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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band zero: Die Kraft des Bewusstseins - Wie wir in jedem Moment unsere Realität bilden


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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 2830 378)


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Kapitel 7.5.: Ich-Wechsel (Wahrscheinlichkeitslinien)

Und auch das Ich wechselt hierbei. Wir sind heute nicht mehr das Ich mit seinem Eigenschaften und Glaubenssätzen, das wir vor zehn Jahren waren. Bemühen wir uns beispielsweise um neue Eigenschaften, um mit ihnen eine gänzlich neue Problemstellung in unserem Leben zu händeln, dann zieht unser Streben aus dem Fundus unserer höheren Wesenheit ein Ich mit entsprechenden Erfahrungen an. Das aktuelle Ich tritt dann in den Hintergrund und lässt das andere machen, bleibt aber gleichsam in Rufweite.

Der Spieler in uns jongliert auf diese Weise mit den Erfahrungen aus dem Fundus seiner Wesenheit. Das 'neue' ich fügt sich dann fast nahtlos in Erinnerungsdaten und Lebenssituation ein.

Roberts beschreibt diese markanten Ich-Wechsel aus einem übergeordneten Blickwinkel heraus mit einer Analogie: Wir Wachbewusstseine nähmen nur den filigranen Draht unserer augenblicklichen physischen Erfahrung wahr; nur die fokussierte Wahrscheinlichkeitslinie, auf der wir uns in der Zeit fortbewegen. Es existiert jedoch ein komplexes Netzwerk aus parallelen Drähten - nur alleine schon von unserer Identität in unzähligen Variationen. Unser Selbst springt von einem Draht auf den anderen, wenn der neue zu veränderten Glaubenssätzen und/oder benötigten Ich-Fähigkeiten besser als der vorherige passt. [Lit 185]

Doch nicht nur unser Ich, sondern auch die Ereignisse, die wir durch variierte Geisteshaltungen anziehen, sind variiert oder gänzlich neu. In unserer Erfahrung gehen die Drähte scheinbar nahtlos ineinander über. Tatsächlich verarbeitet unser Bewusstsein nach jedem Übergang die variierte Vergangenheit und Zukunft in einer Art Schnelldurchlauf, indem es diese erneut durchlebt. [Lit 185]

Dieses Aus- und Einflechten in passende benachbarte Wahrscheinlichkeitssysteme bei markanten Haltungsänderungen geschieht also öfter im Leben und fließend. Ohne Wechsel des Realitätssystems verlaufen dagegen diejenigen zahlreichen Alternativen an jedem Gegenwartspunkt, welche das Umfeld nicht wesentlich verändern.

Ein Beispiel: Haben wir eine aggressive Ablehnung von Bevölkerungsgruppen oder anderen Nationen abgelegt und stehen ihnen - die Kooperation alles Seienden und ihr Streben nach Werterfüllung erkennend - ernsthaft respektvoll und wohlwollend gegenüber, ändert sich schlagartig unsere gesamte Erfahrungswelt. Wir ziehen unverändert Ereignisse an, die unsere Einstellung bestätigen. Da sich aber unsere Einstellung geändert hat, ziehen wir nunmehr andere Ereignisse an, die unsere veränderte Einstellung bestätigen.

Wenn sich diese veränderten Erfahrungen nicht mehr Kontext des bisherigen Realitätssystems verwirklichen lassen, dann ist dieser Glaubenssatzwechsel mit einem Wechsel in ein passenderes Wahrscheinlichkeitssystem verbunden, mit veränderter Zukunft und Vergangenheit. Roberts schreibt:

"Das Individuum [A.d.V.: wie auch alle Spezien und alles Seiende] hält sich schwebend im Umfeld von Wahrscheinlichkeitsfokussen auf und ficht sich ständig in alternative Realitäten hinein und wieder heraus. Das Foto einer Person stellt eine erlebte, wahrscheinliche Identität dar, die in einer anerkannten Zeitsequenz fokussiert ist [...] die Realität, die zur Zeit, als das Photo aufgenommen wurde, offiziell akzeptiert war [...] Alle wahrscheinlichen Selbst sind miteinander verbunden. Sie beeinflussen sich gegenseitig. Es existiert eine natürliche Wechselwirkung, aber kein Zwang. Jedes wahrscheinliche Selbst besitzt seinen eigenen freien Willen und seine Einzigartigkeit." [Lit 190]

Lücken und Widersprüche in der Geschichte der Spezies sind Indizien für die aus diversen Wahrscheinlichkeitssystemen nach subjektiven Auswahlkriterien zusammengeschusterte, offiziell akzeptierte Geschichte.

Nach Roberts ist jede Sphäre (vgl. S.95) als kollektive Einheit alles darin Seienden auf seinen eigenen Satz 'Blaupausen' beschränkt. Diese sind vergleichbar mit Arbeitsplänen für jede Spezies und jedes Individuum, die präzise seine Freiheiten und Grenzen definieren [Lit 191].

Diese Blaupausen bestehen einerseits im Geistigen unabhängig vom Individuum, sind aber andererseits doch in seine Gene eingewoben. Gene sind lebendige Informationsträger. Die Blaupausen seien in Grenzen veränderlich, da Vorgänge im System unvermeidbar auch das Gesamtbild beeinflussen und erweitern. Zu ihren Ursprüngen sagt Roberts:

"Der Mensch, der aufgrund der Natur seiner Psyche Teil dieser inneren Welt ist, hat ganz automatisch seine Hand bei der Erschaffung jener Blaupausen im Spiel, die er dann auf einer anderen Ebene als Richtlinien verwendet." [Lit 190]

Sämtliche anderen Spezien aller Zeiten dieser Sphäre sind natürlich ebenso beteiligt, und alle sind sie im tatsächlichen Sinne göttlich, weil sie das Konstrukt des physischen Lebenssystems gleichberechtigt mitentwickelten und zu Lebzeiten in jedem Moment schöpferisch erschaffen.

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