'Die Supernanny' - oder warum man gestörte Jugendliche nicht mit Druck sozialisieren sollte
TV-Sendungen wie 'Letzter Ausweg Wilder Westen - Teenager außer Kontrolle' geben vor, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Und sind Wasser auf die Mühlen der Vielzahl zur liebevollen Erziehung unfähigen Eltern, welche sich für Druck und Gewalt entschieden haben. Das es auch anders geht, beweist die Serie 'Die Supernanny', in der sowohl notleidende wie auch erfolgreich führende Eltern Tipps fürs Leben bekommen. Ich sah mir eine Folge an, weil ich die Situationsbeschreibung der Familie für absolut hoffnungslos, die Lage des Kindes für aussichtslos hielt: Es stahl, fiel durch Gewaltdelikte auf, nahm Drogen, riss häufig von Zuhause aus und war ein erst vierzehnjähriges Mädchen. Ich gestehe, mir fiel nichts ein, was das hätte retten können.
Doch dann trat die Supernanny auf und beobachtete zunächst die Familie im Alltag. War einfach da, ohne sich einzumischen. Dann sagte sie den Familienmitgliedern, was ihr aufgefallen war: Es gab unter den Familienmitgliedern keine Gespräche, auch keine Kommunikation beim Essen, keine gemeinsamen Unternehmungen. Keine Zuwendung zum Kind und keine Freundlichkeit. Kein ruhiges bestimmtes Vertreten des eigenen Standpunktes - nur das Gegenteil.
Ich war äußerst skeptisch - wie sollte ein derart abgerutschten Teenager durch Zuwendung und Aufmerksamkeit, Freundlichkeit und gemeinsam getroffene Vereinbarungen auf einen weniger schlechten Weg gebracht werden? Doch es funktionierte. Die Renitenz des Kindes löste sich mit wachsenden Lernerfolgen der Eltern in Freundlichkeit auf und mir wurde das Folgende klar: Die Eltern, die Erziehenden sind das Problem, wenn es mit dem Kind bergab geht, es aus seiner kalten Welt in Drogen und eine dominierende Freundesclique flüchtet. Die Eltern müssen therapiert werden, nicht das Kind. Und in ihren Sendungen tat die Supernanny genau das.
Ich hatte vor Jahren an anderer Stelle einmal geschrieben, dass Kinder ein einfaches Input/Output-System haben: Was man an Liebe, Gewalt und anderem hereingibt, kommt auch wieder heraus. Dessen erinnerte ich mich jetzt. Es ist nicht jede Reportage des Privatfernsehens schlecht - diese jedenfalls war eine Perle.
Doch dann trat die Supernanny auf und beobachtete zunächst die Familie im Alltag. War einfach da, ohne sich einzumischen. Dann sagte sie den Familienmitgliedern, was ihr aufgefallen war: Es gab unter den Familienmitgliedern keine Gespräche, auch keine Kommunikation beim Essen, keine gemeinsamen Unternehmungen. Keine Zuwendung zum Kind und keine Freundlichkeit. Kein ruhiges bestimmtes Vertreten des eigenen Standpunktes - nur das Gegenteil.
Ich war äußerst skeptisch - wie sollte ein derart abgerutschten Teenager durch Zuwendung und Aufmerksamkeit, Freundlichkeit und gemeinsam getroffene Vereinbarungen auf einen weniger schlechten Weg gebracht werden? Doch es funktionierte. Die Renitenz des Kindes löste sich mit wachsenden Lernerfolgen der Eltern in Freundlichkeit auf und mir wurde das Folgende klar: Die Eltern, die Erziehenden sind das Problem, wenn es mit dem Kind bergab geht, es aus seiner kalten Welt in Drogen und eine dominierende Freundesclique flüchtet. Die Eltern müssen therapiert werden, nicht das Kind. Und in ihren Sendungen tat die Supernanny genau das.
Ich hatte vor Jahren an anderer Stelle einmal geschrieben, dass Kinder ein einfaches Input/Output-System haben: Was man an Liebe, Gewalt und anderem hereingibt, kommt auch wieder heraus. Dessen erinnerte ich mich jetzt. Es ist nicht jede Reportage des Privatfernsehens schlecht - diese jedenfalls war eine Perle.
Labels: Gesellschaft, Kinder, Soziales
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2 Kommentar(e):
Guten morgen, André!
Great work!
I loved this blog.
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