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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band zero: Die Kraft des Bewusstseins - Wie wir in jedem Moment unsere Realität bilden


(Link zum Verlags-Shop)
Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 2830 378)


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Kapitel 19.10.: Animus und Anima als Kräfte im Individuum (Wer bin ich)

Doch haben wir bislang nur das Gesamtselbst fokussiert. Was ist aber das individualisierte Ich einer Aussendung? Wie setzt es sich zusammen?

C.G. Jungs Animus und Anima bilden nach Roberts (Seth) nur für die Abfolge physischer Leben Gegengewichte, welche u.a. zur Festigung der Bindung an das physische Lebenssystem in Mann und Frau unterschiedliche Eigenschaften betonen. Daneben finden sich im aktuellen Lebenszyklus erworbene Triebkräfte als Quelle jeglicher psychischer und physischer Schöpferkraft [Lit 191]. Nach der letzten Inkarnation sind ihre Gegensätze aufgehoben, indem beide als "miteinander verschmelzende Charakteristika" in einer wahren, Gegensätze vereinenden Identität auftreten. Sie schreibt:

"Anima und Animus sind [...] psychoenergetisch geladen und treten auch im Traumzustand auf. Sie haben eine kompensierende Funktion und sind Gedächtnishilfen, die verhindern, dass ihr euch mit eurem gegenwärtigen physischen Körper überidentifiziert." [Lit 191]

Und an anderer Stelle::

"Die Realität der Anima und des Animus ist eine viel tiefere als Jung vermutet hat. Symbolisch gesprochen stellen die beiden zusammen das Gesamtselbst mit all seinen Fähigkeiten, Wünschen und Charaktermerkmalen dar. Sie sind wie ein einprogrammierter, unbewusster Stabilisator, der hinter den Kulissen eurer Zivilisation nicht nur individuell, sondern auch kulturell wirksam ist [...] So gibt es einen tiefen Zusammenhang zwischen diesen Symbolen und dem Ringen der Menschheit." [Lit 175]

Doch schon in den letzten Lebenszyklen verwischen die männlichen und weiblichen Charakteristika immer mehr. Der oder die Betreffende strebt aufgrund ihrer sehr hohen spirituellen Erkenntnis nach Vereinigung dieser bislang widerstreitenden männlichen und weiblichen Charaktermerkmale. Sie haben sich aus den Rollenzwängen befreit und streben nach dem Ideal der höchsten Wesenheit, in dem die männlichen und weiblichen Anteile ausgeglichen sind und hierdurch das Beste von beiden ausgedrückt wird.

Die physisch-eingeschlechtliche Identifikation wird bei diesen spirituell Hochstehenden allerdings beibehalten, so dass die klassische sexuelle Orientierung hierdurch nicht verändert wird. Es ist das typisch männliche oder weibliche Verhalten, dass nicht mehr streng der künstlichen Trennung in Geschlechterrollen unterworfen ist.

So wäre im letzten Jahrtausend hierfür ein Indiz eine Frau, die den Führerschein macht und selbständig Geld verdient. Oder ein Mann, der entgegen der damaligen Charakteristika seiner männlichen Geschlechterrolle für Dienstleistungen kein Geld verlangen mag oder sich anderweitig unterbewertet. Doch sind viele Rollencharakteristika nicht feststehend, sie wandeln sich mit sich ändernden Glaubenssätzen der Gesellschaft. Zu den feststehenden gehört jedoch der schöpferische weibliche Teil des Selbst, welcher der Intuition (Fn. S.26) offen gegenübersteht und eine vorwärtstreibende, einzig zuverlässige Quelle der Existenz ist. [Lit 188]

So verschwimmen im spirituell Hochstehenden weibliche und männliche Charakteristika, weil er oder sie sich nicht mehr eindeutig positioniert, sondern stattdessen versucht, ein 'best-of' zu leben. Männliche wie weibliche Aspekte der Persönlichkeit sollen hierbei so vollständig als möglich erfahren werden, während die eingeschlechtliche Identifikation mit dem Sexus aufrecht erhalten wird:

"Das erlaubt den vollständigsten Ausdruck wahrer Identität, die innerhalb des physischen Systems möglich ist. Andernfalls wird die Identität in einem größeren Ausmaß unter einer streng eingeschlechtlich orientierten Identifikation erstickt, und andere Charaktereigenschaften werden verborgen, und ihr Ausdruck wird ihnen verweigert." [Lit 188]

Bis jemand soweit ist, ringt die kreative Aggressivität des Animus mit der reflektierenden Schöpferkraft der Anima. Diese gewaltfreie natürliche Aggressivität (vgl. Bd. 6) sei eine Voraussetzung zur Bindung des Wachbewusstseins an das physische Lebenssystem:

"Eure Realität existiert in einem Aktivitätsbereich, in dem aggressive Eigenschaften nach außen gerichtete Charakteristika von größter Wichtigkeit sind, um ein Zurücksinken in die unendlichen Möglichkeiten, aus denen ihr erst vor kurzem hervorgegangen seid, zu verhüten." [Lit 175]

Die unendlichen Möglichkeiten bestehen im schöpfenden All-das-was-ist. Es bedarf offenbar der gegenläufigen Tendenzen von C.G. Jungs Anima und Animus im physisch Lebenden - realisiert über die Trennung in zwei Geschlechter -, um die Aufmerksamkeit des Wachbewusstseins auf dieses Lebenssystem kontinuierlich aufrecht zu erhalten. Die Anima bringt zudem das Wachbewusstsein hervor, der Animus hält es im System. [Lit 175]

Das individualisierte Ich bereitet sich nach Roberts am Ende eines Lebenszyklus bereits auf den nächsten vor (vgl. Bd.3). Nur startet dieser dann im geplanten Lebenszyklus mit einem anderen 'Ich', das über die dann benötigten Eigenschaften und Fähigkeiten verfügt. Jedes Ich macht seinen Job in der Regel nur solange, bis der Lebensverlauf andere Eigenschaften erfordert.

Das Wachbewusstsein als Hüter seines dominierenden Ichs ist zugleich Träger der identitätsstiftenden Erinnerungen an alle simultanen Lebenszyklen. Es ist der psychische Behälter seiner dynamischen Anteile, die im ständigen Abgleich und Widerspruch stehen.

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