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Nur einmal gute Nachrichten hören
Es gibt kaum ein Entkommen. Schalte ich das Radio ein, erfahre ich von aller Negativität der Welt bis hin aus ihren entlegensten Winkeln. Jedenfalls dann, wenn ein Redakteur ein Ereignis für seine Zielgruppe als relevant einstuft. Und da es diese bei rund 6.6 Milliarden Artgenossen unweigerlich in angemessener Zahl gibt, gibt es Tag wie Nacht etwas zu berichten. Nur eben nichts Positives. Ich habe den Info-Sendern abgeschworen, bin auf inhaltslose Sender umgestiegen - doch es ist sinnlos: Auch diese bringen 'brandaktuell immer die neuesten News' - kippen den Müll der Welt in regelmäßigen Abständen über ihre Hörer aus. Mit dem Fernsehen verhält es sich ebenso. Die Sensationsgier der Macher überträgt sich auf den Zuschauer - oder umgekehrt. So oder so, nur ein gezieltes Auswählen interessierender Sendungen verschafft Linderung. Nun sind die Menschen bekanntlich verschieden gestrickt. Je dumpfer und gelangweilter ein solcher durchs Leben trottet, desto begieriger saugt er auf, was sich ihm an Sinnes-Reizen bietet. Gibt es draußen auf der Straße eine laute Unterhaltung, wird durch die Scheiben gegiert. Explodiert in Abstrusistan eine Pipeline, kann dieser nicht genug Verstümmelungen in sich aufsaugen. Auch ein Krimi ohne dargestellte Gewalt ist für ihn ohne Reiz - je härter, desto besser. Dieser Intellekt bedarf einer kontinuierlichen Anregung von außen, um nicht in eine lähmende Langeweile zu verfallen. Darum sind diese Zeitgenossen oft auch sonst sehr rührig, fahren hierhin, besichtigen dort und vieles ist beständig in Planung. Etwas anders verhält es sich mit demjenigen, welcher sensibel auf das Geschehen in seiner Umwelt reagiert. Er ist der Überflutung negativer Reize über die Medien zunächst ausgeliefert, leidet mit den Betroffenen, ohne sich an ihrem Leid zu weiden. Sein Intellekt ist auch ohne äußerliche Anregung aktiv. Dieser muss sich schützen, die einströmende Informationsflut eindämmen, will er nicht irre werden an der Welt. Welchen Wert das Abnabeln von allen Medien für die Seele hat, merkt dieser in einem längeren Urlaub, wenn er abgeschieden in wenig anregender Umgebung verweilt. Geist und Körper erholen sich - und wenigstens retrospektiv wird dieses Idyll als Paradies empfunden. Zeigen wir den ach so aktuellen Medien die rote Karte. Es geht auch ohne sie, wie wir dereinst ohnehin einmal feststellen werden, gegen Ende unseres Lebens, wenn das Agieren in diesem Lebenssystem immer begrenzter wird bis wir schließlich völlig auf uns selbst zurückgeworfen sind. Wir könnten uns schon einmal daran gewöhnen, mit uns selbst allein zu sein. Labels: Gesellschaft, Medien
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Finden die "Du bist Deutschland"-Aktionen niemals ein Ende?
Die Initiatoren in der Politik geben nicht auf - komme was wolle. Gut siebzig Jahre nach Hitlers 'Du bist Deutschland' -Kampagne und mehr als zwei Jahre nach der unsäglichen, von vermögenden Prominenten verkauften braunen Idee [siehe Beitrag 'Du bist Deutschland' aus 10/2005] hat man die massive Kritik berücksichtigt. Heute zeigen nicht mehr vom Gelde verwöhnte Erfolgsmenschen mit dem Finger auf Verlierer des Wirtschaftssystems wie beispielsweise 'Hartz-4' Empfänger, um sie mit dem inhaltlich ohnehin sinnentleerten Satz "Du bist Deutschland" zu motivieren. Heute sind es kleine Kinder im Alter von weniger als fünf Jahren, welche die alte Nazi-Botschaft weitertragen. Es ist und bleibt eine unsäglich unverschämte, taktlose und anmaßende Kampagne. Aber Scham und Feingefühl sind von der dem letzten Weltkrieg so fernen Politikerkaste nicht mehr zu erwarten - jeder von ihnen hält sich offenbar für 'Deutschland' und seinen Wahn für alle Deutschen verbindlich. Labels: Gesellschaft, Kinder, Medien, Soziales
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NZ versus SZ - Oder können Kontinente sinken?
Der Journalist Axel Bojanowski hat in einen Artikel der Süddeutschen Zeitung (03/2008, Titel: 'Stillstand auf Erden') eine abenteuerliche These aufgestellt: Würden die Kontinente sich nicht in einer beweglichen Erdkruste befinden, wären sie 'längst im Meer versunken'. Nur vergaß er zu bedenken, dass Kontinente gewöhnlich nicht auf Wasser schwimmen, sondern auf Magma, also flüssigen Gestein. Und sie schwimmen auf diesem, weil sich durch Abkühlung eine Kruste gebildet hat - dieses sind die Kontinente. Zwar können diese durch tektonische Bewegungen unter andere Kontinente geschoben werden, doch steigt an anderer Stelle wieder Magma auf , kühlt ab und ergänzt vorhandene Kontinente. Nächste Theorie - hierfür bezieht sich der Autor auf die Geophysiker Paul Silver und Mark Behn aus den USA: Es drohe ein Ende der Bewegungen, wenn sich die Kontinente zu einen Superkontinent vereinigen würden. Doch vergaßen sowohl die US-amerikanischen Geophysiker als auch Bojanowski zu bedenken, dass hierzu mit diesen Stop ein Ende der Erdrotation einhergehen müsste. Denn diese hat die Platten dereinst aus einen Ur-Superkontinent herausgelöst und wird auch weiter als Antrieb wirken. Stellen Sie sich die Kontinente vor wie die Haut auf dem abkühlenden Pudding - wenn Sie den Topf schwenken, in Bewegung bringen, kommt auch die Haut irgendwann in Schwung. Nächste Idee: Der Sog der versinkenden Platten treibe die Bewegung aller Platten an. Das ist nun völlig absurd - denn: Die Platten bewegen sich nicht, weil sie versinken, sondern sie versinken gegebenenfalls beim Zusammenstoß mit einen anderen Kontinent, weil sie sich - angetrieben durch die Erdrotation - bewegen. Noch eine These: Der Pazifik könne dereinst 'komplett im Erdinnern verschwunden sein', was zu einen Stillstand der Kontinente führe. Dies schmerzt den Grundschulabsolventen sehr, denn: Würde er im Erdinnern verschwinden, verschwände sämtliches Wasser der Weltmeere. Und was passiert, wenn man Wasser in flüssiges Magma kippt? Es verdunstet. Zur Klarstellung: In die Luft und nicht in das flüssige Magma. Die Verdunstung würde zu vermehrten Regen führen, was den Pegel der Weltmeere ziemlich konstant halten dürfte. Und was ist mit dem angedeuteten Stillstand? Siehe oben. Was lehrt uns all das? Die US-amerikanischen Schulen und Universitäten sind schlechter als ihr Ruf. Und Journalismus ist ein schwieriges Geschäft. Labels: Medien, USA
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Durchgeknallte allerorten...
Eine US-amerikanische Mutter hat YouTube verklagt, weil die das Urheberrechte von Universal verletzende Video ihrer Tochter aus dem Portal entfernt hatten. Die Dummheit der Menschen ist grenzenlos: Abgesehen davon, dass es äußerst fragwürdig ist, sein Kind auf diese Art in den Medien zu präsentieren - diese Mutter kann von Glück reden, nicht selbst und direkt verklagt worden zu sein... Queen Mum, genauer Queen Elizabeth II. hat Ihren Angestellten der Sommerresidenz Balmoral aus Umweltschutzgründen verboten, mit dem Auto zur Arbeit zur fahren. Die reichste Frau der Welt bevorzugt jedoch weiterhin Privatjet und Geländewagen... Die GEZ hat das Internetportal akademie.de abgemahnt - man solle doch bitte statt GEZ-Fahnder die Bezeichnung 'BEAUFTRAGTENDIENST DER ÖFFENTLICH RECHTLICHEN RUNDFUNKANSTALTEN' und statt GEZ-Antwortbogen 'DEM INFORMATIONSSCHREIBEN DER GEZ BEIGEFÜGTES FORMULAR ZUR ERTEILUNG DER AUSKUNFT NACH §4, ABS. 5 RGebStV' verwenden. In einer mir vorliegenden Zeitungsannonce unseres lokalen Käseblattes sucht die GEZ jedoch eine/n 'Gebührenbeauftragte/r' - also sollte diese ungleich einfachere Bezeichnung ja wohl ebenfalls unanfechtbar sein, oder? Die spinnen, nicht nur die Römer... Und last, but not least (schau'n Sie mal auf die Google-Anzeige):  Klick auf's Bild zum Vergrößern
Labels: Gesellschaft, Medien, Soziales
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Druck der Medien auf 'Political Correctness'
Eine Talkshow am Freitag-Abend. Sie heißt 'Riverboat', und ganz amerikanisch sind auch die Tunnelblicke der Moderatoren. Ein weiblicher Gast - Tine Wittler, Moderatorin und Einrichtungsexpertin - bemerkte scherzhaft, wenn sie in die von ihr geführte Kneipe käme, würde sie wie ein Blockwart eintreten, immer gleich erkennend, was zu richten sei. Die dumpfnasigen Moderatoren gerieten sogleich in Unruhe, rutschten auf ihren Sitzflächen hin- und her und einer korrigierte schließlich mit ernstem Gesicht: "Sie meinten das doch sicher in Anführungszeichen gesetzt!" und malte dabei mit seinen Händen zwei Gänsefüßchen in die Luft. Für kurze Zeit war die Stimmung gedrückt. Es ist erschreckend, wie unsere Moderatoren, unsere Medien vor einer sich nach momentanen Stimmungen rapide wandelnden 'political correctness' auf alle Viere gehen. Die Behändigkeit ihrer Anpassung zeigt, dass diese auch unreflektiert schlimmste Negativität gutgeheißen würden, wäre nur dadurch die 'political correctness' gewahrt und ihr verlängertes Rektum fester an den Sessel geklebt. Diese Bemerkung war harmlos und ebenso gemeint - niemand hätte sich vor Eva Hermanns populistischen Entgleisungen daran gerieben. Aber nun ist unsere Öffentlichkeit durch die aktuelle Haltung der Medien sensibilisiert. Oder man könnte sagen: in einem Wahn. Ebenso wird mal für und mal gegen die türkische Kurdenpolitik Stimmung gemacht. Momentan - seit gut drei Wochen - lautet die 'political correctness' auf NDR-Info und in den Nachrichtensendungen wenigstens der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, dass diese die Guten sind, ihr jetzt eingeleiteter Militärkrieg auf irakischem Grund ihre berechtigten Interessen befriedige. Das wurde dem in der eigenen Urteilsfindung entmündigten Bürger in den letzten Jahren genau andersherum verkauft. Schwierig wird es, wenn es um uralte Redewendungen geht. Vor gut zwei Jahren monierte der schwarze Berliner Filmschauspieler Pierre Sanoussi-Bliss den Ausspruch der Politikerin Renate Schmidt "Der Mann, der neben mir im Flugzeug saß, gab an wie zehn nackte Neger" mit den folgenden Worten: "Der Ausspruch ist nicht nur rassistisch, sondern ergibt auch keinen Sinn". So ist es aber nun mal mit alten gebräuchlichen Redewendungen - wer reflektiert schon ständig jedes Wort auf 'political correctness'? Das ergäbe doch keinen Sinn. Mit Unkorrektheiten ist also zu leben - oder wir machen uns völlig verrückt. Wie gut, dass die Medien uns wie Hunderte Blockwarte stets und immer genau sagen, was wir zu denken und zu sagen haben. Doch wehe, wir halten uns nicht daran... Labels: Gesellschaft, Medien
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Die öffentlich rechtliche Sprachregelung
Was bitte ist das für eine Formulierung: "Der entführte Bauingenieur starb am Freitag während der Geiselhaft. " So NDR-Info im Wortlaut und auch die Fernsehmedien in den Nachrichtensendungen der letzten Tage. Sie ist - auch wenn sie nicht so erscheint - obszön. Falls das bei den Journalisten und den verantwortlichen Intendanten von NDR, MDR, WDR, SFR, BR, ARD, ZDF & Co noch nicht angekommen sein sollte - der Mann wurde ermordet. Und zwar von Geiselnehmern. Er ist weder sanft eingeschlafen noch an einem Herzkasper eingegangen. Dieses Schönreden und damit Verfälschen von Nachrichten ist typisch für eine Kriegspropaganda in Zeiten militärischer Aktivität. Umgekehrt wird von Politik und Medien eine Bedrohung stilisiert, dem Wahlvolk in wohlüberdachten Dosierungen Angst eingejagt, damit dieses die mittlerweile unzweifelhaft kriegerischen Einsätze seiner Truppen mitträgt und nicht aufbegehrt. So kann nun jeder der beteiligten Journalisten im Stillen für sich nachvollziehen, wie unter Hitler aus Journalisten schleichend Propaganda-Journalisten wurden. Damit werden sie in jeder Hinsicht mitverantwortlich für die negativen Folgen des Krieges. Wenn schon nicht nach dem Gesetz, dann doch unzweifelhaft in moralischer Hinsicht. Wir tragen eine tiefe und weitgehende Verantwortung für andere in uns - und werden wir dieser nicht gerecht, entfernen wir uns mehr und mehr von Wahrheit, Mitleid und Gerechtigkeit [siehe Blogbeitrag: 'Unsere Verantwortung gegen andere']. Afghanistan zeigt in Bezug auf Demokratisierung und Innere Sicherheit schon lange nur noch Rückschritte auf. Die dortige Situation gleicht sich derjenigen des Irak mehr und mehr an. Wenn Du als Folge der ebenfalls unsäglichen Kampagne 'Du bist Deutschland' nun annimmst, dass Du Deutschland bist, dann hast Du ein Problem [siehe Blogbeitrag: 'Du bist Deutschland'].Labels: Gesellschaft, Medien, USA
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Politikernasen als solche
Ist es nicht merkwürdig, wie dämlich unsere Politikernasen meist agieren? - Da werden Schulabgänger in separaten Einrichtungen 'fit für den Arbeitsmarkt' gemacht, anstatt die Schulen selbst mit mehr Mittel und Fachkräften auszustatten, so dass diese - wie vor den achtziger Jahren - 'fit für den Arbeitsmarkt' herauskommen.
- Das werden die Einreisebedingungen für ausländische Arbeitnehmer gelockert, anstatt von den hiesigen Unternehmen eine höhere Ausbildungsquote und Nachschulungen von Arbeitnehmern zu verlangen. Merke: Jeder zweite Schulabgänger sucht mehr als ein Jahr nach einen Ausbildungsplatz, mancher wandert gar in den Pool der ungelernten Erwerbstätigen ab.
- Da behauptet die Bundeswehr vor einer Offenlegung, versehentlich gerade die Daten unwiederbringlich gelöscht zu haben, welche Ungesetzlichkeiten militärischer Institutionen im Auslandseinsatz belegen könnten. Jeder zwölfjährige Computernutzer weiß heute jedoch, dass sich gelöschte und auch mehrfach überschriebene Datenbestände rekonstruieren lassen - es ist nur eine Frage des Aufwands.
- Da wird die gestörte derzeitige polnische Regierung Dank ihrer Quertreiberei in der Debatte um den neuen EU-Vertrag - es ist keine Verfassung, wie oft behauptet - hofiert und umworben, anstatt jedem Land, das sich in seiner Sichtweise fern von der Mehrheit in der EU befindet, den Austritt nahezulegen. Gegen das potentielle Mitglied Türkei wird übrigens dereinst Polen in der Retrospektive noch als freundlich und umgänglich erscheinen - so wie der EU-Vertrag jetzt gestrickt ist, würde deren Beitritt wohl zur Spaltung führen.
- Da werden offensichtliche Fehler der Vergangenheit in vielen Bereichen der Politik den Medien respektive dem Wahl-Bürger als Erfolg verkauft - obwohl ein Blinder sieht, dass beispielsweise die Zahl der AIDS-Infektionen seit 2001 in Deutschland explodiert, dass die Qualität des Schulunterrichts aufgrund der massiven Einsparen und Umstrukturierungen der letzten Jahre den Bach runtergeht, die EU uns mehr kostet (Arbeitsplätze, Geld, Kampfeinsätze u.a.) als sie einbringt (Sicherheits- und Stabilitätsgewinn, Wegfall der Handelsbarrieren u.a.) u.s.w. - die Liste wäre endlos.
Ich wünschte wirklich, der Politiker als solcher würde in Anbetracht seiner Unfähigkeit weniger arbeiten und mehr am Mittelmeer in der Sonne liegen und so durch Nichtstun den noch nicht ganz grottenschlechten status quo erhalten helfen. Denn noch geht es noch schlechter, der Boden ist nicht erreicht. "Wir machen das was", war einst der Lieblingssatz unseres Ex-Kanzlers Schröder - heute haben ihn alle Politiker drauf. Leider. Labels: Kinder, Medien
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Unsere Verantwortung gegen Andere
Ist es nicht merkwürdig, wie Autoren in den Medien durchweg das unüberlegte direkte Eingreifen fordern, wenn in unserer räumlichen Nähe ein Mensch beispielsweise durch aggressive, ggf. bewaffnete oder physisch starke Personen angegriffen wird? Warum ich das merkwürdig finde, was auf dem ersten Blick doch als absolut richtig erscheint? Ich hole etwas aus: Neben der selbstauferlegten Verantwortung eines geistigen ?in die Obhut nehmens? - beispielsweise eines Kindes, eines Nahestehenden etc. - gibt es eine weitere, ganz konkrete, nicht ablegbare schwerwiegende Verantwortung für andere Lebewesen und Dinge. Beispielsweise für Ressourcen aller Art, die wir verschleudern und deren Ausbeutung wir finanzieren, indem wir unnötige Produkte kaufen. Kauften wir ein Teil, mit dem irgendwo in der dritten Welt oder auch in unseren Landen die Umwelt, Menschen oder andere Lebewesen geschädigt werden, sind wir mit dem Kauf in der Verantwortung. Wir sind mit dem Erwerb für die in der Produktion entstehenden Schädigungen von Mensch, Tier und Umwelt ebenso verantwortlich, wie es der Produzent und die beteiligten Arbeitskräfte sind, die hierüber die Augen verschließen. Es gibt kein Delegieren von Verantwortung, kein Delegieren des Wissens um die Umstände des Entstehens, keine Abgabe der Verantwortung und des Wissens durch den Verbraucher an den Produzenten, durch die Arbeitnehmer an die Geschäftsleitung etc.. Es ist wichtig, diese Verantwortung zu kennen, ihr entsprechend zu handeln und beispielsweise keine unnötigen Ressourcen zu beanspruchen. Das heißt: Wenn wir beispielsweise dafür zahlen, live oder im Film zu sehen, wie Lebewesen geschunden werden, sind wir deren Peiniger. Und zwar unabhängig davon, ob diese freiwillig mitmachten oder nicht. Wenn wir Fleisch essen, sind wir für die Tötung dieses Lebewesens verantwortlich. Auch wenn wir beispielsweise nur mit Schlachtvieh handeln. Hier wurzelt die eigentliche Verantwortlichkeit des Menschen ? und nicht im direkten Eingreifen in Notsituationen, worauf fast alle geführt durch oft tumbe Medien den Begriff der Verantwortung reduzieren. Letzter ist dann abzulehnen beziehungsweise in den Auswirkungen abzuwägen, wenn die eigene Unversehrtheit in Gefahr ist. Denn wir haben eine ebenso große Verantwortung gegen uns selbst wie (die oben beschriebene) gegen andere Menschen und Lebewesen. So ist der Rat der Polizei, bei einem aggressiven Angriff nicht direkt in das Geschehen einzugreifen, sondern Hilfe herbeizuholen, richtig ? unabhängig davon, wie sich die Medien hierzu äußern. Denn der Autor, welcher undifferenziert das unbesonnene Eingreifen zu jeder Zeit und Situation propagiert, wird hierdurch ein mitverantwortlicher Täter gegen den Helfenden, macht sich die Sache des Schädigers zu eigen und ist damit in letzter Konsequenz der Schädiger in einer gleichen Weise, wie es der ausführende Täter ist, wenn der Helfer zu schaden kommt. Zudem käme kein Polizist auf die Idee, unbewaffnet gegen eine ihm überlegene Gruppe anzutreten; er würde stets Verstärkung abwarten. Die seltenen Fälle, in denen dies anders gehandhabt wird, führen häufig zu körperlichen Schädigungen, weil sich Täter - anders als in früheren Zeiten - heute kaum noch vom Status eines Polizisten beeindrucken lassen und gegen ihn vorgehen wie gegen jeden anderen, der ihnen in die Quere kommt. Wir haben also eine hohe Verantwortung für uns selbst und andere in unserem Handeln. Deshalb will jede auch noch so gering erscheinende Handlung hierauf abgeklopft sein. So bewahren wir Leben, indem wir es auch nicht indirekt töten. So bewahren wir Unversehrtheit, indem wir mit Bedacht agieren. Anmerkung: Dieser Beitrag basiert auf der journalistischen Arbeit zu dem Buch ?Hinter den Kulissen unserer Welt ? Ein System der Metaphysik?. Ausgewertet wurden Berichte aus Nahtoderfahrungen und Rückführungen, die Schriften von Platon, Kant und Schopenhauer u.a..
Nachtrag vom 18.5.07: Die 'Aktion-tu-was' der Polizei nennt sechs sehr gute Tipps zur Zivilcourage (www.aktion-tu-was.de): - Eingreifen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen
- Andere zur Mithilfe auffordern
- Genau beobachten und Tätermerkmale einprägen
- Hilfe über den Polizeinotruf organisieren
- Um das Opfer kümmern
- Als Zeuge zur Verfügung stehen
Labels: Gesellschaft, Medien, Philosophie
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Russland hauen?
Die Idee ist schon pubertär genug: Kaum dass Russland die Staaten der ehemaligen UDSSR friedlich aus seinem ?Protektorat? entlassen hat, will die MTV-verblödete Führungskasperl-Riege der US-Amerikaner ein Raketenabwehrsystem in einigen dieser Länder installieren. Das ist so dreist wie gefährlich. Denn auf die stoische Geduld des militärischen Riesen Russlands zu bauen hieße, ein Vabanquespiel zu betreiben. Denn nur wenn sich Russland stark und selbstbewusst fühlt, kann es ein solches Ansinnen ignorieren. Je schwächer eine Führung ist und je schlechter ihr Rückhalt in der Bevölkerung, desto aggressiver würde sie gegen solche als Bedrohung zu wertende Handlungen reagieren. Und damit sind wir beim Thema ?kalter Krieg?. Ich habe mit dem kalten Krieg gelebt und zuletzt ohne ihn ? und glauben Sie mir: Ohne ist es besser. Die Art und Weise, wie unsere Amerika hofierenden Medien wie beispielsweise die 'FAZ' auf Putins milde Kritik in der Sicherheitskonferenz in München reagierten, ist jedoch höchst aggressiv. Dieser wird zudem vom amerikanischen Verteidigungsminister mit den Worten verhöhnt: ?Alte Spione haben eben die Angewohnheit, offen und direkt zu reden? ? und die deutschen Medien applaudieren, indem sie diesen Affront als ?kollegiale Freundlichkeit? bezeichnen, sprechen dann weiter von einer momentan großen ?machtpolitischen Rauflust? des Präsidenten Putin ['FAZ'-?Journalist? ?K.F?] und schreiben nicht zuletzt in einer irrwitzigen, alles verdrehenden Überschrift über den US-Verteidigungsminister Gates: ?Der Neue mag die leisen Töne?. Wenn Putin auch nur halb soviel Selbstbewusstsein besitzt wie die dümmlich überhebliche amerikanische Elite, dann wird er ob dieser undiplomatischen Provokation seinerseits Gegendruck erzeugen. Gates zündet eine neue Lunte an ? und die dem Gipfel beiwohnenden Bundestagsabgeordneten ?applaudierten ihrem Helden besonders enthusiastisch?. Sowohl der Grad der Zustimmung als auch die unsäglichen und unsachlichen Formulierungen sind unfassbar für viele, welche die Geschichte Russlands und der ehemaligen Sowjetunion kennen. Um es klar zu sagen: Das neue Abwehrsystem bringt Europa ? insbesondere Deutschland - keinen Deut mehr Sicherheit, weil es keine Bedrohung mehr gibt. Diese würde erst mit der Installation dieses Abwehrsystems erneut entstehen, wenn Russland gegenhält. Doch der US-Amerikaner Robert Gates sitzt weit weg im provinziellen Washington ? aber wir sind hier und dürfen einmal mehr die Fehler der derzeit durchgeknallten US-Führung ausbaden. Putins Rede war übrigens in keiner Weise provokant. Er sprach sich im sachlichen Ton gegen die Schaffung neuer Militärstützpunkte in Bulgarien und Rumänien aus, wandte sich gegen Amerikas Bereitschaft zur uneingeschränkten und übertriebenen Anwendung militärischer Gewalt in der Außenpolitik und gegen ihre Abwendung von demokratischen Prinzipien. So what?P.S. Die Nato geht in Afghanistan schleichend ihrem völligen Versagen in einem Krieg entgegen, der vom ersten Moment an aussichtslos war: Zitat aus der 'FAZ': ?Ein Scheitern im Kampf gegen Taliban und Al Qaida in Afghanistan sei ?keine Option?, sagten auch in München wieder beschwörend alle, denen etwas an der Nato liegt. Doch rückt diese Möglichkeit stetig näher...? Na also, irgendwann geht jedem ein Licht auf.
Nachtrag: Heute - am folgenden Tag - bejammert Berthold Köhler, dem offensichtlich die oben genannten Initialen 'B.K.' zuzuordnen sind,in einem Kommentar über einem Viertel der ersten Seite der 'FAZ' die Illoyalität der Deutschen gegenüber der Bush-Regierung und die "mangelnde Verteidigung eines bewährten Bündnisses". Gespickt mit Intellektualität vorgaukelnden Fremdworten, die kaum einer ohne Lexikon versteht (Philippika, Suada etc. ) wähnt er Putin einen Keil in die Nato, "im breitesten und in den tiefsten ihrer Risse" treibend und gibt zu: "Das Geflüster, dass Putin nicht in allem unrecht, vielmehr sogar das Recht habe, sich bedroht zu fühlen, war schon auf dem Münchener Parkett zu hören." Das ist ein Eingeständnis, dass er und damit die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' im gestrigen Artikel sowie Kommentar entgegen der wahren Reaktionen und somit entgegen der Wahrheit an sich Meinungsmache im "Bild"-Zeitungsstil betrieben hat. Attackieren und Diskreditieren von Andersdenkenden ist das täglich Brot nahezu aller deutschen Publikationen - nicht einmal ein selbstlos handelnder Wohltäter wie der Spekulant George Soros, welcher kontinuierlich über Jahrzehnte Milliarden in Wohltätigkeitsorgisationen armer Länder gestiftet hat, findet die Zustimmung der 'Frankfurter Allgemeine Zeitungs'-Redaktion. Dann kann es niemand schaffen, sollte man meinen, aber offenbar reicht es, eine ganz bestimmte politische Linie zu vertreten, um den falschen Segen der Mediengötter zu erheischen. Dieses ist jedoch mit einem selbstlosen Streben nach Wahrheit nicht vereinbar. Das es auch anders geht, macht uns beispielsweise die 'Neue Züricher Zeitung' seit Jahrzehnten Tag für Tag vor. Deren Berichte sind sachlich, ausgewogen und aus einer neutralen Position heraus verfasst.
Nachtrag II vom 21.Februar 2007: Na also, Loyalität zahlt sich doch aus: Die FAZ klopfte sich heute auf die Schulter mit der Notiz, dass sie als "eine der schönsten Zeitungen der Welt" prämiert wurde. Die Zeitung "brülle" nicht, sie "erleuchte". Entweder sind in der prämierenden amerikanischen 'Gesellschaft für Zeitungsdesign' keine Leuchten oder man prämierte die Linientreue zum Bush-Regime. Suchen Sie es sich aus.Labels: Medien, USA
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Heißa, was sind wir fröhlich...
Ein Radiosender, irgendwo in Deutschland. Die Morgenshow läuft, und damit Hörer und Moderatoren nicht einschlafen, wird eine Anrufaktion gestartet - Thema. 'Darf man über Hitler lachen?'. Aufhänger ist der aktuelle Hitler-Film mit Helge Schneider in der Hauptrolle - Untertitel: 'Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler'. "Wir haben uns lange genug entschuldigt und schuldig gefühlt", sagt ein Anrufer. "Gut", sagt er, Hitlers Schergen "haben zwar Millionen Juden und Andersdenkende vergast" oder erschossen, den Verbleibenden häufig schwere Traumata auf ihren weiteren Lebensweg mitgegeben, "aber wenn wir doch darüber lachen können?" Wenn auch nur an "zweieinhalb Stellen", wie die FAZ vermeint. Für den Anrufer Walter K. ist der Film eine Gaudi: "Die Art, wie Helge Schneider das darstellt, find' ich cool." Und diejenigen, die das ablehnen, seien "verspannt". Es sei eben eine Frage der Mentalität, "ob einer über den Dingen steht". Die seinerzeitige Nazi-Führung sei so witzig wie die Panzerknacker aus Walt Disneys 'Lustigen Taschenbüchern'. Und in diesem Tenor sprach die Mehrheit. Es wird also immer Menschen geben, die auch in einem lustig gemachten Film über Kinderschänder lachen würden. Leider scheinen diese die Mehrheit der Menschen auszumachen; nicht, weil sie schlecht oder verdorben wären, sondern schlicht, weil sie nicht nachdenken. Denn so einfach ist es nicht. Wer sich für etwas schämt oder schuldig fühlt, der trägt dieses Gefühl nach Schopenhauer - oder war es Kant? - sein ganzes Leben mit sich herum. Und nicht nur bis etwa zum dreißigsten Lebensjahr, wie der Moderator vermeinte. Die genannten Anrufer haben sich demnach für die deutsche Vergangenheit noch nie schuldig oder beschämt gefühlt. Aber vielleicht haben sie einfach nur Glück gehabt, keinen Familienangehörigen im Widerstand, im KZ oder im Kampf verloren und auch keinen mit den typischen Kriegsfolgen erleben müssen: Schreien im nächtlichen Aufschrecken aus Erinnerungen an Grausamkeiten, die sie nicht mehr loslassen, die immer wiederkehren, kaum zu verdrängen sind. Heißa, was sind wir fröhlich. Aber ob sich Herr Müller-Haselfeld aus Knacking im Westfälischen schuldig fühlt oder nicht, ist letztlich irrelevant. Das Problem, die Krux liegt tiefer. Wir können uns nach Schacter [Daniel L. Schacter, Professor of Psychology at Harvard University, dt. Buchtitel: 'Wir sind Erinnerung'] zwar an die Inhalte, nicht jedoch an deren Quellen erinnern. Es ist, wenn einige Zeit vergangen ist, ein Wissen, von dem wir nicht wissen, woher wir es wissen. Es ist die sogenannte Quellenamnesie. Und so können wir in der späteren Erinnerung an Hitlers Taten nicht mehr die Quellen der Informationen unterscheiden. Wir verweben die im Film vermittelten Infos mit den tatsächlichen. Und nun raten Sie mal, welche Daten in der Erinnerung dominieren werden - die mit eindrucksvollen Bildern über einen Film oder die verbal in der Schule vermittelten? Und was wird von den Hitler betreffenden Fakten nach ein paar Generationen in den Köpfen noch übrig sein? Vermutlich fast nichts - Hitler wird salonfähig, akzeptabel. Würde er heute noch leben, bekäme er nach dem Ende seiner Haftzeit vermutlich Einladungen zu Sabine Christiansen und anderen Gesprächsrunden, und würde wohl auch einen Verleger für seine Memoiren finden. Nur Historiker werden noch die Grausamkeiten des Regimes überblicken. Doch die Fehler der Vergangenheit zu vergessen bedeutet, bereit zu sein für neue. Verzeiht den Filmemachern und Schauspielern, die sich dafür hergeben und nicht zuletzt dem Publikum, welches sich das Geschichtsbild verfälschen lässt und den Menschen, bei denen es schon verfälscht ist, für welche das Nazi-Regime Disney's Panzerknackern ähnlich erscheint, denn: Sie wissen nicht, was sie tun. Labels: Gesellschaft, Medien
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Politiker tun weh
Es war so ein schöner Tag. Die Sonne schien, und zum erstenmal seit Oktober war es draußen wieder knochentrocken. In der Wohnung habe ich als jährlich wiederkehrendes Begrüßungsritual der Sommerzeit die Heizungen runtergedreht und dann den Fehler begangen, mich mit der heutigen 'Welt Kompakt' zu beschäftigen. Offenbar ist die Redaktion in ein frühes Sommerloch gefallen, als diese unkommentiert geistlose Worte von einigen Politikernasen wiedergab. Ein paar Beispiele? Ein Artikel über die besorgniserregende Zunahme von HIV-Neuinfektionen im Jahre 2005. Um 13 Prozent stieg innerhalb eines Jahres dieser Wert, doch weil der Anteil kondomnutzender Singles unter 45 Jahren um 5 Prozent gestiegen ist, sagt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD): "Das schafft Ansporn für weitere Präventionsarbeit, denn trotz guter Behandlungsmöglichkeiten ist AIDS nach wie vor eine unheilbare tödliche Krankheit."
Habe ich irgendwas verpasst? Seit dem Beginn der Thematisierung der HIV-Infektionsgefahr gegen Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrtausends hat mich keinerlei AIDS-Aufklärung mehr erreicht. Obwohl ich gelegentlich lese und auch mein Fernseher nicht nur Staubfänger ist. Und selbst wenn es eine Aufklärung gegeben hätte und diese die breite Masse erreicht hätte: Ihr Satz beinhaltet, dass sie keine Motivation für weitere Präventionsarbeit gehabt hätte, wäre das Ergebnis noch miserabler geworden. Umgekehrt sollte es nach meinem Verständnis eigentlich sein - je schlechter das Ergebnis, desto größer die Anstrengung. Seit 2001 hat sich die Zahl der Neudiagnosen pro einhunderttausend Einwohner von 1,75 auf 3,02 im Jahr 2005 erhöht. Ich finde, das ist ein katastrophales Zeugnis für die Präventionsarbeit der wechselnden Bundesregierungen. Und der geschickte Hinweis auf die "guten Behandlungsmöglichkeiten" ist eine Verhöhnung derjenigen Betroffenen, welche durch eine bessere Präventionsarbeit nicht infiziert worden wären. Ich ärgere mich kurz, atme tief durch und wandere zum nächsten Artikel. Der Bundespräsident, welcher zur Zeit Horst Köhler ist, sagte: "Menschen, die ihrem Lebensende entgegengehen, muss genausoviel Menschlichkeit entgegengebracht werden wie jungen Leuten."
Aha. Und was sollen mir diese Worte sagen? Nichts? Dann waren sie gut gewählt, denn das ist nichtssagend. Banal. Oder unterstellt unser Präsident seinem Volke, dass es seine Alten schlecht behandelt? Wohl nicht - auch wenn es häufig zutreffend ist. Nach einem Umblättern sehe ich die Forderung vom Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele, die deutsche Nationalhymne um eine türkische Version zu erweitern, damit "Zuwanderer diese als Symbol für die Vielsprachigkeit Deutschlands" singen könnten. Doch dies schiene mir eher ein Symbol für eine tiefgehende Trennung als einem Zusammenfließen der Kulturen zu sein. Ulla, Horst und Hans-Christian haben sich bemüht, um aus exponierter Position zu konfliktbeladenen Themen Erbauliches zu sagen. Es ist ihnen nicht gelungen. Überlegtes und vorausschauendes Handeln wäre ohnehin angebrachter als blumige Worte. Doch von diesem sind sie alle so weit entfernt wie New Yorks 'Met' von einem Provinztheater. Labels: Medien
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Politiker, Top's des Monats & die Medien
Ist es nicht merkwürdig? Da zaubern unsere profilierungssüchtigen Politiker Monat für Monat ein bis zwei neue Top-Themen mit einer häufig ebenso kurzen Verfallszeit aus dem Hut, so dass über nichts anderes mehr gesabbelt und geschrieben wird. Welch ein Coup. Kaum einer redet über die Top's der Vormonate. Die Hunde der Medien haben wieder etwas zu beißen. Und das Volk frisst begierig die Ausscheidungen der Journalisten. Die Hundemeute jagt immer den Brocken hinterher, welche die Politiker ihnen zur regelmäßigen Fütterung hinwerfen. Da tut es gut, gelegentlich Informations-Quellen außerhalb des Mainstreams zu lesen wie beispielsweise die " Neue Züricher Zeitung". Oder Blogs. Denn das Volk besteht nicht nur aus Lemmingen. Nachtrag: Listen wir doch mal die Top's, die 'Wir machen da was'-Themen auf:- JANUAR 2006: Irak-Desaster
- JANUAR 2006: Vogelgrippe
- FEBRUAR 2006: nicht abebbende Streikwellen in verschiedenen Branchen
- FEBRUAR 2006: Feinstaub-Diskussion - der Hauptverursacher Schwerindustrie bleibt jedoch außen vor
- MÄRZ 2006: Kindergeldkürzung
- MÄRZ 2006: Reform der Jahrhundert-Reform des Gesundheitssystems
- APRIL 2006: Aufweichung des Kündigungsschutzes
- APRIL 2006: Irans Atomprogramm
- MAI 2006: Grundsatzprogramme von CDU und SPD
- MAI 2006: Reichensteuer
- JUNI 2006: Gesundheitsfond
- JULI 2006: UNO-Stabilisierungstruppe im Nahen Osten
- JULI 2006: Deutsche Truppen im Kongo
- AUGUST 2006: Lockerung des Zuwanderungsgesetzes
- AUGUST 2006: Gewaltwelle in Afghanistan im Jahr 5 nach den Taliban
- SEPTEMBER 2006: Zentrum gegen Vertreibungen
- SEPTEMBER 2006: "Historischer Libanon-Einsatz der Bundeswehr" (O-Ton Merkel)
- OKTOBER 2006: Unterschichts-Diskussion, initiiert durch Kurt Beck (SPD)
- OKTOBER 2006: Abzocke durch Energiekonzerne (Strom- und Gaslieferanten)
- NOVEMBER 2006: Investivlöhne - das neue deutsche Unwort und eine neue Masche, Arbeitnehmer-Einkommen zu reduzieren mit ungewissem Ertrag für dieselben
- NOVEMBER 2006: DB-Chef Ackermann samt Kumpels frei, nachdem die Staatsanwälte ausgetauscht(!) wurden
- Dezember 2006: 'Diplomatische' Hilfe Deutschlands im Irak - Außenminister Frank-Walter Steinmeier scharrt schon mit den Hufen, sagt im vorauseilendem Gehorsam ohne Abstimmung mit der EU den USA Hilfe zu...
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Meinungsmache auf NDR4 Info
Ist es nicht merkwürdig, dass der öffentlich rechtliche Nachrichtensender NDR4 sein Neutralitätsgebot immer wieder missachtet? Eigentlich dürften nur in deutlich als Kommentar gekennzeichneten Beiträgen Stimmung für oder gegen eine Position gemacht werden. Jedoch häufen sich die Versuche der Manipulation in den redaktionellen Beiträgen. Ein Beispiel von heute: Vor der Bekanntgabe des langerwarteten BVG-Urteils zum Thema Bundeswehreinsatz vermeinte ein Sprecher von NDR-Info, wenn das BVG einen Einsatz der Bundeswehr zum Schutz von Sportveranstaltungen ablehne, "dann wird man darüber nachdenken müssen, ob man Artikel 35/2 klarstellend ergänzt". So einfach macht es sich der NDR mit unserem wertvollsten Gut - dem Grundgesetz. Ist etwas nach unserer Verfassung verboten, dann biegen wir eben solange daran herum, bis es unserem Gusto passt. Oder verlangen es wenigstens oder legen es verniedlichend formuliert den Hörern nahe. Bis das Grundgesetz kaum noch Ähnlichkeit mit der Fassung seiner Urväter hat. Nach der eindeutigen Ablehnung von Bundeswehreinsätzen mit speziellen Waffen durch den 8-köpfigen Senat des BVG sprach NDR-Info dann von einem "unterschiedlichen Echo" hierauf und zitierte dann Stellungnahmen der Fraktionen. Diese waren jedoch unisono eindeutig zustimmend - von kritischen Stimmen keine Spur. So scheint's, als führe der NDR seinen privaten Feldzug für die Zulassung von Bundeswehreinsätzen, abseits der Fraktionen von FDP, Grünen und CDU und auch abseits unserer Verfassung. Zum einen agitieren sie gegen dieselbe, zum anderen missachten sie den ihnen zustehenden Spielraum zur Meinungsäußerung. Ich meine, auch noch so subtil vorgehende Agitatoren haben im öffentlich rechtlichen Medienbereich nichts verloren. Für diese ist das Berufsbild des Politikers wie geschaffen. Und wenn das nichts wird, eben das des Staubsaugerverkäufers. Noch ein Beispiel? NDR4 macht - auch in der Auswahl der zitierten Pressestimmen - mächtig Druck auf die Regierungskoalition, nun irgendetwas zu tun, "alle Probleme tatkräftig anzugehen". Als ob die aktuellen Selbstversorgungspolitiker auch nur einen Hauch mehr Kompetenz hätten als diejenigen der Vorgängerregierung. Die Medien scheinen derart an den 'Wir-machen-da-was'-Stil des Exkanzlers Schröders gewöhnt zu sein, dass sie nun gierig stets nach Action lechzen. Doch weniger manchmal mehr. Und so besteht eine nicht geringe Chance, dass es unserem Land dann am besten erginge, wenn alle unsere Staatsführer ein Sabbatjahr im Rest-Regenwald von Brasilien verbrächten. Nachtrag: An dieser Stelle sei es betont: Die öffentlich rechtlichen Sender sind trotz allem unverzichtbar - und zudem um Lichtjahre neutraler, als es ein privates Medium je sein kann. Daher gilt es nicht, die öffentlich rechtlichen abzuschaffen, sondern sie im Gegenteil konstruktiv zu fördern und sie mit Mittel auszustatten, um ihre Angebote auszubauen. Nachtrag 2 [29.03.2006]: Heute nun klopft sich NDR4 selbstzufrieden auf die eigenen Schultern mit den Worten: "Wir haben es alle geahnt, nach den Landtagswahlen würde sich die große Koalition in Berlin an die Arbeit machen..."Labels: Medien
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'Autobild' Journalismus
Ist es nicht merkwürdig, dass einer nur einundeinhalbes Jahr auf Bewährung und ein paar Auflagen bekommt, der folgendes macht: Er fährt sturzbetrunken auf ein Fahrzeug auf. Der Kontrahent - ein Rentner - steigt aus. Der Auffahrende gibt Gas und will den Unfallgegner überfahren und dann flüchten. Dieser ist jedoch sportlich und springt auf dessen Motorhaube, kann sich festhalten. Der Flüchtige versucht nun über annähernd zwei Kilometer Fahrstrecke, den Menschen durch Zickzack-Fahren abzuwerfen. Der Mann überlebt. Dieses Gerichts-Urteil ist wie eine Einladung zu Unfallfluchten & Körperverletzungen & Wiederholungstaten, ausgesprochen von 'Richtern' in ihren Wolkenkuckucksheimen. Und Auto-Bild (Heft 4/2006) kommentiert das Urteil: "Klingt insgesamt hart, ist für Jens aber so was wie eine allerletzte Chance: Als Wiederholungstäter hätte führ ihn auch eine Haftstrafe im Raum gestanden."
Ich bin gerührt angesichts des 'harten' Schicksals dieses Wiederholungstäters. Die körperliche Unversehrtheit zählt in der Rechtssprechung, in den Medien und in den Köpfen der meisten Mitmenschen wenig. Ich bin eindeutig im falschen Lebenssystem. Dass es dieser "Bild"-Zeitung an ordentlichem Journalismus mangelt, mag auch deren Fazit eines Verbrauchstests verschiedener Fahrzeuge auf der Langstrecke Redaktionsbüro Hamburg nach Heide in Holstein und zurück belegen (Heft 37/2006) - in einem kurzen abschließenden Statement verwendete Auto-"Bild" die folgenden unsachlichen Superlative: "Unsere Autos können knausern ... verblüffende Werte ... Super Werte ... grenzt an ein Wunder ... ein Segen"
Schon 1980 hatte mein damaliger Golf I Diesel 'Formel E' auf einer ähnlichen Strecke mit 3,7 L/100 km weniger verbraucht als der "Testsieger" Polo Bluemotion 1,4 TDI. Es hat sich also im letzten Vierteljahrhundert fast nichts getan. Fast, weil die Verbräuche der Dickschiffe in dieser Zeit marginal zurückgegangen sind. Wäre zudem der Kurzstreckenanteil in diesem 'Test' größer gewesen, wäre es auch dem Unbedarften aufgegangen, dass die heutigen Autos unakzeptabel viel Kraftstoff verbrauchen. Unsere Autoindustrie verschwendet zu viele Entwicklungskapazitäten für Elektronik und Design, anstatt alles zu tun, dass diese Kisten sparsamer werden. Und Autobild tätschelt die Hersteller. Diese Art der Berichtserstattung ist jedenfalls für den Leser kein Segen - und angesichts der "Bild"-Zeitung aus dem gleichen Springer-Hause auch nicht verblüffend. Verblüffend ist, dass die wöchentlich erscheinende 'Computerbild' aus dem gleichen Stall einen nach meiner Auffassung sehr guten Journalismus bietet - sorgfältige und gründliche Vergleichtests, sachlich gehaltene Bewertungen und Beiträge etc. Na bitte, geht doch, könnte man sagen. Labels: Gesellschaft, Medien
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Umverteilung: "Sozialdemokratische" Politik zieht Armen die letzten Schuhe aus und kleidet Reiche in Pelze
Um ein halbes Prozent entsprechend sechs Milliarden Euro sind laut Verdi im Jahre 2005 die Arbeitnehmerentgelte inklusive Lohnnebenkosten gesunken. Einschließlich des Inflationsverlustes ist es ein tatsächlich erfahrener Verlust von 2,5 Prozent. Nun denken Sie bitte nicht, Deutschland ginge es schlecht. Das stimmt so nämlich nicht ganz, denn unser Volkseinkommen ist in dieser Zeit um satte 26 Milliarden Euro gewachsen. Aber wo blieb das Geld? Nun, die Unternehmens- und Vermögenseinkommen sind in dieser Zeit gar um 32 Milliarden Euro gestiegen. Den ewig jammernden Unternehmern geht's nämlich prächtig. "Was hat das noch mit sozialer Marktwirtschaft zu tun?", fragt Verdi zu recht. Nichts. Darf man dem jammernden Vorsitzenden eines Arbeitgeberverbandes noch glauben? Auch nichts. Die Vermögenden horten ihren Mammon, daher kommt auch die Binnennachfrage und damit die Wirtschaft nicht in Schwung. Sie lesen dies immer noch? Dann lassen Sie uns doch mal fragen, warum niemand hiervon weiß. Sind es die Print- und TV-Medien, die - fest in der Hand des Privateigentums - uns nur die Informationen zum Fraß vorwerfen, die wir kriegen sollen? Aber was ist dann mit dem öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Rundfunksendern? Sind die Intendantenposten an ihrer Spitze eben durch diejenigen Politiker besetzt worden, welche uns diese Umverteilung einbrockten? Ich glaube: Ja. Labels: Gesellschaft, Medien
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