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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band 1: Physik an der Grenze zur Metaphysik


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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 9783735788801)


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Kapitel 7.2.: Ooops, ein paar quantentheoretische Grundlagen (Imaginäre Zeit und Lebensfäden)

Die theoretischen Physiker bauen heute auf das Paulische Ausschließungsprinzip des schweizerisch-amerikanischen Physikers und Nobelpreisträgers Pauli. Es besagt, dass nur ein einziges Elektron eine Umlaufbahn innerhalb eines Atoms zu einem gegebenen Zeitpunkt besetzen kann. Oder genauer: Dass in einem neutralen Atom nicht zwei Elektronen denselben Satz an Quantenzahlen haben können [Lit 53].

Dieses Ausschließungsprinzip ist eine rein mathematische Konstruktion, für die hinsichtlich der physikalischen Kausalprinzipien keinerlei Rechtfertigung aufgezeigt werden konnte außer der Tatsache, dass ohne dieses Prinzip die Quantentheorie keinen Sinn ergibt. Es ist für die meisten Strukturierungsprozesse in der Natur verantwortlich und ruft die Wechselwirkungskräfte hervor, die Atome zu Moleküle verbinden und Moleküle zu Kristallen. Es bewirkt, dass Eisen magnetisiert werden kann und dass sich Materie nicht beliebig klein zusammenpressen lässt. Die Undurchdringlichkeit der Materie, ihre Stabilität, kann also hierauf zurückgeführt werden. Nur enthält dieses Prinzip keinerlei dynamische Aspekte. Es wirkt zwar wie eine Kraft, ist aber keine Kraft.

Innerhalb eines Neutronensterns, in dem diese strukturerhaltenden Bindungen der Atome durch extrem große Temperaturen aufgehoben wurden, fallen folglich die dem Atom sonst eigenen, relativ großen Zwischenräume weg. So bleibt von einem durchschnittlichen Sternen-Kern nach einem diesen Prozess einleitenden Supernova-Ausbruch nur die Masse einer Kugel von etwa 10 Kilometer Durchmesser. Allerdings mit einer Millionenmal dichteren Masse als derjenigen eines weißen Zwerges und dadurch einer sehr starken Raumzeit-Verbiegung entsprechend einem sehr schnellen Zeitfluss, was auch als Gravitation bezeichnet wird.

Der britische Astrophysiker Eddington formulierte das Gleichnis von den zwei Schreibtischen: Der eine ist das alte Möbelstück, auf dem die Hand beim Schreiben aufliegt; der andere ist der Tisch, wie ihn der Physiker sieht und der fast gänzlich aus leerem Raum besteht, aus schierem Nichts, welches von unvorstellbar kleinen Teilchen durchsetzt ist, von Elektronen, die um ihre Kerne wirbeln. Diese sind untereinander jedoch durch Entfernungen getrennt, die hunderttausendmal größer sind als ihr eigenes Volumen. Und dazwischen ist nichts. Von diesen wenigen Elektronen abgesehen ist das Innere des Atoms leer. In der Welt der Physik betrachten wir das Leben also in einem Schattenspiel: Das Schattenbild meiner Hand ruht auf einem schattenhaften Tisch. Und meine Schattentinte fließt über das schattenhafte Papier.

Aber auch die Metaphysik betrachtet diesen Grenzbereich zwischen festen Formen und Energieströmen. Würden wir in der Lage sein, im Wachzustand unseren Blick umzulenken und unser Wohnzimmer aus der höheren Bewusstseinssicht (vgl. Bd. 2) heraus zu betrachten, dann könnten wir nach Roberts "den gewaltigen, anhaltenden Tanz der Moleküle und Teilchen beobachten, aus denen die verschiedenen Gegenstände zusammengesetzt sind". Man könnte "das phosphoreszierende Leuchten der elektromagnetischen Struktur sehen, aus der die Moleküle sich aufbauen". Und jede Betrachtungsweise stelle eine legitime Realität dar.

Eddingtons alter Schreibtisch wäre nur eine physisch manifestierte Realität von diversen, ineinander verschachtelten, aus unserer Position in Richtung geistige Welten geschaut zunehmend energiereicheren, aber weniger physischen, weniger 'dicht' erscheinenden Realitäten genau dieses Tisches. Sie unterscheiden sich primär in ihrer Schwingungsfrequenz und damit in der Stärke ihrer jeweiligen Energiekonzentration. In all diesen Realitäten sind hiernach dieselben Atome und Moleküle die Basis, jedoch in unterschiedlich erscheinender Dichte und unterschiedlich schnell pulsierend.

Wir nehmen nach Auffassung der Metaphysik diejenige Version des Schreibtisches wahr, die unser Selbst aufgrund seiner mentalen Verfassung momentan fokussiert. Träumen wir beispielsweise von dem Schreibtisch, dann ist es derselbe in einer anderen, vollgültige Realität als diejenige des Wachzustands. Das Wahrgenommene - oder genauer das von uns über die zugrunde liegenden Energieströme projizierte Vorstellungsbild - ist im Traum und sonstigen geistigen Vorstellungsbildern energiereicher, weil schneller pulsierend. Einigen Quellen zufolge sei die Dichte der Atome und Moleküle geringer, was jedoch der ansonsten schlüssigen Hypothese widerspricht, dass ein Körper oder Gegenstand in all diesen Realitäten von denselben Atomen und Molekülen gebildet wird.

Doch gibt es nach Annahme der Metaphysik auch räumlich an gleicher Stelle liegende, nur durch abweichende Frequenzbereiche getrennte physische Variationen unseres vertrauten Lebensraumes. Diese unterscheiden sich ebenfalls in ihrer energetischen Intensität und möglicherweise in der Dichte der Atome und Moleküle. In welchem Frequenzbereich und in welcher Energiedichte wir uns nun bewegen, hängt von unserer mentalen Verfassung ab - je schneller das projizierende Bewusstsein pulsiert, desto energiereicher ist es selbst und auch seine Projektion. Und desto mehr Informationen zieht es aus der energetischen Grundlage des Projizierten.

Hiernach bewegt sich unser Selbst wie auch alles Seiende schon im Alltagsgeschehen gleitend durch all diese ineinander verschachtelten Realitäten hindurch - zum einen über die unterschiedlichen 'vertikalen' Intensitäten einer Realität, zum anderen über 'horizontal' angeordnete, parallele Realitätsvarianten, ohne je eine Störung in der Kontinuität der 'Wahrnehmung', richtiger des Projizierten, zu bemerken. [Lit 175]

Doch zurück zum Blickwinkel der Physiker. Nach Pauli spielen nun akausale, nicht physikalische Faktoren in der Natur eine wesentliche Rolle. Die im vierten Band erläuterten parapsychologischen Phänomene einschließlich der augenfälligen Koinzidenzen1 sind nach seiner Auffassung sichtbare Spuren dieser nicht aufzuspürenden, akausalen Prinzipien im Universum. Seine gemeinsam mit dem Psychologen C.G. Jung entworfene Theorie der Synchronizität2 stellt eine deutliche Absage an die mechanistisch-wissenschaftliche Weltanschauung dar.

Nach dem französischen Physiker Broglie - ebenfalls Nobelpreisträger - ist das Elektron gleichzeitig Korpuskel und Welle. Diese winzigen Teilchen, die man für die letzten und kleinsten Bestandteile hielt, verhalten sich also mal als Teilchen und mal als Prozess analog den Schwingungen von Saiteninstrumenten. Broglie, ein Liebhaber von Kammermusik, postulierte als erster Wissenschaftler diese Annahme, um die Schwierigkeiten zu überwinden, welche das rudimentäre Atommodell des dänischen Physikers und Nobelpreisträgers Bohr mit sich brachte. Denn die Bestandteile der Materie verhalten sich einerseits wie materielose Wellen, andererseits jedoch unter bestimmten Umständen wie massive Teilchen.

Gell-Mann, ebenfalls Physiker und Nobelpreisträger, hat eine Theorie der Elementarteilchen vorgeschlagen, die er, bezugnehmend auf Buddha, den 'achtfachen Weg' nannte, und die es ihm ermöglichte, die Entdeckung eines weiteren, bislang unbekannten Teilchens vorherzusagen - das Omega-Minus. Er wies vorausschauend darauf hin, dass die Elementarteilchen eventuell nicht elementar sind, sondern aus noch elementareren Einheiten, von ihm mit Quarks bezeichnet, bestehen könnten.

Noch während Eddington seine Zeilen über seinen Schattentisch schrieb, wurde also dieser Tisch weiter zerlegt. Dieses Mal nicht in eine Atomstruktur mit ihren großen leeren Zwischenräumen, sondern in noch kleinere Einheiten mit einem weiteren, damit einhergehenden Strukturverlust: nämlich in Schwingungen [Lit 42]. Diesen für die moderne Physik fundamental bedeutsamen Dualismus - Broglies Feststellung, dass das Elektron gleichzeitig Korpuskel3 und Welle ist - nannte Bohr das Komplementaritätsprinzip. Diese Komplementarität wurde zur Grundlage für die 'Kopenhagener Schule' - das ist die von ihm begründete dominierende Richtung der theoretischen Physik.

Atome sind auch nach dem deutschen Physiker und Nobelpreisträger Heisenberg [Lit 48] keine Dinge - jedenfalls keine Dinge im Sinne der früheren Physik, die man ohne Vorbehalte mit Begriffen wie Ort, Geschwindigkeit, Energie und Ausdehnung beschreiben könnte. Nach seiner Auffassung gibt es, wenn man bis zu den Atomen hinabsteigt, keine objektive Welt in Raum und Zeit. Die mathematischen Symbole der theoretischen Physik würden nur das Mögliche, aber nicht das Faktische abbilden. Dem kausalen Determinismus in der Physik und damit auch in der Philosophie bereitete Heisenberg durch die von ihm formulierte Unbestimmtheitsrelation - auch Unschärferelation genannt - ein Ende.

Schon der Versuch, ein Bild der Elementarteilchen zu entwerfen und über sie in anschaulichen Begriffen zu denken, bedeutet nach seiner Auffassung, sie vollkommen falsch zu interpretieren. Der neu geprägte Begriff der Komplementarität sollte eine Situation beschreiben, in der wir ein und dasselbe Geschehen mit zwei verschiedenen Betrachtungsweisen erfassen können. Diese beiden Betrachtungsweisen schließen sich zwar gegenseitig aus, aber sie ergänzen sich auch, und erst durch das Nebeneinander der beiden sich widersprechenden Betrachtungsweisen wird der anschauliche Gehalt des Phänomens voll ausgeschöpft. Was die Kopenhagener Schule Komplementarität nennt, stimmt übrigens nach Koestler recht hübsch mit dem kartesianischen Dualismus von Geist und Materie nach Descartes überein.

Bestimmte Quantenphänomene weisen nach dem britischen Quantenphysiker David Bohm darauf hin, dass unter dem Einfluss eines Störungspotentials das System dazu neigt, Übergänge in alle Richtungen gleichzeitig vorzunehmen [Lit 36]. Er widersprach damit der klassischen Lehrmeinung, dass sich ein System nur entlang einer festgelegten Bahn fortbewegt. Auch dann, wenn ein beliebiger physikalischer Vorgang beginnt, sendet er 'Fühler' in alle Richtungen aus. Fühler, in denen die Zeit umgekehrt sein kann, vertraute Gesetze verletzt werden und unerwartete Dinge geschehen können.

Jedoch können nach seiner Auffassung nur bestimmte Übergangsarten in dieselbe Richtung dauerhaft voranschreiten, nämlich jene, die er reale Transformationen nennt. Sie stehen im Gegensatz zu den virtuellen Transformationen, die gegen das Prinzip der Erhaltung der Energie verstoßen und somit umkehren müssen, bevor sie zu weit geraten sind. Virtuelle Übergänge sind oft von größter Bedeutung, denn eine große Anzahl physikalischer Vorgänge resultiert aus diesen virtuellen Übergängen und impliziert hierdurch eine reale Wirkung.

Auch der US-amerikanische Physiker Henry Margenau [Lit 51] vertrat diese Auffassung. Er hielt es für notwendig, die Existenz solcher virtuellen Vorgänge herbeizuführen, auch wenn sie nur von extrem kurzer Dauer sind.

Eine sehr kurze Zeit lang kann also jeder physikalische Vorgang in einer Weise ablaufen, die den heute bekannten Naturgesetzen widerspricht und sich dabei stets hinter dem Mantel der Unschärferelation verstecken. Diese virtuellen Vorgänge sterben dann in unserem Realitätssystem aus. Nach einer gewissen Zeit beruhigt sich die Materie wieder. Ein Kunstgriff der Physiker, um aus diesen Vorgängen Präkognition (Fn. S.20 vgl. Bd. 4), also Vorhersehung von Ereignissen zu erklären, besteht in der Annahme einer mehrdimensionalen Zeit - mit der zusätzlichen Dimension der imaginären Zeit.

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