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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN
Band 1: Physik an der Grenze zur Metaphysik
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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 9783735788801)


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Kapitel 4: Das erste Auftreten von Materie und der Zeit

Nach dem deutschen Physiker Dr. Harald Fritzsch geht die Wissenschaft davon aus, dass die Bildung von Materie in etwa wie nachfolgend beschrieben vonstatten ging. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse gelten dabei als gesichert bis etwa eine Milliardstel Sekunde nach dem Urknall, dem Bereich von 10 hoch -8 bis 10 hoch -9 Sekunden. Es bedarf der in diesem Zeitfenster herrschenden enormen Energiedichte von etwa 100 GeV1, um Masse zu erzeugen - nicht nur im Urknall, sondern auch im Experiment im Teilchenbeschleuniger. Die Naturgesetze sind dabei nicht an die Masse gebunden, sondern schon vom Vakuum vorgegeben. So ist die Gravitation bereits eine Eigenschaft des Vakuums, obwohl dieses noch keine Masse beinhaltet.

Ursprünglich, ganz am Anfang, war das Universum kalt mit einer hohen Vakuum-Energiedichte. Die anfängliche Inflation, also eine Ausdehnung in diesem Stadium durch spontane Quantenfluktuation eines sogenannten Feldes im unendlichen Gesamtsystem, wurde etwa 10 hoch -32 Sekunden nach dem Urknall gestoppt. Allerdings ist unklar, wann Raum und Zeit genau auftreten. Das Auftreten von Zeit setzt nach Fritzsch [Lit 27] Masse voraus und kann daher erstmalig mit dem nachfolgend beschriebenen Zusammenbruch der Symmetrie, bei dem die Masse des Universums entstand, in Verbindung gebracht werden.

Das passt sehr gut zu Ingrischs Annahme aus der Metaphysik, dass die Zeit mit dem Urknall nicht einfach da war. Sie wäre nach ihrer Auffassung das Abfallprodukt der Bewegung der Materie, also der von Physikern vermuteten Expansion unseres Universums, welche wir als Zeitfluss wahrnehmen [Lit 122]. Mit Sicherheit lässt sich feststellen, dass der Formulierung einer vereinheitlichenden universalen allumfassenden Theorie das Verstehen der Natur der Zeit vorausgehen muss. Die Festlegung, die Zeit als eine vierte Raumrichtung einzuordnen, geht hierfür nicht weit genug.

Eine Marke für das erste Auftreten von Zeit könnte - ohne diesen Annahmen zu widersprechen - die Planksche Elementarzeit sein, die auf 10 hoch -43 Sekunden nach dem Urknall fixiert ist. Alles davor wäre möglicherweise nicht der Raumzeit dieses Universums zuzuordnen, sondern dem dieses Universum gebärende übergeordnete System.

Das System der Universen könnte einem unendlich großen Topf kochenden Wassers ähneln, in dem sich ständig Blasen - das sind die Universen - bilden und wieder auflösen. Die anfängliche Inflation durch spontane Quantenfluktuation war ein labiler Zustand, resultierte aus den hohen Energien zu Beginn des Prozesses. Die Naturgesetze des daraus entstandenen Universums lassen dieses nun jedoch in Richtung niedrigerer Energien entwickeln. Und zwar ab dem Zustand der gebrochenen Symmetrie um etwa 10 hoch -35 Sekunden nach dem Urknall, in dem die spontane Quantenfluktuation aufhörte.

Beim Bruch einer Symmetrie wird - analog zum Gefrieren von Wasser, welches auch der Bruch einer Symmetrie ist - Wärme freigesetzt. Dies ließe sich so erläutern: Bei diesen anfänglich hohen Energien ist der Unterschied zwischen den Materieteilchen Quarks, Elektronen und deren Antiteilchen nicht vorhanden. Sie sind verschiedene Manifestationen ein und desselben Grundbausteins der Materie. So könnten diese Materieteilchen in diesem energiereichen Umfeld aus einem Zustand der noch nicht getrennten, also der noch vereinheitlichten fundamentalen Grundkraft, entstanden sein. Und zwar in der Summe mit genau der Energiemenge dieser Grundkraft, welche sich nach dem Symmetriebruch in Gestalt hocherhitzter Gase - bestehend aus Elementarteilchen wie Leptonen, Quarks, Photonen, Gluonen, W- und Z-Teilchen - manifestiert. Dies wäre der Übergang von einem Vakuum zum anderen, welcher die nötige Energie liefert, die man ansonsten als Gott gegeben voraussetzen musste.

Das Proton erhält dabei seine Masse nur aus einer Wechselwirkung der nach heutiger Kenntnis masselosen Teilchen Quarks und Gluonen. Also rein dynamisch aus der sogenannten Feldenergie, die eigentlich besser Bewegungsenergie heißen müsste. Auch nach Fritzsch wird den erwähnten W-und Z-Teilchen Masse durch eine Wechselwirkung in einem angenommenen Higgs-Feld gegeben. Masse ist somit das Ergebnis der durch die herrschenden Kräfte begrenzten Bewegungen der beiden Teilchenarten im kleinen Raum des Protons.

Die Massen der Atomkerne sind also ein Produkt der Feldenergien von Quarks und Gluonen. Dies ist genau der Übergang von den Energieströmen der alles umfassenden Psyche zur subatomaren Ebene der physischen Welt der Erscheinungen2. So sagte der deutsche Physiker Prof. Max Planck, der Begründer der Quantenphysik, anlässlich eines Vortrags im Gelehrtenkongress in Florenz 1930, dass es keine Materie an sich gibt, sondern "alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Atoms zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente noch eine ewige Kraft gibt, müssen wir hinter dieser Kraft einen bewussten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre und Wirkliche, sondern der unsichtbare Geist."

Hierzu passt das folgende Gedicht von Herman Löns:

Es gibt nichts Totes auf der Welt,
hat jedes seinen Verstand,
es lebt das kahle Felsenriff,
es lebt der dürre Sand.

Die Metaphysik sieht Materie ähnlich als "Schwingung des Bewusstseins" [Lit 142] und schreibt die Gesetzmäßigkeiten der Quantenphysik und ihren Elementarteilchen einem Energiesystem zu, das nicht aus unserem physischen Universums resultiert [Lit 134].

In der Metaphysik stellt sich, auf den Menschen bezogen, die Schnittstelle vom Geist zur Materie folgendermaßen dar: Der vorwiegend in sich kreisende Energiestrom eines aus Wach- und Unterbewusstsein bestehenden persönlichen Selbst durchdringt den subatomaren Energiestrom der Zellbewusstseine des physischen Körpers. Es ist dieser physische Körper, welcher die Energien alles Seienden im Lichte der Glaubenssätze und Absichten des Wachbewusstseins individuell interpretiert und hieraus erst eine physische Darstellung projiziert. Unsere äußeren Sinne 'sehen' im Grunde nur Energieströme, aber 'zeigen' uns eine durch uns individuell interpretierte, gleichsam virtuelle Realität. Eben eine Erscheinungswelt, wie Schopenhauer sagt, die von All-das-was-ist über die Wesenheiten kontinuierlich mit Energie versorgt wird, so dass es nicht nur den einen initialen Anstoß des Urknalls gab.

Doch zurück zu den Annahmen der Physik. Jeder Prozess in der Natur ist im Prinzip auch umkehrbar. Das heißt, dass in der Zukunft unseres Universums eine Vereinheitlichung der fundamentalen Kräfte erst wieder bei derart hohen Energien einsetzten würde, wie sie schon zu Beginn unseres Universums herrschten. Die Massen der Teilchen, also die Materie, wie wir sie heute sehen, ist in der Anfangsphase des Urknalls aus einem homogenen Gasgemisch durch einen Zusammenbruch von dessen Symmetrie unter Energiefreisetzung gebildet worden. Materie ist somit nur eine besondere Form der Energie.

Die in diesem Prozess freigesetzten Energien waren es auch, welche die weiteren Veränderungen noch im Verlaufe des Urknalls ermöglichten bis hin zur von Physikern vermuteten, demnach noch heute wirkenden Expansion des Universums durch Quantenfluktuation. Diese Expansion vergrößert die Entfernungen aller Galaxien voneinander um einen Bruchteil von 10 hoch-10, das entspricht etwa 0,1 Millimeter pro Jahr auf der 1.000 Kilometer-Distanz London/Berlin. Die Endpunkte beliebiger Strecken entfernen sich also mit dieser Geschwindigkeit voneinander.

Wie das ebenfalls durch Brechung der Symmetrie entstandene Eiskristall hat nun auch die ebenso entstandene Materie bevorzugte Raumrichtungen. Die zunächst sehr einfach strukturierten, leichten Atome gingen im Laufe der Zeit durch erneute extreme Temperatureinwirkungen - z.B. bei Stern-Explosionen - weitere Verbindungen zu immer komplexeren Strukturen ein. So entstanden die schweren Atome. Inzwischen kommen jedoch keine neuen Atome mehr hinzu. Im Gegenteil - die vorhandenen zerfallen nach und nach in einem kontinuierlichen Prozess mit etwa 1/2 bis 1 Atom pro Körper und Menschenleben.

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