Lesewelten

Das Kritik-Blog

[03-2007] Unsere Verantwortung gegenüber Anderen

Ist es nicht merkwürdig, wie Autoren in den Medien durchweg das unüberlegte direkte Eingreifen fordern, wenn in unserer räumlichen Nähe ein Mensch beispielsweise durch aggressive, ggf. bewaffnete oder physisch starke Personen angegriffen wird?

Warum ich das merkwürdig finde, was auf dem ersten Blick doch als absolut richtig erscheint? Ich hole etwas aus:

Neben der selbstauferlegten Verantwortung eines geistigen ?in die Obhut nehmens? - beispielsweise eines Kindes, eines Nahestehenden etc. - gibt es eine weitere, ganz konkrete, nicht ablegbare schwerwiegende Verantwortung für andere Lebewesen und Dinge. Beispielsweise für Ressourcen aller Art, die wir verschleudern und deren Ausbeutung wir finanzieren, indem wir unnötige Produkte kaufen. Kauften wir ein Teil, mit dem irgendwo in der dritten Welt oder auch in unseren Landen die Umwelt, Menschen oder andere Lebewesen geschädigt werden, sind wir mit dem Kauf in der Verantwortung. Wir sind mit dem Erwerb für die in der Produktion entstehenden Schädigungen von Mensch, Tier und Umwelt ebenso verantwortlich, wie es der Produzent und die beteiligten Arbeitskräfte sind, die hierüber die Augen verschließen. Es gibt kein Delegieren von Verantwortung, kein Delegieren des Wissens um die Umstände des Entstehens, keine Abgabe der Verantwortung und des Wissens durch den Verbraucher an den Produzenten, durch die Arbeitnehmer an die Geschäftsleitung etc.. Es ist wichtig, diese Verantwortung zu kennen, ihr entsprechend zu handeln und beispielsweise keine unnötigen Ressourcen zu beanspruchen.

Das heißt: Wenn wir beispielsweise dafür zahlen, live oder im Film zu sehen, wie Lebewesen geschunden werden, sind wir deren Peiniger. Und zwar unabhängig davon, ob diese freiwillig mitmachten oder nicht. Wenn wir Fleisch essen, sind wir für die Tötung dieses Lebewesens verantwortlich. Auch wenn wir beispielsweise nur mit Schlachtvieh handeln. Hier wurzelt die eigentliche Verantwortlichkeit des Menschen ? und nicht im direkten Eingreifen in Notsituationen, worauf fast alle geführt durch oft tumbe Medien den Begriff der Verantwortung reduzieren. Letzter ist dann abzulehnen beziehungsweise in den Auswirkungen abzuwägen, wenn die eigene Unversehrtheit in Gefahr ist. Denn wir haben eine ebenso große Verantwortung gegen uns selbst wie (die oben beschriebene) gegen andere Menschen und Lebewesen. So ist der Rat der Polizei, bei einem aggressiven Angriff nicht direkt in das Geschehen einzugreifen, sondern Hilfe herbeizuholen, richtig ? unabhängig davon, wie sich die Medien hierzu äußern. Denn der Autor, welcher undifferenziert das unbesonnene Eingreifen zu jeder Zeit und Situation propagiert, wird hierdurch ein mitverantwortlicher Täter gegen den Helfenden, macht sich die Sache des Schädigers zu eigen und ist damit in letzter Konsequenz der Schädiger in einer gleichen Weise, wie es der ausführende Täter ist, wenn der Helfer zu schaden kommt.

Zudem käme kein Polizist auf die Idee, unbewaffnet gegen eine ihm überlegene Gruppe anzutreten; er würde stets Verstärkung abwarten. Die seltenen Fälle, in denen dies anders gehandhabt wird, führen häufig zu körperlichen Schädigungen, weil sich Täter - anders als in früheren Zeiten - heute kaum noch vom Status eines Polizisten beeindrucken lassen und gegen ihn vorgehen wie gegen jeden anderen, der ihnen in die Quere kommt.

Wir haben also eine hohe Verantwortung für uns selbst und andere in unserem Handeln. Deshalb will jede auch noch so gering erscheinende Handlung hierauf abgeklopft sein. So bewahren wir Leben, indem wir es auch nicht indirekt töten. So bewahren wir Unversehrtheit, indem wir mit Bedacht agieren.

Nachtrag vom 18.5.07: Die 'Aktion-tu-was' der Polizei nennt sechs sehr gute Tipps zur Zivilcourage (www.aktion-tu-was.de):

  1. Eingreifen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen
  2. Andere zur Mithilfe auffordern
  3. Genau beobachten und Tätermerkmale einprägen
  4. Hilfe über den Polizeinotruf organisieren
  5. Um das Opfer kümmern
  6. Als Zeuge zur Verfügung stehen


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