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Nebenwerk: 'Reiseführer für die letzte Reise' ONLINE LESEN

'Reiseführer für die letzte Reise'


Das hier zum Lesen freigegebene Buch erscheint demnächst als überarbeitete Auflage gebunden und als Ebook

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Kapitel 3.13: Das Einreise-Procedere oder was man besser lassen sollte (Jenseits - ein Kontinent der Gegensätze)

Die Einreisebestimmungen für den Kontinent Jenseits sind streng. Zwar wird jeder Ankömmling aufgenommen, aber nicht jeder hat das Glück, direkt in das sechste Land der spirituell Hochentwickelten zu gelangen. So kann es Ihnen passieren, dass - wenn Sie dem vorgegebenen Verlauf nicht folgen und auch nicht auf den Rat von wohlmeinenden empfangenden Nahestehenden hören - Sie sich plötzlich in einem der unangenehmen oberen Länder wiederfinden. Es ist also wichtig, erst einmal kleine Brötchen zu backen und die Ratschläge des Empfangskomitees - sofern es erscheint - anzunehmen. Später können Sie sich immer noch um all das kümmern, was Sie hier in dem uns vertrauten Lebenssystem zurücklassen mussten - Menschen, Dinge, Orte, Gewohnheiten und Glaubensgrundsätze.

So gehört zu dieser wichtigen Reise ein Loslassen können, ein auf andere Vertrauen. Ein religiöser Glaube kann durch mit ihm einhergehenden vorgefertigten Erwartungen helfen, diese Hürde zu meistern. Jedoch behindert er Menschen mit erweitertem Bewusstsein, direkt in das angenehmste höchste Land aufzusteigen. Dazu später mehr.

Sie werden sich fragen, wie man denn derart wohlmeinende Ratschläge ausschlagen kann. Man kann! Beispielsweise dann, wenn man überhaupt nicht, auf gar keinen Fall auf die Reise gehen will. Oder wenn man noch nicht realisiert hat, überhaupt ausreisen zu müssen. Oder wenn man wie der zerstreute Professor noch so in Gedanken mit der Welt beschäftigt ist oder volltrunken oder auf Drogen ist, dass man das Geschehen gar nicht beachtet. Dann wird es schwierig.

Wenn Sie sich aber nicht querlegen, können Sie sich an einem frühen Punkt des Einreiseprocederes über eine dreidimensionale Filmvorführung freuen - mit Ihnen in der Hauptrolle. Nicht, weil die aktuellen Stars gerade ausgebucht waren, sondern weil es um Sie geht. Ihr vergangenes Leben wird bewertet, sofern Sie hierfür offen sind. Und zwar von Ihnen selbst, nur Ihnen selbst und von niemand anderen. Sie haben an jeder Stelle des Films die Möglichkeit, vor- und zurückzuspulen und bei Interesse auch alle Empfindungen derjenigen zu durchleben, mit denen Sie Kontakt hatten, auf deren Leben Sie Einfluss nahmen. Dies könnte beispielsweise für viele hochangesehene Politiker dieser Welt erschütternd sein, für andere Menschen jedoch auch sehr schön oder angenehm.

Dieses Mitfühlen dessen, wie jedes von uns Gesagte und jede unserer Handlungen im Anderen aufgenommen wurde, ist dasjenige, was uns in die Lage versetzt, uns selbst zu beurteilen. Andere schlecht zu behandeln wurzelt in Ich-Bezogenheit, der Selbstsucht. Das Mitfühlen der Folgen des eigenen Tuns erweitert die Wahrnehmung auf andere und schließt deren Bedürfnisse und Gefühle mit in die eigene Wahrnehmung ein - und erweitert sie damit. Dies führt notwendig zur Verringerung, wenn nicht Aufhebung der Selbstsucht und zur Vergrößerung des Mitgefühls - und nicht nicht des Mitleids. Gemeint ist Mitgefühl im Sinne des aufrichtig empfundenen Wunsches, alle Wesen frei von sämtlichen Arten des Leidens sowie dessen Ursachen zu sehen.

Hierfür haben Sie sprichwörtlich 'alle Zeit der Welt', da sich derweil der Zeitverlauf in der physischen Welt bis zum Stillstand verlangsamt. Am Ende steht die Frage im Raum: "Wie findest du das? Bewerte doch mal dein Leben." Hier ist bereits eine erste Möglichkeit, sich mit eigenem Fehlverhalten auseinander zu setzen, es überhaupt zu erkennen und - wenn es denn eines war - es zu bereuen. Allerdings haben gewiefte Taktiker keine Chance. Im Kontinent Jenseits ist jedes Heucheln zum Scheitern verurteilt. Die dortigen Lügendetektoren arbeiten extrem zuverlässig. Man würde sich ohnehin letzten Endes selbst belügen.

So wird hierüber die charakterliche Eignung für die verschiedenen Länder des Kontinents Jenseits abgetastet. Am Ende finden Sie sich entweder in Ihrem Zielland wieder. Oder es steht Ihnen eine Art Licht-Quiz bevor, in dem Sie dasjenige auswählen, welches Ihnen persönlich am besten zusagt. Wenn das Empfangskomitee nicht zuvor eine Empfehlung ausspricht, die vorzuziehen in jedem Fall die beste Wahl ist. Denn jedes Licht repräsentiert wie eine Werbetafel eine Schnellverbindung in dasjenige Land dieses Kontinents, mit dem dieses Licht verbunden ist. Sehnten sie sich beispielsweise zu einem sehr trüben Licht, könnte es Sie direkt und ohne jede Planung in eine Wiedergeburt münden lassen. Das fade Licht des Landes der Anhaftenden bringt Sie unmittelbar direkt dorthin. Und so weiter.

So könnte aber auch eine Begeisterung für das gleißend helle Licht des sechsten Landes Sie direkt dorthin bringen. Doch nicht jeder erträgt diese möglicherweise als gleißend empfundene Helligkeit - und das macht den Unterschied. Wo immer Sie auch landen: Bitten Sie gedanklich um Hilfe, wenn Sie in Schwierigkeiten kommen. Ihnen wird dann geholfen, wenn auch nicht in der Art und Weise, wie Sie es erwarten. Denn die 'Weißen Engel' sind in der Beurteilung ihrer Notsituation klüger als Sie und entscheiden sich oft für unkonventionelle Methoden. Das Sie dann letztlich in einem der angenehmen oberen Länder gelandet sind merken Sie übrigens daran, dass sie dort nochmals erwartet werden.

Das ganze Einreise-Procedere findet im obersten ersten Land direkt unter dem physischen Kontinent statt. Es ist das Land, in dem es zum einen noch ziemlich ruhig zugeht und von dem aus zum anderen die uns vertraute physische Lebensumgebung noch wahrnehmbar ist. Nun könnten Sie auf die Idee kommen, hier eine Weile herumzuspazieren zu wollen, um sich an all das Neue zu gewöhnen oder um den Angehörigen noch nahe zu sein. Hiervon rate ich ab. Besser ist es, die Einreiseformalitäten kontinuierlich abzuarbeiten. Sie werden später noch genug Zeit haben, den Ihnen Nahestehenden beizustehen und sich mit Ihrem neuen Leben auseinander zu setzen. Denn Freunde lässt man nicht warten.

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