Wirtschaft

Auflistung markanter deutscher Staatsausgaben, Steuereinnahmen und Schulden

Wohin fließen unsere Steuermilliarden?

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1961er 20DM-Schein
Die alte Deutsche Mark
(Mit freundlicher Genehmigung
des Bildarchivs der
Deutschen Bundesbank)
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Wofür gibt Deutschland Geld aus?

Die folgende Übersicht ist eine Auflistung markanter deutscher Ausgaben, die von den Mainstream-Medien verschwiegen oder nur am Rande erwähnt werden. Die Liste ist nicht vollständig. Sie zeigt jedoch auf, wohin das Geld deutscher Steuerzahler abfließt, so dass es im Inland zur Deckung der eigentlichen Aufgaben des deutschen Staates nicht mehr zur Verfügung steht. Die Zahlen entstammen teilweise ungesicherten Quellen, sind daher nur als Anhaltspunkte zu verstehen:

4300 Mrd.  Verdeckte Staatsschuld der Garantien für die Sozialsysteme incl. außerbilanzieller Schulden wie Pensionsverpflichtungen des Staates (2010)
- 1712 Mrd.  Schuldenstand des Bundes & der Sozialversicherung (Stand 31.12.2009)
- 520 Mrd.  Schuldenstand der Bundesländer & Gemeinden (Stand 31.12.2009) 
- 89 Mrd.  angenommene Neuverschuldung für Grundhaushalt 2010 analog Jahr 2009. Für 2011 werden übrigens 100 Mrd. veranschlagt: Nettokreditaufnahme 85,8 Mrd. + 14,5 Mrd. neue Schulden aus Sondervermögen.
- 42 Mrd.   Schuldzinsen für geliehenes Kapital (u.a. Staatsanleihen) in 2010 geschätzt analog 2009
= -6621 Mrd. Grundverschuldung Deutschlands (2010)
   
- 480 Mrd.  Bankenrettung No.I (10/2008)
= -480 Mrd. Bankenrettung No.I Gesamtkosten (2008)
   
(circa) - 1,6 Mrd.  Lettland-Rettung: 27 Prozent Finanzierungsanteil Deutschlands am EU-Anteil des 7,9 Mrd. EU-Rettungspakets (2009)
(circa) - 0,12 Mrd.  Lettland-Rettung: 6 Prozent Finanzierungsanteil Deutschlands am IWF-Anteil des 7,9 Mrd. EU-Rettungspakets (2009)
(circa) = -1,82 Mrd. Lettland-Rettung Gesamtkosten (2009)
   
- 22,4 Mrd.  Bankenrettung No.II: Griechenlandhilfe Gesamtbürgschaft Deutschlands, erhöht sich nicht bei Ausfall der Slowakei (2010-2013)
  Bankenrettung No.II: Griechenlandhilfe (+ 4,43 Mrd. deutscher Anteil) 1.Kredittranche Extra-Bürgschaft (4/2010)
- 2,4 Mrd.  Bankenrettung No.II: 6 Prozent Finanzierungsanteil Deutschlands am IWF-Anteil der Griechenlandhilfe 1.Kredittranche 
  Bankenrettung No.II: Griechenlandhilfe (+ 1,5 Mrd. deutscher Anteil) 2.Kredittranche von 6 Mrd. (9/2010)
- 0,15 Mrd.   Bankenrettung No.II: 6 Prozent Finanzierungsanteil Deutschlands am 2,5 Mrd. IWF-Anteil der Griechenlandhilfe 2.Kredittranche (9/2010) 
= -24,95 Mrd. Bankenrettung No.II Gesamtkosten (2010-2003)
   
- 123 Mrd.   Bankenrettung No.III: 750 Mrd. EU-Rettungspaket, es reicht im worst case nur für 2010 (5/2010)
- 24,6 Mrd.   Bankenrettung No.III: 750 Mrd. EU-Rettungspaket Extra-Bürgschaft in (5/2010)
- 14 Mrd.   Bankenrettung No.III: 750 Mrd. EU-Rettungspaket Deutscher Anteil am EU-Beitrag (5/2010)
- 15 Mrd.   Bankenrettung No.III: 6 Prozent Finanzierungsanteil Deutschlands am IWF-Anteil des 750 Mrd. EU-Rettungspakets 
- 1,6 Mrd.   Bankenrettung No.III: Durch höhere Risikovorsorge der Bundesbank geringer ausfallende Bundesbankgewinn im Rechnungsjahr 2010 (03/2011) 
- 1,35 Mrd.   Bankenrettung No.III: 27%-Anteil Deutschlands an 5 Mrd. EZB-Grundkapitalerhöhung auf 10,7 Mrd. (12/2010) 
= -179,55 Mrd. Bankenrettung No.III Gesamtkosten (2010)
   
-200 Mrd.   2013er Bankenrettung "Pakt für den Euro" No.IV: Anteil Deutschlands (03/2011) 
= -??? Mrd. 2013er Bankenrettung No.IV Gesamtkosten (2010)
   
- 71 Mrd.   Hypo Real Estate (HRE): Erhöhung der Staatsgarantien in 09/2010 bei Bildung der Bad Bank FMS (Abwicklungsanstalt der HRE) 
- 2 Mrd.   Hypo Real Estate (HRE): Erhöhung der Staatsgarantien in 07/2010 
- 100 Mrd.   Hypo Real Estate (HRE): Staatsgarantien für den Immobilienfinanzierer Anfang(??) 2010 
= -173 Mrd. Hypo Real Estate-Rettung Gesamtkosten (2010)
   
- 43 Mrd.   Konjunkturpaket I (2009) & II (2010): Kurzarbeitergeld
- 18,7 Mrd.   Konjunkturpaket I (2009) & II (2010): Steuererleichterungen für private Unternehmen & Konzerne
- 10 Mrd.   Konjunkturpaket I (2009) & II (2010): Sonstige Wirtschaftshilfen
- 115 Mrd.   Konjunkturpaket II (2010): Wirtschaftshilfe über den Deutschlandfond
= -176,6 Mrd. Konjunkturpaket I & II: Gesamtkosten (2009 & 2010)
   
- 356 Mrd.   Target 2 Defizit der deutschen Bundesbank - möglicherweise unwiederbringlich verloren (07-2011) [Was ist Target 2?]
- 170 Mrd.   EU-Finanzierung: Deutschlands Anteil an EU-Zahlungen (1976-2008)
- 18 Mrd.   Polen: Deutschlands 27%-Anteil an EU-Zahlungen an Polen (2007-2013)
- 25 Mrd.   EU-Beitrag Deutschlands (2010). Für 2011 sind 26,5 Mrd. vorgesehen.
- 2,16 Mrd.   Deutschlands 27%-Anteil am EU-Außenamt (p.a. 2010). Dort würden Milliarden Euro in einem "quasi rechtsfreien Raum" verteilt, unter "schweren Verstößen gegen europäisches Haushaltsrecht", so Inge Grässle (CDU) als Sprecherin der europäischen Christdemokraten im Haushaltskontrollausschuss.
- 0,324 Mrd.   Deutschlands 27%-Anteil an Pensionszahlungen für 17.471 EU-Pensionäre ab deren 58ten Lebensjahr mit durchschnittlich EUR 68.655 p.a. (p.a. 2009)
= -571,5 Mrd. Auszug aus Deutschlands EU-Kosten von 1976 bis Ende 2010
   
- 338 Mrd.   Vermutlich Uneinbringliche Ausleihungen der Deutschen Bundesbank an Bundesbanken europäischer Staaten (2004-2010)
- 238 Mrd. 27%-Anteil Deutschlands an EZB Käufen der Staatsanleihen Italien & Spaniens ab 8.8.2011. Ausfälle durch Staatsbankrotte können Deutschlands Anteil bis auf 69 Prozent um den Faktor 2,5 erhöhen.
- 115 Mrd.   Finanzhilfen & Steuererleichterungen für private Konzerne (2010)
- 50 Mrd.   Finanzhilfen & Steuererleichterungen für halbstaatliche und staatliche Dienstleister wie Krankenhäuser und Theater etc. (2010)
- 30 Mrd.   Afghanistan-Krieg bis 2010. Selbst im schrittweisen Rückzug ab 2013 entstehen laut DIW Gesamtkosten von 47 bis 92 Mrd., wogegen die Bundesregierung die Kosten schön rechnet) 
- 3 Mrd.   Commerzbank-Rettung: Zweimaliger Verzicht der Bundesregierung auf Zinszahlung der Commerzbank im Notkreditvertrag trotz circa 1,4 Mrd. Gewinn p.A. (02-2011) 
- 0,43 Mrd.   Afghanistan: jährliche zivile Zuwendungen zum Wiederaufbau (Ab 2013 gehen 50% aller Hilfsgelder direkt an im gigantischen Ausmaß korrupte afghanische Regierung) 
- 0,240 Mrd.   Ägypten: Schuldenerlass durch Außenminister Westerwelle in 08-2011 
- 0,150 Mrd.   Ägypten: Zuschuss für Reformen durch Außenminister Westerwelle in 08-2011 
- 0,013 Mrd.   Afghanistan: Schuldenerlass für den afghanischen Staat durch Außenminister Westerwelle anläßlich seines Kabul-Besuchs in 12/2010 
- 0,442 Mrd.   Kirchengehälter aufgrund eines Beschlusses aus dem Jahre 1803 (p.a. 2009) 
- 0,074 Mrd.   28% Deutschland-Anteil an 264 Mio. EU-Krisenhilfe für Länder in Afrika, der Karibik und dem pazifischen Raum (09-2010) 
- 0,011 Mrd.   40 Mio. jährliche deutsche Zahlung an Jemen (12-2010) 
= -779,29 Mrd. Sonstige Zahlungen und uneinbringliche Verbindlichkeiten (2010)

Betrachten wir zuerst die vorgeblich nach oben offene 2013er Bankenrettung No.IV. Dies ist der letzte verzweifelte Schuss der Regierungen gegen den Zusammenbruch des europäischen Währungssystems. Man braucht gar keine Zahl mehr zu nennen: Denn gleichgültig, wie hoch diese ausfällt, ist auch Deutschland bankrott, wenn dieser 2013er Rettungsschirm in Anspruch genommen werden müsste. Das ist nämlich dann der Fall, wenn Spanien oder Italien fällt. Selbst wenn Frankreich stehen bliebe, könnte Deutschland ebenso wenig wie andere verbliebene Retter aus ihren Schulden je herauskommen. Weder durch eine Hyperinflation noch durch massives Gelddrucken. Die Bonität und damit die Rating-Einstufungen würden sich notwendig verschlechtern, was laufende und neue Schulden verteuert. Dann bliebe nur als letzten Ausweg eine Währungsreform, die jedoch vermutlich zum Nachteil aller Bürger in der EU in eine für Banken vorteilhafte Weltwährung münden wird (siehe: Aktuelle Zwischenbilanz.). Die Politik an den Fäden der Banken sorgt durch ihre politischen Entscheidungen für eine Ausplünderung derjenigen, die sie zu vertreten vorgibt. Wir sollten über den italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi und seine augenscheinlich unsauberen Machenschaften nicht die Nase rümpfen - wir haben seit langem ähnlich agierende Volksvertreter unterschiedlicher Parteien.

Die Liste der Verbindlichkeiten ist nicht vollständig - es fehlen unter anderem

Des weiteren verpulvert die EU-Kommission selbst im Angesicht von Staatspleiten Mittel für überhohe Pensionen und Fördergelder - beispielsweise 50.000 Euro für ein "Europäisches Hip Hop Laboratorium" und 200.000 Euro, um EU-Bürger über das "kreative und demokratische Potenzial" von Handys aufzuklären (Quelle: Bund der Steuerzahler Deutschland e.V.-Newsletter vom 17.6.2010). Und auch an derartigen, ungezählten und überflüssigen Projekten sind Deutschlands Steuerzahler mit 27 Prozent beteiligt. Die Jahresgehälter der 27 EU-Kommissare und rund 300 weiterer EU-Beamte sind zudem höher als EUR 170.000,- p.A.. Auch zahlt Deutschland knapp 25 Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl noch immer Entschädigungen für ökologische Folgen des Unfalls - bisher insgesamt 238 Millionen Euro nach Auskunft der Bundesregierung auf Anfrage der Grünen. Jäger und Jagdrechteinhaber erhielten im Jahr 2009 beispielsweise EUR 424.650,-.

Dem stehen etwa 254,3 Mrd. Gesamteinnahmen des Bundeshaushalts im Jahr 2010 und 249,9 Mrd in 2011 gegenüber (Schätzung der Bundesregierung vom 4.7.2010).

Dabei wäre alles so einfach. Beispielsweise schöpfen die Energiekonzerne aus der um fünfundzwanzig Jahre verlängerten Laufzeit ihrer abgeschriebenen Kernkraftwerke einen unerwarteten Zusatzgewinn in Höhe von 200 Mrd. Euro. Die geplante Brennelementsteuer schöpft hiervon nur lächerliche 1,6 Mrd. Euro ab (durch Steuervorteile und Abschreibungsmöglichkeiten verringert sich die publizierte Belastung der Kraftwerksbetreiber in Höhe von 2,2 Mrd. um etwa 0,6 Mrd. auf 1,6 Mrd.). Mit einer hohen Abschöpfung von beispielsweise 150 Mrd. Euro könnte allein über die Laufzeitverlängerung eine deutsche Staatspleite deutlich hinausgezögert werden. Ich sehe in der deutschen Wirtschaft diverse ähnliche Einsparungs- respektive Abschöpfungsmöglichkeiten, welche die betroffenen Branchen kaum belasten und daher auch Arbeitsplätze nicht gefährden. Diesem rationalen Handeln steht nur das (weltweite) Prinzip gekaufter politischer Eliten entgegen, welches beschönigend Lobbyismus genannt wird. Die wichtigen Gesetze respektive Vereinbarungen zu Gesundheitsreformen, Bankenkontrolle und zur Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken werden heute von den Konzernen selbst formuliert, also diktiert. Unsere wechselnden Regierungen erscheinen hierdurch in der Außenwirkung als ebenso käuflich, wie man es nigerianischen Beamten gelegentlich unterstellt. Mit einer angemessenen Beteiligung von Banken, Energieversorgern und Pharmaindustrie u.a. ließe sich vermutlich selbst das teure Experiment der europäischen Einheitswährung noch sehr lange finanzieren und damit weiterführen.

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