7 Besucher aktiv
von 1.227.284
seit 1999

Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band zero: Die Kraft des Bewusstseins - Wie wir in jedem Moment unsere Realität bilden


(Link zum Verlags-Shop)
Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 2830 378)


Ein Kapitel zurück | Inhaltsverzeichnis | Zum nächsten Kapitel

Kapitel 5.1.: Projizierende Sinnesorgane (Sinnesorgane)

Schon Schopenhauer stellte fest, dass wir es uns als möglich denken können, "dass auf analoge Weise, wie jeder der heimliche Theaterdirektor seiner Träume ist, so auch jenes Schicksal, welches unseren Lebenslauf beherrscht, irgendwie zuletzt von jenem Willen ausgehe, der unser eigener ist, welcher jedoch hier, wo er als Schicksal aufträte, von einer Region aus wirkte, die weit über unser vorstellendes individuelles Bewusstsein hinausliegt, während hingegen dieses die Motive liefert, die unsern empirisch erkennbaren individuellen Willen leiten, der daher oft auf das heftigste zu kämpfen hat mit jenem unserm als Schicksal sich darstellenden Willen, unserem leitenden Genius, unserm Geist, der außerhalb uns wohnt und seinen Stuhl in die oberen Sterne setzt [...]" [Lit 100]

Nach Schopenhauers Auffassung sind wir selbst der Theaterdirektor unserer Träume und unseres Lebens. Jedoch sieht er diese Rolle in einer höheren Instanz unseres Selbst - dem leitenden Genius. Dieser ist nach unserer Begrifflichkeit die uns in eine Abfolge physischer Leben aussendende und darin unterstützende Wesenheit.

Auch nach Roberts (Seth) ist es der starke meditative oder emotionale Wille des Wachbewusstseins, welcher schöpferisch seine Zukunft gestaltet. Die nachfolgenden Aussagen finden sich zudem partiell auch bei anderen Autoren wie Ingrisch und Monroe. Weil Roberts jedoch am präzisesten formuliert, gebe ich in diesem Kapitel ihre Darstellung wieder. Bezogen auf eine individuelle physische Realität schreibt sie:

"Da das Bewusstsein die Materie formt und nicht umgekehrt, existiert der Gedanke vor dem Gehirn und nach ihm. Das Kind kann logisch zusammenhängend denken, bevor es die Sprache zu erlernen beginnt [...] Schöpfung und Wahrnehmung sind viel enger miteinander verquickt, als eure Wissenschaftler vermuten. Es ist tatsächlich so, dass eure physischen Sinne die [A.d.V.: physische] Realität erschaffen, die sie wahrnehmen.

Ein Baum ist etwas ganz anderes als eine Mikrobe, ein Vogel, ein Insekt oder ein Mensch, der unter ihm steht. Ich will damit nicht sagen, dass der Baum nur anders zu sein scheint. Er ist anders. Ihr nehmt seine Realität vermittels einer Reihe hochspezialisierter Sinnesorgane wahr. Das bedeutet nicht, dass seine Realität in dieser Gestalt auf eine fundamentalere Weise existierte, als in der Gestalt, in der die Mikrobe, das Insekt oder der Vogel ihn wahrnimmt. Ihr könnt die völlig gültige Realität jenes Baumes in keinem anderen als eurem eigenen Kontext erfahren. Dies gilt für alles, was in dem euch bekannten physischen System existiert. Es ist nicht etwa so, dass die physische Realität unwahr wäre. Es ist vielmehr so, dass das physische Bild, das ihr euch macht, eine unter unendlich vielen Möglichkeiten darstellt, die verschiedenen Kostümierungen zu sehen, in denen Bewusstsein erscheint

[...] Die sich durch die Jahrhunderte ständig wandelnde physische Szenerie spiegelt die inneren Bilder wider, die im Geiste all jener Individuen aufgetaucht sind, die in den verschiedenen Zeitaltern auf Erden gelebt haben." [Lit 175]

In jeder Energie-Schicht - auch der physischen - bringt die Eigenschaft Bewusstsein des Geistes erst die jeweiligen auf seinen Erwartungen, Vorstellungen und Emotionen beruhenden Realitätssysteme in Echtzeit hervor Noch einmal Roberts:

"Diese Bewusstseinseinheiten - und nicht die subatomaren Einheiten der Quantenphysik - sind die Bausteine der Materie, und zwar jeglicher Materie - der des menschlichen Körpers, der Bäume, der Felsen, der Ozeane, der Kontinente sowie, nach eurem Verständnis, sogar des sichtbar gewordenen Raumes. Die Bewusstseinseinheiten können als eigenständige Identitäten agieren oder als Kraft zu einer gewaltigen, harmonischen Welle der Aktivität zusammenfließen." [Lit 186]

In dem Moment, in dem ich wahrnehme, schöpfe ich die Wirklichkeit, die ich wahrnehme, indem meine Sinnesorgane aus der energetischen Grundlage von allem, was in meinem Wahrnehmungsbereich ist, die individualisierte Illusion einer physischen Umgebung erstellt. Was wir uns da zusammenfriemeln ist nichts objektiv Feststehendes, sondern stark geprägt durch unsere Erwartungen, Wünsche, Hoffnungen und Überzeugungen - kurzum geprägt durch unsere Glaubenssätze (vgl. S.145 ff.).

Unsere körperlichen Sinne produzieren demnach erst in einem schöpferischen Akt die Erscheinung unserer physischen Umwelt samt ihrer Lebewesen. Folglich ist die sich darstellende physische Welt ein subjektiv gefärbtes Produkt des Betrachters. All-das-was-ist liefert kontinuierlich die hierfür erforderliche Energie über die Wesenheiten an sämtliche Lebewesen, ohne das Physische direkt zu initiieren. J. Roberts präzisiert:

"Die Träume, Hoffnungen, Bestrebungen und Ängste des Menschen wirken in unablässiger Bewegung aufeinander ein, und aus dieser Bewegung entsteht das Geschehen eurer Welt. In dieses Ineinanderwirken ist natürlich nicht nur der Mensch, sondern auch die Gefühlswirklichkeit aller Lebensformen irdischen Bewusstseins, das der Mikrobe und des Gelehrten, des Froschs und des Sterns, miteinbezogen [...] Eure Glaubensüberzeugungen und Absichten prägen sich dem inneren Selbst [A.d.V.: Unter- & Zellbewusstsein & möglicherweise Atombewusstsein] ein und bestimmen, welche Geschehnisse ihr aus einer unendlichen Anzahl von Wahrscheinlichkeiten erleben wollt." [Lit 181]

Oder anders gesagt: Das Wachbewusstsein zieht aufgrund seiner Einstellungen nur Energien ausgewählter Ereignisse und Menschen an, welche dann bei passender Gelegenheit in seinen Wahrnehmungsbereich gelangen. Es manipuliert des Weiteren auf Basis dieser zu Glaubenssätzen verdichteten Überzeugungen und Absichten den eigenen Anteil am physischen Realitätssystem und interpretiert den Fremdanteil.

Im Grunde sind unsere körperlichen Sinnesorgane wie auch Tast- und Sehsinn geistiger Natur, weil sie ebenfalls auf fließenden Energiemustern basieren und im Prozess der Wahrnehmung - oder richtiger der Schöpfung - die zugrunde liegenden Energieströme der umgebenden Realität auswerten, verändern und hieraus eine physische Darstellung erzeugen. Es findet also eine subjektive Interpretation der Energien durch von emotionalen Stimmungen des Wachbewusstseins beeinflussten Zellbewusstseine statt.

So resultieren alle Sinneseindrücke der physischen Welt aus der neurologischen Struktur des physischen Körpers und der durch Glaubensüberzeugungen gefilterten Interpretation dieser Daten durch Zellbewusstseine und Wachbewusstsein [Lit 184].

Das Wachbewusstsein projiziert das entsprechend seiner Verfassung daraus gewonnene individuelle Vorstellungsbild des Betrachteten als Verkleidung der diesem zugrunde liegenden Energieströme nach außen, legt gewissermaßen seine individuelle bildlich-emotionale Vorstellung über die energetisch-geistige Welt der Energieströme. Jede Vorstellung beinhaltet einen Energiefluss: Das Betrachtete ist also vollständig eine eigene Projektion, welche mit unserer eigenen Energie erzeugt wird. Diese Energie fließt von All-das-was-ist kommend über die Wesenheit durch uns hindurch in unsere Projektionen.

Die physische Realität resultiert aus einem geistigen Ereignismuster, aus der die stärksten und mit allem anderen kompatibelsten Vorstellungen gleichsam in die physische Realität 'fallen'.

In diesem Zusammenhang warnt Roberts vor Fallen des eigenen Denkens. Weil jeder medial oder emotional intensiv vertiefte Gedanke und jede ebensolche Vorstellung früher oder später zu unserer individuellen physischen Realität wird, sollten wir jeden abergläubisch oder negativ behafteten Glaubensgrundsatz wie auch jede Ablehnung oder gar Hass vermeiden.

Ein negativer Glaubensgrundsatz ist beispielsweise, wenn nicht im religiösen Sinne gläubige Menschen der Auffassung seien, dass es falsch wäre, das Positive im physischen Lebensverlauf zu genießen, weil uns das System durch negative Erfahrungen doch schnell wieder in die 'Realität' zurückholen würde. Ein anderer nachteiliger Glaubenssatz wäre, den Krieg zu hassen - ein positiver, den Frieden zu lieben. [Lit 175]

Auch negative Glaubenssätze sind selbstverwirklichend und sollten daher wie Neurosen bewusst angegangen und ersetzt werden. Hierzu muss man sie allerdings erst einmal erkennen. Über die Reflektion eigener Worte und Gedanken lassen sich jedoch manche aufdecken. Hierzu mehr ab Seite 145.

Positive Glaubenssätze beinhalten beispielsweise die Annahmen,

Glaubenssätze können sich widersprechen und damit Körper und Geist blockieren. Positive Autosuggestionen wie die des französischen Psychotherapeuten Emile Coué "Es geht mir von Tag zu Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser" entfalten nur dann Wirkung, wenn dieser kein starker Glaubenssatz entgegensteht - beispielsweise wertlos zu sein und kein gutes Leben verdient zu haben. Falsche Glaubensgrundsätze entstehen, wenn der per se unwissende Intellekt in dem Versuch, die Welt zu verstehen, das Wachbewusstsein dominiert und intuitives Wissen negiert.

Roberts warnt vor allen Versuchen, die 'Welt der Kooperation alles Seienden' irgendwie zu teilen, also in gut und böse oder überhaupt in Gegensätze aufzuteilen und diese hervorzuheben, denn dies verhindere das zum Erreichen der völligen Harmonie eines hohen spirituellen Entwicklungsstandes notwendige Verschmelzen aller Gegensätze. Sie schreibt:

"Ein starker Glaube an solche Polaritäten ist äußerst nachteilig, denn er verhindert eine Erkenntnis der wirklichen Gegebenheiten der Tatsache innerer Einheit und Ganzheit wechselseitiger Verbindung und Zusammenarbeit. Ein Glaube, ein zwanghafter Glaube an solche Polaritäten ist vielleicht das Schädlichste, was es gibt, und zwar nicht allein für die Zeit nach dem Tode, sondern für jede Existenzform. Es gibt einige Individuen, die in ihrem physischen Leben niemals Harmonie und Einheit erlebt haben, und damit auch nicht das Verschmelzen der Gegensätze. Solche Individuen müssen nach dem Übergang noch viele Stadien durchmachen [...] Ich weiß, dass diese Auffassung euren Geist fast beleidigt und dass eure Sinne sie Lügen zu strafen scheinen, doch ihr solltet allmählich erkannt haben, dass eure Sinne euch manches sagen, was nicht der Wahrheit entspricht; ich aber sage euch, dass eure physischen Sinne eine Realität wahrnehmen, die das Produkt eurer Überzeugungen ist." [Lit 175]

Schon Schopenhauer erkannte dies weniger präzise:

"Wenn ich mir beim Anblick einer weiten Aussicht vergegenwärtige, dass sie entsteht, indem die Funktionen meines Gehirns, also Zeit, Raum und Kausalität, angewandt werden auf gewisse Flecke, die auf meiner Retina entstanden sind; - so fühle ich, dass ich die Aussicht in mir trage und mir wird die Identität meines Wesens mit dem der ganzen Außenwelt ungemein fühlbar." [Lit 113]

Roberts ergänzt:

"Die belebten Teile der Natur sind das Ergebnis eurer eigenen Kreativität. Sie sind eure eigenen Projektionen und Fragmente eurer eigenen Energie; Energie, die von Alles-das-was-ist herrührend in euch hineingeht, die ihr wieder abgebt und die dann ebenso wie ihr ihre eigenen bildlichen Manifestationen erzeugt.

[...] Ihr seid biologisch und chemisch mit der euch vertrauten Erde verbunden; aber da sie außerdem von eurer eigenen, projizierten psychischen Energie auf natürliche und spontane Weise geformt wird, da ihr wie die Jahreszeiten sogar eine psychische Wechselwirkung aufeinander ausübt, muss das Selbst in einem viel größeren Kontext gesehen werden. Ein solcher Kontext würde es euch gestatten, die Lebenserfahrung vieler anderer Formen zu teilen, Energie- und Gefühlsmustern nachzugehen, von denen ihr kaum eine Vorstellung habt, und ein Gespür dafür zu entwickeln, dass es ein Welt-Bewusstsein gibt, zu dem ihr euren unabhängigen Teil beisteuert." [Lit 175]

Soweit Roberts. Wir ergänzen in höchst variabler und schöpferischer Weise die Energieaussendungen alles in unserem Wahrnehmungsbereich Seienden um unseren eigenen Anteil. Alle Energieaussendungen zusammengenommen bilden die energetische Grundlage unserer physischen Lebensumgebung.

Ein Kapitel zurück | Inhaltsverzeichnis | Zum nächsten Kapitel

Begriffserläuterungen | Literaturverzeichnis | Zur Bücher-Übersichtsseite | Impressum & Datenschutz | W3C HTML-Validierung | W3C CSS-Validierung Stehlen Sie keinen Content von dieser Seite. Plagiate werden durch Copyscape aufgedeckt.
chinnow.net - seit 1999 online