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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band 1: Physik an der Grenze zur Metaphysik


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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 9783735788801)


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Kapitel 7.3.: Eine allumfassende Theorie beinhaltet die imaginäre Zeit (Imaginäre Zeit und Lebensfäden)

Die Formulierung einer endgültigen allumfassenden Theorie wäre nun einfach, wenn wir entgegen der Unschärferelations-Theorie, nach der sich nicht zugleich Position und Geschwindigkeit eines Teilchens exakt messen lassen, dies doch tun könnten. In diesem Fall könnten wir nach dem französischen Mathematiker und Physiker Marquis de Laplace - dem Begründer des wissenschaftlichen Determinismus - mittels der bereits bekannten physikalischen Gesetze den Zustand des Universums zu jedem gegebenen Zeitpunkt in Vergangenheit und Zukunft vorhersagen. Doch da uns dieser Weg nun verschlossen ist und aufgrund der unvorstellbar großen Datenmenge ein praktisches Lösen einer solchen Gleichung selbst für nur zwei Teilchen nicht möglich wäre, benötigen wir eine Theorie, die alle derzeitigen funktionierenden Theorien zu einem Ganzen verbindet und erklärt. Sie ersparte uns zudem das lästige Rechnen.

Entgegen dem ersten Anschein wird diese allumfassende Theorie wahrscheinlich wenig komplex sein. Mit ihrer Hilfe würden wir berechnen können, wie sich das Universum entwickeln wird und wir werden wissen - und nicht nur annehmen -, wie die Geschichten angefangen haben. Wenn nun eine solche allumfassende Theorie existiert - selbst wenn sie möglicherweise niemals von uns Menschen gefunden werden wird - bedeutet dies, dass die Zukunft eines Universums feststeht, determiniert ist, schon immer feststand, von Anbeginn der reellen Zeit (Fn. S.22) an. Wenn jedoch alles von vornherein bekannt und berechenbar ist, gibt es darin keine Zufälle und außerhalb der durch die Unschärferelation zulässigen Streuung des Verhaltens keine freien Entscheidungen des Willens. Der lenkende Geist wählte dann zwischen einer theoretisch zwar unvorstellbar großen, praktisch jedoch begrenzten Anzahl von Verzweigungen, abgehend von unserer jeweiligen Position in Zeit und Raum des Universums.

Die völlige Freiheit der Wahl nun und damit alle weiteren, wählbaren Verzweigungen, befänden sich auf der imaginären Zeitschiene, die rechtwinklig in alle Richtungen von unserer Position auf der bewusst wahrgenommenen, reellen Zeitschiene dieses Universums abgeht. Auf der Dimension der reellen Zeit ist beispielsweise die Zukunft vor uns und das Vergangene hinter uns - die Verzweigungen der imaginären Zeit verlaufen hiervon rechtwinklig abgehend in alle Richtungen, nicht nur nach links und rechts.

Einmal vorausgesetzt, es bestätigt sich, dass es eine allumfassende Theorie gibt und damit die gesamte Geschichte innerhalb eines gegebenen Universums determiniert ist, so müsste die Dimension der imaginären Zeit notwendig unzählige Universen umfassen. Über den hierfür notwendigen Grad der Vernetzung der subatomaren Energieströme dieser annehmlich ineinander verschachtelten Paralleluniversen können wir derzeit keine Aussage machen. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass diese verbindenden Energieströme - möglicherweise in Form unzähliger sehr kleiner und großer schwarzer und weißer Löcher - existieren.

Im Band 4 werden wir erkennen, dass einige Verzweigungen auf der imaginären Zeitschiene fast übergangslos in Paralleluniversen führen, welche jeweils über eine variierte Vergangenheit und Zukunft verfügen. Denn in einem jeden Universum ist nur eine begrenzte Anzahl ähnlich verlaufender Geschichten realisierbar - auch hierin durch unterschiedliche Frequenzbereiche voneinander getrennt. Werden Abweichungen zu groß, bedarf es eines separaten Realitätssystems.

Für alternative Verläufe braucht es also Paralleluniversen, welche notwendig über eine variierte 'frühere' und 'künftige' Geschichte verfügen. In dem einen Paralleluniversum möge unser dominierendes Ich beispielsweise eine kurze Lebenszeit gewählt haben, in dem anderen ein langes Leben. In dem einen wählte es die Erfahrung einer Beziehung mit Elternschaft, in dem anderen blieb es lebenslang ein kinderloser Single und konzentrierte sich auf den Beruf. Ob das jeweilige Ich den einen oder anderen Verlauf akzeptiert, hängt von seinen individuellen Glaubenssätzen und seinem Streben ab. Jedes Streben von Anteilen unseres Selbst findet auf diese Weise Ausdruck.

Doch dies ist nur ein Denkmodell der Metaphysik. Bei der Überlegung des Akzeptierens oder Verwerfens sollten wir bedenken, dass zum Beispiel die Dimensionen und auch Dobbs imaginäre Zeitschiene nur mathematische Krücken für eine von den Physikern gesuchte, durch und durch mathematische Theorie der eigentlichen Zusammenhänge sind.

So bemerkte der britische Mathematiker und Philosoph Russell, dass ein Atom lediglich aus den Strahlungen bestehe, die es abgibt. Es wäre nutzlos, zu argumentieren, dass Strahlungen nicht aus dem Nichts entstehen können. Die Vorstellung, dass das Elektron oder das Proton ein harter kleiner Klumpen ist, ist nach Russell ein nicht legitimer Einbruch von Begriffen des gesunden Menschenverstands, die vom Tastsinn abgeleitet sind. Materie ist nach seiner Auffassung eine bequeme Formel zur Beschreibung dessen, was nicht geschieht. Er merkt an:

"Nicht, weil wir so viel über die physikalische Welt wissen, ist die Physik mathematisch, sondern weil wir so wenig wissen: Nur die mathematischen Eigenschaften der physikalischen Welt können wir erkennen." [Lit 56].

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