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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band 3: Klassische Sterbeforschung


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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8374 9455 133)


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Kapitel 7.9.: Was unterscheidet die Identitäten einer Aussendung? (Mehrere Leben?)

Ich beginne dieses Kapitel mit einem Zitat aus Ingrischs Kommunikationen mit der geistigen Welt. Mit den folgenden Worten vermittelte man ihr als Medium - aus dem Blickwinkel geistiger Welten heraus - die Bedeutung der mit jedem Lebenszyklus wechselnden, irdischen Identität:

"Namen [...] bezeichnen den Grad der Zusammenziehung oder Ausdehnung. Das heißt, sie sind unpersönlich und physikalisch. Es gibt so etwas wie ein Barometer der Namen, und da wir unseren Standort auf diesem Barometer beständig wechseln, wechseln wir auch unseren Namen. Er ist, wenn du nicht gerade Ahnenforschung deiner eigenen Seele betreibst, vollkommen uninteressant [...] Namen sind die Biegungen des Flusses, der du bist, und die Landschaft hinter jeder Biegung. Je mehr Biegungen du machst, umso reicher ist das Repertoire deiner Namen. Biegungen, also Wechsel von Persönlichkeit und Milieu, sind sehr gut." [Lit 133]

Ingrischs Aussage negiert nicht die Bedeutung einzelner Identitäten unserer physischen Leben mit ihren Namen und Erinnerungen. Das persönliche Selbst der Aussendung der Wesenheit, das wir sind, umfasst seine sämtlichen Lebenszyklen und schließt daher alle vergangenen wie auch künftigen Lebensgeschichten ein. Doch nicht nur das. Ebenso umfasst es die persönlichen Bewusstseine aller parallelen Selbst aller Lebenszyklen, deren autonom entscheidende Energieanteile in entsprechenden vollgültigen Wahrscheinlichkeitslinien und -systemen verschiedener Wege gingen. Nur so kann eine Aussendung der Wesenheit erfahren, wo ihre Ideen gültig gewesen sind und wo nicht. Der Band zero beleuchtet dies genauer.

Einzelne Lebenszyklen unterscheiden sich in den Verengungen und den Graden der Verengungen der dominierenden Ichs, den gesetzten Schwerpunkten, den Eigenschaften der dominierenden Persönlichkeitsanteile und infolge in ihren jeweiligen emotionalen Zuständen. So repräsentieren sie sowohl überwundene nachteilige wie auch anzustrebende vorteilhafte Zustände des Bewusstseins. Nach dem physischen Ableben macht der Fluss, der wir sind, eine Biegung bis zum Eintritt in das nächste physische Leben. So gerät das Vorherige außer Sichtweite, wenngleich Erinnerungen und Erfahrungen erhalten bleiben. Auch vertreten wir in einem jeden Lebenszyklus unterschiedliche Einstellungen, weil diese das Produkt aus unserem sich nur wenig verändernden Charakter mit seinem spirituellen Erkenntnisstand einerseits und den

sind.

Nach Ingrisch ist es üblich, dass einzelne Inkarnationen und auch ganze Inkarnationsketten dem Repertoire einer Wesenheit verloren gehen, indem sie in das Repertoire einer anderen Wesenheit wechseln. Auslöser sind - wie an anderer Stelle beschrieben - gewandelte Zielsetzungen der Aussendungen durch Affinitäten zu Angehörigen anderer Wesenheiten. Eine Identität ist vollkommen frei in seiner Orientierung, seinem Streben und Handeln.

Der Name einer Identität eines Lebenszyklus steht also stellvertretend für die jeweilige spirituelle Informiertheit (vgl. Bde. 6&8), Ingrischs "Grad der Zusammenziehung oder Ausdehnung" [Lit 133]. Jedes Individuum arbeitet nach Roberts an der gleichen Serie von Herausforderungen [Lit 191]. Trotz der Vielzahl überstandener Lebenszyklen können wir uns - selbst zwischen den Lebenszyklen in der Reflexionspause (vgl. S.40) - in der Regel nur an den letzten direkt erinnern. Erst in einem höheren Grad spiritueller Informiertheit blocken wir die zugängliche Fülle der Informationen aus unseren parallelen Ichs nicht mehr ab, sondern akzeptieren die Umstände und lassen einen weitgehenden, aber kaum jemals vollständigen Überblick zu1. Werden wir dann als eine vergangene irdische Identität kontaktiert - beispielsweise in Gebeten, im Empfang eines soeben Verstorbenen oder in der Kommunikation mit ehemals nahestehenden Lebenden oder Verstorbenen -, dann lassen wir den Energieanteil der entsprechenden Identität in den Vordergrund und geben ihr Raum zur Kommunikation.

Damit gehen wir temporär in dem überwundenen spirituellen Zustand in der passenden Schwingungsfrequenz und erscheinen und agieren als diese vergangene Identität. Dies ist in der Kommunikation notwendig, weil unser Gegenüber uns nur in dieser Identität erkennt. Denn den meisten ist nicht bewusst, dass ein Jeder eine fließende Identität ist und auch posthum die Zustände wechselt. Nur besonders verengte und damit anhaftende Naturen verharren länger in nur einem spirituellen Zustand. Nach Ingrisch ist der sich derart Anpassende in der Kommunikation oft gerührt, weil man sein früheres Selbst im Spiegel des Anderen sieht - wenn es denn ein freundlicher Spiegel ist. [Lit 133]

Diese Anpassung ist wie jede Zustandsänderung ein fließender Prozess, welcher bei jedem Kontakt, in jeder Kommunikation nahezu unbemerkt und selbstständig abläuft. Auch in Lebenszyklen befindliche Identitäten passen sich in jeder Kommunikation mit Lebenden über das Einfühlungsvermögen dem Gegenüber fließend an (vgl. Bd.4). Wir ändern also schon zu Lebzeiten unsere Zustände und damit unsere Schwingungsfrequenz kontinuierlich, doch immer nur in dem durch unseren spirituellen Erkenntnisstand bedingten Rahmen. Wegen dieser Begrenzung können wir nach Schopenhauer diejenigen nicht verstehen, welche weiser sind als wir. Wie er so schön sagte: Wir hören deren Worte und wenn sie enden, fragen wir: 'Was ist?'

Zustandsänderungen sind also Anpassungen der Schwingungsfrequenz des Bewusstseins. Es weitet sich oder zieht sich zusammen. Die Motivation, sich dem Anderen überhaupt anzupassen, resultiert aus dem Wunsch, mit diesem zu kommunizieren. Wir stimmen uns je nach Stärke der Affinität mehr oder weniger auf ihn ein. Diese Fähigkeit wird umgangssprachlich als Einfühlungsvermögen bezeichnet.

Bereits im hohen Alter eines Lebenszyklus vergessen wir zunehmend unser bisheriges physisches Leben, bis es im sehr hohen Alter schließlich nur noch aus Anekdoten besteht. Dessen Inhalte sind dann eine vage Erinnerung an etwas, das wir kaum noch mit unserem jetzigen Selbst in Verbindung bringen können. Ebenso können wir auch die Erinnerungen an vergangene Lebenszyklen - beispielsweise hervorgeholt in Rückführungen -, obschon wir uns oftmals in ihnen erkennen, kaum mit unserem jetzigen Selbst in Verbindung bringen. Wir verändern uns innerlich und äußerlich.

Monroe, Ingrisch, Roberts und die Buddhisten haben recht, wenn sie von einer fließenden, sich stetig wandelnden Identität des Bewusstseins sprechen. So werden wir auch in den äußeren Merkmalen wie Habitus und Gehabe im nächsten Lebenszyklus nicht derjenige bleiben, der wir in diesem sind. Und zwar unabhängig davon, ob dieser geplant wird oder nicht. Anfangs mögen wir wie C.G. Jung als Kind uns noch als der mächtige alte Mann des letzten Lebens fühlen. Aber Erfahrungen führen zu Erkenntnissen - und am Ende steht eine gewandelte Identität, was bei Jung offensichtlich ist.

Wenn wir nun einerseits über eine fließende, wandelbare, nicht statische Identität verfügen, in frühere Lebenszyklen Zurückgeführte jedoch von einem Wiedererkennen der eigenen Identität sprechen und Schopenhauer von etwas, das tief in uns verharrt und nicht mit altert, spricht, dann ist das alles zutreffend, aber ohne eine Präzisierung missverständlich. Monroe, Ingrisch und die Buddhisten meinen die fließende und wandelbare äußere Identität des persönlichen Selbst, Schopenhauer auf Kant und Platon aufbauend dagegen die leitende innere Identität der Wesenheit. Die äußere irdische Identität definiert sich über die ihr zu eigene verstandesmäßige Intelligenz (vgl. Bd.6), eventuelle körperliche Einschränkungen, das Geschlecht, Habitus, das altersgemäße Gebaren, den sich wandelnden Status, den Bindungen an Dingen, Menschen oder Orte.

Aber auch die innere Identität ist nicht in einem Zustand erstarrt - sie unterliegt nach Roberts ebensolchen Erkenntnisgewinnen und -verlusten. Nur ist dies aus einem Lebenszyklus heraus kaum wahrnehmbar. Die innere Identität definiert sich über den weitgehend feststehenden, nur langsam sich wandelnden Charakter, also der emotionalen Intelligenz (vgl. Bd.6) respektive dem spirituellen Informationsstand, welcher unser ureigenes Wesen beschreibt und anhand dessen wir uns in jedem Lebenszyklus, in jeder Erinnerung an frühere oder künftige Phasen unserer Existenz sofort wiedererkennen.

Es ist wie so oft, wenn mehrere Autoren mit den begrenzten Mitteln der Begrifflichkeit versuchen, etwas in unserer Vorstellung nur schwer Greifbares zu beschreiben: Beide Seiten haben oft recht - es bedarf meist nur ergänzender Informationen, um augenscheinlich völlig konträre Standpunkte zusammenfließen zu lassen.

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