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Reihe: 'Hinter den Kulissen unserer Welt' ONLINE LESEN

Band zero: Die Kraft des Bewusstseins - Wie wir in jedem Moment unsere Realität bilden


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Das hier zum Lesen freigegebene Buch ist in allen Buchhandlungen erhältlich
(ISBN 97 8375 2830 378)


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Kapitel 12.2.: Zeitwahrnehmung und Assoziationen (Etwas über die Zeit)

Was sagen andere Autoren über die Zeit? Nach Ingrisch verhält es sich so:

Die Aussendungen der Wesenheiten sind nicht in der Raumzeit, sondern die Zeit ist individuell im Wachbewusstsein der Aussendungen. Die Vorgeschichte der physischen Existenz vom Urknall bis zur Geburt sowie die dem physischen Ableben folgende Geschichte des Universums sind nach Ingrisch nur "die Anführungszeichen" des physischen Seins, ohne Bedeutung an sich.

Ähnliches hört man von Monroe. Nach seiner Auffassung ist die reelle Zeit als vierte Dimension unseres Universums ausschließlich Bestandteil der mit Materie verbundenen Wachbewusstseine. Das wird jedoch von diesen in deren subjektiven Wahrnehmung nicht erkannt. Das Wachbewusstsein hangelt sich nach Interesse mal schneller und mal langsamer in sich selbst entlang. Im physischen Ableben löst man sich aus der energetischen Struktur des aktuellen Universums und somit aus ihrer aus Vorstellungen bestehenden Kulissenwelt und der auf Glaubenssätzen basierenden Falle der reellen Zeit im eigenen Wachbewusstsein. [Lit 58]

Von außen auf eine beliebige Abfolge von Lebenszyklen geblickt sind deren jeweilige wahrscheinliche Vergangenheiten und Zukünfte wie ein Stoffmuster untrennbar miteinander verwoben. Dieses Muster des Zeit-Gewebes sei nach Ingrisch in jeder äußeren irdischen Identität, nach meiner Auffassung etwas präzisiert in der Wesenheit. So oder so enthält das Zeit-Gewebe einem Stoffmuster ähnlich seine Vergangenheiten und Zukünfte. Die Ichs der Wachbewusstseine hangeln sich nur in bewussten Entscheidungen daran entlang.

Roberts (Seth) spricht von einem 'Raum-Jetzt'. Wir bereisen und erforschen nach ihrer Auffassung in frei gewählter Geschwindigkeit über unsere physischen Sinne Aspekte und Realitäten eines kleinen Bereichs des Raum-Jetzt, indem wir diesen in allen Kraftpunkten der Gegenwart individuell projizieren. Im Leben stehend erschaffen wir das Universum für die Dauer jeder Planck-Zeit (Fn. S.49, vgl. Bd.1) kollektiv mit allem sonst noch Seienden immer wieder neu. Aus einer Sicht von außerhalb auf physische Realitätssysteme und ihre geistigen Vorstufen geschaut ist jedoch alles, was wir schöpften, jetzt gerade schöpfen und noch schöpfen werden, schon da, und zwar in jeder möglichen Variation. [Lit 189]

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind nach Roberts für Lebewesen auf Vorstellungen basierende Verschleierungsmuster, ebenso wie Wände, Wind, Regen und Kälte Verschleierungs-Materialisierungen sind. Sie alle sind auf unserer Ebene der Existenz nützlich, darum geben wir ihnen Gültigkeit. Die Wachbewusstseine der Lebenden können bislang mit der unvorstellbar allumfassenden geistigen Realität des Raum-Jetzt nicht sinnvoll umgehen, haben sich daher dafür entschieden, sich weitgehend auf den Bereich zu fokussieren, in dem ihr physischer Körper existiert:

"Die verzerrende Illusion von aufeinanderfolgenden Momenten und die daraus resultierende Idee von Ursache und Wirkung entstehen beide aus der Wahrnehmung eurer äußeren physischen Sinne und sind auf eurer Ebene praktisch und nützlich. Sie haben deswegen eine gewisse Gültigkeit, wenn auch nur für euch. Sie stehen für eine mehr oder weniger getreue Darstellung der Natur eures physischen Verschleierungsuniversums. Aber wenn verstanden würde, dass diese nur auf eure Umwelt Bezug haben, dann würden eure Wissenschaftler nicht versuchen, sie als Maßstab für andere Realitäten zu setzen. Es kann eine Ordnung ohne Abfolge von Momenten geben." [Lit 189]

Nach Roberts hat es nur die Gattung Mensch - aufgrund ihrer Entscheidung zur alleinig bei ihr auftretenden weitgehenden Willensfreiheit - für erforderlich gehalten, die gleichzeitige Wahrnehmung von Vergangenheiten und Zukünften zu dämpfen und sich als Resultat dieser Lernleistung ungezählter Generationen primär auf den Brennpunkt der Gegenwart zu konzentrieren.

Bis dorthin herrschte eine zeitliche Desorientierung vor, erlebten die Menschen Präkognitionen (Fn. S. 36) über zukünftige Wahrscheinlichkeiten wie auch Erinnerungen an das Vergangene der akzeptierten Wahrscheinlichkeitslinie ebenso plastisch wie die Gegenwart. Es bestand also eine Notwendigkeit, den Kraftpunkt der Gegenwart von allen anderen zugänglichen Eindrücken unterscheiden zu können. [Lit 184]

Dieser Kraftpunkt der Gegenwart besteht nach Roberts in der Handlungsmenge, die das Individuum innerhalb des physischen Bezugsrahmens an diesem Moment-Punkt zu assimilieren fähig ist [Lit 189]. Seit Beginn der industriellen Revolution um 1860 wurde die primäre Fokussierung auf Gegenwartsmomente übertrieben, indem jede innere Wahrnehmung als potentiell gefährlich angesehen und diese abwertend dem Okkulten zugeordnet wurde. Auch C.G. Jungs Versuche, das für ihn mysteriöse Unbewusste zu verstehen, hat, offenbar aufgrund einschränkender Glaubenssätze, seine latente Angst vor dessen Inhalte noch verstärkt. [Lit 184]

Die vom Menschen derzeit alleinig und überspitzt wahrgenommene kausale Abfolge von Planck-Zeiten ist das bewusste Fokussieren nur dieser Gegenwartsmomente. Der Mensch schuf sich also zur Bewältigung der Willensfreiheit und um Folgen seiner Entscheidungen zuverlässig bewerten zu können ein spezielles Zeitsystem kausaler Abhängigkeiten, dass ihn von inneren Erfahrungen löst. [Lit 184]

Roberts weist uns den Weg, um wieder zur verlorenen "magischen Einstellung" zurückzufinden. Die reelle Zeit der Physik ist eine "natürliche physikalische Zeit" mit ihren natürlichen Rhythmen der Natur wie Tag und Nacht, dem Wechsel der Jahreszeiten, der Gezeiten und so weiter. Die derzeit in unserem Denken dominierende künstliche "kulturbedingte Zeit" mit willkürlichen Einteilungen in Monate und Wochen wird zur Abstimmung von Verabredungen, Arbeitszeiten, Abfahrtzeiten, Fließband-Organisationen und so weiter genutzt. [Lit 187]

Die Methode der "natürlichen magischen Lebenseinstellung" des höheren, außer der Zeit stehenden Selbst mit seiner Orientierung an der natürlichen physikalischen Zeit nun sei für ein Wachbewusstsein förderlicher als das Fixieren auf selbstgestrickte Vorgaben der kulturbedingten Zeit und ihre Absprachen. Denn die verwendete Methode, unsere Verhaltensweise, beeinflusst das Geschehen, dass wir erleben. [Lit 187]

In der kulturbedingten Zeit-Fixierung kann das Gefühl auftreten, dass jeder ihrer Augenblicke der Arbeit zu widmen sei. So wurde es vielen schon als Kind vermittelt. Jedoch liefert das innere Selbst nicht nach derartigen Vorgaben kulturzeitlich passend die Ergebnisse. Die schöpferischen Fähigkeiten und Impulse des höheren Selbst fließen dem Wachbewusstsein ohne Rücksicht auf dessen diskursiv festgelegten, zeitlichen Vorgaben zu. Da das Wachbewusstsein in jeder 'seiner' schöpferischen Leistungen hierauf angewiesen ist, ist es förderlich, sich nach innen fokussierend der "natürlichen magischen Lebenseinstellung" hinzugeben:

"Er [A.d.V.: der Intellekt] kann einsehen, dass sein eigenes Wissen nur die Spitze des Eisbergs darstellt. Indem du diese Einsicht auf dein Leben anwendest, wird dir außerdem klar, dass du ganz praktisch wirklich von einem größeren Wissen getragen wirst, als es dir bewusst ist, und von dem magischen spontanen Urquell des Geschehens, der deine Existenz hervorbringt. Für den Intellekt wird dann einsichtig, dass er nicht für alles zuständig sein muss: Nicht alles muss durchdacht, nicht einmal verstanden werden." [Lit 187]

Jedoch ist unsere Kultur vollständig auf die Orientierung an der kulturbedingten Zeit strukturiert - ein Krankenpfleger, Fluglotse oder Bahnbediensteter am Stellpult für Weichen kann sich nicht plötzlich zurücklehnen und in seiner beruflichen Tätigkeit auf Impulse warten. Zuerst müsste das Gesellschaftssystem grundlegend verändert werden.

Nach Roberts ist Zeitwahrnehmung eine Interpretation elektromagnetischer Impulse, welche sich durch Intensität und nicht durch Momente erweitert. In diesem elektromagnetischen System beinhaltet eine Reise durch die Zeit tatsächlich eine Reise durch Intensitäten. Das, was wir als Zeit verstehen, sind an- und abschwellende energetische Intensitäten. Innerhalb unseres physischen Umfeldes reiten wir gleichsam diese Wellen elektromagnetischer Schwingungen. Schwache Schwingungen erscheinen uns als Vergangenheit, die stärksten als Gegenwart und in noch nicht ganz so starken wie die gegenwärtigen vermuten wir die Zukunft. [Lit 189]

Sobald unsere Wissenschaften dies verstanden haben, wird die Vorstellung von aufeinanderfolgenden Momenten nicht weiter haltbar sein. Nur auf praktischer Ebene wird sie in begrenzter Weise weiter angewandt werden. [Lit 189]

Doch zurück zum Blick von außen auf das Stoffmuster aller Lebenszyklen einer Aussendung, das alle seine Vergangenheiten und Zukünfte enthält. Eine Beispiel-Identität kann einen Lebenszyklus parallel in diversen, völlig unterschiedlichen spirituellen Entwicklungsständen (vgl. S.199/Bde. 6&8) durchlaufen (vgl. Bd. 4). Und zwar in parallelen Realitätssystemen, die nur durch unterschiedliche Frequenzbereiche voneinander getrennt sind.

Die Zeitmuster unterschiedlicher mentaler Qualitäten des Protagonisten wiederholen sich also entsprechend seinen unterschiedlichen Entwicklungsständen variiert. Alle Zeitmuster

ergeben nach Ingrisch ein sich ständig veränderndes Netz, in dem alles mit allem energetisch verbunden ist. [Lit 142]

Für den menschlichen Verstand ist es ein Paradoxon, dass eine Wesenheit einerseits seine spirituelle Höherentwicklung betreibt, andererseits über der reellen Zeit aller Realitätssysteme stehend alle möglichen Entwicklungen seiner Aussendungen überblickt. Und damit auch unmittelbar über deren Erkenntnisstände verfügt. Wie erklärt sich also eine Notwendigkeit von Aussendungen, wenn die Wesenheit schon über die Erfahrungen der erfolgreichsten Aussendungen verfügt?

Nehmen wir an, eine Wesenheit ist nach seiner Ablösung von All-das-was-ist nahezu erkenntnislos. Damit es später in seiner unabhängigen Zeit (vgl. S.238) überhaupt zu erfolgreichen Aussendungen kommen kann, muss sie zunächst einen Prozess in Gang setzen, Aussendungen in Lebensformen entsenden und diese kontinuierlich unterstützen und fördern. So bringt sich die Wesenheit in einem sich wiederholenden Prozess von Aussendung, Support und Qualitätskontrolle in bessere geistige Zustände. Jede spirituelle Erkenntnis einer Aussendung erweitert auch ihr Bewusstsein.

Ein final hoher spiritueller Erkenntnisstand kann nur auf diesem Wege der schrittweisen Höherentwicklung erreicht werden. Im Physischen sind Erfahrungen möglich, die sich auf andere Weise in geistigen Realitätssystemen nicht erzielen lassen. Hörte die Wesenheit an irgendeinem Punkt dieser Entwicklung hiermit auf, würde es nicht zu den erfolgreichsten Aussendungen kommen und sie nicht in der Lage sein, in All-das-was-ist zurückzukehren oder noch gänzlich anders geartete Realitätssysteme zu erproben. Die geistige Evolution der Wesenheit würde dann über Erfahrungen in völlig andersartigen Welten vorangebracht.

Würde also kein Lebenszyklus initiiert, gäbe es keine eigenen Aussendungen und damit keine Erfahrungen. Wenn es uns gelingt, diesen Vorgang ohne die zeitliche Kausalität unseres Lebenssystems zu betrachten, wird deutlich, dass selbst dann, wenn alle Ereignisse zeitlich in einem Punkt zusammenfallen, unterschiedliche Ergebnisse nur durch Änderung des Verhaltens der Beteiligten zustande kommen.

Die Kausalität der Abläufe unseres Lebenssystems basiert also auf der kollektiven Entscheidung der Wachbewusstseine, Ereignisse auf diese Weise und nicht etwa über Assoziationsketten verbinden zu wollen. Im Geistigen sind Assoziationsvorgänge des emotionalen Gehalts von Ereignissen das primäre Ordnungsprinzip [Lit 183]. Es ist eine assoziative Kausalität.

Unser all dies reflektierendes Wachbewusstsein muss folglich lernen, mit mindestens zwei im Wesen unterschiedlichen Zeiten umzugehen - der reellen und der unabhängigen Zeit - und deren unterschiedliche Charakteristika zu berücksichtigen. Roberts schreibt zum Organisationssystem der Psyche:

"Die Psyche arbeitet mit assoziativen Vorgängen, da sie [A.d.V.: im physischen Lebenssystem sich manifestierende] Ereignisse durch Assoziationen gestaltet. In diesem Rahmen hat die [A.d.V.: reelle] Zeit nur eine sehr geringe Bedeutung. Assoziationen werden sozusagen durch emotionale Erfahrungen miteinander verbunden. Die Emotionen bestimmen in einem großen Ausmaß die Zeit [...] Die Organisation der Träume hat [...] zu tun [...] mit dem Gefühlsleben und assoziativen Prozessen." [Lit 183]

Roberts liefert ein anschauliches Beispiel für assoziative Verknüpfungen. Beispielsweise erhält man von einem entfernten Verwandten einen Brief, der unmittelbar Erinnerungen an lang vergangene, emotionale Begebenheiten mit dieser Person hervorruft. Hieran anknüpfend können ganz andere, assoziativ mit dem Verwandten verbundene Begebenheiten ins Wachbewusstsein drängen. Unzählige schnell wechselnde mentale Bilder erreichen es. Wenn man sich jetzt fragt, ob wohl der Verwandte eine für das nächste Jahr geplante Reise antreten wird, kommen Bilder einer wahrscheinlichen Zukunft ins Wachbewusstsein. All diese Bilder und Gedanken sind gefärbt von den Emotionen, die aufgrund aller gemeinsamen emotionalen Ereignisse mit dem Verwandten verknüpft sind. [Lit 183]

Alle Leben, die wir leben, finden im Grunde gleichzeitig statt, sind miteinander verbunden und wirken aufeinander ein. Darin kommt es nach Roberts immer wieder zu rhythmischen Zeit-zu-Zeit-Überlagerungen, bei denen sich wichtige Begebenheiten aus verschiedenen Lebenszyklen überschneiden. In diesen Annäherungen sei der Datenaustausch intensiver als gewöhnlich. [Lit 187]

Doch umfasst dieses Phänomen nach Roberts noch weit mehr:

"Zeitüberlagerungen sind Versionen von Zentralereignissen, in denen ein umfassendes Geschehen mit einer seiner 'Seiten' in einer bestimmten Zeit zum Ausdruck kommt, mit einer anderen hingegen in einer anderen Zeit und so weiter. Zeitüberlagerungen sind also [...] Spiegelungen bestimmter Geschehnisse zu verschiedenen Zeiten. Solche Zeitüberlagerungen gibt es immer. Sie können [A.d.V.: auch] durch gewisse Assoziationen aktiviert werden, und sie erlauben euch daher in eurer Gegenwart flüchtige Einblicke in die Zukunft oder in die Vergangenheit. Die sogenannte Gegenwart wird also gleichsam verdichtet.

Dem liegt die innere Wahrnehmung der Psyche zugrunde, dass sämtliche Geschehnisse miteinander verbunden sind und dass reinkarnationsbedingte Erfahrungen eines jeden Individuums eine reiche Quelle eines Wissens bilden, aus der jeder Mensch, wiewohl meist nur unbewusst, schöpft. Dieses normalerweise unbewusste Wissen ist für die ganze Gattung von großer Bedeutung, denn somit beschränkt sich das Wissen der Menschheit nicht auf irgendeine gerade lebende Generation; dieses kann vielmehr innerhalb des weiterreichenden reinkarnatorischen Netzwerks zirkulieren." [Lit 187]

Und wieder spielen die Körperzellen respektive Zellbewusstseine eine wesentliche Rolle in diesem Informationsfluss. Und wenn wir in Träumen Einblicke in parallele Leben bekommen, dann sei es, als wenn man nur von einem Raum in einen anderen geht. Wir könnten auch im Wachzustand dieses "weitmaschig und tief verflochtene Netzwerk des Daseins" allenthalben spüren. [Lit 187]

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