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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band 3: Klassische Sterbeforschung


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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8374 9455 133)


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Kapitel 3.6.: Da bin ich - was nun? (Verlauf der Orientierungsphase)

Der ausgetretene Geistkörper der verstorbenen Identität wird zunächst von ihr noch als physisch wahrgenommen. Betroffene versuchen bisweilen, im physischen Leben Befindliche auf sich aufmerksam zu machen, jemanden anzustoßen, doch ihr immaterieller Körper geht durch Materie wie durch Wasser hindurch. Seine Erscheinung reflektiert ohne zeitlichen Verzug die Gedanken und Emotionen - denkt der Betroffene beispielsweise an seine Kindheit zurück, hat er die Gestalt des Kindes u.s.w.. Roberts (Seth) schreibt:

"Ihr könntet mit achtzig sterben und nach dem Tode an die Jugend und Vitalität zurückdenken, die ihr mit zwanzig hattet, und dann feststellen, dass eure Gestalt sich verwandelt, um diesem inneren Bild zu entsprechen. Die meisten Menschen wählen jedoch nach dem Tod eine reifere Gestalt. Für gewöhnlich entspricht diese dem Höhepunkt ihrer früheren physischen Vitalität, unabhängig davon, wann dieser erreicht wurde. Manche wählen aber auch die Gestalt, die einen geistigen oder emotionalen Höhepunkt spiegelt, ohne Rücksicht auf Schönheit oder Alter. Ihr werdet euch also in der Gestalt wohlfühlen, die ihr dann wählt, und werdet euch ihrer dann bedienen, wenn ihr euch mit andern verständigen wollt, die ihr von früher her kennt; während ihr bei Kommunikationen mit noch Lebenden die Gestalt bevorzugen würdet, in der euch die Person, zu der ihr Kontakt aufnehmen wollt, kannte." [Lit 175]

Nach der Fokussierung des Unterbewusstseins durch den Wachbewusstseinsanteil kann sich der Betroffene nun frei in Raum und Zeit bewegen. Er kann zum Beispiel nachschauen, was ihm gefühlsmäßig eng Verbundene Tausende Kilometer entfernt machen, was sie in Bezug auf seine Person sagen und denken. Und er kann natürlich den eigenen, die Lebensfunktionen einstellenden Körper sehen, diese Hülle, die als ähnlich zugehörig zu einem selbst empfunden wird, wie ein durch das langes Tragen vertrauter Mantel.

Im Falle einer besonderen Verbundenheit ist der Verstorbene für die ihm Nahestehenden über deren Bewusstseinssicht (vgl. Bd.2) gelegentlich sichtbar als stoffliches, leicht transparentes Wesen, das im oder durch den Raum schwebt. Diese Erscheinungen werden nicht selten von mehreren Personen gleichzeitig wahrgenommen und nachträglich beschrieben, so dass eine Halluzination ausgeschlossen werden kann. Seltener sprechen die Verstorbenen in gedanklicher Kommunikation zu oder mit den Lebenden. Diese Gedanken wie auch die Wahrnehmung der Erscheinungen werden durch die Unterbewusstseine der Lebenden erfasst. Hierfür ein exemplarisches Beispiel:

"Mrs. Gladys Watson, eine Britin, erwachte aus einem tiefen Schlaf, weil sie jemanden ihren Namen rufen hörte. Beim Erwachen sah sie ihren Großvater väterlicherseits, der ihr sagte: 'Hab' keine Angst. Ich bin's nur. Ich bin gerade gestorben.' Als sie ihren Ehemann weckte, weigerte er sich, es zu glauben und rief die Familie an, nur um zu erfahren, dass der Großvater einige Minuten zuvor unerwartet verstorben war." [Lit 18]

Interessant an dieser Schilderung ist auch der Aspekt, dass der Verstorbene augenscheinlich gelöst und ruhig gewesen ist - was jedoch nicht immer zutrifft. Die Erscheinung selbst ist stets stofflich, leicht transparent und in dem hier anzunehmenden höheren Grad spiritueller Erkenntnis (vgl. Bde. 6&8) zudem in einer Ausstrahlung wie in den besten Tagen: Gesund und frei von allen Leiden oder Behinderungen, wie beispielsweise Lähmungen oder Blindheit.

Bei geringerem Erkenntnisstand des Verstorbenen ist dieser jedoch oft mit der Situation überfordert, entsprechend verwirrt und unglücklich. All die im Übergang Befindlichen haben jedoch keinerlei Schwierigkeiten, nahestehende Personen zu finden, auch wenn sie sich auf einer Urlaubsreise im Ausland befinden [Lit 20]. Die gedankliche Kommunikation ist gelegentlich auch beidseitig.

Man lernt früher, später oder erst sehr viel später, dass dem ausgetretenen, nur Anfangs noch an der Austrittsposition in der Raumzeit befindlichen Bewusstsein, auf jede Frage eine unmittelbare Antwort in Form umfassender Erkenntnis (Def. Band 6) präsentiert wird. Man weiß die kompliziertesten Sachverhalte von einem Moment zum nächsten. Dabei entsteht oft eine Sucht nach Wissen. In der Folge erweitert sich das Bewusstsein durch bloße Anschauung und Verstehen des gesamten damit zusammenhängenden Sachverhalts kontinuierlich.

Fragen, die sich stellen, werden also durch unmittelbare eigene Anschauung und Verstehen beantwortet; es wird immer wieder betont, dass die Antwort einfach da ist. Interessierte sich beispielsweise jemand für das Leben der alten Römer, so kann der Betreffende die ihn interessierenden Dinge genau betrachten, indem er zur Beantwortung seiner Fragen nur auf einen Gedanken hin dort ist. Ganz offensichtlich wähnt man sich nach dem Übergang zunächst noch unverändert eingebunden in der vierdimensionalen Raumzeit des letzten Wahrscheinlichkeitssystems (vgl. Bd.zero) respektive Universums Doch lernen viele schnell, dass man sich in der Fokussierung des Unterbewusstseins auf der Schiene der reellen Zeitdimension (vgl. Bd.1) in beide Richtungen bewegen kann.

Das Wachbewusstsein agiert ohne Ermüdung nunmehr ständig in derjenigen Bewusstseinsenergie-Schicht (vgl. Bd.2), in welcher sich das Unterbewusstsein während des gesamten Lebenszyklus befand. Alleine über die Kraft der Gedanken ist ein Auf- und Absteigen in höhere oder niedrigere Bewusstseinsenergie-Ebenen oder eine Rückkehr zur Ausgangsebene möglich. Diese Bewegungen werden als Entfaltung des Bewusstseins nach oben und Verengung nach unten wahrgenommen und ängstigen manche Neuankömmlinge. So ist man nach dem Ablegen des physischen Körpers in dieser Situation des Übergangs gut beraten, dass Erforschen der erweiterten Möglichkeiten des Unterbewusstseins-Anteils wie Zeitreisen und das Einholen von Kenntnissen jeder Art auf später zu verschieben. Zum einen ist nicht klar, wie lange die möglicherweise empfangenden Nahestehenden warten. Zum anderen bleiben diese Fähigkeiten erhalten, gehen erst dann wieder verloren, wenn man in einen neuen Lebenszyklus eintritt.

Um es mit einer Analogie zu verdeutlichen: Betrachte diese Phase des Empfanges im Übergang als Aufenthalt in einer Hotellobby. Wenn du dich nicht zuerst von möglicherweise anwesenden Nahestehenden auf dein Zimmer führen lässt oder über das klare Licht der Wesenheit deines eigenen Selbst direkt in deine Suite gehst, dann bist du später auf dich gestellt. Um dein Zimmer zu finden, könntest du gezwungen sein, deine Wesenheit oder andere Aussendungen deines Selbst um Hilfe zu bitten. Denn es gibt keinerlei Erkenntnis darüber, wie lange Nahestehende oder geistige Helfer zu warten bereit sind, während du in der Hotellobby mit den Möglichkeiten des erweiterten Bewusstseins spielst. Allerdings kannst du dich mit deinem 'Empfangskomitee' - wenn es denn da ist - wie auch mit dem kommunikativen Licht deines ursprünglichen Selbst - der Wesenheit -, darüber abstimmen, welche Aktion du als nächstes ausführst, eine Zustimmung erfragen. Gerade die Nähe zum Licht bietet alle denkbaren Möglichkeiten der Abstimmung und Wissenserweiterung. Nur sollte man hierbei auf die Kommunikation konzentriert sein, um den Kontakt zu halten.

Gehe also auf dein Zimmer oder bei einem sehr hohen Grad spiritueller Erkenntnis in deine Suite und schaue dich dort erst einmal um. Lasse dich anweisen und führen. Lerne. Danach ist noch reichlich Zeit, sich um die im Physischen Zurückgelassenen zu kümmern. Selbst Anhaftungen sind hiernach kein Problem mehr, weil du bereits deine Flexibilität, deine Loslösung, deine Unabhängigkeit von irdischen Dingen bewiesen und hierdurch dein vorläufiges Ziel, deine neue Rolle gefunden hast. Diese Anhaftungen hindern dich nur am Beginn, dich von der physischen Welt der Erscheinungen (vgl. Bd.5) zu lösen und dein Zimmer zu finden. Denn selbst die helfenden Empfangenden müssen dich in Ruhe lassen, wenn du - beschäftigt mit dir oder mit ein kapselnden schönen oder angsteinflößenden Phantasien oder einem Dilemma - sie nicht beachtest, nicht auf sie hörst. Bei allem Wohlwollen kann nur denen geholfen werden, die hierfür offen sind.

Bleibt der Empfang aus und werden helle Lichtpunkte nicht wahrgenommen, dann ist man mit all seinen Anhaftungen und Ängsten dem noch unbeeinflussbar erscheinenden Pulsieren des Unterbewusstseins-Anteils ausgesetzt. Dessen Ausdehnungen und Kontraktionen sind für diesen ganz normale Bewegungen über die Welten auf der Skala der 5. Energiedimension. Sie werden nun allerdings unmittelbar durch Gedanken des Wachbewusstseins-Anteils initiiert. Bis dieser gelernt hat, seine Vorstellungen und Gedanken zu kontrollieren, erscheinen ihm diese Bewegungen als irre unbeeinflussbare Achterbahnfahrt.

Es kommt durch Fragestellungen im Aufstieg zu Wissenserweiterungen und damit zu Ausdehnungen, während derer der Betroffene fälschlich annimmt, sich in etwas Größerem aufzulösen. Tatsächlich erweitert sich seine unantastbare Identität bei gleichzeitiger Reduzierung von Anhaftungen an das letzte irdische Leben - doch dies löst nicht selten Erschrecken aus. In Folge klammert er sich wieder an seine Erinnerungen und Anhaftungen an Menschen, Dinge, verengende Glaubenssätze, Gewohnheiten oder Orte und verengt hierüber sein Bewusstsein auf ein für den Ängstlichen erträgliches Maß. Und rutscht dabei auf der Skala wieder herunter in einen schwächer pulsierenden Energiebereich. Ingrisch zitiert ihren verstorbenen Ehemann Gottfried von Einem:

"Stelle dir das Jenseits als raum- und zeitlosen Zustand vor, in dem auch du anfangs wie blind und taub herumirren wirst. Es ist eine Strapaze, sich daran zu gewöhnen [...] Der jenseitige Zustand scheint wenigstens zuerst auf das Alleinsein programmiert zu sein [...] Da ich Personen nicht als Personen erfahre, bin ich allein. Da ich sie aber als Qualitäten wahrnehme, bin ich es nicht [...] Ich dehne mich aus und ich ziehe mich auch zusammen. Je weiter ich mich ausdehne, umso mehr Zustände erfasse ich. Ziehe ich mich zusammen, entgleiten sie mir wieder. So einfach ist das [...] Du musst dich selbst aufräumen, und angenehm ist das nicht [...] Die einzigen Ereignisse sind meine Zustände, die sich fortwährend verändern. Das kann wundervoll sein oder auch nicht." [Lit 131 oder 142]

Alle Energien fließen, verbinden und trennen sich unablässig - ohne Unterschied, ob es die "innere vitale Energie des Universums" ist oder mit Lebewesen verbundene Energien [Lit 191]. Energieströme sind immer in Bewegung. Die Bewusstseinsenergie einer Identität vermengt sich beispielsweise - initiiert durch ein Interesse - in beteiligten Auren mit fremden Bewusstseinsenergien. Und trennt sich durch Desinteresse von fremden Bewusstseinsenergie-Anteilen. Dies geschieht unmerklich in jedem Moment über wechselnde Affinitäten. Fühlt man sich von irgendetwas oder irgendwem angezogen, bereichert man sein Selbst um Anteile des affizierten Objekts. Und verliert diese Anteile wieder, sobald das Interesse nachlässt.

Dies braucht uns in keiner Weise zu beunruhigen, weil es ein schon im physischen Leben alltäglicher Vorgang ist, ohne den Einfühlungsvermögen und ein In-Besitz-Nehmen von Menschen, Tieren und nur scheinbar unbelebten physischen Objekten nicht möglich wäre. So fühlen wir uns besser und bereichert, wenn wir verliebt sind. Wir durchdringen uns dabei gegenseitig mit wohlwollender Bewusstseinsenergie. Das tut nicht weh, verändert aber unsere Wahrnehmung. Und lässt uns dennoch als Identität fortbestehen. [Lit 131, 142]

Mit einer Ausdehnung unseres Bewusstseins über alles Bestehende nehmen wir uns notwendig immer weniger als denjenigen wahr, der wir im letzten physischen Leben gewesen sind. Da wir uns jedoch weiter personifiziert wahrnehmen, kann man sagen, dass eine umfassendere, somit gewandelte äußere Identität an die Stelle der alten tritt. Man wechselt die Rolle. [Lit 131, 142]

Soweit Ingrisch. Die Sterblichkeit ist nicht negativ, sie ist ein Segen, eine Rückkehr nach Hause von einer mal angenehmeren, mal unbequemeren Reise [Ingrisch]. Dies gilt unter der Prämisse, dass der Betroffene sein Ego knapp gehalten hat, anderen Lebewesen möglichst wenig schadete und sich leicht von dem Lebenszyklus trennt (vgl. S.120). In dem Fall freuen wir uns, am Ende der Orientierungsphase wieder zu Hause zu sein, die Koffer abstellen zu können und uns auszuruhen und zu reflektieren1 - bevor es wieder losgeht. Unser vergangenes Leben ist dann ein süßer, uns teurer Erfahrungsschatz, den wir hüten und in uns tragen. Aber nicht jeder ist so entspannt.

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