Das Kritik-Blog

Kollateralkritik zum Treiben unserer Mitmenschen

Donnerstag, Juni 05, 2008

Der Irrsinn des menschlichen Treibens

Könnte die Welt absurder sein? Still und leise wurden beispielsweise Funk-Telefone von bestimmten, bisher zulässigen Geräteklassen [CT 1+ & CT 2] verboten. Das bekommt fast niemand mit. Werden diese weiter verwendet, drohen Zahlungen von gut eintausend Euro. Es gibt allerorten und zu allen Zeiten nicht verfolgte Verletzungen selbst grundlegender Menschenrechte. CDU-Politiker [u.a. Gottfried Ludewig] fordern nun allen Ernstes, ein Zweiklassenwahlrecht wieder einzuführen. Diesmal nicht in der Unterscheidung Adel/Fußvolk, sondern Leistungsträger/ Sozialleistungsempfänger und Rentner. Was kommt als nächstes? Das Auspeitschen, wenn man zu Unrecht Leistungen bezogen hat? Und im Wiederholungsfalle das Vierteilen?

Schau hin und siehe: "Das Mittelalter geht nicht vorbei". Diese Bemerkung von Reinhard Mey aus den achtziger Jahren ist zeitlos korrekt. Wir können uns, gleich zu welcher Zeit wir leben, um nicht irre zu werden an der Welt und ihrem Treiben, nur abseits halten und um das kümmern, was wir in unserem Leben und Lebensbereich für das Wichtigste halten. Dies kann die Berufsausübung, das Leiten von Kindern ins Leben oder das Studieren der großen Vordenker aller Zeitalter sein. Oder alles zusammen. Aber sicher nicht das Verfolgen des Auf und Ab des Tagesgeschäfts menschlichen Treibens.

Es ist ein zur Ruhe kommen vonnöten. Ein Abstand zu dem manipulierenden Agieren niederer Instinkte folgenden Egomanen. Wie das geschehen kann, habe ich an anderer Stelle einmal ausgeführt. Aber dies kann auch jeder für sich selbst herausfinden.

Labels:


Gern können Sie auf diese Seite verlinken.

Der Link auf diese Seite lautet:



-->

Sonntag, Mai 25, 2008

Nur einmal gute Nachrichten hören

Es gibt kaum ein Entkommen. Schalte ich das Radio ein, erfahre ich von aller Negativität der Welt bis hin aus ihren entlegensten Winkeln. Jedenfalls dann, wenn ein Redakteur ein Ereignis für seine Zielgruppe als relevant einstuft. Und da es diese bei rund 6.6 Milliarden Artgenossen unweigerlich in angemessener Zahl gibt, gibt es Tag wie Nacht etwas zu berichten. Nur eben nichts Positives.

Ich habe den Info-Sendern abgeschworen, bin auf inhaltslose Sender umgestiegen - doch es ist sinnlos: Auch diese bringen 'brandaktuell immer die neuesten News' - kippen den Müll der Welt in regelmäßigen Abständen über ihre Hörer aus. Mit dem Fernsehen verhält es sich ebenso. Die Sensationsgier der Macher überträgt sich auf den Zuschauer - oder umgekehrt. So oder so, nur ein gezieltes Auswählen interessierender Sendungen verschafft Linderung.

Nun sind die Menschen bekanntlich verschieden gestrickt. Je dumpfer und gelangweilter ein solcher durchs Leben trottet, desto begieriger saugt er auf, was sich ihm an Sinnes-Reizen bietet. Gibt es draußen auf der Straße eine laute Unterhaltung, wird durch die Scheiben gegiert. Explodiert in Abstrusistan eine Pipeline, kann dieser nicht genug Verstümmelungen in sich aufsaugen. Auch ein Krimi ohne dargestellte Gewalt ist für ihn ohne Reiz - je härter, desto besser. Dieser Intellekt bedarf einer kontinuierlichen Anregung von außen, um nicht in eine lähmende Langeweile zu verfallen. Darum sind diese Zeitgenossen oft auch sonst sehr rührig, fahren hierhin, besichtigen dort und vieles ist beständig in Planung.

Etwas anders verhält es sich mit demjenigen, welcher sensibel auf das Geschehen in seiner Umwelt reagiert. Er ist der Überflutung negativer Reize über die Medien zunächst ausgeliefert, leidet mit den Betroffenen, ohne sich an ihrem Leid zu weiden. Sein Intellekt ist auch ohne äußerliche Anregung aktiv. Dieser muss sich schützen, die einströmende Informationsflut eindämmen, will er nicht irre werden an der Welt. Welchen Wert das Abnabeln von allen Medien für die Seele hat, merkt dieser in einem längeren Urlaub, wenn er abgeschieden in wenig anregender Umgebung verweilt. Geist und Körper erholen sich - und wenigstens retrospektiv wird dieses Idyll als Paradies empfunden.

Zeigen wir den ach so aktuellen Medien die rote Karte. Es geht auch ohne sie, wie wir dereinst ohnehin einmal feststellen werden, gegen Ende unseres Lebens, wenn das Agieren in diesem Lebenssystem immer begrenzter wird bis wir schließlich völlig auf uns selbst zurückgeworfen sind. Wir könnten uns schon einmal daran gewöhnen, mit uns selbst allein zu sein.

Labels: ,


Gern können Sie auf diese Seite verlinken.

Der Link auf diese Seite lautet:



-->

Dienstag, April 08, 2008

Unitalienische Verhältnisse

Bei uns in der Straße wird kein Müll mehr abgeholt. Es werden nur noch wertvolle Rohstoffe entsorgt. So reißen sich die Hamburger Stadtreinigung und private Entsorger darum, mein Altpapier abholen zu dürfen und beglücken mich mit einer beliebigen Anzahl 'Papiertonnen'. Die gelben Säcke mit den 'grüne Punkt'-Verpackungen werden schon lange kostenlos entsorgt - der Hintergrund ist allerdings ein ärgerliches Thema für sich [siehe Beitrag aus April 2006: 'Vom grünen Punkt, der "Wert-Wertstoff-Sammlung GMBH" und Glasverpackungen']. Jetzt warte ich nur noch auf 0-Euro-Eimerchen für Glas und Restmüll.

Überhaupt - der Restmüll. Bei strikter Trennung laut Entsorgungsverordnung habe ich kaum noch welchen. Kostenlos entsorgbar sind:
Metalle, Folien, 'grüne Punkt'-Verpackungen, Glas, Papier, Elektro- und Elektronikgeräte, Feuerlöscher, PKW-und Haushaltsbatterien, Altholz, Styropor, Schrott, Korken, Schuhe und Altkleider.
Manches muss allerdings zum Recyclinghof gebracht werden. Noch kann ich das Defizit in der Restmülltonne mit Gartenabfällen ausgleichen, aber irgendwann ist der Garten leer. Und dann? Ich brauche keine "Restmülltonne" und empfinde die Pflicht zur Abnahme derselben für dreizehn Euro sechsundachtzig Cent im Monat als Strafsteuer für die guten Mülltrenner. Doch die Müllentsorger brauchen das Geld, um Verbrennungsanlagen zu bauen und zu unterhalten, in die nun der italienische Restmüll verbracht wird - natürlich umweltfeindlich per Lastkraftwagen von Neapel bis in unsere Nachbarschaft.

Sei's drum. Also, liebe Leute, gebt fein acht, vielleicht haben Euch die Entsorger eine Tonne mitgebracht...

Labels: ,


Gern können Sie auf diese Seite verlinken.

Der Link auf diese Seite lautet:



-->

Samstag, März 22, 2008

Das Leid der Kinder - wir dürfen nicht vergessen

...nicht vergessen die Kinder, die von Pädophilen entführt, vergewaltigt, gequält und oft umgebracht werden. Ein Thema, das wir nur zu gern verdrängen - und doch geschieht es laufend, Tag für Tag, meist ohne Beachtung der Medien, welche sich nur den spektakulären Fällen zuwenden. Denjenigen Fällen, welche eine hohe Auflage sichern. Das Leid eines gepeinigten Kindes an sich ist für die Meinungsmacher dagegen ohne jedes Interesse.

Ganz anders verhält sich David Santos. Er weist uns in seiner Öffentlichkeitsarbeit unablässig auf diese Problematik hin, rüttelt auf und appelliert an einen jeden von uns, sich grundsätzlich von Negativität ab- und der Liebe und Freundlichkeit zuzuwenden. Und die Kinder zu behüten, nicht aus den Augen zu lassen. Er erinnert an die ihm bekannten Fälle von Übergriffen gegen Kinder und Jugendliche. Wenn man seine Beiträge liest, die meist aus Gedichten oder Appellen bestehen, fühlt man beinahe den Schmerz und die Traurigkeit, die ihn selbst und seine Schützlinge zu durchziehen scheint.

David Santos leistet eine einsame Arbeit, die ihm glücklicherweise sehr viel positives Feedback einbringt. Besuchen Sie doch einmal die englische Übersetzung seines im Original portugiesisch -sprachigen Blogs.


Labels: ,


Gern können Sie auf diese Seite verlinken.

Der Link auf diese Seite lautet:



-->

Samstag, März 01, 2008

'Die Supernanny' - oder warum man gestörte Jugendliche nicht mit Druck sozialisieren sollte

TV-Sendungen wie 'Letzter Ausweg Wilder Westen - Teenager außer Kontrolle' geben vor, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Und sind Wasser auf die Mühlen der Vielzahl zur liebevollen Erziehung unfähigen Eltern, welche sich für Druck und Gewalt entschieden haben. Das es auch anders geht, beweist die Serie 'Die Supernanny', in der sowohl notleidende wie auch erfolgreich führende Eltern Tipps fürs Leben bekommen. Ich sah mir eine Folge an, weil ich die Situationsbeschreibung der Familie für absolut hoffnungslos, die Lage des Kindes für aussichtslos hielt: Es stahl, fiel durch Gewaltdelikte auf, nahm Drogen, riss häufig von Zuhause aus und war ein erst vierzehnjähriges Mädchen. Ich gestehe, mir fiel nichts ein, was das hätte retten können.

Doch dann trat die Supernanny auf und beobachtete zunächst die Familie im Alltag. War einfach da, ohne sich einzumischen. Dann sagte sie den Familienmitgliedern, was ihr aufgefallen war: Es gab unter den Familienmitgliedern keine Gespräche, auch keine Kommunikation beim Essen, keine gemeinsamen Unternehmungen. Keine Zuwendung zum Kind und keine Freundlichkeit. Kein ruhiges bestimmtes Vertreten des eigenen Standpunktes - nur das Gegenteil.

Ich war äußerst skeptisch - wie sollte ein derart abgerutschten Teenager durch Zuwendung und Aufmerksamkeit, Freundlichkeit und gemeinsam getroffene Vereinbarungen auf einen weniger schlechten Weg gebracht werden? Doch es funktionierte. Die Renitenz des Kindes löste sich mit wachsenden Lernerfolgen der Eltern in Freundlichkeit auf und mir wurde das Folgende klar: Die Eltern, die Erziehenden sind das Problem, wenn es mit dem Kind bergab geht, es aus seiner kalten Welt in Drogen und eine dominierende Freundesclique flüchtet. Die Eltern müssen therapiert werden, nicht das Kind. Und in ihren Sendungen tat die Supernanny genau das.

Ich hatte vor Jahren an anderer Stelle einmal geschrieben, dass Kinder ein einfaches Input/Output-System haben: Was man an Liebe, Gewalt und anderem hereingibt, kommt auch wieder heraus. Dessen erinnerte ich mich jetzt. Es ist nicht jede Reportage des Privatfernsehens schlecht - diese jedenfalls war eine Perle.


Labels: , ,


Gern können Sie auf diese Seite verlinken.

Der Link auf diese Seite lautet:



-->

Dienstag, Februar 19, 2008

Finden die "Du bist Deutschland"-Aktionen niemals ein Ende?

Die Initiatoren in der Politik geben nicht auf - komme was wolle. Gut siebzig Jahre nach Hitlers 'Du bist Deutschland' -Kampagne und mehr als zwei Jahre nach der unsäglichen, von vermögenden Prominenten verkauften braunen Idee [siehe Beitrag 'Du bist Deutschland' aus 10/2005] hat man die massive Kritik berücksichtigt.

Heute zeigen nicht mehr vom Gelde verwöhnte Erfolgsmenschen mit dem Finger auf Verlierer des Wirtschaftssystems wie beispielsweise 'Hartz-4' Empfänger, um sie mit dem inhaltlich ohnehin sinnentleerten Satz "Du bist Deutschland" zu motivieren. Heute sind es kleine Kinder im Alter von weniger als fünf Jahren, welche die alte Nazi-Botschaft weitertragen.

Es ist und bleibt eine unsäglich unverschämte, taktlose und anmaßende Kampagne. Aber Scham und Feingefühl sind von der dem letzten Weltkrieg so fernen Politikerkaste nicht mehr zu erwarten - jeder von ihnen hält sich offenbar für 'Deutschland' und seinen Wahn für alle Deutschen verbindlich.

Labels: , , ,


Gern können Sie auf diese Seite verlinken.

Der Link auf diese Seite lautet:



-->

Sonntag, Februar 03, 2008

Mehr Geringverdiener in Deutschland als offiziell bekannt

Nach Informationen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW in Berlin die offiziellen Zahlen zum Niedriglohnsektor möglicherweise vorsätzlich fehlerhaft berechnet.

Die vom DIW jetzt veröffentlichten Daten seien laut ver.di-Chefvolkswirt Michael Schlecht "schlicht falsch?. Das DIW errechnet 3,7 Millionen Beschäftigte mit einem Bruttoeinkommen unter EUR 7,50 die Stunde. Das Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen dagegen ermittelte 5,5 Millionen Beschäftigte. Die letzte Zahl sei nach Auffassung ver.di's korrekt.

Wodurch kommt die Abweichung zustande? Das DIW unterschlug zum einen alle Beschäftigten, die in einem Nebenjob beschäftigt sind. Zum anderen hat der DIW-Rechnungsmonat grundsätzlich nur 28 Tage, wodurch sich rechnerisch der Durchschnittswert des Stundenlohns erhöht. Tatsächlich ist ein Monat durchschnittlich 30,4 Tage lang.

Das DIW unterstellt in seinen Berechnungen zudem, dass beispielsweise die Armut einer alleinerziehenden Mutter zumutbar sei, wenn sich die Tochter bei Mc. Donalds etwas hinzuverdiene. Denn es bezog offenbar nur 'Familiengesamteinkommen' in die Berechnung ein.

Wenn nun der ehrliche Bürger sieht, auf welche Weise die derzeitige Regierungskoalition und 'ihre' Institute ihn manipulieren, täuschen und ausnehmen, ist es für ihn kaum nachvollziehbar, warum er die amtierenden Parteien auch noch wiederwählen sollte. Jede veröffentlichte Statistik ist ein Politikum, weil sie für oder gegen eine politische Position arbeitet. In diesen Fall arbeiteten die "Daten" des DIW gegen die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes.

Labels: , ,


Gern können Sie auf diese Seite verlinken.

Der Link auf diese Seite lautet:



-->

Sonntag, Januar 27, 2008

Hunger

Er ist der Grund, warum Abnehmen so schwierig ist. Seine Intensität und Dominanz, in der er die ganze Aufmerksamkeit des Geistes verlangt, ist nur zu vergleichen mit derjenigen einer körperlichen Verletzung oder der sexuellen Gier. Ihnen allen ist gemein, dass in kaum einen Moment des Tages die geistige Aufmerksamkeit von diesen, dem physischen Körper geschuldeten Phänomenen abrücken kann.

Niemand ist dagegen gefeilt. Vom Sexualtrieb können wir uns durch Enthaltsamkeit entwöhnen, ihn nahezu einschlafen lassen. Der Körper folgt dem Geist. Selbst schmerzende physische Verletzungen können wir weitgehend ignorieren, wenn der Fokus unseres Interesses auf einen ihn fesselnden Gegenstand trifft. Nicht aber den Hunger. Von der per se negativen Natur dem Menschen eingepflanzt ist er der Schlüssel zum Erhalt einer Art - wenngleich das Individuum der Natur völlig gleichgültig ist. "Die Natur ist niemals grausam", sagt Ralph Waldo Emerson, der große amerikanische Philosoph des neunzehnten Jahrhunderts. Aber sie tut alles, um den Erhalt der Gattungen zu gewährleisten. Und damit sich selbst, ergänzt Schopenhauer.

Wenn wir also abnehmen wollen, haben wir es mit dem mächtigsten Gegner zu tun, den es im physischen Universum gibt. Es ist kein Kampf - wie oft angenommen - gegen sich selbst. Daher kann nur derjenige aus diesem Kampf als Gewinner hervorgehen, welcher in seinem geistigen Entwicklungsstand zum einen über der Natur steht, zum anderen seinen physischen Körper mit dessen Bedürfnissen respektiert. Denn ersteres versetzt uns in die Lage, den Zwängen dieses Lebenssystems zu entkommen, das Zweite lässt uns unser Vehikel dieses physischen Lebens sorgsam behandeln, auf dass es uns in diesem Leben optimal dienen, von Nutzen sein kann.

Magersüchtige haben dagegen anstelle der Nahrung 'keinerlei Weisheit mit Löffeln gefressen'. Sie sind verblendet von der Idee eines nach ihren verquerten Vorstellungen perfekten physischen Körpers. Diese Vorstellungen decken sich jedoch weder mit denen der zugegeben im Grundsatz negativen Natur, noch mit denjenigen einer höheren Geisteshaltung. Denn Magersucht ist durch den obsessiven Wunsch, den Körper zu formen, Ausdruck einer extremen Anhaftung an dieses Lebenssystem, zerstört jedoch zugleich dieses Vehikel des Geistes, so dass der Körper dem Magersüchtigen nicht mehr von Nutzen sein kann.

Niemand ist grundlos in diesem Lebenssystem, ein jeder trägt eine Verantwortung für den geliehenen physischen Körper. Aber gegen das Vorhaben, sich mit der Natur einmal anzulegen, um den Körper funktionsfähig zu erhalten, ist absolut nichts einzuwenden.




Labels: ,


Gern können Sie auf diese Seite verlinken.

Der Link auf diese Seite lautet:



-->

Montag, Januar 21, 2008

Versteckte Vertragsbedingungen oft ungültig

Freenet™ macht es. 1und1™ macht es - viele machen es. Und schämen sich nicht. Sie stellen Ihre Vertragsbedingungen - auch in Anzeigen - so unleserlich dar, dass man oft nur unter Zuhilfenahme einer Lupe und mit heller Ausleuchtung des Blattes etwas entziffern kann. Dem Provider 'Freenet™' - ohnehin nicht selten im Visier der Kritik bei Computerbild - hat nun einen Prozess verloren.

Die kleingedruckten Vertragsbedingungen dienen seit Urzeiten dazu, die auf dem bürgerlichen Gesetzbuch basierenden Rechte des Kunden einzuschränken. Doch glücklicherweise lassen sich nicht alle Verbraucher gesetzeswidrige Bedingungen und andere Tricks gefallen - einige wenige besitzend ausreichend Aggressionspotential und Geld, um derartiges gerichtlich klären zu lassen. Oder sie klären es - wie hier - mit Unterstützung der Verbraucherzentrale - die bekanntlich auch von den armen Rechtsanwalts-Politikern wie dem Hamburger Bürgermeister von Beust gerne genutzt wird [siehe Blogbeitrag: 'Wenn der Computer dreimal klingelt...'].

Ergebnis dieser Auseinandersetzung: Sind die Geschäftsbedingungen derart klein gedruckt, dass sie auch unter Zuhilfenahme einer Lupe kaum zu lesen sind, gelten sie nicht. Und wenn diese ungültig oder nicht existent sind, treten an deren Stelle die Bedingungen des bürgerlichen Gesetzbuches. Und diese sind durchweg kundenfreundlicher als das von Anwälten ausgeklügelte Gedöns der Unternehmen. So geschlossene Verträge können nach Angaben der Verbraucherzentrale jederzeit widerrufen oder gekündigt werden.

Labels: ,


Gern können Sie auf diese Seite verlinken.

Der Link auf diese Seite lautet:



-->

Dienstag, Januar 15, 2008

Wenn der Computer dreimal klingelt...

...eile ich natürlich springenden Fußes zum Telefon und melde mich. Eine freundliche Frau begrüßte mich, sagte, ich solle schon einmal Stift und Papier bereitlegen, denn: "SIE HABEN GEWONNEN!" Das höre ich gern, denn ich habe noch nie etwas gewonnen, doch einmal ist ja immer das erste Mal. Doch hat dieser Triumpf einen Schönheitsfehler - ich habe an keinem Gewinnspiel teilgenommen. Doch Widerrede ist sinnlos, die freundliche Stimme von der Festplatte quatscht mich voll und gibt mir nun Anweisungen, wie ich den Schatz bergen kann.

Spätestens hier sollten wir uns wieder beruhigen und auflegen. Meist folgt eine teure Rufnummer - nicht immer als solche erkennbar -, die einmal angewählt wirklich jemanden reich macht. Oder man wird aufgefordert, zum Weiterverbundenwerden eine Ziffer am Telefon zu drücken.

Die Maschen sind verschieden, das Ergebnis immer gleich: Der Betroffene wird ärmer, die sich nicht um gesetzliche Bestimmungen scherenden immer reicher. Selbst unser hanseatischer Bürgermeister Carl-Friedrich Arp Freiherr von Beust - heute 'Ole von Beust' - ist auf einen kostenpflichtigen Dienst im Internet hereingefallen. Eigentlich wollte er nur ein Rezept für 'Gulasch mallorquinische Art'. Er bekam es - und ein zwei Jahre laufendes Rezepte-Abonnement für dreißig Euro Jahresbeitrag ungefragt obendrauf. Und was macht nun ein Hamburger Bürgermeister, der sich betrogen fühlt? Nein, er geht nicht zum Anwalt. Er nutzt auch nicht die kostenlose Rechtsberatung seiner Rechtsschutzversicherung. Auch klärt er die Rechtslage nicht selbst - was er könnte, denn er ist Rechtsanwalt. Er geht zur Verbraucherzentrale - der Einrichtung, der gerade in Hamburg durch die Politik so erhebliche Mittel gestrichen wurden, dass sie fast dichtmachen kann. Dorthin geht unser Bürgermeister und lässt sich beraten, nimmt so dem 'Bürger' auch noch einen Teil der verbliebenen Kapazitäten weg.

Er hätte besser einfach nur den Rechner ausschalten sollen. Nebenbei bemerkt - wie soll ein Politiker, der so naiv mit der "neuen Technik" umgeht, eine Ahnung von der Bedeutung eines wirksamen Verbraucherschutzes haben? Immerhin entscheidet er mit darüber, welche Einrichtungen sterben oder gefördert werden.

Labels: ,


Gern können Sie auf diese Seite verlinken.

Der Link auf diese Seite lautet:



-->

Samstag, Januar 12, 2008

Jugendgewalt





Zwei Fälle: Ein Zwölfjähriger geht in seinem Wohngebiet zum Einkaufen. Unter einer fast menschenleeren Bahn-Unterführung kommen ihm zwei Dreizehn- bis Vierzehnjährige entgegen. Sie sprechen den ihnen Unbekannten an, werden dabei zunehmend aggressiver, spielen das Machtspiel. Sie drängen den Jungen an die Wand der Unterführung, zücken ein Klappmesser und halten es genussvoll an seinen Hals. Bewegen es einen Schnitt simulierend hin- und her. Der Junge bleibt äußerlich völlig ruhig, antwortet auf ihre Fragen nur knapp mit 'Ja' und 'Nein', die Kinder lassen von ihm ab.

Die zweite Geschichte: Ein Siebzehnjähriger steht an einer Bushaltestelle. Zwei etwa Fünfundzwanzigjährige kommen hinzu und haben offensichtlich ein Problem: Sie diskutieren, ob sie den Jugendlichen abziehen sollen oder nicht. Ob es sich denn lohnen würde. Ach, sagt der eine, der hat doch nur ein paar Euro in der Tasche. Aber die Jacke, sagt der andere, kann ich vielleicht für fünfzig Euro verkloppen. Dann kommt der Bus und erlöst die Kontrahenten aus ihrem Dilemma.

In beiden Fällen waren es Deutsche, nicht die im Bevölkerungsanteil häufiger auffälligen Kinder mit Migrationshintergrund. Das betroffene Kind des ersten Beispieles war ich, der Jugendliche des zweiten mein Sohn. Es hat sich in fast vierzig Jahren nicht wirklich etwas geändert. Die Statistiken verschlechtern sich durch die Zunahme von Armut, aber eines blieb gleich: Die Politik hat heute wie gestern kein Konzept, keinen Willen zur effektiven Behebung des Problems, das nur in einer Entlastung der Randgruppen von ihren Problemen bestehen kann - der drückenden Armut einerseits und der Perspektivlosigkeit andererseits. Denn der selbst erfahrene wirtschaftliche und gesellschaftliche Druck macht sich Luft - in Machtspielen mit Gewinnaussicht.

So ist der Politik anzuraten, die Ärmsten der Armen nicht kontinuierlich noch ärmer zu machen und die Zuwendungen für Schulen deutlich zu erhöhen, statt sie wie bisher über Jahre zurückzuschrauben. Denn schon das stetige schulische Einbinden der Kinder in kreative Arbeitsgruppen, Musikgruppen oder darstellendes Spiel an Nachmittagen gibt Problemkindern Anregungen und Betätigungsmöglichkeiten, die deren Elternhäuser nicht zu bieten in der Lage sind. Doch dafür fehlt den Schulen Geld und die politische Vorgabe. Machen wir was mit der Jugend - sie sind unsere Zukunft.

PS. Das obige Buch ist eine erstklassige Hilfe für alle Eltern - auch ohne gestörte Kinder. Es zeigt den besten Umgang mit den verschiedenen Problemen.

Labels: , ,


Gern können Sie auf diese Seite verlinken.

Der Link auf diese Seite lautet:



-->

Sonntag, Dezember 09, 2007

Hamburger Grüne völlig von der Rolle




Meine Lieblingspartei der Neunziger ist nun völlig von der Rolle - die Hamburger GAL-Bürgerschaftsfraktion will aus Umweltschutzgründen Durchlauferhitzer und Nachtspeicherheizungen verbieten. Dabei lässt sich keine andere Energieform so kontrolliert und sauber produzieren wie der elektrische Strom. Anstatt gegen die Errichtung neuer Kohlekraftwerke zu wirken und sogenannte alternative Energien zu fördern, bringen Christian Maaß und Claudius Lieven der Grünen die obengenannte Schnapsidee.

Sie hätte zur Folge, dass auch in mit wenigen Personen bewohnte Gebäude Tag und Nacht und 365 Tage im Jahr ständig Wasser heißgehalten werden muss, erwärmt überwiegend über die klassischen und heute fast unbezahlbaren Energien Kohle und Gas. Mich kommt ein Durchlauferhitzer dagegen ungleich kostengünstiger. Und umweltfreundlicher ist er - wie oben beschrieben - auch. Denn der Kessel ist in Haushalten mit Durchlauferhitzer nur zum Heizen an kalten Tagen eingeschaltet.

In Hinblick auf die jetzt zu beschließende Hamburgische Klimaschutzverordnung sagt Maaß weiter: "Diejenigen Hausbesitzer, die sich weigern zu sanieren, werden dadurch nicht erfasst." Vielleicht ist dieser junge Mann in einen Geldspeicher hineingeboren worden - der durchschnittliche Einfamilienhausbesitzer ohne ererbten Reichtum oder florierende Firma im Nacken kann sich eine Sanierung auf Neubau-Niveau kaum leisten. Wenn das Geld fehlt helfen auch keine zinsgünstigen Kredite - auch diese müssen bedient werden.

Diese Forderung der Grünen ist also ebenso gut durchdacht wie der vor einer Woche auf Antrag der Grünen in meiner Gemeindeverwaltung gefasste Beschluss, einen gerade für 640000 Euro errichteten Parkplatz an Sonn- und Feiertagen für Autos zu sperren. Wer kommt auf solche Ideen? Die Grünen. Mich hätte schon deren frühere Forderungen nach Freigabe von Einstiegsdrogen nachdenklich machen sollen - aber eine abgegebene Wählerstimme nachträglich zurückzunehmen geht ja leider nicht.

Labels: ,


Gern können Sie auf diese Seite verlinken.

Der Link auf diese Seite lautet:



-->

Dienstag, November 20, 2007

Durchgeknallte allerorten...


Eine US-amerikanische Mutter hat YouTube verklagt, weil die das Urheberrechte von Universal verletzende Video ihrer Tochter aus dem Portal entfernt hatten. Die Dummheit der Menschen ist grenzenlos: Abgesehen davon, dass es äußerst fragwürdig ist, sein Kind auf diese Art in den Medien zu präsentieren - diese Mutter kann von Glück reden, nicht selbst und direkt verklagt worden zu sein...

Queen Mum, genauer Queen Elizabeth II. hat Ihren Angestellten der Sommerresidenz Balmoral aus Umweltschutzgründen verboten, mit dem Auto zur Arbeit zur fahren. Die reichste Frau der Welt bevorzugt jedoch weiterhin Privatjet und Geländewagen...

Die GEZ hat das Internetportal akademie.de abgemahnt - man solle doch bitte statt GEZ-Fahnder die Bezeichnung
'BEAUFTRAGTENDIENST DER ÖFFENTLICH RECHTLICHEN RUNDFUNKANSTALTEN'
und statt GEZ-Antwortbogen
'DEM INFORMATIONSSCHREIBEN DER GEZ BEIGEFÜGTES FORMULAR ZUR ERTEILUNG DER AUSKUNFT NACH §4, ABS. 5 RGebStV'
verwenden. In einer mir vorliegenden Zeitungsannonce unseres lokalen Käseblattes sucht die GEZ jedoch eine/n 'Gebührenbeauftragte/r' - also sollte diese ungleich einfachere Bezeichnung ja wohl ebenfalls unanfechtbar sein, oder? Die spinnen, nicht nur die Römer...

Und last, but not least (schau'n Sie mal auf die Google-Anzeige):


Klick auf's Bild zum Vergrößern

Labels: , ,


Gern können Sie auf diese Seite verlinken.

Der Link auf diese Seite lautet:



-->

Samstag, Oktober 27, 2007

Druck der Medien auf 'Political Correctness'





Eine Talkshow am Freitag-Abend. Sie heißt 'Riverboat', und ganz amerikanisch sind auch die Tunnelblicke der Moderatoren. Ein weiblicher Gast - Tine Wittler, Moderatorin und Einrichtungsexpertin - bemerkte scherzhaft, wenn sie in die von ihr geführte Kneipe käme, würde sie wie ein Blockwart eintreten, immer gleich erkennend, was zu richten sei.

Die dumpfnasigen Moderatoren gerieten sogleich in Unruhe, rutschten auf ihren Sitzflächen hin- und her und einer korrigierte schließlich mit ernstem Gesicht: "Sie meinten das doch sicher in Anführungszeichen gesetzt!" und malte dabei mit seinen Händen zwei Gänsefüßchen in die Luft. Für kurze Zeit war die Stimmung gedrückt.

Es ist erschreckend, wie unsere Moderatoren, unsere Medien vor einer sich nach momentanen Stimmungen rapide wandelnden 'political correctness' auf alle Viere gehen. Die Behändigkeit ihrer Anpassung zeigt, dass diese auch unreflektiert schlimmste Negativität gutgeheißen würden, wäre nur dadurch die 'political correctness' gewahrt und ihr verlängertes Rektum fester an den Sessel geklebt. Diese Bemerkung war harmlos und ebenso gemeint - niemand hätte sich vor Eva Hermanns populistischen Entgleisungen daran gerieben. Aber nun ist unsere Öffentlichkeit durch die aktuelle Haltung der Medien sensibilisiert. Oder man könnte sagen: in einem Wahn. Ebenso wird mal für und mal gegen die türkische Kurdenpolitik Stimmung gemacht. Momentan - seit gut drei Wochen - lautet die 'political correctness' auf NDR-Info und in den Nachrichtensendungen wenigstens der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, dass diese die Guten sind, ihr jetzt eingeleiteter Militärkrieg auf irakischem Grund ihre berechtigten Interessen befriedige. Das wurde dem in der eigenen Urteilsfindung entmündigten Bürger in den letzten Jahren genau andersherum verkauft.

Schwierig wird es, wenn es um uralte Redewendungen geht. Vor gut zwei Jahren monierte der schwarze Berliner Filmschauspieler Pierre Sanoussi-Bliss den Ausspruch der Politikerin Renate Schmidt "Der Mann, der neben mir im Flugzeug saß, gab an wie zehn nackte Neger" mit den folgenden Worten: "Der Ausspruch ist nicht nur rassistisch, sondern ergibt auch keinen Sinn". So ist es aber nun mal mit alten gebräuchlichen Redewendungen - wer reflektiert schon ständig jedes Wort auf 'political correctness'? Das ergäbe doch keinen Sinn. Mit Unkorrektheiten ist also zu leben - oder wir machen uns völlig verrückt.

Wie gut, dass die Medien uns wie Hunderte Blockwarte stets und immer genau sagen, was wir zu denken und zu sagen haben. Doch wehe, wir halten uns nicht daran...

Labels: ,


Gern können Sie auf diese Seite verlinken.

Der Link auf diese Seite lautet:



-->

Montag, Oktober 22, 2007

Fundgrube: "Welttaktgeber"






Was man so alles im Netz an Nützlichen und Unnützlichen findet...
Letzteres ist diese Weltzeituhr - nicht nützlich, aber informativ (gefunden im Potsdam Blog). Wie genau die sich laufend aktualisierenden Daten zu nehmen sind - keine Ahnung. Aber als Anhaltspunkt sind sie sicherlich interessant.

Dieser Welttaktgeber fällt in jeder Hinsicht aus dem Rahmen:


Poodwaddle.com

Labels: ,


Gern können Sie auf diese Seite verlinken.

Der Link auf diese Seite lautet:



-->

Samstag, September 01, 2007

Schrott mit 2 Jahren Vollgarantie - Eine weltweit einmalige Umweltsauerei der "Leitkultur" Deutschlands

Ist es nicht merkwürdig, dass es in diesem unseren Lande die Politiker geschafft haben, zu erreichen, dass Opa Bölke keine seiner schäbigen alten Sachen mehr verkaufen kann, ohne für jedes dieser Dinge eine zweijährige Vollgarantie zu geben?

Bevor unsere Politikernasen "Wir machen das was!" [O-Ton Altkanzler Schröder] sagten, war alles schön und gut. Wir annoncierten das alte Teil in einem Anzeigenblatt oder im Internet und verkauften es - vorsorglich unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung. Und das war's. Heute bedarf es nach einer Fülle neuerer Gesetze und Verordnungen schon eines extrem schwierigen verklausulierten Textes, um sich den Fängen der Gewährleistung und denen von Profi-Abmahnern zu entziehen. Letztere durchforsten mit Vorliebe Marketplaces wie Ebay & Co nach Schwächen in der Verkaufsaufbereitung der Angebotstexte. Wie schlecht die neue Gesetzeslage ist, hat allerdings kaum einer mitbekommen, bis einmal ein Käufer seine Ansprüche bis zum BGH (AZ VIII ZR 3/06) ausprozessiert hat. So vermeldet es Computer-Bild in der Ausgabe 17/2007 und liefert lobenswerter Weise den Text zum Haftungsausschluss gleich mit:

Quelle: Computerbild No. 07/2007
Klick auf's Bild zur Anzeige in neuem Fenster


Privatverkäufe - auch diejenigen von Autos und überhaupt allem handelbaren Gütern - sind damit nur noch für diejenigen in unserer Gesellschaft gefahrlos möglich, welche über die finanziellen Mittel verfügen, diese anwaltlich begleitet vorzunehmen. Denn schon morgen kann die Gesetzeslage erneut verschärft werden - und dann ist Max Mustermann wieder der Dumme. So werden funktionstüchtige Altgeräte vorsorglich dem Müll überantwortet, was die Industrie freut, der Umwelt jedoch erheblichen Schaden zufügt. Denn ressourcenschonender ist eine möglichst lange Nutzung von Waren und Gütern - auch durch mehrere Hände. Jeder nicht neu produzierte Wagen oder Computer spart unzählige Hektoliter Trinkwasser und Energie - von den Rohstoffen ganz zu schweigen. Insofern ist diese Gesetzgebung eine ziemliche Umweltsauerei.

Labels: ,


Gern können Sie auf diese Seite verlinken.

Der Link auf diese Seite lautet:



-->

Mittwoch, August 01, 2007

Auswandern - wenn Freunde und Kinder gehen