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Das Kritik-Blog

[10-2007] Talkshows und Political Correctness


 

Eine Talkshow am Freitag-Abend. Sie heißt Riverboat, und ganz amerikanisch sind auch die Tunnelblicke der Moderatoren. Ein weiblicher Gast - Tine Wittler, Moderatorin und Einrichtungsexpertin - bemerkte scherzhaft, wenn sie in die von ihr geführte Kneipe käme, würde sie wie ein Blockwart eintreten, immer gleich erkennend, was zu richten sei.

Die pikierten Moderatoren gerieten sogleich in Unruhe, rutschten auf ihren Sitzflächen hin- und her und einer korrigierte schließlich mit ernstem Gesicht: "Sie meinten das doch sicher in Anführungszeichen gesetzt!" und malte dabei mit seinen Händen zwei Gänsefüßchen in die Luft. Für kurze Zeit war die Stimmung gedrückt.

Es ist erschreckend, wie unsere Moderatoren, unsere Medien vor einer sich nach momentanen Stimmungen rapide wandelnden 'political correctness' auf alle Viere gehen. Die Behändigkeit ihrer Anpassung zeigt, dass diese auch unreflektiert schlimmste Negativität gutgeheißen würden, wäre nur dadurch die 'political correctness' gewahrt und ihr verlängertes Rektum fester an den Sessel geklebt. Diese Bemerkung war harmlos und ebenso gemeint - niemand hätte sich vor Eva Hermanns populistischen Entgleisungen daran gerieben. Aber nun ist unsere Öffentlichkeit durch die aktuelle Haltung der Medien sensibilisiert. Oder man könnte sagen: in einem Wahn. Ebenso wird mal für und mal gegen die türkische Kurdenpolitik Stimmung gemacht. Momentan - seit gut drei Wochen - lautet die 'political correctness' auf NDR-Info und in den Nachrichtensendungen wenigstens der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, dass diese die Guten sind, ihr jetzt eingeleiteter Militärkrieg auf irakischem Grund ihre berechtigten Interessen befriedige. Das wurde dem in der eigenen Urteilsfindung entmündigten Bürger in den letzten Jahren genau andersherum verkauft.

Schwierig wird es, wenn es um uralte Redewendungen geht. Vor gut zwei Jahren monierte der schwarze Berliner Filmschauspieler Pierre Sanoussi-Bliss den Ausspruch der Politikerin Renate Schmidt "Der Mann, der neben mir im Flugzeug saß, gab an wie zehn nackte Neger" mit den folgenden Worten: "Der Ausspruch ist nicht nur rassistisch, sondern ergibt auch keinen Sinn". So ist es aber nun mal mit alten gebräuchlichen Redewendungen - wer reflektiert schon ständig jedes Wort auf 'political correctness'? Das ergäbe doch keinen Sinn. Mit Unkorrektheiten ist also zu leben - oder wir machen uns völlig verrückt.

Wie gut, dass die Medien uns wie Hunderte Blockwarte stets und immer genau sagen, was wir zu denken und zu sagen haben. Doch wehe, wir halten uns nicht daran...





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