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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 6: Philosophie des Lebens - Im Alltag zurechtfinden
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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 1921 947)



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Kapitel 10.1.: Glück (Glück, Liebe, Freundschaft und so weiter)

Unser Leben ist Teil eines großen Experiments, dennoch am ehesten mit einem Sandkastenspiel vergleichbar. Jedes Individuum verfügt in der Erscheinungswelt mit ihren von Wesenheiten definierten Grundannahmen [Obsolet: Naturgesetze] über die volle Willens- und Entscheidungsfreiheit. Jedoch wird diese kaum ausgenutzt, weil das persönliche Selbst seinen verfestigten Glaubenssätzen und längerfristig bestehenden Absichten stur folgt. So folgt es auch im Kollektiv mit allen anderen Menschen einer Wahrscheinlichkeitslinie, welche im besten Fall die Ideallinie dieses Wahrscheinlichkeitssystems repräsentiert.

Das ist Emersons Lebensfaden (vgl. Bd. 4), auf dem wir uns fortbewegen können, aber nicht müssen. Von ihm abzuweichen, ohne den Faden zu zerschneiden, wie Updike es nannte, also ohne das Wahrscheinlichkeitssystem gänzlich zu wechseln, bringt Nachteile in empfundener Lebensqualität.

Wir sind jedoch für unsere Gedanken und dem sich daraus ergebenden Streben sowie dessen Auswirkungen auf andere nur selbst verantwortlich. Nichts und niemand kann uns diese Verantwortung abnehmen. Dennoch fügen wir uns wie Lemminge in nachteilige Normen unser Gesellschaft, die in Abhängigkeit von Zeitalter und Kultur äußerst unterschiedlich sind, aber derzeit von Bediensteten im Militär- und Polizeidienst, im Weidwerk und im Braunkohle-Tagebau u.a. auch Gewalttaten gegen anderes Seiendes verlangen. Die Regeln einer Gesellschaft dürfen jedoch kein Korsett sein, das die spirituelle Informiertheit des Individuums begrenzt, sondern müssen Freiraum zur kritischen Reflexion und spiritueller Höherentwicklung lassen.

Freiheiten werden hingegen staatlicherseits zunehmend unterdrückt. Die politischen Eliten des Westens streben unisono eine Totalüberwachung an. Diese wird weder angekündigt noch gesellschaftlich bis zum Konsens ausdiskutiert, doch sprechen die Taten der selbsternannten Eliten deutlicher als Worte. Die nicht staatlich überwachten und kontrollierten Freiräume werden immer enger. So befinden wir uns im Jahre 2020 am Anfang einer Totalüberwachung mit Meinungsdiktatur. Stichworte:

Wir stehen vor der vollständigen Indoktrination aller Bürger durch staatliche Strukturen, so wie sie bislang nur von Sekten und totalitären Systemen ausgeübt wurde. Die herrschende Klasse fürchtet, dass freie Bürger sich ihren Zielen der Globalisierung, der Verschmelzung mit anderen Ländern, der Abschaffung des Bargelds und der Auflösung von Symbolen der Nationalität und unkontrollierter Zuwanderung widersetzen. Die Volksvertreter wissen also ganz genau, dass sie nicht das Volk vertreten, sondern an den Fäden nicht öffentlich auftretender Strippenzieher hängen.

So werden in unterschiedlichen Regionen und Epochen völlig unterschiedliche Lebenszyklen mit ebenso verschiedenen Überzeugungen und Bestrebungen gelebt. Sie alle eint das Ziel ihrer inneren Selbsts, gegen alle gesellschaftlichen Widerstände keine Gewalttaten auszuüben, anderes Seiende zu respektieren und neben der eigenen die Werterfüllung (Sh. Erg.Bd.9) des Kollektivs alles Seienden zu fördern.

Das äußere Wachbewusstsein ist jedoch von der Wahrnehmung seiner eigenen physischen Projektionen so eingenommen, dass es denkt, dies sei die wahre Wirklichkeit. Infolge filtert es innere Informationen, die seinem Streben entgegenstehen, heraus. Erst durch zunehmende Erfahrung wachsende innere Grundsätze - ein Charakter bildet sich heraus - und weisen ihm wie Sterne den Weg. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand in einem Eingeborenenstamm sozialisiert wurde oder in der Schweiz. Diesem Prinzip unterliegen alle Mitglieder dieser Gattung. Es ist auch unabhängig von der Position innerhalb einer Sphäre (Sh. Ahg. 1) und den Sphären aller Universen überhaupt.

Unsere individuellen Lebensziele sind beeinflusst durch

Sehnsüchte scheinen in diesem Konzept nichts anderes zu sein als

Filme und Lieder der Jugendzeit sind im Alter im Idealfall Bestandteil glücklicher Erfahrungen, ein Bindeglied zwischen dem heutigen Ich mit seinen Emotionen und dem vergangenen. Bei der Erinnerung an gute Zeiten sehnen wir uns stets nach der Zeit und dem Ort zurück.

Wenn etwas in einem Leben verloren ist, dann sollte man dem nicht nachtrauern, und war es auch noch so schön - oder das Erlebte bedauern, war es auch noch so übel. Am besten akzeptieren wir die ohnehin unauslöschliche Erinnerung als Teil unseres Selbst und unserer Historie und fragen uns, welche Erkenntnis wir aus ihr ziehen können. Denn es gibt in dem hervorragenden Lernprogramm, das wir Leben nennen, keine Probleme, nur Herausforderungen.

Aus Sicht der die spirituelle Informiertheit fördernden Wesenheiten gibt es keine 'schlechten Zeiten', weil belastende Erfahrungen oftmals als Impulse für die betroffene äußere Identität notwendig sind. Sie initiiert daraufhin Entscheidungen und Lebenswege, welche in sogenannten 'guten Zeiten' nie in Erwägung gezogen worden wären. Schlechte Zeiten könnten aber auch die Folge einer falschen Orientierung des nach außen gerichteten Wachbewusstseins sein. Dieses zieht zu seinem Denken, Streben und Handeln passende Ereignisse an. So gibt es in Bezug auf Werterfüllung, Respekt und Gewaltlosigkeit nur ein optimales oder suboptimales Streben und Handeln.

Da mag es ein Trost sein, das wir bei Vorhandensein wenigstens rudimentärer spiritueller Informiertheit die Rahmenbedingungen unserer Lebenszyklen selbst wählen. Diese müssen jedoch mit den Erfordernissen in Einklang stehen, sonst legen das nach innen gerichtete Wachbewusstsein wie auch der Geist der Wesenheit ein Veto ein. Die Erfordernisse bestehen in gelegentlicher Wiedergutmachung früheren Fehlverhaltens an Irgendwem und dem Beseitigen von Defiziten in der spirituellen Informiertheit.

Glück finden wir nur in unseren Emotionen und andere wertschätzenden und unterstützenden Gedanken, nicht in materiellen Werten, die an sich aus der Perspektive des Seins wertlos sind. Selbst nach langer Armut plötzlich zu Reichtum gekommen denkt man nicht unablässig an sein Vermögen - außer der Narr, der nichts eiligeres zu tun hat, als das unerwartet Gewonnene mit vollen Händen wieder auszugeben. Im Gegenteil ist man nach Schopenhauer hierüber in der Regel nunmehr vollständig beruhigt, so dass zur Sorge und Gedanken hieran kein weiterer Anlass besteht.

Wenn man nun einige nach solch einem Glücksfall eifrig bemüht sieht, ihre verbesserte finanzielle Situation durch einen mühsam aufrecht zu erhaltenden äußeren Anschein, durch Gehabe und Statussymbole zu unterstreichen, so ist dies ein aus einer vorhergehenden sozialen Aushungerung herrührendes Verhalten. Diese lechzen nach sozialer Anerkennung durch andere - manchmal ein Leben lang. Selbst beruflicher Erfolg und gesellschaftliche Anerkennung können sie nicht beruhigen. Auf die Meinung der anderen wird viel zu viel Wert gelegt, anstatt sich nach innen zu orientieren. Dies beschleicht vornehmlich diejenigen, welche zuvor gar nichts hatten und darunter emotional litten. Ein solches Verhalten kann jedoch bei einem starken Charakter (vgl. S. 134) trotz identischer Vorbedingungen ausbleiben.

So vermag uns selbst ein großer Lottogewinn nicht über einen langen Zeitraum glücklich zu machen. Nach und nach dringen wieder die vielen immateriellen Bedürfnisse, Wünsche und Stimmungen in den Vordergrund, so dass einer Untersuchung zufolge der Grundton der Stimmung des Gemüts ein Jahr nach einem großen unerwarteten Geldsegen wieder identisch ist mit derjenigen vor dem Gewinn1. Geld allein ändert nicht verzerrte Glaubenssätze und irrige Überzeugungen.

Weil jedoch die Geldsorgen als belastender Faktor weggefallen sind, kann die ganze Veränderung durch einen ordentlichen Geldgewinn auf diesen einen Punkt gebracht werden: Eine Sorge weniger. Das ist alles. Oder fast eine Sorge weniger, denn wenn man zu Geld, zu einem Haus oder sonst was gekommen ist, will das Haus, die Yacht oder sonst was erhalten und beschützt sein und das Geld sicher angelegt.

So hat Schopenhauer einmal mehr recht, wenn er uns erklärt, wie Wünsche und Sehnsüchte uns ein Leben im Glück vorgaukeln. Wenn nur dieser eine Wunsch - beispielsweise ein Haus oder ein neues Auto etc. - noch erfüllt würde, dann wären alle Wünsche erfüllt und alles gut. Doch halten diese Verheißungen auf dem Prüfstein ihres Eintretens - der Erfüllung - nicht, was sie versprachen. Sogleich kristallisieren sich neue, bis dato unbekannte Wünsche heraus. So sollten wir vorsichtig sein mit unseren Wünschen und uns ihrer sparsam bedienen, denn sie könnten in Erfüllung gehen. Und damit wären wir der Hoffnung auf dauerhaftes Glück und Zufriedenheit beraubt, um eine Illusion ärmer und somit ärmer als zuvor.

Andersherum machen schwere Verletzungen, wie beispielsweise eine Querschnittslähmung, die Betroffenen nicht für den Rest des Lebens unglücklich - nach ebenfalls etwa einem Jahr ist das frühere durchschnittliche 'Glücksniveau' wieder erreicht. So halten wir es am besten mit dem Sokrates zugeschriebenen Ausspruch, der da sagt:

"Bedenke, dass die menschlichen Verhältnisse insgesamt unbeständig sind, dann wirst Du im Glück nicht zu fröhlich und im Unglück nicht zu traurig sein."

Ein jeder sieht die physische Welt der Erscheinungen individuell verklärt, entweder geschönt oder zu schlecht - doch nur selten so, wie sie ist. Diese Verklärung ist eine Verzerrung dessen, was ist. Sie resultiert aus dem gegenwärtigen Streben, den Überzeugungen, den vergangenen subjektiven Erfahrungen und dem Charakter. So wird es keine zwei Menschen geben, die nach identischer Sozialisation die Welt mit gleichen Augen sehen.

Ein Mensch, der desillusioniert ist und vom Leben nichts mehr erwartet, erschafft sich unglücklicherweise genau diese Realität. Eine Realität, die so trübe ist wie seine Gedanken (vgl. Bd. zero). Und umgekehrt. Am Ende soll er lernen, dass er genau dies unablässig tut - er erschafft seine Realität auf Basis seiner Überzeugungen und seines Strebens selbst. Bis er das verstanden hat, erscheint es ihm, als wäre die Welt, wie Schopenhauer sagte, ein Jammertal. Oder Freud:

"Man möchte sagen, die Absicht, dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten."

Dann schaut es so aus, als wäre das physisch projizierte Leben nichtig. Als schiene es abgesehen von etwas positiv erlebtem Sex, äußerst raren Glücksmomenten, dem Behüten und Bewahren, auf das unsere Nachkommen es etwas leichter haben, nichts zu sein. Als wäre es die vollkommene Belanglosigkeit.

Das ist ein Irrtum. Doch wir müssen uns selbst ändern, wenn wir unsere Lebensumstände ändern wollen. Das Frickeln am Physischen ist nutzlos. Nur das Aufarbeiten und Hinterfragen eigener Glaubenssätze und Bestrebungen bringt positive Wendungen hervor. Sie kommen von ganz allein, wenn diese Aufgabe erledigt ist.

Wer in scheinbar aussichtslosen Situationen festhängt, kann dennoch mit einer Kapitulation sein inneres Selbst zur Unterstützung anregen. Der verinnerlichte Satz

'Glücklich ist, wer nicht glaubt, dass ihm Positives geschehen könnte'

reißt es aus der Lethargie und initiiert Prozesse, die für den Mutlosen arbeiten.

Eine Gefühl der Nichtigkeit spüren manche im hohen Alter an leidlos verbrachten schönen Frühlingstagen, selbst wenn sie sich glücklich wähnen, aber gänzlich ohne Ziele sind. Denn wenn alle Lebensaufgaben abgearbeitet sind und wir zurückblicken, durchschauen wir das Theaterstück unseres Lebens, unsere Rolle darin und die Kulissenwelt und wachen desillusioniert auf. Dann fragen wir nach dem 'wozu'. Wozu diese Anstrengungen, dieses Werben um die Gunst anderer? Dieses Laufen im Hamsterrad? Dieses Feilschen und Schachern, dieses Täuschen und Manipulieren? Und wozu diese doch immer wiederkehrenden Ent-Täuschungen?

Wohl dem, der versteht, dass wir hier sind um zu lernen. Tatsächlich ist die physische Welt ein Ausbildungscamp - niemals werden wir bestraft, sondern ausschließlich belehrt. Gewaltlosigkeit, Kooperation, das Ego mit seinen Willen im Zaun zu halten, die Werterfüllung alles Seienden zu fördern und zu erkennen, dass eigene Überzeugungen und Bestrebungen die Realität erschaffen - das sind die Lernziele.

Und auch das eigene Wohl und die Lust am Leben dürfen nicht aus den Augen verloren werden. Der Andere ist in seinem Anderssein zu respektieren. Und es ist davon auszugehen, dass erhebliche Benachteiligungen anderer in uns dereinst den Wunsch initiieren, diese wieder gutzumachen. Dies wäre eine künstliche Schuld (vgl. S. 61). Obwohl eigentlich nur Gewalttaten als natürliche Schuld eine Einsicht verlangen: 'Tue das nie wieder' ist dort das Gebot.

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