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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 3: Klassische Sterbeforschung
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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8374 9455 133)


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Kapitel 7.11.: Vertiefung: Geplante Lebenszyklen (Mehrere Leben?)

Bereits der Neuplatoniker Proklos stellte fest:

"Die Triebe der Seelen tragen [A.d.V.: schon vor der Geburt] für die Gestaltung der Lebewesen das meiste bei, und wir sehen nicht aus, als wären wir von außen geformt worden, sondern aus uns selbst treffen wir die Wahlentscheidungen, nach denen wir leben."

Nach Monroe kann eine Wesenheit Aussendungen aus den Augen verlieren, wenn diese gar keinen Kontakt zulassen. Damit käme es zu ungeplanten Lebenszyklen.

Manche Sterbeforscher sind dagegen mit Ray-Wendling und Meek der Ansicht, dass eine Wesenheit in Abstimmung mit dem persönlichen Bewusstsein seiner Aussendung einen neuen Lebenszyklus stets mehr oder weniger sorgfältig vorausplant. Man wähle seinen Lebensweg, seine Familie, und selbst Familiengruppen erlebten notwendige Reinkarnationen gemeinsam in der passenden zeitlichen Folge. Meek beschreibt es mit den folgenden Worten:

"Vor der Geburt sind wir auf der Astralebene für das Leben in dieser Welt vorbereitet worden. Es ist, als wäre eine Bandaufnahme gemacht worden, woran das physische Bewusstsein zwar keine Erinnerung hat, aber in dem folgenden Leben können Ahnungen daran auftauchen, eine Art von Wiedererkennen." [Lit 123]

Auch Roberts (Seth) spricht von derartigen Vorbereitungen auf ein neues Leben. So würden beispielsweise einengende Anhaftungen an religiöse Glauben in der Reflexionspause zwischen Lebenszyklen durchgearbeitet und soweit möglich aufgelöst. [Lit 187]

Das entspricht sehr schön Schopenhauers Analogie auf das Leben als ein Buch, welches geschrieben war, lange bevor wir es lasen. Nach seiner Auffassung treten alle Dinge notwendig ein.

Nach Monroe und der Lehre des Buddhismus können Ort und Zeit in unserer Sphäre (vgl. Bd.zero, Fn. S.79) sowie politische Begleitumstände zwar ebenfalls vorsätzlich frei gewählt werden, aber ausschließlich in einem höheren spirituellen Erkenntnisstand des persönlichen Bewusstseins und nur in der Reflexionspause (vgl. S.40) zwischen zwei Lebenszyklen. Nach Monroe hat es die Wesenheit als Dialogpartner - es muss also einen bevorstehenden Lebenszyklus nicht alleine planen (vgl. Bd.2).

Roberts schreibt dagegen:

"Künftige Leben betreffende Entscheidungen können nicht nur unter zwischenexistenzlichen Verhältnissen [A.d.V.: in der Entscheidungsphase der Reflexionspause], sondern in jedem gegebenen Leben auch in Traumzuständen getroffen werden. Ihr könnt, zum Beispiel, schon jetzt über die Umstände eurer nächsten Inkarnation entschieden haben. Obgleich eure neuen Eltern euren Begriffen nach jetzt vielleicht noch Säuglinge oder nach euren Zeitkategorien noch nicht einmal geboren sein mögen, kann trotzdem alles bereits arrangiert sein." [Lit 175]

Roberts ergänzt an anderer Stelle, wie insbesondere zum Lebensende hin vor dem natürlichen Tod das persönliche Selbst mit der Weichenstellung für den nächsten Lebenszyklus beschäftigt ist (vgl. S.22).

Unabhängig hiervon könnte selbst ein nicht gezielt von Wesenheit oder Aussendung geplanter Lebenszyklus dennoch unbewusst vorbestimmt sein, indem das Streben und Denken der Aussendung in entsprechende Umstände der nächsten Runde mündet. Und zwar auf ähnliche Weise, wie unser Streben, Denken und Handeln die gegenwärtige Realität auswählt (vgl. Bd.zero).

Doch alle Lebenszyklen existieren in der diese hervorbringenden Realität ihres geistigen Ursprungs simultan. Dortige Ereignisse drücken sich unvollständig und in der Zeit gestreckt an der 'Oberfläche' der geistigen Erfahrung in physischen Symbolen aus. So ist Roberts Annahme vorzuziehen, dass wir ohnehin zu jeder Zeit jeden weiteren 'früheren' und 'späteren' Lebenszyklus durch unser Streben, Denken und Handeln beeinflussen - somit auch unvermeidbar den 'nächsten'.

So wird also der geplante Lebenszyklus mit Sorgfalt vom persönlichen Bewusstsein der Aussendung in Abstimmung mit seiner Wesenheit

geplant. Doch ob geplant oder ungeplant - stets wird dieser laufend in dem Lebenszyklus befindlich, u.a. durch Akzeptanz und Verwerfen von Ereignissen, nach Bedarf modifiziert.

Wir arbeiten sowohl

Lebenszyklen übergreifend an einer Serie von Herausforderungen und entscheiden uns, spirituell nicht völlig erkenntnislos, unter der Führung unseres ursprünglichen Selbst für Aufgaben und Entwicklungsziele des nachfolgenden Lebenszyklus und legen dessen Entwicklungsrahmen und -bedingungen fest.

Um ein vollständiges Bild und eine umfassende Beurteilungsfähigkeit zu erlangen, müssen stets konträre Positionen in Lebenszyklen durchlebt werden. Beispielsweise weiß ein Weißer nicht, wie es ist weiß zu sein, solange er nicht auch als Schwarzer und als Asiat etc. gelebt hat - und umgekehrt [Lit 191]. Die Auswahl beinhaltet also

Daher sind Aussendungen der eigenen Wesenheit zeitgleich in unterschiedlichen Ethnien1 die Regel, weil erst alle Kulturen zusammen mit ihren unterschiedlichen mentalen Fokussierungen ein vollständiges Ganzes ergeben. Jede Ethnie für sich ist verengt, überbetont Wesensanteile und blendet in einer Anstrengung die dominierenden der anderer Kulturen aus. Erst ein alle Kulturen und Ethnien liebevoll umspannendes Bewusstsein erreicht die höchste spirituelle Informiertheit. So gesehen hat Roberts recht, wenn sie sagt, dass man, wenn man einen Feind tötet, eine Version von sich selbst tötet. [Lit 191]

Alle Faktoren werden sorgfältig gewählt und sollen Leitplanken gleich im Protagonisten der Wesenheit diejenigen Eigenschaften hervortreten lassen, welche ihn der angestrebten Lernerfahrung näher bringen. Damit steht der Schwerpunkt der Lebenserfahrungen schon vorab fest. So gibt es keine Probleme, sondern nur bewusst gesetzte oder im Lebensverlauf akzeptierte Herausforderungen. Und wie schon erwähnt, sind manches Mal schwierige Familien- und Lebensbedingungen zum Erreichen von Zielen sehr viel hilfreicher als eine Friede-Freude-Eierkuchen-Umgebung. [Lit 188]

Es wird meist ein persönliches Lebensziel als Schwerpunkt gesetzt, durch welches der Lebenszyklus zu einer Aufgabe wird, die es zu bewältigen gilt. Weitere Lebensaufgaben können sich spontan aus dem Lebensverlauf heraus ergeben. In einem derartigen Projekt übernimmt das mit dem physischen Körper verbundene Wachbewusstsein zugleich die Projektleitung für den Lebensplan sowie eine Art Bodensupport2 für andere Identitäten - es ist sich jedoch dieser Zusammenhänge nur latent bewusst. Meek beschreibt dies so:

"Je weiter eine Seele entwickelt ist, desto sorgfältiger und genauer wird die Vorbereitung sein, weil höheres Wissen größere Verantwortung mit sich bringt [...] Es gibt aber Seelen, welche die Rückreise auf die Erde mit dem Ziel antreten, einer anderen Seele aus dem eigenen Seelenverbund [A.d.V.: der Wesenheit] zu helfen oder sie zu leiten [...] Für diese Seelen ist das, was sie ihren jüngeren, noch nicht so weit auf dem Entwicklungswege fortgeschrittenen Brüdern und Schwestern tun, Quelle reiner Freude [...] Das können schwierige karmische Beziehungen mit der Mutter, dem Vater oder den Geschwistern sein, die aufgelöst werden müssen [...] Das gewählte Leben mag kein einfaches sein, wichtig ist, dass es ein Leben ist, dessen Sinn erfüllt wird. In solchen Fällen wird die Wahl von Mutter und Vater oder auch den anderen Familienmitgliedern besonders sorgfältig erfolgen." [Lit 123]

Soweit Meek. Es mag richtig sein, dass mit zunehmender spiritueller Informiertheit die 'Leitplanken' präziser gewählt werden. Jedoch hat ein persönliches Bewusstsein innerhalb dieses Rahmens nach Roberts umso mehr Freiheiten im Lebensverlauf, je höher seine spirituelle Evolution vorangeschritten ist. Man lege in gründlichen Abstimmungen innerhalb einer Gruppe die Rollen fest und determiniere die wesentlichen Eigenschaften der Beteiligten wie Intellekt und Emotionalität, aber diese Gruppe sei nicht starr zusammengesetzt. Jeder sei freiwillig dabei. Sie könne sich durch Interesse erweitern oder durch Desinteresse verkleinern. [Lit 175]

Eine geplanter Lebenszyklus ist also das Resultat kollektiver Zusammenarbeit schon vor Eintritt in das physische Leben. Hierbei werden nach Meek, Monroe, Ingrisch, Roberts und den Annahmen einiger Rückführungstherapeuten nicht nur Individuen, sondern ganze Personengruppen im passenden zeitlichen Zusammenhang reinkarniert. Alle zusammen arbeiten an einer Serie von Herausforderungen. Zwischen den Beteiligten bestehen über Lebenszyklen und deren verhüllende körperliche Manifestationen wie männlich, weiblich, Kind, Eltern, Freund, Feind, Förderer, Abhängiger hinaus besondere Bindungen. Jemand, der in einem früheren Lebenszyklus in einer der hiesigen künstlichen Hierarchien unter uns stand, steht im aktuellen möglicherweise über uns.

Es gibt in der Abfolge der Lebenszyklen einen ständigen Ausgleich - niemals hat man es 'geschafft' und beispielsweise eine gehobene soziale Position für die restlichen Lebenszyklen gesichert. Denn in der Schule des physischen Lebens geht es nicht darum, sich eine besonders komfortable Lebensumgebung einzurichten, sondern um das Lernen, der Übernahme von Verantwortung für sein Streben und Handeln und um das Erweitern der Erkenntnisse - mal auf harten Bänken, mal auf weichen.3 Dies sei eine Besonderheit der menschlichen Erfahrung, ermöglicht durch die schwache biologische Konditionierung und die damit einhergehende erweiterte Willensfreiheit des Menschen im Vergleich zu anderen Lebensformen.

Man lernt über unzählige Reinkarnationen, bei allem Streben, Handeln und Denken mehr und mehr im Blickwinkel zu haben, wie man das Leid anderer Individuen gleich welcher Lebensform (vgl. Bd.6) reduzieren und deren Werterfüllung (sh. Ahg. 1) fördern kann. Das ist das schon erwähnte Mitgefühl im Sinne der buddhistischen Definition, auf dass ein jedes Lebewesen frei von allem Leid und dessen Ursachen sein möge. Es beinhaltet ein tiefes gönnendes Wohlwollen durch Erkennen der liebevollen Kooperation alles Seienden einschließlich der Insektenwelt, der Pflanzenwelt und der Natur als solche. Nur dieses Kollektiv als Ganzes ermöglicht im intakten Gleichgewicht die Dauerhaftigkeit des physischen Lebenssystems. [Lit 58]

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