandlung schon sehr nahe. Der römische Philosoph Botheius vertrat die Auffassung, dass das Wesen Gottes eines der höchsten Güte ist - nur mische sich Gott nicht ein, er wäre eher ein Betrachter des Universums. Und der deutsche Philosoph Kant [Lit 161] stellte fest, dass allein die Existenz "des Gewissens sowie einer moralischen Weltordnung" als eine Art Gesetz einen Gesetzgeber voraussetzt. Denn das Gewissen sei unabhängig vom Willen und kein Ergebnis diskursiven (Fn. S.89) Denkens, sondern - nach seiner Auffassung - der Gegenstand eines höheren sittlichen Geistes; allein, das es das Gewissen gibt, beweise, das es Gott gibt.

Aber andererseits ist Gott nach dem britischen Mathematiker und Physiker Hawking [Lit 12] nur ein theoretischer Begriff. Betrachtet man nur die Naturgesetze, könnte man - wie der britische Physiker und Astronom Jeans es tat - annehmen, dass Gott ein Mathematiker sei; neuere Forschungen in der Quantenphysik legen nunmehr jedoch den Schluss nahe, dass Gott ein Philosoph ist. Und Roberts ergänzt, dass die Wissenschaften derzeit nur die mathematischen Eigenschaften eines primär geistigen, aber individuell physisch projizierten Realitätssystems anerkennen.

Heutige Religionen sind das Fragment ursprünglich reiner, zwischenzeitlich jedoch vielfach umgeschriebener und daher stark verzerrter Lehren. Roberts erklärt:

"Wenn ihr an das Böse glaubt, dann nehmt ihr es natürlich auch wahr. Eure Welt hat das Experiment noch nicht gewagt, das euch erlösen würde. Das Christentum war nur eine verzerrte Form dieser Grundwahrheit - d. h. das organisierte Christentum, das ihr kennt. Ich spreche hier nicht von den ursprünglichen Lehren. Die haben kaum eine Chance gehabt." [Lit 175]

Der ursprüngliche Zweck war, dem Menschen die inneren Realitäten in einer allgemeinverständlichen Form nahe zu bringen. Weil damals wie heute aufgrund kollektiver Glaubenssätze eine unbegründete Angst vorherrscht, die eigene Psyche fröhlich und unbefangen zu erkunden, waren die Religions-Dramen als Gedächtnisstütze und Ausdruck innerer Wahrheiten gedacht. Diese Menschen könnten die religiösen Symbole als Teil ihrer Realität akzeptieren. Es geht also darum, die Beziehungen zwischen dem inneren und dem äußeren Selbst verständlich zu machen.

Damit ich die nachfolgenden, wichtigen Aussagen Roberts zu Religions-Dramen als Ausdruck innerer Kämpfe nicht verzerre, zitiere ich sie ausnahmsweise etwas ausführlicher:

"Was ich eben gesagt habe, gilt natürlich für Buddha nicht weniger als für Christus: beide nahmen die inneren Projektionen an und versuchten dieselben dann physisch darzustellen[...] Der Islam blieb weit dahinter zurück. In seinem Fall waren die Projektionen vorwiegend gewaltsamer Art. Liebe und Brüderlichkeit mussten hinter etwas zurückstehen, was letzten Endes auf Taufe und Kommunion durch Gewalttat und Blut hinauslief[...] Nicht, dass das Christentum keine Beimischung von Gewalttätigkeit gehabt hätte oder dass der Islam völlig ohne Liebe gewesen wäre. Aber während die Psyche diese Entwicklungen durchmachte und ihre inneren Kämpfe ausfocht, einige Gefühle und Eigenschaften verleugnend und andere betonend, stellten die historischen Religionsdramen dieses innere Streben, Ringen und Suchen nach außen hin dar und begleiteten es." [Lit 175]

So sind alle Religionsdramen letztlich Ausdruck des Austarierens geistiger Konflikte. Diese werden wie alle geistigen Geschehnisse zumindest bruchstückhaft kollektiv und individuell in eine physische Darstellung projiziert. Das Wachbewusstsein wählt dabei entsprechend seiner Glaubenssätze und seines Strebens aus, welche Ereignisse es akzeptiert und welche es verwirft. Das Ignorierte wird nicht in seinem Bereich der Primärerfahrung erscheinen.

So spiegelt auch die Lehre des Islam keine inneren Wahrheiten, sondern die verzerrte und verengte zeitgenössische Weltsicht ihres Gründers wider. Es mangelt ihr an der Vermittlung rudimentärer spiritueller Wahrheiten, welche Gewaltfreiheit und Respekt vor allen Seienden proklamieren und auf die große Kooperation alles Seienden verweisen. Hohe spirituelle Informiertheit erlaubt keine vorsätzliche Schädigung anderen Lebens und keine Unterschiede zwischen Geschlechtern, Rassen, Lebensformen und Positionen in künstlichen Hierarchien der Gesellschaften, wozu auch Religionen zählen:

"Die meisten Religionen stellen jedoch bestimmte Erfahrungen als zulässig auf, während sie andere negieren. Sie machen Einschränkungen, indem sie das Prinzip der Heiligkeit des Lebens nur auf Ihre eigene Gattung anwenden, und innerhalb dieser oftmals nur auf einen sehr beschränkten Kreis. Zu keiner Zeit wird eine gegebene Kirche die innere Erfahrung aller Individuen auszudrücken vermögen." [Lit 175]

Doch auch alle anderen Weltreligionen zeigen weniger ausgeprägt diesen Mangel. Roberts zieht eine Parallele zwischen dem Auftauchen und Vergehen von Religionen und der spirituellen Ich-Entwicklung des Menschen:

"Der frühe Hebräergott wurde ein Symbol für das zügellose Ich des Menschen. Gott benahm sich genau wie ein wütendes Kind sich benehmen würde, hätte es Gottes Allmacht. Er sandte seinen Feinden Donner, Blitz und Feuer entgegen und vernichtete sie. Die Ich-Entwicklung beim Menschen brachte also emotionale und psychologische Probleme und Bewährungsproben mit sich. Das Gefühl seiner Absonderung von der Natur nahm zu. Die Natur wurde zur Waffe, die man gegen andere einsetzen konnte." [Lit 175]

Ursprünglich hatte sich nach ihrer Auffassung der Mensch als ein Teil der Natur gefühlt und die Natur als Erweiterung seines Selbst betrachtet und konnte diese folglich nicht als Waffe gegen sich selbst einsetzen oder schädigen:

"In jenen Zeiten sprach der Mensch noch vertraulich mit den Geistern von Vögeln, Bäumen und Spinnen, wohl wissend, dass auf einer tiefinneren Realitätsebene das Wesen seiner Kommunikation erkannt und verstanden wurde." [Lit 175]

So ist die Religiosität des Menschen ein Spiegel seines Verhältnisses zur Natur, zu seinen Mitmenschen und anderen Lebensformen. Und ein Spiegel innerer psychischer Verhältnisse.

In der ursprünglichen Religiosität vermutete er das Göttliche sowohl in der inneren wie auch in der äußeren Erfahrungswelt. Erst danach begann die bis heute andauernde Phase, ab der er primär die äußere Welt fokussierte, um neue Formen schöpferischer Kreativität ausleben zu können. Der Kontakt zu seinem inneren Selbst wurde infrage gestellt und fortan über nachteilige Glaubenssätze gefiltert. Es begann eine Dominanz des nach außen gerichteten Wachbewusstseins, wodurch das Einheitsgefühl verloren ging und ihm die Symbole seiner Projektionen als etwas von ihm Abgetrenntes erschienen. Die äußere Umwelt wurde ihm fremd und erschien bedrohlich - die Dualität des Geistes war geboren. Diesen Prozess fasst Roberts so zusammen:

"Die Abenteuerreise der Götter steht daher für die Abenteuerreise des menschlichen Bewusstseins, das nach außen projiziert wird[...] Ein Mensch, der sich mit einem der Götter liiert, liiert sich zwangsläufig in erster Linie mit seinen eigenen Projektionen. Manche sind in eurem Sinne schöpferisch und andere destruktiv, obwohl man letztere selten als das erkennt." [Lit 175]

Mit der Abwendung von der inneren Führung wurde der innere Gott des Menschen zu einem äußeren Gott. Am Beginn der Entwicklung des späteren Buddhismus, des Juden- und Christentums, stand die Bemühung um eine reine Lehre, welche den Blick der Menschen wieder auf sein inneres Selbst richten sollte, so dass er über innere Erfahrungen zu Erkenntnissen gelangt. Dem Islam fehlt dieses Charakteristikum, er ist mehr als andere Religionen eine Weltanschauung. Doch wurden über die Jahrhunderte auch die ursprünglichen Lehren der anderen Weltreligionen kontinuierlich verfälscht.

Nach Roberts sollte wahre Religiosität alle Bestrebungen der Menschen auf seiner Suche nach Sinngebung und Wahrheit umfassen. Sie klärt auf, dass das göttliche Phantasiegebilde sehr großen Veränderungen ausgesetzt war. Stets spiegelte es das sich stetig wandelnde Selbstverständnis des Menschen wider. Entwicklungsgeschichtlich wurde der Gottesbegriff jeweils mit Eigenschaften belegt, welche die Menschen bei sich vermissten. Mal war er ein starker Krieger, mal ein friedliebender Gutmensch. So war Gott grausam, als der Mensch dies noch für erstrebenswert hielt und für das tägliche Überleben brauchte.

Nach Roberts Auffassung kommt All-das-was-ist am ehesten für den Gottesbegriff infrage. Ebenso wie der Mensch gleicht dieser mehr einer sich stetig wandelnden Idee als einem für alle Zeit feststehenden Subjekt. Denn ein Mensch ist wie alles Seiende ein physisches Abbild seines sich wandelnden Inneren, eine sekundäre, aber intime Erscheinung aus Fleisch und Blut, geschaffen aus der materialisierten Vorstellung seines Gesamt-Selbst. Noch während er mittels seiner inneren geistigen Sinne das Äußere schöpferisch in eine Camouflage projiziert, nimmt er seine physische Projektion über die äußeren Camouflage-Sinne wahr. Diese übersetzen die primäre energetische Grundlage des Geistes in eine physische Bildersprache. Sie ergänzt:

"Physisches Leben nicht wirklich zu nennen, hieße die Tatsache leugnen, dass die [A.d.V.: primäre geistige] Realität alle Erscheinung durchdringt und ein Teil aller Erscheinung ist. Auf dieselbe Weise existiert Gott auch nicht getrennt oder gesondert von der physischen Realität, sondern innerhalb dieser und als ein Teil von dieser, ebenso wie er innerhalb und als ein Teil von allen anderen existentiellen Systemen vorhanden ist." [Lit 175]

Dieser schöpfende Gott, aus dem alles hervorgeht und zu dem alles zurückfließt, in welchem sich alle unsere Realitäten abspielen und dessen Aspekte sich in allem Seienden widerspiegeln und manifestieren, ist All-das-was-ist (vgl. Bd. 2):

"Dieses All-Eine ist so eng mit seinen Schöpfungen verbunden, dass es nahezu unmöglich ist, den 'Schöpfer vom Geschaffenen' zu unterscheiden; jede Schöpfung trägt unauslöschlich auch die Charakteristika ihres Ursprungs in sich." [Lit 186]

Jede seiner Aussendungen ist ebenso legitim göttlich, wie er es selbst ist. Sie sind jedoch nur ein Aspekt von All-das-was-ist. Erst alle belebten und scheinbar unbelebten Schöpfungen zusammen nähern sich dem, was der Schöpfer ist, an. Und wer seinen eigenen Selbstwert verneint, verneint auch denjenigen All-das-was-ists [Lit 184]. Die Erscheinung des physischen Körpers ist intimster Ausdruck des persönlichen Selbst. Wer damit nicht zufrieden ist, steht im Konflikt zu mit seinem Gesamt-Selbst.

All-das-was-ist ist entgegen der herrschenden Auffassung also in uns zu finden - und nicht außerhalb. Alles Seiende ist stets im inneren Selbst enthalten. So sind Wesenheiten in All-das-was-ist, und deren Aussendungen mit ihren physischen und nicht physischen Projektionen sind wiederum in den Wesenheiten.

Das träumende Selbst ist der nach innen gerichtete Teil des Wachbewusstseins. Der die unwillkürlichen Körperfunktionen steuernde Teil des Selbst ist der auf die Aussendung fokussierte Geist der Wesenheit. Dieser begleitet auch das äußere Selbst schützend und fördernd. Das Unterbewusstsein enthält unter anderem das kollektive Menschheitsgedächtnis. Der Mensch unserer Zeit hat gründlich gelernt, dieses innere Selbst zu verdrängen, sich als ihm nicht zugehörig zu betrachten. Er hat Ängste aufgebaut, in es hineinzugehen. Er sucht daher in einem äußeren Gott wie auch in den Naturwissenschaften die Quelle aller natürlichen Funktionen des von ihm selbst physisch projizierten Körpers:

"Allzu schön enthebt ihn dies seiner Ansicht nach aller Verantwortung, was aber nicht der Fall ist." [Lit 210]

Wir sind also selbst verantwortlich für zu hohen Blutdruck, Krebserkrankungen und andere Ausdrücke unterdrückter, nicht assimilierter (Fn. S. 70) Energien konträrer innerer Standpunkte.

All-das-was-ist ist - wie auch das Wachbewusstsein - eine Energiegestalt, welche sich stetig verändert. Es liefert kontinuierlich die Lebensenergien alles Seienden wie auch alle Welten bildenden Energien (vgl. Bd. zero). Sämtliche Energien, mit denen wir zu tun haben, sind also Teil All-das-was-ists. Und insofern sind wir es auch, in ihm geborgen und geborgen, gleichgültig, wie unser Schicksal ist. [Lit 185]

All-das-was-ist ist sich jedes seiner Individuen, vom größten Säugetier bis hin zum Sandkorn, bewusst, ohne deren Schicksal im Detail zu verfolgen. Es erhält einen emotionalen Gesamteindruck zurück, könnte sich jedoch bei Interesse in das Bewusstsein jeder beliebigen Lebensform einklinken und deren physisches Sein passiv mitverfolgen. Dann wäre es hierauf "wie auf einen Brennpunkt" eingestellt.

Aber auch die Wesenheiten sind im direkten Kontakt zu ihren Aussendungen. Der Teil einer Wesenheit, welcher auf seine Aussendung fokussiert ist, ist nach Roberts der 'Geist' der Wesenheit, der persönliche Gott, welcher in allem Seienden und damit auch in jedem von uns ist, der sich um die Interessen des Protagonisten kümmert und - wenn nötig - auch um Hilfe gebeten werden kann. Sie schreibt:

"Diese Energiegestalt mag dir unpersönlich erscheinen; doch da ihre Energie deine Persönlichkeit erschaffen hat und prägt, wie kann sie unpersönlich sein? Wenn du vorziehst, diese höherpsychische Energiegestalt Gott zu nennen, dann ist das gut; nur darfst du nicht versuchen, ihn objektivierend weit weg von dir zu sehen, denn er ist in dir, in jeder deiner Zellen, und dir näher als dein Atem." [Lit 185]

Ein Kapitel zurück | Inhaltsverzeichnis | Zum nächsten Kapitel

Begriffserläuterungen | Literaturverzeichnis | Zur Bücher-Übersichtsseite | Impressum & Datenschutz | W3C HTML-Validierung | W3C CSS-Validierung Stehlen Sie keinen Content von dieser Seite. Plagiate werden durch Copyscape aufgedeckt.
chinnow.net - seit 1999 online