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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band 4: Intuition, Träume und außerkörperliche Erfahrungen


Das hier zum Lesen freigegebene Buch erscheint Dezember 2018 gebunden und als Ebook

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Kapitel 2.6.: Meditaton (Der inneren Wahrnehmung öffnen)

Ein Weg, um sich bewusst intuitiven Einflüssen zu öffnen, ist die Meditation. Mit unserer vom westlichen Kulturkreis geprägten Denkweise ist vielen Menschen das bewusste Wahrnehmen intuitiver Einflüsse verloren gegangen. Die Meditation ist ein Mittel, um die Konzentration auf das innere Selbst insoweit zu stärken, dass intuitive Impulse das Wachbewusstsein auch im hektischen Alltag erreichen. Zudem lässt sich der Geist durch eine lebenslang betriebene Meditation in "ungeahnte Tiefen" führen, was eine Umschreibung für die verbesserte Verbindung des Wachbewusstseins zu seinen Zellbewusstseinen, Unterbewusstsein und Wesenheit ist. Dies könnte ein Motiv buddhistischer Mönche für ihre Entscheidung zur lebenslangen Zurückgezogenheit in den ruhigen kontemplativen Umgebungen der Klöster sein.

Meditation in ihrer höchsten Form ist eine sinnende Betrachtung bar jeder diskursiv-gedanklichen Tätigkeit. Hierzu gehört auch eine Abwesenheit von Achtsamkeit auf die Einhaltung dieser Vorgabe. Denn eine anhaltende Selbstkontrolle lenkt die Aufmerksamkeit notwendig ab, was die Tiefe der Meditation reduziert.

Die Buddhisten verwendeten ursprünglich nur zwei Techniken. Entweder konzentrierten sie sich auf die Atmung oder auf eine Fragestellung, auf die es keine logische Antwort gibt. Über Letztere wird die dualistische Logik der physischen Welt der Erscheinungen durchbrochen, um ihre wahre Natur zu erkennen.

Der 14. Dalai Lama empfahl dagegen zunächst eine Konzentration auf innere Leere, ein Lauschen nach innen. Wenn der Geist dann in der Natur der Dinge aufgegangen sei, erfolge die erweiterte Visualisierung der physischen Welt. Gedankenstille alleine genüge nicht, erst das der Einstimmung folgende ungetrübte Fokussieren von irgendetwas aus der physischen Welt sei das Wesentliche [Lit 30].

Demnach kann die Fokussierung beispielsweise eines Lichtmastes zu umfassenden Erkenntnissen führen. Denn wir erkennen vom Wesen der Dinge im Alltag, die allesamt primär geistige Symbole sind, nur ihre äußere Struktur. Lediglich bei Gegenständen, die uns 'etwas bedeuten', fühlen wir, dass dort noch mehr ist als scheinbar unbelebte Materie.

Ein Eingehen in dieses innere Wesen der Symbole erschließt uns deren unbekannte Welten. Ein Energieanteil des Wachbewusstseins verlässt hierbei die räumliche Position des physischen Körpers und durchdringt nach Roberts (Seth) in einer Art Identifikation das Bewusstsein des Betrachteten. Der Betrachter beeinflusst hierbei unvermeidbar das Betrachtete und umgekehrt. Beide behalten jedoch ihre unantastbare Individualität. Das Betrachtete könne ebenso ein Baum als auch ein Nagel sein. Man fragt sich beispielsweise, wie es wohl sei, ein Baum zu sein. Hierzu passen Reflexionen wie: "Als Baum betrachte ich mich selbst [...] Im Schatten meiner Baumnatur ruhe ich von meiner Menschennatur aus." [Lit 183]

Fixiere man sich auf einen Fluss, könne man mit diesem reisen. Notwendig sei ein freudiges, auf Neugier basierendes, psychisches Erforschen, indem man einen Teil seines Bewusstseins in den Fluss eintauche. Der Schwerpunkt des Wachbewusstseins liege jedoch weiterhin im physischen Körper, es erfordere gar eine Konzentration hierauf. Dennoch würde es einem medial begabten Menschen, der die Energieströme der Auren wahrnehmen kann, erscheinen, als verschmelzten der Geistkörper des betrachtenden Menschen und das Betrachtete. Der zum Betrachteten ausgesendete Bewusstseinsenergie-Anteil des Wachbewusstseins erscheint dagegen in der niederen Bewusstseinssicht (vgl. Bd. 2) als separater Geistkörper. Im Band zero gehe ich auf derartige 'Fragment-Persönlichkeiten' tiefer ein. [Lit 183]

Roberts betont an anderer Stelle, dass die physische Welt ein Tor zu anderen Realitäten ist. Man brauche die materielle Welt sowie das Wachbewusstsein nicht auszublenden, um Zugang zu höheren Wissen zu erhalten, das beispielsweise zur Gesundung führen kann. Denn das physische Lebenssystem ist Ausdruck einer primär geistigen Realität und dieser Ursprung ist als verbindendes Glied in ihr stets gegenwärtig. So enthüllen sich Geheimnisse des Universums "nicht unbedingt mit großem Getöse, sondern eher durch ein völlig harmloses unschuldiges Vogelgezwitscher oder durch das Beobachten eines Blattes; diese Erscheinungen lassen plötzlich ein tiefes Wissen entstehen." [Lit 176]

Roberts merkt an, dass man in dieser Versunkenheit außerhalb der üblichen Zeitwahrnehmung stehe und somit ein Objekt in Vergangenheit und Zukunft betrachten könne. Wie auch im Flow-Zustand kommt es zu einer Verschiebung des Fokus der Aufmerksamkeit zu Zellbewusstseinen und Unterbewusstsein. Von der Tiefe der Versunkenheit und gegebenenfalls von einer Fragestellung hängt es ab, über welche Kanal die Informationen bezogen werden. Schopenhauer beschreibt diese Erfahrung in seinem posthum veröffentlichten Spätwerk so:

"Das reine willenlose Erkennen tritt ein, indem das Bewusstsein anderer Dinge sich so hoch potenziert, dass das Bewusstsein vom eigenen Selbst verschwindet." [Lit 113]

Dieses Lauschen ist also ein anhaltendes Betrachten eines beliebigen Objekts ohne jede Ablenkung durch Begriffe und Gedanken. Der Gegenstand kann auch, je nach religiöser Prägung des Betrachters, Gott oder das klare Licht der Wesenheit sein. Das Wachbewusstsein ruht in jeder meditativen Versenkung entspannt in seiner eigenen Natur, leer in sich selbst. So erfährt es direkt die in ihm selbst innewohnende, natürliche Achtsamkeit.

Das Ziel dieser Verfahrensweise ist die Aufhebung der dualistischen Aufspaltung zwischen Betrachter und Betrachteten, zwischen dem Selbst, das meditiert, und seinem Meditationsobjekt. Hierüber sollen sich tiefe Einsichten und Erkenntnisse großer Bedeutung erreichen lassen, die kaum in Begriffe zu fassen sind.

Der Boden eines tiefen ausgetrockneten Brunnens in einsamer Gegend ist nach Monroes unfreiwilliger eigener Erfahrung ein passender Ort, um sich frei von allen sinnlichen Ablenkungen zu öffnen. Es ist jedoch ungleich schwieriger, sich von allen sinnlichen Wahrnehmungen zu befreien als irgendetwas aus dem physischen Wahrnehmungsbereich zu fokussieren.

Meckelburg nennt eine Methode des Princeton-Physikers Robert Jahn, um auf Erinnerungen an die Zukunft zuzugreifen. Im Band zero beschreibe ich, dass es einen freien Willen und damit wahrscheinliche Zukünfte gibt. Es wird mit Jahns Methode auf die aktuell wahrscheinlichste Zukunft zugegriffen. Diese muss jedoch - wie auch jede Langzeit-Präkognition - nicht zwingend eintreten:

"Zuerst versuche ich all das zu verdrängen, mit dem ich mich beschäftige, an was ich gerade denke. Daraufhin bemühe ich mich, mir eine leere Filmleinwand vorzustellen, auf der ein Film [...] abläuft, den ich noch nie zuvor gesehen habe. Dann warte ich ab, was auf der Leinwand zu sehen ist. Gewöhnlich erscheint kein scharfes Bild, sondern mehr eine Folge traumartiger Eindrücke." [Lit 154]

Eine andere Methode sei nach Meckelburg die der sowjetischen Parapsychologin Barbara Iwanowa. Für einen Blick in die wahrscheinliche Zukunft produziert sie eine erfundene Vorstellung im Wachbewusstsein. Sie achtet auf jedes Detail und dringt tief in sie ein. Dann fegt sie diese Vorstellung fort und lässt ein vorgestelltes lautes Geräusch folgen. In die nachfolgende Vorstellungsleere fließen intuitive Eindrücke ein. [Lit 154]

Man darf beim Einfließen intuitiver Eindrücke jedoch keinesfalls beginnen, über sie diskursiv nachzudenken. Zwar verleiten sie zum Nachdenken, doch trägt jeder aufkommende Begriff und Gedanke zum Ende der Versunkenheit bei - der Fluss intuitiver Eindrücke würde unterbrochen. Um jede gedankliche Tätigkeit des Wachbewusstseins zu vermeiden, könnte das Meditieren als Mittel zur Kontrolle des Wachbewusstseins geübt werden. Denn nur, wer in jeder Situation - auch im Sterbeprozess - im nicht begrifflichen Gewahrsein verharren kann, kontrolliert sein Wachbewusstsein umfassend. [Lit 83]

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