Das Kritik-Blog

Kollateralkritik zum Treiben unserer Mitmenschen

Freitag, Juli 11, 2008

Stehen die USA vor der Pleite?

Das finanzielle Engagement von Fannie Mae und Freddie Mac - den beiden größten und im Status fast staatlichen US-Hypothekenfinanzierern - liegt bei 5200 Milliarden USD. Wenn diese Unternehmen in Konkurs gehen - und danach sieht es derzeit nach Verlusten von gut 11 Milliarden USD in den vergangenen neun Monaten aus - wären damit die Hälfte aller laufenden Immobilienkredite in den Vereinigten Staaten betroffen. Es würden durch die verbleibenden Institute nicht in ausreichender Zahl neue Hypothekendarlehen vergeben werden können, was den Häusermarkt zum Erliegen und die Hauspreise gänzlich zum Einsturz bringen könnte. Denn diese beiden Institute sind quasi die letzten Baufinanzierer, welche nach dem Rückzug vieler Banken aus dem Geschäft die Hypothekenvergabe am Leben erhalten. Über einhundert US-amerikanische Hypothekenbanken sind bereits in Konkurs gegangen oder haben die Hypothekenvergabe eingestellt.

Eine Verknappung von Geldmitteln für Hypotheken führt zu fallenden Hauspreisen, weil dann weniger Menschen zu kaufen in der Lage sind. Fallende Hauspreise wiederum bewirken ein Platzen weiterer bestehender Hypotheken-Kredite wegen Überschuldung durch Wertverfall der Sicherheit und führen in eine Abwärtsspirale. Alleine im letzten Jahr 2007 sind die Hauspreise in den USA durchschnittlich um 15,3 Prozent gefallen, in einigen Regionen bis zu 31,7 Prozent.

Dieser schlechteste Fall (worst-case-szenario) könnte schon bald eintreten, wenn nicht die US-amerikanische Regierung einmal mehr einspringt und diese beiden Unternehmen verstaatlicht oder deren Schulden übernimmt oder für diese Garantien abgibt. Bereits im Frühjahr rettete die US-Notenbank die seinerzeit vor dem Konkurs stehende Investmentbank Bear Stearns vor der Pleite. Es wurde nun vom US-Finanzministerium ein Gesetz angedacht, das staatliche Garantien für die etwa 5000 Milliarden USD Schuldverschreibungen von Fannie Mae und Freddie Mac vorsah, für die die Institute gerade stehen. Dieses wurde verworfen, weil sich die Staatsschulden alleine durch diese Garantien verdoppelt hätten und das Volumen mehr als ein Drittel des US-Bruttoinlandsprodukt entspricht.

So könnte also dieser Brocken selbst für den US-Haushalt zu groß sein und so oder so einen Zusammenbruch des US-amerikanischen Wirtschaftssystems mit ungewissen Folgen für die Weltwirtschaft nach sich ziehen. Und gleich, wie der Staat reagiert - am Ende zahlt der Steuerzahler. Denn die Staatsschulden, die aus staatlichen Übernahmen oder Garantien entstehen, sind letztlich Gelder, welche früher oder später durch den sogenannten Bürger aufgebracht werden müssen.

Wie es aussieht, haben Banker wie Salomon Brothers Ende der 70er-Jahre mit den handelbaren Hypothekenpaketen eine Büchse der Pandora geöffnet, die kaum wieder zu schließen sein wird. Mit diesem handelbaren Finanzinstrument "revolutionierten" sie den Immobilienmarkt, weil es den Hypothekenbanken Kapital zuführte, wenn sie Kredite weiterreichten. Das viele Kapital wollte vergeben sein - und so gab es großzügig Hypotheken, oft über den Hauswert hinaus, weil man angenommene zukünftige Wertsteigerungen des Beleihungsobjekts bereits einrechnete. Nun gibt es in diesem Geschäft nur noch Verlierer.

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Freitag, März 21, 2008

Interessiert das noch irgendwen? (Vol.2)

Ich habe Januar 2006 an dieser Stelle schon einmal gefragt, ob sich noch jemand für das Geschehen im Irak interessiert. Zum fünften Jahrestag des Beginns eines nicht zu gewinnenden Krieges und gut viertausend tote Soldaten der 'Allianz der Willigen', ungezählten Verletzten sowie über einhunderttausend tote Zivilisten später sollte die Frage noch einmal gestellt werden.

Inzwischen sind die seinerzeit vorgeschobenen Kriegsgründe zwar allseits als nicht zutreffend bestätigt, doch wer trägt dann das Verschulden an der Invasion? Die US-Geheimdienste sagen, die Deutschen trügen die Verantwortung für diesem Krieg - eine falsche, nur von einer Quelle bestätigte Information, geliefert vom deutschen Geheimdienst BND, hätte die USA in einen Krieg getrieben, der ohne den deutschen Fehler nicht begonnen worden wäre.

Da die derzeitige Regierungskoalition gegenüber dem Partner USA nur den vorauseilenden Gehorsam zu kennen scheint, sollte sie schleunigst die drei Billionen US-Dollar (3.000.000.000,-) an George W. Bush überweisen, die der Krieg bisher in etwa gekostet hat. Und eine Vorauszahlung für die nächsten fünf Jahre in gleicher Höhe. Dann hätten die USA auch wieder Geld für die Ausstattung ihrer Soldaten und müssten nicht - wie es tatsächlich Usus ist - dem beispielsweise in Bagdad bei einem Anschlag am Kopf lebensgefährlich verletzten Soldaten eine Rechnung über 12000 US-Dollar schicken - für seinen unbrauchbar gewordenen Helm und verlorene Ausrüstungsgegenstände.

Aber auch hier könnte Deutschland doch...

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Dienstag, Januar 22, 2008

NZ versus SZ - Oder können Kontinente sinken?

Der Journalist Axel Bojanowski hat in einen Artikel der Süddeutschen Zeitung (03/2008, Titel: 'Stillstand auf Erden') eine abenteuerliche These aufgestellt: Würden die Kontinente sich nicht in einer beweglichen Erdkruste befinden, wären sie 'längst im Meer versunken'. Nur vergaß er zu bedenken, dass Kontinente gewöhnlich nicht auf Wasser schwimmen, sondern auf Magma, also flüssigen Gestein. Und sie schwimmen auf diesem, weil sich durch Abkühlung eine Kruste gebildet hat - dieses sind die Kontinente. Zwar können diese durch tektonische Bewegungen unter andere Kontinente geschoben werden, doch steigt an anderer Stelle wieder Magma auf , kühlt ab und ergänzt vorhandene Kontinente.

Nächste Theorie - hierfür bezieht sich der Autor auf die Geophysiker Paul Silver und Mark Behn aus den USA: Es drohe ein Ende der Bewegungen, wenn sich die Kontinente zu einen Superkontinent vereinigen würden. Doch vergaßen sowohl die US-amerikanischen Geophysiker als auch Bojanowski zu bedenken, dass hierzu mit diesen Stop ein Ende der Erdrotation einhergehen müsste. Denn diese hat die Platten dereinst aus einen Ur-Superkontinent herausgelöst und wird auch weiter als Antrieb wirken. Stellen Sie sich die Kontinente vor wie die Haut auf dem abkühlenden Pudding - wenn Sie den Topf schwenken, in Bewegung bringen, kommt auch die Haut irgendwann in Schwung.

Nächste Idee: Der Sog der versinkenden Platten treibe die Bewegung aller Platten an. Das ist nun völlig absurd - denn: Die Platten bewegen sich nicht, weil sie versinken, sondern sie versinken gegebenenfalls beim Zusammenstoß mit einen anderen Kontinent, weil sie sich - angetrieben durch die Erdrotation - bewegen.

Noch eine These: Der Pazifik könne dereinst 'komplett im Erdinnern verschwunden sein', was zu einen Stillstand der Kontinente führe. Dies schmerzt den Grundschulabsolventen sehr, denn: Würde er im Erdinnern verschwinden, verschwände sämtliches Wasser der Weltmeere. Und was passiert, wenn man Wasser in flüssiges Magma kippt? Es verdunstet. Zur Klarstellung: In die Luft und nicht in das flüssige Magma. Die Verdunstung würde zu vermehrten Regen führen, was den Pegel der Weltmeere ziemlich konstant halten dürfte. Und was ist mit dem angedeuteten Stillstand? Siehe oben.

Was lehrt uns all das? Die US-amerikanischen Schulen und Universitäten sind schlechter als ihr Ruf. Und Journalismus ist ein schwieriges Geschäft.

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Freitag, August 03, 2007

'Minneapolis bridge collapse' oder ist Sicherheit sexy?





Ich erinnere eine etwa acht Jahre alte Reportage, in der schon der schlechte Zustand US-amerikanischer Brücken konstatiert wurde. Vor wenigen Jahren war dies dann auch einmal Thema bei unseren deutschen Politikern - vermutlich in irgend einem Sommerloch. Und nun ist uns Amerika wieder einen Schritt voraus. Die erste große Brücke ist eingestürzt.

Auf die Frage, warum die Sicherheit der US-amerikanischen Infrastruktur nicht Wahlkampfthema sei, sagte ein US-Senator: "Das Thema ist nicht sexy." Vielleicht ist es das jetzt, wenigstens bis die Brücke wieder aufgebaut und Gras darüber gewachsen ist. Bis zum Ende des US-Wahlkampfes im November 2008 wird dieser eine Einsturz vermutlich nicht ausreichen, um eine Politikerseele wachzurütteln. Denn dessen Motive sind fast ausnahmslos rein populistisch.

Hier gehts zum Video vom Einsturz:
http://www.i35bridgevideo.com/

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Donnerstag, Juli 26, 2007

Die öffentlich rechtliche Sprachregelung

Was bitte ist das für eine Formulierung:
"Der entführte Bauingenieur starb am Freitag während der Geiselhaft. "
So NDR-Info im Wortlaut und auch die Fernsehmedien in den Nachrichtensendungen der letzten Tage. Sie ist - auch wenn sie nicht so erscheint - obszön.

Falls das bei den Journalisten und den verantwortlichen Intendanten von NDR, MDR, WDR, SFR, BR, ARD, ZDF & Co noch nicht angekommen sein sollte - der Mann wurde ermordet. Und zwar von Geiselnehmern. Er ist weder sanft eingeschlafen noch an einem Herzkasper eingegangen. Dieses Schönreden und damit Verfälschen von Nachrichten ist typisch für eine Kriegspropaganda in Zeiten militärischer Aktivität. Umgekehrt wird von Politik und Medien eine Bedrohung stilisiert, dem Wahlvolk in wohlüberdachten Dosierungen Angst eingejagt, damit dieses die mittlerweile unzweifelhaft kriegerischen Einsätze seiner Truppen mitträgt und nicht aufbegehrt. So kann nun jeder der beteiligten Journalisten im Stillen für sich nachvollziehen, wie unter Hitler aus Journalisten schleichend Propaganda-Journalisten wurden. Damit werden sie in jeder Hinsicht mitverantwortlich für die negativen Folgen des Krieges. Wenn schon nicht nach dem Gesetz, dann doch unzweifelhaft in moralischer Hinsicht. Wir tragen eine tiefe und weitgehende Verantwortung für andere in uns - und werden wir dieser nicht gerecht, entfernen wir uns mehr und mehr von Wahrheit, Mitleid und Gerechtigkeit [siehe Blogbeitrag: 'Unsere Verantwortung gegen andere'].

Afghanistan zeigt in Bezug auf Demokratisierung und Innere Sicherheit schon lange nur noch Rückschritte auf. Die dortige Situation gleicht sich derjenigen des Irak mehr und mehr an. Wenn Du als Folge der ebenfalls unsäglichen Kampagne 'Du bist Deutschland' nun annimmst, dass Du Deutschland bist, dann hast Du ein Problem [siehe Blogbeitrag: 'Du bist Deutschland'].

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Dienstag, Juli 17, 2007

Unomig, Untac & Co - oder warum sterben unsere Soldaten?

7500 deutsche Wahlbürger sind beruflich mit unserer Verteidigungsarmee in Auslandseinsätzen unterwegs. Bis heute sind 69 von Ihnen für 'das deutsche Vaterland' gestorben. Alleine 25 in Afghanistan. Weitere sechzehn haben sich unter dem Druck der Verhältnisse in diesen Einsätzen selbst getötet. Sven, Corinna, Pierre, Franz Peter, Jens, Tilo, Kim und andere sind nicht mehr unter uns.

Es sieht nicht gut aus für unsere Nachbarn und Mitbürger, welche von der Bundeswehr zu Auslandseinsätzen nach Bosnien (SFOR, EUFOR), Kambodscha (UNTAC bis 1996), Georgien (UNOMIG), in den Kosovo (KFOR) und nach Afghanistan (ISAF) abkommandiert werden. Zunehmend kehren einige von ihnen liegend im Sarg zurück. Es scheint, als würde die Gefährlichkeit der Arbeit der Bundeswehr unterschätzt. Allerdings ist der Glaube der Soldaten an ihre eigene Unversehrtheit ebenfalls nicht zu unterschätzen - in den USA gehen erst jetzt, im sechsten Jahr des für viele Soldaten tödlichen Irak-Krieges, die Neuzugänge zur Armee zurück. Also treibt auch eine wirtschaftliche Perspektivlosigkeit durch fehlende Jobs in der Heimatregion junge Leute als neues Kanonenfutter in die Kasernen der Welt. Wo sie dann von dummdreisten politischen Vorgesetzten nach belieben verschoben und verheizt werden.

Könnte dies uns etwas lehren? Ja, wenn wir anerkennen, dass Deutschland vor der Aufnahme von Auslandseinsätzen eine 'Insel der Glücksseeligkeit' war, fernab von jeder Terrorgefahr, wenn wir weiter anerkennen, dass erst unsere wechselnden politischen Führungen durch die Unterstützung der USA in deren völlig falschen Kampf, zudem mit falschen Mitteln geführt, uns in den Strudel deren politischen Fehlverhaltens hineinzogen. Nein, wenn wir denken, dass der Beginn des Krieges der USA im Irak nicht auf vorgeschobenen, erdichteten und erlogenen Gründen initiiert wurde und dieser seither ohne Menschenrechtsverletzungen vollzogen wird und hiermit zudem der Kern von weltweit operierenden Terroristengruppen zerstört wird.

Es sieht jedoch nicht nach Letzterem aus. Und es gibt weitere Länder auf Amerikas 'Achse des Bösen'.

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Dienstag, Mai 22, 2007

Der grosse Ausverkauf

Ist es nicht merkwürdig, dass die "Bürger" dieser Welt, welche nur in Wahlkampfzeiten von Politikern als solche respektiert werden, Regierungen wählen, die ihnen nicht selten Not und Elend bringen?

Die philippinische Regierung privatisierte deren Gesundheitssystem - zuerst wurden Arme auch bei lebensbedrohenden Erkrankungen nicht mehr behandelt, nun dürfen auch Reiche am Leid partizipieren, weil sich das marktwirtschaftlich ausgerichtete Gesundheitssystem in dem armen Land nicht rechnet - Pfleger und Ärzte wandern in Scharen aus und Krankenhäuser werden geschlossen.

Die bolivische Regierung verkaufte die Wasserversorgung der Stadt Cochabamba an einen US-Konzern und stellte in einem Atemzug das Sammeln von Regenwasser durch die Bevölkerung unter Strafe. Trinkwasser ist nun für eine Vielzahl der "Bürger" unbezahlbar, verschlingt gut ein Viertel des durchschnittlichen Monatseinkommens.

Die südafrikanische Regierung verkaufte den Stromversorger von Soweto an ein Privatunternehmen. Auch hier das gleiche Bild - eine Vervielfachung der Strompreise, die besonders die Ärmsten trifft.

Die britische Regierung zerschlug im Jahr 1997 die englische Staatsbahn in 150 Privatunternehmen. Seither verfällt das Schienennetz, es wird kaum noch investiert und die Nutzung der Bahn ist ein logistischer Alptraum.

Was hat das mit uns zu tun? All dies betrifft jeden von uns direkt, weil auch in diesem unseren Lande fast unmerklich ein Krankenhaus nach dem anderen, eine städtische Wasserversorgung nach der anderen, ein Stromversorger nach dem anderen und Weiteres privatisiert wurde oder wird. Es ist der falsche Weg, weil sich der Staat aus der Grundversorgung seiner "Bürger" nicht herausnehmen dürfte. Wenn er sich denn für ihn, den Bürger, den er ja eigentlich vertritt, verantwortlich zeichnen würde. Aber jeder hauptberuflich in der Berufsgruppe als Lobbyist Tätige hat mehr Einfluss auf die Richtung der Politik als der Wahlkampfzeiten-Bürger. Und sie vertreten nicht seine Interessen, um es milde auszudrücken.

Florian Opitzs Dokumentation 'Der große Ausverkauf' führt diese Zusammenhänge vor Augen. Doch was können wir tun? Fallen wir auf die Politikersprüche in Wahlkampfzeiten nicht mehr herein und seien wir lernfähig, merken uns, wenn uns etwas geärgert hat. Und schreiben es in den Kalender: "Im Herbst 2009 nicht die Partei CSD wählen".

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Samstag, April 21, 2007

Von Terrorgefahr, Bürger-Überwachung und Angriffskriegen

Ist es nicht merkwürdig, dass in Deutschland die Kontrolle der Bürger über Kommunikationsdaten (Telefonkontakte, Email- und Internetverkehr), Bewegungsdaten (Kennzeichenerfassung auf Autobahnen, in Erprobung: Gesichtsidentifizierung über Überwachungskameras) und Ausweisdaten (Fingerabdruck, Gesichtserkennung) auf eine weltweit einsame Spitze getrieben wird, wogegen die selbsternannten Terrorismusbeseitiger und Kämpfer gegen deren erfundene 'Achse des Bösen' - die USA und Britannien - noch nicht einmal wissen, wo ihre Bürger wohnen? Weil es keine Meldepflichten gibt, in Britannien noch nicht einmal eine Ausweispflicht. Daher haben auch Nummernschilder an US-amerikanischen und britischen Autos nur Unterhaltungswert, weil sich die dazugehörigen Halterdaten nicht über Zentralregister abrufen lassen. Darum muss deren Polizei jeden Geschwindigkeitsübertreter oder nun auch jeden Terroristen hinterherjagen und in Wildwestmanier stellen, andere Bürger gefährdend und mit ungewissen Erfolg. Und diesen Bananenstaaten wollen wir Deutschen mit einem perfekten, wahrhaft orwellschen Überwachungsstaat zeigen, wo es langgeht? Die spinnen, die Deutschen - mal wieder. Denn gut alle hundert Jahre erreichen sie vom Gutgemeinten ausgehend negative politische Extreme.

Gut, gerade die Amerikaner tun etwas, schränken erheblich die Menschenrechte ihrer Bürger ein, zensieren gar Märchenbücher und andere Literatur unter dem Vorwand der
'nationalen Sicherheit'. Doch trauen sich die politischen Machtinhaber nicht, auch nur das Minimum einer staatlichen Kontrolle - die zentrale Erfassung der Wohnadressen seiner Bürger - einzuführen. Der deutsche Staat jedoch würde auch die lückenlose Sprachaufzeichnung alles im Staatsgebiet Gesagten einführen, wenn diese denn technisch möglich wäre.

Entspannt Euch. Und reduziert die Terrorgefahr an der Wurzel des Übels. Zieht unsere Soldaten aus dem dem Natovertrag zuwiderlaufenden Nicht-Verteidigungskrieg am Hindukusch ab, stellt die deutsche 'Bündnisfähigkeit' nicht weiter fälschlich als zwingenden Wert an sich dar. Und haltet die Bundeswehr dafür bereit, wofür diese staatliche Institution eingerichtet wurde: zum Verteidigen. Aber der Deutsche kann es wohl nicht ertragen, wenn er für etwas bezahlt, was nicht benutzt wird. Dieser unserer Staat hätte jedoch trotz faullenzender Bundeswehrsoldaten mehr finanzielle Mittel, um wenigstens die erheblichen Kürzungen der letzten Jahre bei den Ärmsten der Armen - den Behinderten und Gescheiterten - wieder zurückzunehmen [siehe Blogbeiträge: 'Nacht über Deutschland' und 'Umverteilung - Sozialdemokratische" Politik zieht Armen die letzten Schuhe aus und kleidet Reiche in Pelze']. Aber dies wird wohl nimmer mehr geschehen, selbst wenn die öffentlichen Kassen überquellten. Denn wir haben uns seit den achtziger Jahren kontinuierlich zu einem Volk von Egomanen zurückentwickelt, einen jeden auf sich selbst zurückwerfend. Ohne Netz, ohne Fürsorge, ohne Mitleid. Lieber sorgen wir dafür, dass in Afghanistan der Opiumexport boomt wie niemals in der Geschichte dieses Landes zuvor. Nicht zuletzt Dank unseres westlichen Militär-Protektorates.

Irgendetwas läuft ziemlich schief in diesem unseren Lande.


Nachtrag: Auf den bösen alten Schäuble bin ich noch gar nicht eingegangen. Ist auch nicht nötig, weil andere Blogger wie beispielsweise 'dataloo', 'oberschichtenfernsehen.de' und 'Joaquins Musikblog' bereits erstklassige Arbeit geleistet haben. Schaut mal rein

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Montag, Februar 12, 2007

Russland hauen?

Die Idee ist schon pubertär genug: Kaum dass Russland die Staaten der ehemaligen UDSSR friedlich aus seinem ?Protektorat? entlassen hat, will die MTV-verblödete Führungskasperl-Riege der US-Amerikaner ein Raketenabwehrsystem in einigen dieser Länder installieren. Das ist so dreist wie gefährlich. Denn auf die stoische Geduld des militärischen Riesen Russlands zu bauen hieße, ein Vabanquespiel zu betreiben. Denn nur wenn sich Russland stark und selbstbewusst fühlt, kann es ein solches Ansinnen ignorieren. Je schwächer eine Führung ist und je schlechter ihr Rückhalt in der Bevölkerung, desto aggressiver würde sie gegen solche als Bedrohung zu wertende Handlungen reagieren.

Und damit sind wir beim Thema ?kalter Krieg?. Ich habe mit dem kalten Krieg gelebt und zuletzt ohne ihn ? und glauben Sie mir: Ohne ist es besser. Die Art und Weise, wie unsere Amerika hofierenden Medien wie beispielsweise die 'FAZ' auf Putins milde Kritik in der Sicherheitskonferenz in München reagierten, ist jedoch höchst aggressiv. Dieser wird zudem vom amerikanischen Verteidigungsminister mit den Worten verhöhnt: ?Alte Spione haben eben die Angewohnheit, offen und direkt zu reden? ? und die deutschen Medien applaudieren, indem sie diesen Affront als ?kollegiale Freundlichkeit? bezeichnen, sprechen dann weiter von einer momentan großen ?machtpolitischen Rauflust? des Präsidenten Putin ['FAZ'-?Journalist? ?K.F?] und schreiben nicht zuletzt in einer irrwitzigen, alles verdrehenden Überschrift über den US-Verteidigungsminister Gates: ?Der Neue mag die leisen Töne?. Wenn Putin auch nur halb soviel Selbstbewusstsein besitzt wie die dümmlich überhebliche amerikanische Elite, dann wird er ob dieser undiplomatischen Provokation seinerseits Gegendruck erzeugen. Gates zündet eine neue Lunte an ? und die dem Gipfel beiwohnenden Bundestagsabgeordneten ?applaudierten ihrem Helden besonders enthusiastisch?. Sowohl der Grad der Zustimmung als auch die unsäglichen und unsachlichen Formulierungen sind unfassbar für viele, welche die Geschichte Russlands und der ehemaligen Sowjetunion kennen.

Um es klar zu sagen: Das neue Abwehrsystem bringt Europa ? insbesondere Deutschland - keinen Deut mehr Sicherheit, weil es keine Bedrohung mehr gibt. Diese würde erst mit der Installation dieses Abwehrsystems erneut entstehen, wenn Russland gegenhält. Doch der US-Amerikaner Robert Gates sitzt weit weg im provinziellen Washington ? aber wir sind hier und dürfen einmal mehr die Fehler der derzeit durchgeknallten US-Führung ausbaden.

Putins Rede war übrigens in keiner Weise provokant. Er sprach sich im sachlichen Ton gegen die Schaffung neuer Militärstützpunkte in Bulgarien und Rumänien aus, wandte sich gegen Amerikas Bereitschaft zur uneingeschränkten und übertriebenen Anwendung militärischer Gewalt in der Außenpolitik und gegen ihre Abwendung von demokratischen Prinzipien. So what?

P.S. Die Nato geht in Afghanistan schleichend ihrem völligen Versagen in einem Krieg entgegen, der vom ersten Moment an aussichtslos war: Zitat aus der 'FAZ': ?Ein Scheitern im Kampf gegen Taliban und Al Qaida in Afghanistan sei ?keine Option?, sagten auch in München wieder beschwörend alle, denen etwas an der Nato liegt. Doch rückt diese Möglichkeit stetig näher...? Na also, irgendwann geht jedem ein Licht auf.

Nachtrag: Heute - am folgenden Tag - bejammert Berthold Köhler, dem offensichtlich die oben genannten Initialen 'B.K.' zuzuordnen sind,in einem Kommentar
über einem Viertel der ersten Seite der 'FAZ' die Illoyalität der Deutschen gegenüber der Bush-Regierung und die "mangelnde Verteidigung eines bewährten Bündnisses". Gespickt mit Intellektualität vorgaukelnden Fremdworten, die kaum einer ohne Lexikon versteht (Philippika, Suada etc. ) wähnt er Putin einen Keil in die Nato, "im breitesten und in den tiefsten ihrer Risse" treibend und gibt zu: "Das Geflüster, dass Putin nicht in allem unrecht, vielmehr sogar das Recht habe, sich bedroht zu fühlen, war schon auf dem Münchener Parkett zu hören." Das ist ein Eingeständnis, dass er und damit die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' im gestrigen Artikel sowie Kommentar entgegen der wahren Reaktionen und somit entgegen der Wahrheit an sich Meinungsmache im "Bild"-Zeitungsstil betrieben hat. Attackieren und Diskreditieren von Andersdenkenden ist das täglich Brot nahezu aller deutschen Publikationen - nicht einmal ein selbstlos handelnder Wohltäter wie der Spekulant George Soros, welcher kontinuierlich über Jahrzehnte Milliarden in Wohltätigkeitsorgisationen armer Länder gestiftet hat, findet die Zustimmung der 'Frankfurter Allgemeine Zeitungs'-Redaktion. Dann kann es niemand schaffen, sollte man meinen, aber offenbar reicht es, eine ganz bestimmte politische Linie zu vertreten, um den falschen Segen der Mediengötter zu erheischen. Dieses ist jedoch mit einem selbstlosen Streben nach Wahrheit nicht vereinbar. Das es auch anders geht, macht uns beispielsweise die 'Neue Züricher Zeitung' seit Jahrzehnten Tag für Tag vor. Deren Berichte sind sachlich, ausgewogen und aus einer neutralen Position heraus verfasst.

Nachtrag II vom 21.Februar 2007: Na also, Loyalität zahlt sich doch aus: Die FAZ klopfte sich heute auf die Schulter mit der Notiz, dass sie als "eine der schönsten Zeitungen der Welt" prämiert wurde. Die Zeitung "brülle" nicht, sie "erleuchte". Entweder sind in der prämierenden amerikanischen 'Gesellschaft für Zeitungsdesign' keine Leuchten oder man prämierte die Linientreue zum Bush-Regime. Suchen Sie es sich aus.

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Mittwoch, November 08, 2006

Sind die U.S.A. eine Demokratie?

Jordan Mejias stellt in seinem sehr schönen Essay in der FAZ fest:

  • Manchmal zählen die US-amerikanischen Wahlcomputer rückwärts (Minus 16022 Stimmen für Al Gore an nur einem Gerät)
  • Bei Testläufen der Wahlcomputer werden seit den neunziger Jahren bis zum heutigen Tag Stimmen fast durchweg falsch zugeordnet
  • Die Schreibweise der Namen von Kandidaten ist oft falsch
  • Es werden manchmal dreimal soviel Stimmen gezählt wie es Wähler gibt
  • Ein Hacker ist schon mit einem Palm Pilot in der Lage, drahtlos die Daten der elektronischen Wahlcomputer nach Belieben zu manipulieren
  • Einer der drei Hersteller von Wahlcomputern versprach, die Stimmen von Ohio bei dem damaligen Kandidaten Bush abzuliefern
  • 17-20 Prozent der Amerikaner können die formellen Hürden nicht überwinden, um überhaupt in die Wählerlisten zu kommen.
  • Gouverneure streichen Häftlinge nach ethnischer Auswahl aus den Wählerlisten, um das Wahlergebnis in ihrem Sinne zu beeinflussen.
  • In den Wohngegenden werden durch die Gouverneure nach ethnischer Auswahl die Wahlmaschinen ggf. so dünn gesät, dass Wähler nur nach stundenlange Geduldsproben an den Wahlcomputer kommen

All das kommt derzeit den Republikanern zugute. Ob die Demokraten, sollten sie jemals eine Wahl in den USA gewinnen, hieran etwas ändern würden, ist fraglich. Denn - so stellt Wolf Lepenies in 'Die Welt' fest, die "Auffassung, dass eine 'formierte Opposition' in der repräsentativen Demokratie eigentlich unnötig ist, wurde von den Gründungsvätern der USA fast ausnahmslos geteilt. Einzelne hatten die Freiheit, von Mehrheitsmeinungen abzuweichen - eine organisierte und kontinuierliche Opposition aber galt als illoyal und als Verrat an den Grundwerten der Republik." Diesem wollen sich US-amerikanische Politiker heute wie damals nicht aussetzen und so nennt man dort die derzeitige Opposition auch 'whispering democrats', die flüsternden Demokraten.

Noch etwas spielt in diesem großartigen Lande der schlichten Gemüter eine dämpfende Rolle: Wolf Lepenies schreibt weiter: "Aber nicht nur die Abneigung gegen 'Parteipolitik', auch die Intellektuellenschelte hat in den USA Tradition. Oft wird in diesem Zusammenhang Edmund Burke zitiert, der jede Tugendäußerung verachtenswert fand, die sich nicht mit der Probe auf die Praxis verbindet. Die Kritik an der 'agitational function' der selbstherrlichen Intellektuellen wird verstärkt durch das Misstrauen gegenüber den Europäern, welche die Amerikaner immer belehren wollen. Intellektuelle und Akademiker gelten als Kosmopoliten, die im besonderen Maße "für die wohlmeinenden Ratschläge unserer kranken europäischen Freunde empfänglich sind" (Boorstin)." [Quelle: 'Die Welt' http://www.welt.de/data/2006/12/13/1143652.html]

Ein Land, welches seine geistige Elite verachtet, ohne ein korrektes Wahlsystem und funktionierende Opposition geführt wird, ist der Diktatur näher als der Demokratie. Oder Bullshit, wie die Amerikaner zu sagen pflegen. Nicht Vorbild, sondern abschreckendes Beispiel. Nicht die freie Nation, sondern der Club der privilegierten Schlichten.

Zudem: Wer nicht versteht, was eine Demokratie ausmacht, wird auch in seinen Feldzügen keine Freiheit, sondern Diktaturen säen.


Nachtrag Mai 2007: Wie Heise-Online meldet, müssen Pfandleiher und Trödler(!) ab diesem Monat zunächst nur in Florida und Utah ein elektronisches Register führen, in dem die folgenden Daten gespeichert und an eine zentrale Datenbank des Bundesstaates übermittelt werden (weitere Bundesstaaten arbeiten an den Gesetzen):
  1. Alle Waren mit genauer Beschreibung
  2. Datum und Zeit der Transaktion
  3. Name und Adresse samt Telefonnummer des Geschäftspartners
  4. Arbeitsplatz samt Telefonnummer des Geschäftspartners
  5. dessen Geburtsdatum und Ausweisdaten
  6. Geschlecht des Geschäftspartners
  7. Größe des Geschäftspartners
  8. Gewicht des Geschäftspartners
  9. Rasse des Geschäftspartners
  10. Alter des Geschäftspartners
  11. Haarfarbe des Geschäftspartners
  12. Augenfarbe des Geschäftspartners
  13. besondere Merkmale des Geschäftspartners
  14. eine Unterschrift des Geschäftspartners
  15. dessen Fingerabdruck des rechten Daumens
Wenn das keine Zeitungsente ist, sind die USA bereits auf dem abschüssigen Pfad in die Diktatur und gutes Stück vorangekommen.

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Freitag, Januar 13, 2006

"Und nun die Nachrichten" - Merkel reist nach Amerika

NDR 4 vermeldete am heutigen Morgen, Bundeskanzlerin Merkel wolle bei ihrem heutigen USA-Besuch vor allem "... Gemeinsamkeiten betonen ... die Wertegemeinschaft mit den USA unterstreichen ... vor allem im Kampf gegen den Terrorismus ..." und noch einmal "... Gemeinsamkeiten betonen ...".

Drei Stunden mit George W. Bush stehen ihr hierzu zur Verfügung. 180 Minuten. Einschließlich der Zeit der Begrüßung, des Verabschiedens mit Foto- und Pressetermin, des Kauens und Schluckens, denn es wird auch gegessen. Die Nachrichtensprecherin hätte auch sagen können: "Der riesige Popo der Bush-Administration steht für Deutschland nach Abzug der Förmlichkeiten etwa 120 Minuten offen". Aber das sagte sie nicht. Und so denkt auch keiner. Dass sich die USA als Folterstaat etabliert und geoutet haben - wen interessiert's. Denn Folter hätte in Deutschland beinahe auch eine eigene Tradition bekommen. Auf gemeinsame Werte wollte sich die Frau Bundeskanzlerin besinnen?

Aber - die Grünen waren seinerzeit auch nicht besser. Guantánamo war schon zu Zeiten der Besuche von Außenminister Fischer ein offenes Buch, und Fischer riskierte damals im Grunde genausowenig Gegenwind wie Merkel heute. Es fehlt unseren politischen Führern aller Couleur seit langem der Blick auf das Wohl und Wehe der Nation, dieser bleibt stets beim eigenen Wohl und Wehe hängen. So entsteht Überanpassung - an das Volk vor den Wahlen, an die Parteienfinanzierer nach den Wahlen, an die Exportziele China und USA.

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Montag, Januar 09, 2006

Interessiert das noch irgendwen?

Im Irak sind vom Beginn des Krieges an über das kurz darauf von Baby Bush erklärte Kriegsende hinaus bis zum Ende des Jahres 2005 etwa 2200 US-Soldaten getötet und etwa 16 000 US-Soldaten verwundet worden [Quelle focus.msn.de].

Laotse, chinesischer Philosoph um 300 v. Chr., sagt dazu passend: "Alle menschlichen Werte und Ziele sind relativ und sollten kein Zweck an sich sein."

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Samstag, Dezember 31, 2005

Kontakt, Küssen, raufen... verboten!

Der 'Bananenstaat USA' übertrifft sich unter Baby Bush zum Jahresende noch einmal selbst: Eine erste Schule in Culver City setzte ein landesweites Programm um, welches es den Schülerinnen und Schülern verbietet, sich zu berühren. Zwar sind nun weniger Prügeleien und Belästigungen unter den Schülern zu bemerken, aber auch jede noch so zärtliche Anbahnung - ein wichtiger Lernabschnitt in der Kommunikation in der Sozialisation Jugendlicher - ist in der Schulzeit, welche in den USA den ganzen Tag von acht Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags umfasst, unter Strafe gestellt. [Quelle: Spiegel-Online/Stern-Online 29.12.05] Das muss als totale Isolation empfunden werden. Was wirklich im Hirn der für die Einführung dieser Regelung Verantwortlichen vor sich geht, verrät uns dieser Satz des Schulleiters Jerry Kosch:

"Das Händchenhalten und Küssen ist ebenfalls verboten, denn was nach dem Küssen auf dem Rasen passiert, kann man sich ja selber ausmalen."

Ein hochgradig verklemmter Schulleiter - annehmlich ebenso hochgradig kinderlos, dafür von der Natur als Ausgleich mit ausgeprägten sexuellen Phantasien ausgestattet - lässt also in Bezug auf seine Schülerinnen keine reinen Gedanken kreisen, sondern wähnt dort einen sexuellen Abgrund, dem es einen Zaun vorzusetzen gilt.

Wenn sich das durchsetzt, sind seine Schülerinnen und Schüler als Erwachsene ebenso gestört wie Jerry - und das bedeutet noch mehr Arbeit für Therapeuten.

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Freitag, Dezember 16, 2005

USA, Folter und kein Ende?

Die Anwendung der Folter als Mittel im Verhör ist in den USA etablierter, als ich gedacht habe (siehe Artikel zu diesem Thema auf der chinnow.net-Hauptseite). Man rang in diesem mittelalterlichen Gruselstaat (vgl. 'Der wilde Westen ist zurück') lange Zeit um ein 'Anti-Folter-Gesetz'. Die Auseinandersetzung bestand dabei nicht etwa in der Frage, ob man sowas brauche oder nicht, sondern nur darum, wer weiterhin foltern dürfe und wer nicht. Nun hat sich der Senat gegen Bush Junior durchgesetzt und ihm die Zustimmung abgerungen, dass in Zukunft keiner - auch nicht der CIA - foltern dürfe. Voraussichtlich im nächsten Jahr wird dann der amerikanische Kongress das Gesetz verabschieden, wenn sich die Kräfteverteilung von Senat und Regierung nicht noch zugunsten Bush's ändert.

Vielleicht befindet sich die USA ja wirklich auf dem Weg in die Zivilisation - und nicht umgekehrt auf dem in die Steinzeit.

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Montag, Dezember 12, 2005

Wenn jeder macht, was er will...

...dann nennt man das asoziales Verhalten. Die USA verkündete über ihren Präsidenten Bush Junior dereinst, dass sie die einzig verbliebene Weltmacht seien und daher machen würden, was sie wollen. So liegt beispielsweise der Anteil der USA am weltweiten Ausstoß der gefährlichen Treibhausgase bei über 25 Prozent. Ein Viertel der weltweiten Schadstoff-Emissionen von nur einen einzigen pimpfligen Land. Und keiner geht deutlich dagegen an - weder die Medien noch unsere Politiker und die Eurokraten schon gar nicht. Unsere Politiker fokussieren stets mit traumwandlerischer Sicherheit das falsche 'Problem' und kommen hierbei auch noch zu elenden 'Lösungen'. Anstatt einen solchen Staat über friedliche Mittel - also wirtschaftlich - zu sanktionieren anstelle ihn zu hofieren.

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Mittwoch, November 16, 2005

Bush übertrifft sich selbst - Phosphor leuchtet so schön

Nun auch noch das. Nicht nur, dass die US-Amerikaner Völkerrecht mißachten, foltern und zudem foltern lassen, geheime Gefängnisse in etwa neun Ländern unterhalten und das Märchen 'Großmutter und der böse Wolf' zensieren, weil darin eine Weinflasche vorkommt - sie setzen zudem in ihren Kampfhandlungen im Irak weißen Phosphor ein, das zu schwersten Verbrennungen führt. [Quelle: Sprecher des US-Verteidigungsministeriums am 15.11.2005]

Weißer Phospor ist hochentzündlich und brennt, sobald die Substanz mit Sauerstoff in Verbindung kommt und läßt sich auch nicht mit Wasser löschen. Brandbomben sind chemische Waffen und zählen damit zu den Massenvernichtungswaffen. Der Phosphor bildet eine Wolke - bei Kontakt mit der Haut brennt sie sich durch das Fleisch bis auf die Knochen. Der italienische Fernsehsender Rainews 24 berief sich in einer Dokumentation von Anfank Oktober auf Aussagen amerikanischer Soldaten, die grausame Szenen von durch Phosphorgranaten verbrannten Körpern zahlreicher Kinder und Frauen schilderten. Weißer Phosphor tötet ohne Unterschied im Umkreis um die Wolke herum, hinterläßt unzerstörte Kleidung auf ausgebrannten Leibern.

Nun - öffentlich geworden - gibt der Pentagon-Sprecher vor, dass Phosphorgranaten für Amerikaner konventionelle Munition seien. Da nun im US-amerikanischen Bundesstaat Florida jeder jeden auf offener Straße erschießen darf, wenn er sich von diesem bedroht fühlt (siehe Blog-Beitrag 'Der wilde Westen ist zurück' aus Oktober), ist dort nach der Pentagon-Logik auch Phosphor als Verteidigungswaffe erlaubt.

Der Gebrauch von Napalm und anderen Brandwaffen gegen die Zivilbevölkerung wurde durch eine UN-Konvention 1980 verboten. Das Handeln der Amerikaner ist einmal mehr, was es ist - es läuft allen moralischen Grundwerten und sorgfältig ausgehandelten völkerrechtlichen Übereinkünften zuwider. Es ist widerlich, wie es schon der Abwurf einer Atombombe über Hiroshima war. Nur war dieses in der Retrospektive ein Fehler und damit verbunden die Hoffnung, dass soetwas nie wieder vorkomme. Diese Annahme war falsch. Wieviele Leichen haben die USA noch im Keller?

PS. Auch europäische Chemiekonzerne produzieren diesen chemischen Kampfstoff, deren Aktien kann man kaufen. Fragen Sie Ihre Bank.

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